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Von Juli bis September hat Nio in China 111.638 Autos an Kunden verkauft, mehr als BMW, Mercedes-Benz oder Audi jeweils im selben Zeitraum. In der Zahl stecken drei Marken des Konzerns, darunter der Kleinwagen Firefly. Für die deutschen Hersteller bleibt sie ein Warnsignal: Mercedes verkaufte in China 31 Prozent weniger als vor einem Jahr.

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In 40 chinesischen Städten verkaufte Nio im dritten Quartal mehr Autos als jeder der drei deutschen Premiumhersteller, darunter Metropolen wie Peking und Schanghai ebenso wie die Kohlestadt Hegang an der russischen Grenze. Das hat Nio-Präsident Qin Lihong am 17. Oktober mitgeteilt, gestützt auf Zahlen des Marktforschers Weilsen zu Verkäufen an Endkunden.[1] Auf ganz China gerechnet kam der Konzern auf 111.638 Fahrzeuge, BMW samt Mini auf 107.210, Mercedes samt Maybach und Smart auf 99.592, Audi auf 94.597.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nio liegt nach Weilsen-Zahlen erstmals in einem Quartal vor BMW, Mercedes und Audi, jeweils einzeln gerechnet.
  • Der Konzern zählt drei Marken, die Kernmarke Nio allein kam auf rund 62.500 Auslieferungen.
  • BMW meldet für China ein Minus von 24,8 Prozent, Mercedes von 31 Prozent.
  • In Deutschland zieht sich Nio zurück, die Werkstätten in Köln und Weiterstadt sind geschlossen.

Wie kommt die Rangliste zustande?

Oranges E-Auto auf Platz eins, zwei graue Verbrenner, Q3-Label auf Podest
Nio-Konzern mit drei Marken: Kernmarke Nio (ab 53.000 Euro), Budget-Marke Onvo und Kleinwagen Firefly. Nio lieferte 109.178 Fahrzeuge aus

Qin vergleicht den ganzen Konzern mit einzelnen Herstellern. Neben der Kernmarke Nio mit einem Durchschnittspreis von über 400.000 Yuan, umgerechnet rund 53.000 Euro (EZB-Referenzkurs vom 16. Oktober: 1 Euro = 7,524 Yuan), zählen die günstigere Marke Onvo für Familienautos und der Kleinwagen Firefly mit. Nach eigenen Angaben lieferte Nio im Quartal 109.178 Autos aus.[2] Die Kernmarke kam laut Berechnung des Branchendienstes CnEVPost auf rund 62.500 und damit auf deutlich weniger als jeder deutsche Rivale.

Auch die Gegenseite ist unterschiedlich abgegrenzt. Weilsen rechnet Smart zu Mercedes, die Marke gehört einem Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes und Geely, der Smart #2 wird in China gebaut. BMW selbst meldet für seine Verkaufsregion China 114.355 Auslieferungen und damit mehr als Weilsen.[3] Je nach Zählweise ändert sich der Abstand, an der Richtung ändert sich wenig.

Warum verlieren die deutschen Marken in China?

Der Markt für teure Verbrenner bricht weg. Laut dem Pkw-Herstellerverband CPCA sank der Absatz von Premiumwagen mit Verbrennungsmotor im September um 41 Prozent, der Anteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden stieg auf 67 Prozent.[1] Qin zufolge hielten BMW, Mercedes und Audi 2018 fast 70 Prozent des chinesischen Premiummarkts, inzwischen weniger als 40 Prozent. Dass chinesische Käufer Software höher bewerten als den Markennamen, zeigte sich bei BMW schon im zweiten Quartal.

BMW lieferte im dritten Quartal 24,8 Prozent weniger Autos in China aus,[3] Mercedes nach eigenen Angaben 31 Prozent weniger. Bei beiden steuert China damit nur noch rund ein Fünftel zum Absatz bei, Mercedes gleicht den Verlust auch mit 61 Prozent mehr E-Autos nicht aus.

In China kaufen Kunden ein Premiumauto inzwischen nach der Software, nicht nach dem Emblem auf der Haube.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Verkäufe an Endkunden in China
Drittes Quartal 2026, Zählung des Marktforschers Weilsen
111.638
Nio-Konzern mit den Marken Nio, Onvo und Firefly
107.210
BMW samt Mini
99.592
Mercedes-Benz samt Maybach und Smart
94.597
Audi
53.000 €
Durchschnittspreis der Kernmarke Nio, umgerechnet aus über 400.000 Yuan

Was folgt daraus für Deutschland?

In Deutschland zieht sich Nio dagegen zurück. Der Konzern hat seine Werkstätten in Köln und Weiterstadt geschlossen, auf seine E-Autos erhebt die EU zusätzlich zum Einfuhrzoll von 10 Prozent einen Ausgleichszoll von 20,7 Prozent.[4] Den Druck spüren deutsche Firmen deshalb vor allem in China.

Geringere Stückzahlen deutscher Autobauer in China treffen deren Zulieferer, Schaeffler hat deshalb 240 Millionen Euro abgeschrieben. Zulieferer sollten prüfen, wie viel ihres Umsatzes an China-Modellen von BMW, Mercedes und Audi hängt, und sich um Aufträge chinesischer Hersteller bewerben. Continental setzt bereits auf diese Kunden.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. TechWeb, über Sina TechNios Qin Lihong: Im dritten Quartal überholt der Nio-Konzern bei den Endkundenverkäufen erstmals die drei BBA-Hersteller (Titel übersetzt)17.10.2026
  2. NioNIO Inc. Provides September and Third Quarter 2026 Delivery Update01.10.2026
  3. BMW GroupBMW Group records third-quarter growth in Europe and the USOktober 2026
  4. EU-KommissionEU imposes duties on unfairly subsidised electric vehicles from China while discussions on price undertakings continue29.10.2024

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