In 47,5 Prozent der neuen Vergleichsboxen auf google.de steht Google Shopping unter den ersten drei Anbietern, öfter als jeder Preisvergleich. Ausgewertet hat SISTRIX dafür 10,8 Millionen Suchergebnisse aus sieben EU-Ländern. Ausgerechnet die Box, mit der Google eine DMA-Strafe von 460 Millionen Euro abarbeitet, verweist damit am häufigsten auf Googles eigenen Dienst.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBei der Suche nach einem neuen Smartphone zeigt google.de seit dem 8. September eine Box mit Preisvergleichen, wo früher das Produkt-Karussell stand. Einer der Anbieter darin heißt Google und führt zu google.com/shopping.[1] Wie oft dieser Eintrag oben landet, hat SISTRIX zwischen dem 7. und 14. Oktober auf Smartphones gemessen.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Europäischen Wirtschaftsraum ersetzt seit dem 8. September eine Box mit Vergleichsportalen die Produkt-Karussells.
- Google Shopping steht in Deutschland in 17,5 Prozent der Boxen auf Platz 1 und in 79,7 Prozent irgendwo darin.
- Bei Suchen mit Kaufabsicht erscheint die Box in 19,2 Prozent der deutschen Suchergebnisse.
- In Großbritannien, der Schweiz und den USA fehlt die Box in den SISTRIX-Daten vollständig.
Wer landet in der Vergleichsbox vorn?

Die Box erscheint in Deutschland in 5,9 Prozent aller Suchergebnisse. Ausschlaggebend ist die Suchabsicht: Bei Kaufabsicht steigt der Anteil auf 19,2 Prozent, bei Informationssuchen fällt er auf 1,0 Prozent. Im Median steht der Block als viertes Element der Seite, in knapp der Hälfte der Fälle unter den ersten drei.[1]
51 Anbieter teilen sich die deutschen Boxen. Den aufgeklappten Platz 1 mit Produkten und Preisen belegt Google Shopping in 17,5 Prozent der Fälle, vor Testberichte.de mit 10,2, CodeCheck mit 9,8 und idealo mit 5,6 Prozent.
Unter Vorbehalt stehen alle Messungen dieser Art: Google beantwortet automatisierte Abfragen von SEO-Tools seit September teils mit falschen Trefferlisten.
Warum steht Google in der eigenen Box?
Für die Bevorzugung des eigenen Preisvergleichs verhängte Brüssel 2017 eine Geldbuße von 2,42 Milliarden Euro.[2] Google kündigte damals an, Google Shopping biete in Europa künftig wie ein eigenständiges Unternehmen in der Auktion um die Anzeigenplätze mit. Die Geldbuße bestätigte der Europäische Gerichtshof im September 2024 endgültig.
Am 23. Juli 2026 folgten 460 Millionen Euro nach dem Digital Markets Act, diesmal für die Bevorzugung von Shopping, Hotels, Flügen und Sportergebnissen. Google muss Dienste Dritter seither fair und diskriminierungsfrei behandeln. Die Testläufe für die kostenlosen Shopping-Ergebnisse wertete die EU-Kommission als wesentlichen Fortschritt und kündigte an, die Umsetzung zu überwachen.[3] Mit dem Umbau der Google-Suche in Europa am 8. September rückten auch bei Hotels und Flügen Vergleichsdienste nach oben.
Formal ist Google Shopping einer von 51 Vergleichsdiensten. Ob ein Anbieter, der in fast jeder zweiten Box unter den ersten drei steht, als gleich behandelter Dritter gilt, entscheidet die Kommission. Vor einem Londoner Gericht streiten Kelkoo und Ciao seit Juni um Schadensersatz für die Bevorzugung von Google Shopping.
Anteil der Boxen, in denen der Anbieter unter den ersten drei steht
Google räumt den Schaufensterplatz für Vergleichsportale und stellt Google Shopping in fast jede zweite Box unter die ersten drei.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Shops und Portale jetzt prüfen?
- Kauf-Keywords filtern: In Ihrem SEO-Tool ablesen, bei welchen Begriffen die Box erscheint und wie weit die eigenen Treffer darunter rutschen.
- Portale bespielen: Der oberste Anbieter erscheint aufgeklappt mit Produkten und Preisen. Händler mit Angeboten bei idealo oder billiger.de kontrollieren deshalb ihre Daten dort.
- Produktfeed pflegen: Google Shopping steht in vier von fünf Boxen, ein lückenhafter Feed im Merchant Center kostet dort Sichtbarkeit. Grundlagen erklärt unser Ratgeber zu Google Shopping.
- Auslandsmärkte prüfen: In Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden folgen die CSS-Partner Shoparize oder Bigshopper direkt auf Google. Shops mit Kunden dort fragen ihren CSS-Partner, ob ihre Produkte in der Box auftauchen.
FAQ: Google Shopping führt die neue Vergleichsbox der EU-Suche an
Was ist die Vergleichsbox in der Google-Suche?
Die Vergleichsbox zeigt bei Produktsuchen im Europäischen Wirtschaftsraum bis zu drei Preisvergleiche und Shopping-Dienste, weitere liegen hinter „Weitere Produkte“. Der oberste Anbieter erscheint aufgeklappt mit Produkten und Preisen. Google zeigt die Box seit dem 8. September 2026 statt der Produkt-Karussells.
Warum hat Google die Produkt-Karussells in der EU entfernt?
Die EU-Kommission verhängte am 23. Juli 2026 nach dem Digital Markets Act eine Geldbuße von 460 Millionen Euro, weil Google eigene Dienste wie Shopping in der Suche bevorzugte. Google muss Dienste Dritter seither fair und diskriminierungsfrei behandeln und hat die Suche dafür umgebaut.
Zeigt Google die Vergleichsbox auch in der Schweiz?
Nein. Laut der SISTRIX-Auswertung vom Oktober 2026 erscheint die Box nur im Europäischen Wirtschaftsraum. In der Schweiz, in Großbritannien und in den USA fehlt die Box in den Daten vollständig, dort gilt der Digital Markets Act nicht.
Was ist ein CSS-Partner bei Google Shopping?
Ein CSS (Comparison Shopping Service) ist ein Preisvergleichsdienst, über den Händler im Europäischen Wirtschaftsraum Shopping-Anzeigen bei Google schalten. Das Modell geht auf die Kartellstrafe von 2017 zurück. Anbieter wie Shoparize oder Bigshopper erscheinen inzwischen auch in der neuen Vergleichsbox.
Wie oft steht Google Shopping in der Vergleichsbox auf Platz 1?
In Deutschland steht Google Shopping laut SISTRIX in 17,5 Prozent der Boxen auf Platz 1 und in 47,5 Prozent unter den ersten drei. In Schweden liegt der Anteil auf Platz 1 bei 37,8 Prozent, in Italien bei 32,2 und in Spanien bei 31,4 Prozent.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- SISTRIXGoogles EU-Vergleichsbox: Der häufigste Anbieter ist Google selbst
- Europäische KommissionKommission verhängt Geldbuße in Höhe von 2,42 Mrd. EUR gegen Google
- Europäische KommissionKommission verhängt Geldbuße in Höhe von 890 Mio. EUR gegen Google wegen Verstößen gegen Gesetz über digitale Märkte
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