Seit dem späten Mittwochvormittag kommen viele Kunden von Orange und Sosh in Frankreich nicht mehr durch. Anrufe, SMS und mobiles Internet sind landesweit gestört, eine Ursache nennt der Konzern bisher nicht. Für Orange ist es der zweite landesweite Mobilfunkausfall seit Ende Juni.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenRund 12.000 Störungsmeldungen zählte das Portal Downdetector laut dem Sender Ici gegen 12 Uhr für Orange, dazu etwa 2.000 für die Discountmarke Sosh, die dasselbe Netz nutzt.[3] Die ersten Meldungen kamen gegen 11:20 Uhr, aus Lille ebenso wie aus Toulon und Privas.[4] Ein Orange-Sprecher sagte Reuters, die Techniker suchten nach der Ursache und arbeiteten daran, die Dienste wiederherzustellen.[2] Stand: Mittwoch, 21. Oktober 2026, 14:15 Uhr. Offen sind die Ursache, die Zahl der betroffenen Kunden und die Frage, ob Notrufe durchkommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Orange bestätigt eine landesweite Störung seines Mobilfunknetzes in Frankreich, betroffen sind auch Kunden von Sosh.
- Anrufe, SMS und mobile Daten sind laut Orange stark gestört.
- Ab etwa 12:30 Uhr kehrten erste Verbindungen zurück, einen Termin für die vollständige Behebung gibt es nicht.
- In Deutschland steht Kunden eine Entschädigung erst ab dem dritten Tag eines Totalausfalls zu.
Was ist bei Orange ausgefallen?

In einer Mitteilung schreibt Orange, der Vorfall störe Anrufe, SMS und mobile Daten stark. Auf X entschuldigte sich der Konzern bei seinen Kunden und kündigte an, das Netz so schnell wie möglich wiederherzustellen.[1] Festnetz und Breitband liefen nach Angaben des Portals The Connexion weitgehend weiter. Ab etwa 12:30 Uhr funktionierten erste Verbindungen wieder, viele Kunden blieben aber ohne Netz.[5]
Ein Ausfall, der Nutzer in Lille und Toulon zur selben Zeit trifft, spricht gegen einen defekten Funkmast und für einen Fehler in der zentralen Netztechnik. Bestätigt hat Orange das nicht.
Warum wiegt ein Ausfall bei Orange so schwer?
Schon am 29. Juni fielen bei Orange landesweit mobile Daten über 4G und 5G, das Roaming, Anrufe über WLAN und Teile der Geschäftskundendienste aus. Auch damals nannte der Konzern weder Ursache noch Termin.[6] Am 2. Juni 2021 legte ein Softwarefehler an einem Router bei Orange über Stunden die Notrufnummern in Frankreich lahm, auch die europaweite 112. Der damalige Innenminister Gérard Darmanin brachte drei Todesfälle mit dem Ausfall in Verbindung.[7] Ob die Notrufe am Mittwoch betroffen sind, hat Orange bisher nicht mitgeteilt.
Was heißt das für Kunden und Firmen in Deutschland?
Geschäftsreisende mit deutscher SIM-Karte buchen sich in Frankreich über ein Partnernetz ein. Hängt das Telefon im gestörten Orange-Netz, hilft die manuelle Netzwahl in den Einstellungen, sofern der eigene Anbieter auch mit SFR oder Bouygues Telecom ein Roamingabkommen hat.
In Deutschland legt § 58 des Telekommunikationsgesetzes fest, ab wann ein Totalausfall eine Entschädigung auslöst. Ist eine Störung zwei Kalendertage nach der Meldung nicht behoben, steht Verbrauchern ab dem dritten Tag eine Entschädigung zu: am dritten und vierten Tag 5 Euro oder 10 Prozent des Monatsentgelts, danach 10 Euro oder 20 Prozent, je nachdem, welcher Betrag höher ist.[8] Dasselbe gilt für Kleinst- und kleine Unternehmen, sofern sie nicht ausdrücklich darauf verzichtet haben.[9] Ein Ausfall von einigen Stunden wie bei Orange bliebe danach ohne Entschädigung.
Nach deutschem Recht bringt ein Mobilfunkausfall von ein paar Stunden keine Entschädigung. Den Schaden trägt der Betrieb, der dann nicht erreichbar ist.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Verursacht ein Sicherheitsvorfall schwerwiegende Betriebsstörungen, müssen deutsche Netzbetreiber ihn binnen 24 Stunden der Bundesnetzagentur und dem BSI melden, binnen 72 Stunden eine erste Bewertung nachreichen und nach einem Monat in einer Abschlussmeldung die wahrscheinliche Ursache nennen.[10] Betriebe, deren Außendienst am Handy hängt, sollten eine zweite SIM-Karte eines anderen Netzbetreibers einplanen, auf Dual-SIM-Smartphones auch als eSIM (Anbieter im Vergleich). Dazu gehört die eingeschaltete WLAN-Telefonie auf jedem Diensthandy, damit Anrufe über WLAN auch ohne Mobilfunknetz ankommen.[4]
Quellen
10 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- France 3 RégionsPanne Orange : ce que l’on sait des perturbations qui touchent le réseau mobile ce mercredi (21. Oktober 2026, mit Mitteilung und X-Beitrag von Orange)
- ReutersOrange says network incident disrupts mobile services across France (21. Oktober 2026, über Channel News Asia)
- IciLe réseau mobile d’Orange perturbé par une panne nationale, les abonnés Sosh également touchés
- Journal du GeekGrosse panne en cours chez Orange et Sosh partout en France
- The ConnexionOrange mobile outage in France disrupts calls, texts and data
- SelectraPanne Orange et Sosh, lundi 29 juin 2026
- EuronewsFrench telecom operator Orange apologises after emergency numbers crash nationwide
- Telekommunikationsgesetz§ 58 Entstörung (gesetze-im-internet.de)
- Telekommunikationsgesetz§ 71 Abweichende Vereinbarungen (gesetze-im-internet.de)
- Telekommunikationsgesetz§ 168 Mitteilung eines Sicherheitsvorfalls (gesetze-im-internet.de)
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