Die Motor Presse Stuttgart beendet zum Jahresende die Zusammenarbeit mit Ströer Digital Media und verkauft die Werbeplätze ihrer Websites ab 2027 selbst. Betroffen sind die Online-Auftritte von Titeln wie auto motor und sport, Men’s Health und Runner’s World. Agenturen, die dort Kampagnen buchen, verhandeln ab Januar direkt mit dem Verlag.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm 31. Dezember 2026 endet eine Partnerschaft, die nach Angaben des Verlags Jahrzehnte gehalten hat.[1] Danach übernimmt die Motor Presse den Direktverkauf und die Private-Marketplace-Deals in eigener Verantwortung. Die Technik liefert weiter der Adtech-Dienstleister symplr, mit dem der Verlag seit 2025 zusammenarbeitet.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Motor Presse Stuttgart beendet die Digitalvermarktung durch Ströer Digital Media zum 31. Dezember 2026.
- Ab 2027 verkauft der Verlag Direktkampagnen und Private-Marketplace-Deals selbst, symplr bleibt Technikpartner.
- Noch im vierten Quartal 2026 startet eine Digital-Offensive mit teils KI-gestützten Werbeformaten.
- Ströer steigerte den Digitalumsatz im ersten Halbjahr 2026 um 2,6 Prozent, die digitalen Außenwerbeflächen um 18,5 Prozent.
Was übernimmt der Verlag ab Januar selbst?

Die Motor Presse verlegt über 30 Zeitschriften und ist mit Lizenzausgaben in 15 Ländern vertreten. Bisher verkaufte Ströer Digital Media die Werbeplätze der zugehörigen Websites. Künftig erledigen das eigene Teams für das Agenturgeschäft und für Großkunden, die der Verlag laut Mitteilung aufstockt. Zusätzlich will die Motor Presse Werbeplätze anderer Anbieter als externe Mandate übernehmen.
„Mit dieser zukunftsorientierten Weichenstellung stärken wir unsere unternehmerische Unabhängigkeit“, sagt Markus Eiberger, Geschäftsleiter der Motor-Presse-Vermarktung. Noch vor dem Wechsel plant der Verlag neue, teils KI-gestützte Werbeformate und mehr Präsenz in sozialen Netzwerken.
Warum holen Verlage die Vermarktung zurück?
Ein Reichweitenvermarkter wie Ströer bündelt viele Portale zu Paketen, in denen ein Leser von auto motor und sport ein Kontakt unter vielen bleibt. Im Direktverkauf bepreist der Verlag seine kaufkräftigen, freizeitaktiven Zielgruppen dagegen als eigenes Umfeld. Bei einem Private Marketplace versteigert ein Verlag Werbeplätze zwar automatisiert, aber nur an eingeladene Käufer und zu vorher vereinbarten Mindestpreisen.
Beide Kanäle brauchen eigene Verkäufer, deshalb stockt die Motor Presse genau diese Teams auf.
Andere Flächenbesitzer gehen denselben Weg. Die Lufthansa verkauft ihre Werbeplätze seit Oktober direkt über die neue Lufthansa Group Media, und Ströer selbst holte im September seine Werbedaten auf eine eigene Plattform, statt die Segmente weiter einem Dienstleister zu überlassen.
Für Ströer wächst das Geschäft ohnehin anderswo: Der Bereich Digital setzte im ersten Halbjahr 2026 rund 208 Millionen Euro um, ein Plus von 2,6 Prozent, die digitale Außenwerbung legte um 18,5 Prozent zu.[2] Wie viel Umsatz an der Motor Presse hing, beziffern weder Ströer noch der Verlag.
Autokäufer und Marathonläufer sind zu wertvoll, um im Reichweitenpaket eines Vermarkters mitzulaufen. Die Motor Presse vermarktet diese Zielgruppen lieber selbst.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
verkauft die Werbeplätze der Motor-Presse-Websites
verkauft Direktkampagnen und Private-Marketplace-Deals selbst
bleibt Adtech-Dienstleister, die Zusammenarbeit wächst
Was sollten Werbetreibende jetzt klären?
Kampagnen auf den Motor-Presse-Websites, die über Ströer gebucht sind, laufen bis zum 31. Dezember auf dem bisherigen Weg. Prüfen Sie mit Ihrer Agentur, ob Buchungen über den Jahreswechsel hinaus geplant sind, denn ab Januar ist der Verlag selbst Vertragspartner. Private-Marketplace-Vereinbarungen für diese Titel setzen Sie dann mit der Motor Presse neu auf.
In der Mediaplanung tauchen die Titel künftig nicht mehr im Ströer-Paket auf und brauchen einen eigenen Posten. Wie sich Direktbuchung, Programmatic und Social Media in einem Werbebudget ergänzen, zeigt unser Überblick zum Online-Marketing. Für Private-Marketplace-Deals spricht die Marktlage: Programmatisch gebuchte Werbung soll in Deutschland 2026 um 8,7 Prozent auf rund 8,19 Milliarden Euro zulegen.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Motor Presse StuttgartMotor Presse Stuttgart startet Digital-Offensive: Digitalvermarktung ab 2027 komplett in Eigenregie (Pressemitteilung vom 12.10.2026)
- Ströer SE & Co. KGaAStröer setzt positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2026 fort (Pressemitteilung vom 13.08.2026)
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