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Mehr als zehn Millionen Menschen haben Metas KI-Agenten Muse seit dem Start im September eingerichtet, sagte Mark Zuckerberg am Mittwochabend zu den Quartalszahlen. Über ein Viertel davon kauft laut Zuckerberg über die App ein, im Schnitt für mehr als 200 Dollar (rund 174 €) je Einkauf. Verdienen will Meta daran vor allem über eine Gebühr für jeden vermittelten Kauf.

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Fast 50-mal fiel in Zuckerbergs einleitenden Worten der Name Muse, Facebook, Instagram und WhatsApp kamen laut Business Insider kaum vor. Die Nutzerzahlen nannte Meta nur in der Telefonkonferenz mit Analysten, nicht in der schriftlichen Quartalsmeldung (Stand: Donnerstag, 2 Uhr).[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Muse zählt laut Zuckerberg mehr als zehn Millionen Nutzer in den USA und in Kanada, am häufigsten kaufen sie damit ein.
  • Meta will an jedem vermittelten Kauf mitverdienen, für die meisten Nutzer bleibt Muse kostenlos.
  • Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 26 % auf 56,2 Mrd. €, der freie Cashflow fiel auf minus 1,8 Mrd. €.
  • Eine neue Aktienklasse ohne Stimmrecht soll ab Januar 2027 Geld für den KI-Ausbau beschaffen.

Was hat Zuckerberg über Muse verraten?

Weiße Papiertragetasche mit orangen Henkeln und Anhänger „PROVISION“ auf Weiß
Meta stellte am 8. September seinen KI-Agenten vor. Nutzer setzen ihn hauptsächlich zum Einkaufen ein, zweitrangig für E-Mail und Kalender

Meta hat den persönlichen KI-Agenten am 8. September vorgestellt.[3] Am häufigsten nutzen Muse-Kunden den Agenten zum Einkaufen, Finanzchefin Susan Li nannte als zweiten Schwerpunkt die Arbeit mit Postfach und Kalender. „Muse hat es in rund acht Monaten von der ersten Skizze zum erfolgreichen Produkt geschafft“, sagte Zuckerberg.[2]

Wie Meta die Kaufquote berechnet, geht aus den Berichten über die Konferenz nicht hervor; ein Protokoll lag bei Redaktionsschluss nicht vor.

Wie will Meta mit Muse Geld verdienen?

Händler sollen eine Gebühr für jeden Kauf zahlen, den der Agent abschließt, Vielnutzer ein Abo für leistungsfähigere Modelle.[2] „Mit Muse wollen wir früher Geld verdienen als sonst bei uns üblich“, kündigte Zuckerberg an. Langfristig soll ein Muse-Nutzer mehr einbringen als ein US-Nutzer der Meta-Apps heute, nämlich mehrere Hundert Dollar im Jahr.

Für Meta verschiebt sich so die Erlösquelle. Im Kerngeschäft verdient Meta an Anzeigen, deren Durchschnittspreis im Quartal um 14 % stieg.[1] Bestellt ein Agent direkt, sieht niemand mehr die Anzeige in der Produktsuche, bezahlt wird für den Abschluss. Amazon sperrt Muse aus seinem Shop aus, ByteDance kassiert über seinen Assistenten Doubao rund 12 % je Hotelbuchung.

Muse und Metas drittes Quartal
Was der KI-Agent bringt und was der Ausbau kostet
10 Mio.
Menschen haben Muse seit dem Start im September eingerichtet
über 25 %
der Nutzer kaufen laut Zuckerberg über den Agenten ein
174 €
und mehr geben Käufer im Schnitt je Einkauf aus (200 Dollar)
117 bis 126 Mrd. €
will Meta im Gesamtjahr 2026 investieren, Leasing eingerechnet

Drittes Quartal im Vergleich

Umsatzplus 26 %
202544,6 Mrd. €
202656,2 Mrd. €
Ausgaben2026 mit 8,6 Mrd. € für den Jugendschutz-Vergleich
202526,7 Mrd. €
202644,9 Mrd. €
InvestitionenSachanlagen und Leasing
202516,9 Mrd. €
202630,4 Mrd. €
Freier CashflowMittelzufluss nach Abzug der Investitionen
20259,2 Mrd. €
2026minus 1,8 Mrd. €

Ein Agent, der für 200 Dollar einkauft, braucht keine Anzeige mehr, nur noch eine Provision.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Woher kommt das Geld für die Rechenzentren?

Muse braucht viel Rechenleistung, Zuckerberg will die Kosten für den Betrieb im kommenden Jahr auf weniger als ein Zehntel senken.[2] Die Ausgaben des Konzerns stiegen um 68 % auf 44,9 Mrd. €, darunter 8,6 Mrd. € für einen Vergleich mit 52 US-Generalstaatsanwälten zum Jugendschutz.[1]

Für den weiteren Ausbau schafft Meta eine Aktienklasse C ohne Stimmrecht. Jeder Aktionär erhält je Aktie eine C-Aktie dazu, was wie ein Aktiensplit im Verhältnis 2:1 wirkt. Mit den C-Aktien kann Meta Kapital aufnehmen, Mitarbeiter bezahlen und Firmen kaufen, ohne Zuckerbergs Stimmenmacht zu schwächen.[1] Google ging 2014 denselben Weg, seitdem gibt es dort die Aktie GOOGL mit und GOOG ohne Stimmrecht.

Was heißt das für Händler in Deutschland?

In der EU gibt es Muse nicht, einen Termin nennt Meta nicht. Zuckerberg plant als Nächstes ein Muse-Netzwerk: Kunden sollen mit dem Agenten eines Händlers sprechen, statt dessen Website zu besuchen.[2] Wie heikel der Zugriff auf private Daten ist, zeigte erst am Dienstag die Panne beim Teilen von Chats.

Shopbetreiber sollten jetzt prüfen, ob Preise, Lagerbestand und Lieferzeiten maschinenlesbar sind. Kauft ein Agent ein, entscheidet er nach diesen Daten.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Meta Platforms, Form 8-K, Exhibit 99.1 (SEC)Meta Reports Third Quarter 2026 Results, Announces Establishment of New Class C Common Stock21.10.2026
  2. Meta Investor RelationsTelefonkonferenz zum dritten Quartal 2026 mit Mark Zuckerberg und Susan Li (21. Oktober 2026, Webcast)
  3. Meta NewsroomIntroducing Muse08.09.2026

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