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TSMC-Chef C.C. Wei verhandelt mit Elon Musk über die Chipfabrik Terafab in Texas, nennt aber eine feste Bedingung: Betreiben muss die Fabrik TSMC. Musk hatte dem Auftragsfertiger vor acht Tagen höchstens die Rolle eines Untermieters angeboten. In Dresden arbeitet TSMC bereits nach dem Modell, auf das Wei besteht.

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Am Donnerstag fragte J.P.-Morgan-Analyst Gokul Hariharan in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen direkt nach SpaceX und Tesla. Wei bestätigte Gespräche mit einem Kunden, „der eine Fab bauen will, die Terafab“.[1] Eine Vereinbarung fehlt nach seinen Worten noch.

Das Wichtigste in Kürze

  • TSMC prüft mit eigenen Teams einen Ausbau in Texas und spricht mit den Terafab-Bauherren über die Nutzung dieser Kapazität.
  • Wei verlangt, dass jede beteiligte Fabrik unter der Führung von TSMC läuft.
  • Musk hatte am 7. Oktober erklärt, SpaceX und Tesla würden die Terafab selbst bauen und betreiben.
  • In Dresden gilt dieses Modell schon: Am Werk ESMC sind Bosch, Infineon und NXP beteiligt, Betreiber ist TSMC.

Was hat Wei über die Terafab gesagt?

Mini-Fabrikmodell, oranger Schlüssel mit Anhänger „Nur Betreiber“ steckt, silberner Schlüssel daneben
TSMC prüft Kapazitätsausbau in Texas neben Arizona, um US-Kundennachfrage zu decken. Gespräche mit Terafab-Betreibern über Nutzung laufen noch

Große US-Kunden verlangen nach Weis Worten mehr Kapazität in den USA, die US-Regierung helfe dabei. TSMC habe deshalb Teams nach Texas geschickt, um einen Ausbau jenseits von Arizona zu prüfen. Mit den Terafab-Bauherren bespreche der Konzern, ob TSMC diese Kapazität nutzen könne. Auf die Nachfrage, ob alle neuen Werke von TSMC geführt würden, antwortete Wei: „Wir sind noch in Gesprächen.“ Eine Zusammenarbeit sei möglich, „aber die Fab muss von TSMC betrieben werden“.[1] Einen Zeitplan nannte der TSMC-Chef nicht.[2]

Weis Bedingung widerspricht einer klaren Ansage von Musk. Der Chef von SpaceX und Tesla hatte am 7. Oktober auf X geschrieben, die eigenen Konzerne würden die Fab bauen und betreiben, TSMC könne höchstens einen Teil untermieten.[3] Dr. Web hatte über Musks Absage an TSMC als Betreiber berichtet. Für die erste Bauphase in Grimes County plant SpaceX mehr als 14,6 Milliarden Euro ein.[4]

Warum besteht TSMC auf dem Betrieb?

TSMC fertigt für Apple, Nvidia und AMD in Werken, die der Konzern selbst führt. Prozessrezepte und die Reihenfolge der Aufträge bleiben so in einer Hand. Auf eine andere Analystenfrage sagte Wei, TSMC erlaube Kunden grundsätzlich nicht, zugeteilte Kapazität weiterzuvermieten oder zu versteigern.[1] Führten SpaceX und Tesla das Werk, läge diese Kontrolle bei einem einzelnen Kunden.

Auslandswerke kosten TSMC zudem Marge. Finanzchef Wendell Huang erwartet in den nächsten Jahren einen Abschlag von 3 bis 4 Prozentpunkten auf die Bruttomarge durch die Fabriken außerhalb Taiwans. Für 2026 plant TSMC Investitionen von 52,2 bis 55,7 Milliarden Euro, im dritten Quartal setzte der Konzern 40,6 Milliarden Euro um.[1]

Terafab: Wer die Fabrik führen will
Die Positionen von Elon Musk und C.C. Wei, Stand 15. Oktober 2026
Die beiden Positionen
Musk (SpaceX, Tesla)
Selbst betreiben

SpaceX und Tesla bauen und führen die Fab. TSMC darf höchstens einen Teil untermieten (X-Post vom 7. Oktober).

Wei (TSMC)
TSMC betreibt

Gespräche laufen, eine Einigung fehlt. Jede beteiligte Fab muss von TSMC betrieben werden (Telefonkonferenz vom 15. Oktober).

Das Modell, auf das Wei besteht
ESMC Dresden
70 % TSMC

Bosch, Infineon und NXP halten je 10 Prozent. Betreiber ist TSMC, Investition mehr als 10 Mrd. €.

Terafab Grimes County
über 14,6 Mrd. €

Erste Bauphase in Texas. Intel ist seit April 2026 Partner, ohne Pflicht zum Verbleib.

Preis der Auslandswerke
3 bis 4 Punkte

So stark drücken Fabriken außerhalb Taiwans laut TSMC in den nächsten Jahren die Bruttomarge.

Musk kann die Halle in Texas bauen, das Fertigungswissen bleibt bei TSMC. TSMC verleiht dieses Wissen nicht, der Konzern nutzt seine Verfahren nur in eigenen Werken.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet Weis Bedingung für Europa?

Hariharan fragte ausdrücklich, ob für die Terafab dieselben Grundsätze gelten wie für die Gemeinschaftswerke JASM in Japan und ESMC in Dresden.[1] Bei ESMC halten Bosch, Infineon und NXP je 10 Prozent, die Fabrik betreibt TSMC; das Werk soll mehr als 10 Milliarden Euro kosten und 40.000 Wafer im Monat fertigen.[5] Der Rohbau in Dresden steht seit September, ab 2027 sollen dort reife Chips für Autos und Industrie entstehen. Die Partner sichern sich Kapazität, die Werksführung bleibt bei TSMC.

Spitzenkapazität außerhalb Taiwans baut TSMC in Arizona und Japan auf, als nächster Kandidat kommt Texas hinzu. Europa fehlt in dieser Liste, obwohl Infineon auf eine zweite TSMC-Fabrik drängt. Für Sie heißt das:

  • Planen Sie den Bezug von KI-Chips und modernen Prozessoren weiter über Taiwan und die USA; aus Dresden kommen ab 2027 Halbleiter in Strukturbreiten von 28 bis 12 Nanometern.
  • Prüfen Sie bei einer Partnerschaft mit TSMC früh, welche Rechte eine Minderheitsbeteiligung tatsächlich sichert: Anteile und Kapazität, aber keine Führung des Werks.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. TSMC: Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2026, Mitschnitt mit Zeitmarken bei BigGo FinanceTSM Q3 FY2026 earnings call (Terafab ab 00:32:24, Kapazitätsregel ab 00:35:44)15.10.2026
  2. The Next WebTSMC is open to working on Musk’s Terafab but says it must run the fab15.10.2026
  3. ReutersMusk says TSMC won’t run Terafab AI chip complex (Agenturfassung)07.10.2026
  4. Office of the Texas GovernorGovernor Abbott Announces SpaceX Expansion In Grimes County (16,8 Milliarden US-Dollar, Umrechnung 0,87 Euro je US-Dollar)06.08.2026
  5. TSMCTSMC, Bosch, Infineon, and NXP Establish Joint Venture to Bring Advanced Semiconductor Manufacturing to Europe08.08.2023

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