Möbel von Westwing sollen Kunden ab 2027 in der Zalando-App kaufen können, Bestellung und Bezahlung erledigt ein KI-Agent. Partnershops müssen dafür weder ihre Technik noch ihre Logistik umbauen. Im dritten Quartal wuchs der Umsatz um 5,1 Prozent, unter dem Strich stand ein Verlust von 18 Millionen Euro.
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Zalando will ab 2027 einen eigenen KI-Agenten in anderen Onlineshops einkaufen lassen, das hat der Berliner Konzern am Dienstag mit den Zahlen zum dritten Quartal angekündigt.[1] Das Angebot heißt Zalando Extended und holt Produkte in die Zalando-App, die Zalando selbst nicht führt. Erster Partner ist der Möbelhändler Westwing.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Agent soll Bestellung und Bezahlung im Namen der Kunden abwickeln, zuerst bei sperrigen Einrichtungsgegenständen.
- Den Chat-Assistenten von Zalando haben in diesem Jahr bereits mehr als 22 Millionen Menschen genutzt.
- Der Umsatz stieg im dritten Quartal auf 3,17 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT auf 106,5 Millionen Euro.
- Die Prognose für 2026 bleibt: 680 bis 720 Millionen Euro bereinigtes EBIT.
Wie soll der Zalando-Agent bei Westwing einkaufen?

Laut Zalando kauft der Agent die Produkte fremder Shops im Auftrag der Kunden, die dafür in der Zalando-App bleiben. Die Partnershops erreichen so Zalando-Kunden, ohne ihre Technik aufwendig anzubinden oder ihre Logistik anzupassen, verspricht Zalando.[1] Westwing ist seit diesem Jahr Pilotpartner, einkaufen kann der Agent dort erst ab 2027.
Ein zweites Geschäft hängt daran: Partnershops sollen ihre Produkte auch über Anzeigen in der Zalando-App bewerben können. Diese Werbeerlöse stiegen im Quartal um fast 18 Prozent und erreichten 2 Prozent des Warenvolumens im Endkundengeschäft.[1]
Wer beim Agentenkauf Vertragspartner des Kunden wird und wohin Retouren gehen, schreibt Zalando nicht. Davon hängt für Kunden in Deutschland ab, bei welchem Händler sie ihr Widerrufsrecht ausüben.
Warum kaufen KI-Agenten nicht einfach überall ein?
Amazon testet das Prinzip seit April 2025 in den USA unter dem Namen „Buy for Me“: Der Agent kauft auf Markenseiten ein, die Amazon nicht führt, und übergibt dafür verschlüsselt Name, Adresse und Zahlungsdaten der Kunden.[2] Im März 2026 waren laut Amazon Dutzende Millionen Produkte auf diesem Weg bestellbar.[3]
Ungefragt einkaufende Agenten sperrt Amazon dagegen aus: Metas Einkaufsagent Muse meldet sich im Konto des Nutzers an, ohne sich als Agent zu erkennen zu geben. Auch dm lässt fremde KI-Assistenten nur suchen, bestellen dürfen sie nicht. Zalando beginnt dagegen mit einem Partner, der zustimmt, und behält die Kunden in der eigenen App.
Ob Kunden das wollen, ist offen: Beim US-Lieferdienst DoorDash kamen über fremde KI-Agenten bisher nur einige hundert Bestellungen an.
So soll Zalando Extended wachsen
Zalando baut den Einkaufsagenten lieber selbst, bevor Meta oder Amazon ihn für Zalando-Kunden bauen. Was Westwing dafür an Zalando zahlt, verrät der Konzern nicht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was zeigen die Quartalszahlen?
Der Umsatz stieg um 5,1 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro, das Warenvolumen um 7,5 Prozent auf 4,54 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte von 96,3 auf 106,5 Millionen Euro zu.[1] Der Zuwachs kommt aus dem Geschäft mit Firmenkunden, zu dem der Logistikdienst ZEOS und die Shop-Software SCAYLE gehören: Dort hat sich das bereinigte EBIT auf 42,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt.
Im Endkundengeschäft sank das bereinigte EBIT dagegen von 76,6 auf 64,4 Millionen Euro. Nach Steuern meldet Zalando einen Verlust von 18 Millionen Euro, nach 12,5 Millionen Euro Gewinn im Vorjahresquartal. Analysten hatten laut der Nachrichtenagentur Dow Jones mit einem Gewinn von 14 Millionen Euro gerechnet.
Für Händler, die über Zalando verkaufen oder ZEOS nutzen, zählt vor allem der Anteil der Partner am Warenvolumen im Endkundengeschäft. Er stieg auf 33,6 Prozent, bis 2028 will Zalando 40 bis 50 Prozent erreichen.[1]
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Zalando SEZalando wächst im dritten Quartal profitabel, getragen von einer sehr starken Expansion im B2B-Geschäft, und treibt mit Zalando Extended KI-Innovationen weiter voran
- AmazonAmazon’s new ‘Buy for Me’ feature helps customers find and buy products from other brands’ sites
- AmazonAmazon introduces feeds to make it easier for merchants to reach more customers through AI-powered Shop Direct
Mehr Newshunger?
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