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48 Prozent von 775 befragten Führungskräften der Autobranche rechnen damit, dass 2035 sechs der zehn größten Autohersteller ihren Sitz in China haben. Die Zahl stammt aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, über die Reuters am Mittwoch berichtet hat. Gut die Hälfte erwartet, dass sich die Hersteller dann vor allem über Software voneinander abheben.

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Nach 24 Monaten Zusammenarbeit lief im März in Hefei der ID. Unyx 08 vom Band, das erste Elektro-SUV, das Volkswagen gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Xpeng entwickelt hat.[2] Das Auto sei in weniger als zwei Jahren vor Ort entwickelt worden, betonte damals Ralf Brandstätter, im VW-Vorstand für China zuständig. Für die meisten Autounternehmen ist schon ein kleinerer Schritt mühsam: Laut KPMG brauchen 92 Prozent mindestens zwölf Monate, bis eine einzelne neue Digitalfunktion im ganzen Haus läuft.[1] (Stand: 21. Oktober, 13 Uhr. Den vollständigen Bericht hat KPMG bisher nicht auf seiner Website veröffentlicht.)

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • 48 Prozent der Befragten erwarten 2035 sechs chinesische Hersteller unter den zehn größten der Welt.
  • 51 Prozent halten Software und digitale Technik dann für das wichtigste Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb.
  • Mehr als ein Drittel der Unternehmen braucht über zwei Jahre, bis eine neue KI-, Software- oder Digitalfunktion überall eingeführt ist.
  • Volkswagen und BMW haben im dritten Quartal in China deutlich weniger Autos ausgeliefert als ein Jahr zuvor.

Was haben die Manager geantwortet?

Weißes Modellauto mit Platine statt Motor und Flagge „Update verfügbar“ auf weißem Grund
Über 50 Prozent der Befragten sehen ständigen Umbau als Normalzustand. Unternehmen erschließen neue Geschäftsfelder wie Energiespeicher, Rüstung und Finanzdienstleistungen

Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, der ständige Umbau sei in der Branche zum Normalzustand geworden. Als Gründe nennen sie Umbrüche bei Technik, Geopolitik und Märkten.[1] Neue Geschäftsfelder suchen die Unternehmen jenseits des Autoverkaufs, etwa mit Energiespeichern, Rüstung und Finanzdienstleistungen.

Wie viel Geld in KI und neue Technik fließt, hängt von der Region ab. Erhebliche Ausgaben melden 57 Prozent der Befragten aus dem Raum Asien-Pazifik, in Europa 52 und in Amerika 48 Prozent. Aus welchen Ländern die Befragten kommen und wann KPMG gefragt hat, geht aus dem Bericht von Reuters nicht hervor.

Was 775 Automanager für 2035 erwarten
Ausgewählte Ergebnisse der KPMG-Umfrage, Oktober 2026
48 %
erwarten 2035 sechs chinesische Hersteller unter den zehn größten der Welt
51 %
sehen Software und digitale Technik 2035 als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal
92 %
brauchen mindestens zwölf Monate, bis eine neue Digitalfunktion im ganzen Unternehmen läuft
57 %
der Befragten aus Asien-Pazifik investieren erheblich in KI, in Europa 52 %, in Amerika 48 %

Warum rechnen so viele mit China?

Volkswagen lieferte im dritten Quartal in China 38,5 Prozent weniger Autos aus als ein Jahr zuvor,[3] BMW 24,8 Prozent weniger.[4] Im selben Quartal verkaufte Nio in China erstmals mehr Autos als BMW, Mercedes-Benz oder Audi, jeweils einzeln gerechnet.

Seine Software für China bezieht Volkswagen inzwischen von chinesischen Partnern: Die Elektronikarchitektur CEA, auf der künftig alle Modelle der Marke VW für den chinesischen Markt aufbauen sollen, haben die VW-Entwicklungstochter VCTC, Cariad China und Xpeng gemeinsam entwickelt.[2] Schnell entwickelt heißt aber nicht gut verkauft: Vom ID. Unyx 08 setzte VW laut Reuters im Schnitt 267 Stück im Monat ab, geplant waren 3.622.

Zwölf Monate für eine einzige neue Softwarefunktion: In diesem Takt holt kein deutscher Hersteller die chinesische Konkurrenz ein.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was folgt daraus für Zulieferer und Entwickler?

Bei deutschen Entwicklungsdienstleistern kommen weniger Aufträge aus dem Fahrzeugbau an. Porsche legt gerade Porsche Engineering und Porsche Digital zusammen und sucht Kunden auch in der Verteidigungsindustrie und der Medizintechnik. Die Rüstung nennen auch die von KPMG befragten Manager als neues Geschäftsfeld.

Prüfen Sie als Zulieferer oder IT-Dienstleister, wie viel Ihres Umsatzes an Modellen deutscher Hersteller für den chinesischen Markt hängt. Bauen Sie Softwarekompetenz dort auf, wo Ihre Kunden ihre Elektronik entwickeln, bei VW für den chinesischen Markt inzwischen in Hefei. Wo die einzelnen Konzerne stehen, zeigt unser Vergleich der deutschen Autoindustrie.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Reuters: Bericht „Auto industry bosses expect software, China growth to reshape sector by 2035, survey shows“ über die KPMG-Umfrage unter 775 Führungskräften der Autoindustrie (21. Oktober 2026). Der KPMG-Bericht selbst war bei Redaktionsschluss nicht auf kpmg.com abrufbar.
  2. Volkswagen GroupPressemitteilung zum Produktionsstart des ID. UNYX 08 in Hefei13.03.2026
  3. Volkswagen GroupAuslieferungen bis September 202612.10.2026
  4. BMW GroupAbsatz im dritten Quartal 2026Oktober 2026

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