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Schaeffler bucht in der Sparte E-Mobilität rund 240 Millionen Euro an Sonderabschreibungen und Rückstellungen, etwa 220 Millionen davon im dritten Quartal. Betroffen sind vor allem Produktionsanlagen für Projekte europäischer Autobauer in China, die weniger Stück abrufen als geplant. Die Jahresprognose bestätigt der Zulieferer aus Herzogenaurach trotzdem.

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„Mit den einmaligen Sonderabschreibungen reduzieren wir proaktiv bilanzielle Risiken und verbessern unser Ergebnispotenzial in den Folgejahren“, sagt Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld zu den vorläufigen Neunmonatszahlen.[1] Die E-Mobilität bleibt die Problemsparte des Konzerns: Nach neun Monaten liegt ihre bereinigte EBIT-Marge bei minus 14,8 Prozent, nach minus 17,8 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal wie im Vorjahresquartal bei 5,8 Milliarden Euro, die bereinigte EBIT-Marge sank gegenüber dem Vorjahresquartal von 4,5 auf 4,2 Prozent.
  • Der Umsatz der E-Mobilität stieg nach neun Monaten auf 3,9 Milliarden Euro, nach 3,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
  • Für humanoide Roboter gewann Schaeffler im dritten Quartal zwei neue Kunden aus Greater China, der Auftragseingang verbesserte sich auf rund 400 Millionen Euro.
  • Die geprüften Zahlen veröffentlicht der Konzern am 3. November.

Warum trifft der China-Einbruch einen Zulieferer?

Modell eines Förderbands mit Motor und Schild, weißer Hintergrund
Schaeffler schreibt Produktionsanlagen außerplanmäßig ab, da gesunkene Fahrzeugabrufe deren Buchwert nicht mehr decken

Zulieferer richten Fertigungslinien auf ein bestimmtes Fahrzeugprojekt aus, ausgelegt auf die Stückzahlen, die der Hersteller bei der Vergabe in Aussicht stellt. Sinken die Abrufe, erwirtschaften die Anlagen ihren Buchwert nicht mehr. Der Zulieferer schreibt die Differenz dann außerplanmäßig ab. Bei Schaeffler betrifft die Abschreibung vor allem Produktionsanlagen, die nach dem Rückgang der Projekte nicht mehr gebraucht werden. Zusätzlich streicht der Konzern bestimmte Thermomanagementsysteme aus dem Portfolio, Komponenten und Module für das Thermomanagement liefert Schaeffler weiter.[1]

Volkswagen lieferte im dritten Quartal in China 38,5 Prozent weniger Fahrzeuge aus als ein Jahr zuvor,[2] Mercedes-Benz verkaufte dort 31 Prozent weniger Pkw.[3] Bei BMW brachen die Auslieferungen in China schon im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 30,2 Prozent ein. Schaeffler will in China den Anteil chinesischer Hersteller unter seinen Kunden ausbauen, vor allem in der E-Mobilität.[1]

Warum hält Schaeffler an der Prognose fest?

Die 240 Millionen Euro rechnet Schaeffler als Sondereffekt heraus, in der bereinigten EBIT-Marge erscheint die Belastung deshalb nicht. Die Prognose für 2026 und die Mittelfristziele für 2028 bestätigt der Vorstand.[1] Eine abgeschriebene Anlage verursacht in den Folgejahren weniger planmäßige Abschreibungen, die Sparte verdient dadurch rechnerisch besser. Den operativen Break-even der E-Mobilität nennt Schaeffler weiter das zentrale Ziel.

An der Börse fiel die Schaeffler-Aktie am 13. Oktober zeitweise auf 5,63 Euro, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Schon vergangene Woche hatte der französische Zulieferer OPmobility seine Ziele für 2026 gesenkt.

Schaeffler bezahlt jetzt die China-Pläne seiner europäischen Kunden: 240 Millionen Euro für Anlagen, die keiner mehr braucht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Schaeffler: Umsatz stabil, E-Mobilität mit Sonderlast
Vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2026 und die Absatzlage der Kunden in China
240 Mio. €
Sonderabschreibungen und Rückstellungen in der E-Mobilität, rund 220 Mio. € davon im dritten Quartal
5,8 Mrd. €
Konzernumsatz im dritten Quartal, so viel wie im Vorjahresquartal
−13,1 %
bereinigte EBIT-Marge der E-Mobilität im dritten Quartal (Vorjahresquartal −15,0 %)
400 Mio. €
Auftragseingang für humanoide Roboter, zwei neue Kunden aus Greater China
Volkswagen
−38,5 %

Auslieferungen in China im dritten Quartal, 405.800 Fahrzeuge

Mercedes-Benz
−31 %

Pkw-Absatz in China im dritten Quartal, 86.800 Fahrzeuge

BMW
−30,2 %

Auslieferungen in China im zweiten Quartal, 117.815 Fahrzeuge

Was heißt das für Zulieferer im Mittelstand?

Kleinere Zulieferer planen ihre Linien nach demselben Muster. Prüfen Sie deshalb gerne, welche Anlagen an einem einzelnen Fahrzeugprojekt eines europäischen Herstellers in China hängen und ob Ihre Verträge einen Ausgleich für ausbleibende Abrufe vorsehen. Schaeffler selbst sucht neue Abnehmer bei chinesischen Herstellern und in der humanoiden Robotik.

Den Abbau von 4.700 Stellen will Schaeffler Ende 2028 abschließen, ein Jahr früher als geplant.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Schaeffler AGSchaeffler gibt vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate 2026 bekannt (EQS-News vom 13.10.2026)
  2. Volkswagen GroupVolkswagen Group liefert bis September 6 Millionen Fahrzeuge aus (Pressemitteilung vom 12.10.2026)
  3. Mercedes-Benz GroupMercedes-Benz Group verkauft im dritten Quartal 491.700 Pkw und Vans (Pressemitteilung vom 07.10.2026)

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