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Taiwans Wirtschaftsministerium plant in den USA Industrieparks für die kleineren Zulieferer von TSMC und Foxconn, den ersten in Texas. Jeder Park soll umgerechnet 1,7 bis 3,5 Milliarden Euro kosten. Das Geld bringen die Unternehmen auf, der Staat bürgt für ihre Kredite. Auf der Liste möglicher Auslandsstandorte des Branchenverbands TEEMA steht auch Polen.

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Im Dresdner Norden kommen die Zulieferer der Chipfabriken einzeln. Murata Machinery hat im September unweit der Baustelle von ESMC ein Schulungszentrum eröffnet, an ESMC hält TSMC 70 Prozent. In Texas will Taiwan seine Zulieferer gebündelt ansiedeln. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin kündigte im Interview mit Bloomberg einen ersten Park an, sein Ministerium bestätigte die Pläne am 16. Oktober.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder Park soll 2 bis 4 Milliarden US-Dollar kosten (1,7 bis 3,5 Milliarden Euro), den Anfang macht Texas.
  • Zulieferer bekommen Kreditgarantien und Hilfe bei Visa und Grundstücken.
  • Die Parks gehören zum Handelsabkommen vom Januar, in dem Taiwan Investitionen und Kreditgarantien von jeweils mindestens 218 Milliarden Euro zugesagt hat.

Was plant Taiwan in den USA?

Orange Kiste mit Etikett „Texas“, darin Werkzeug, Platine, Gaspatrone vor weißem Hintergrund
Taiwans Ministerium fördert Elektro- und Elektronikherstellern die Expansion in die USA durch ein Finanzierungsmodell: Unternehmen zahlen, der Staat unterstützt. Der Branchenverband TEEMA koordiniert die Mittelbeschaffung für mehrere geplante US-Standorte

Das Ministerium setzt laut der staatlichen Nachrichtenagentur CNA auf ein einfaches Modell: Die Unternehmen finanzieren, der Staat hilft. Partner ist der Branchenverband TEEMA, der Taiwans Elektro- und Elektronikhersteller vertritt und das Geld einsammeln soll. Kung plant nach eigenen Angaben mehr als einen Standort in den USA. Bloomberg berichtet unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person, in Texas sei bereits ein Grundstück gesichert. Das Ministerium will Einzelheiten dazu später nennen.

Die Parks richten sich nicht an TSMC und Foxconn, sondern an deren kleinere Zulieferer, die den Schritt über den Pazifik allein kaum schaffen. Bloomberg ordnet sie der Lieferkette für Nvidia und andere Hersteller von KI-Hardware zu. Foxconn-Chef Young Liu, der zugleich dem Aufsichtsgremium von TEEMA vorsteht, nannte als mögliche Standorte Arizona und Texas, außerdem Mexiko, Polen und Indien.

Warum bündelt Taiwan die Zulieferer in Parks?

Hinter den Parks steht das Handelsabkommen, das die USA und Taiwan im Januar geschlossen haben. Laut der Übersicht des US-Handelsministeriums investieren taiwanische Firmen mindestens 250 Milliarden US-Dollar direkt in den USA. Taiwan stellt Kreditgarantien über weitere mindestens 250 Milliarden US-Dollar bereit, umgerechnet jeweils rund 218 Milliarden Euro.[1] Auch den Bau von Industrieparks in den USA haben beide Seiten darin vereinbart.[1]

Den Anreiz liefert der Zoll. Der Gegenzoll der USA auf taiwanische Waren liegt bei höchstens 15 Prozent. Chipfirmen, die in den USA Kapazität aufbauen, dürfen während der Bauzeit bis zum 2,5-Fachen der geplanten Menge einführen, ohne die Halbleiterzölle nach Abschnitt 232 des US-Handelsgesetzes zu zahlen.[1] Der Park bietet dem kleinen Zulieferer dazu, was ihm allein fehlt: Grundstück, Visa, den Kontakt zu Bundes- und Kommunalbehörden und eine Bürgschaft für den Kredit. Texas zieht schon weitere Chipprojekte an, etwa die geplante Chipfabrik Terafab von SpaceX und Tesla.

TSMC und Foxconn stemmen ihre US-Werke selbst, ihren Zulieferern stellt Taiwan den Staat als Bürgen zur Seite.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Ein Handelsabkommen mit Bauplan
Was Taiwan den USA zugesagt hat und was die Zulieferparks kosten sollen (Kurs 0,87)
1,7 bis 3,5 Mrd. €
soll jeder taiwanische Industriepark in den USA kosten, den Anfang macht Texas
218 Mrd. €
Direktinvestitionen taiwanischer Firmen in den USA, mindestens, laut Abkommen vom Januar 2026
218 Mrd. €
Kreditgarantien Taiwans für weitere Investitionen, ebenfalls mindestens
15 %
beträgt der Gegenzoll der USA auf taiwanische Waren höchstens
2,5-fach
der geplanten US-Kapazität dürfen Chipfirmen während der Bauzeit ohne Halbleiterzoll einführen

Was bedeutet das für Europas Chipstandorte?

Dresden zeigt das andere Modell. Die Bundesförderung von 5 Milliarden Euro fließt in das ESMC-Werk, die Zulieferer folgen Firma für Firma. Silicon Saxony führt einen Teil des Beschäftigungszuwachses in Sachsen auf internationale Zulieferer wie Air Liquide und Exyte zurück.

Deutsche Zulieferer, die TSMC, Foxconn oder die Hersteller von KI-Servern in den USA beliefern, treffen dort künftig auf taiwanische Wettbewerber mit Staatsbürgschaft. Diese Firmen sollten bei ihren Abnehmern nachfragen, ob diese Teile bald aus einem Park vor Ort beziehen wollen. Polen sollten diese Firmen dabei im Blick behalten: Ein Park dort brächte dasselbe Modell auf den europäischen Markt.

Quelle

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  1. US-HandelsministeriumFact Sheet: Restoring American Semiconductor Manufacturing Leadership Through an Agreement on Trade & Investment with Taiwan15.01.2026

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