Terafab kostet allein in der ersten Bauphase rund 14,6 Milliarden Euro. SpaceX und Tesla bauen die Halbleiterfabrik in Grimes County nördlich von Houston, auf 9,3 Millionen Quadratmetern Fertigungsfläche. Logik, Speicher und Advanced Packaging entstehen dort an einem einzigen Standort. Kein anderer Konzern vereint diese drei Fertigungsschritte bislang unter einem Dach.

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Texas-Gouverneur Greg Abbott gab die Ansiedlung am 6. August 2026 bekannt und sagte einen Zuschuss von 26,1 Millionen Euro aus dem Texas Enterprise Fund zu.[1] SpaceX verspricht 3.000 feste Stellen für die erste Phase. Der Baustart soll binnen weniger Monate folgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die erste Bauphase kostet rund 14,6 Mrd. Euro, über alle Phasen nennen Unterlagen bis zu 103,5 Mrd. Euro.
  • Terafab entsteht auf 9,3 Mio. Quadratmetern in Grimes County und bringt 3.000 feste Stellen.
  • Logik, Speicher und Advanced Packaging entstehen an einem Ort, Intel gehört seit dem Frühjahr 2026 zum Konsortium.
  • Texas zahlt 26,1 Mio. Euro Zuschuss, dazu kommt ein Steuernachlass von rund 78 Prozent.

Warum baut ein Raketenbauer seine eigene Chipfabrik?

Ein Wafer bedeckt Modellhäuser; daran klebt der Text
Teslas KI-Chip AI5 wird bei Samsung und TSMC gefertigt, deren Kapazitäten Jahre verplant sind. SpaceX plant Rechenbedarf von über einem Terawatt und muss eigene Fabrik bauen

Fertigungskapazität lässt sich derzeit nicht kaufen, nur reservieren. Teslas KI-Chip AI5 entsteht bei Samsung in Taylor und bei TSMC in Arizona, beide Linien sind über Jahre verplant. SpaceX beziffert den künftigen eigenen Rechenbedarf auf mehr als ein Terawatt, also mehr als das Zehnfache der deutschen Netzhöchstlast von rund 85 Gigawatt. Eine eigene Fabrik bleibt der einzige Weg aus dieser Warteschlange.

Der eigentliche Engpass liegt beim Advanced Packaging, nicht bei den Wafern. Seit 2023 begrenzt genau dieser Schritt die Ausbeute an KI-Beschleunigern, weil dort Logik-Chips und Speicherstapel zusammengefügt werden. Terafab spart die Übergaben zwischen Auftragsfertiger und Packaging-Dienstleister. Damit kehrt der Konzern zum vertikal integrierten Modell zurück, das die Branche vor zwanzig Jahren weitgehend aufgegeben hat. Bei SpaceX macht die KI-Cloud inzwischen rund ein Drittel des Umsatzes aus. Die ersten Pläne für den Standort Austin ordnete Dr. Web bereits im März ein: Ist Terafab die größte Chip-Fabrik der Welt?

Was zahlt Texas, und was baut SpaceX selbst?

Steuern statt Bargeld prägen das Anreizpaket. Neben den 26,1 Millionen Euro aus dem Texas Enterprise Fund läuft Terafab über das Landesprogramm JETI, das die Schulsteuern deckelt. Nach Berichten lokaler Medien zahlt SpaceX dafür fest 17,4 Millionen Euro im Jahr, 35 Jahre lang, bei einem Nachlass von rund 78 Prozent.

Strom und Wasser organisiert der Konzern selbst. SpaceX errichtet eigene Gaskraftwerke und will das texanische Netz ERCOT nicht zusätzlich belasten. Das Prozesswasser stammt aus dem Gibbons-Creek-Reservoir und läuft im geschlossenen Kreislauf. Dasselbe Muster prägt den Rechenzentrumsbau, etwa bei Metas Anlage in Louisiana mit 5 Gigawatt Anschlussleistung.

Terafab in Zahlen: die erste Bauphase in Texas
Alle Beträge in Euro, umgerechnet zum Kurs 0,87 US-Dollar je Euro, Stand 6. August 2026.
Symbol Geldscheine
14,6 Mrd. €
Investition in die erste Bauphase
Symbol Fabrikgebäude
9,3 Mio. m²
Fertigungsfläche in Grimes County
Symbol Belegschaft
3.000
feste Stellen, zugesagt für Phase eins
Symbol Mikrochip
103,5 Mrd. €
Obergrenze über alle Bauphasen

Texas gegen Sachsen: zwei Chip-Projekte im Vergleich

Terafab, Grimes County (USA)
  • Erste Bauphase: 14,6 Mrd. €
  • Feste Stellen: 3.000
  • Zuschuss des Bundesstaats: 26,1 Mio. €
  • Fertigung: Logik, Speicher und Packaging
ESMC, Dresden (Deutschland)
  • Gesamtinvestition: 10 Mrd. €
  • Feste Stellen: 2.000
  • Förderung des Bundes: 5 Mrd. €
  • Fertigung: Logik in 28/22 und 16/12 Nanometer
Die Kommission steuert von 86 Mrd. € Chips-Act-Förderung nur 4,5 Mrd. € selbst, also gut 5 Prozent.

Terafab bündelt Logik, Speicher und Packaging an einem Ort und umgeht damit genau die Übergaben, an denen Europas Chip-Projekte hängen. Die erste Bauphase kostet mehr als die komplette ESMC-Fabrik in Dresden.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet Terafab für Europas Chip-Pläne?

Europa scheitert an der Größenordnung. Der Europäische Rechnungshof hält das EU-Ziel von 20 Prozent Weltmarktanteil bis 2030 für unerreichbar. Die Kommission selbst prognostiziert nur einen Anstieg von 9,8 Prozent im Jahr 2022 auf 11,7 Prozent im Jahr 2030.[2] Von 86 Milliarden Euro Gesamtförderung steuert die Kommission gerade 4,5 Milliarden selbst.

Die ESMC-Fabrik in Dresden, Europas größtes Chip-Projekt, kostet über 10 Milliarden Euro und schafft rund 2.000 Stellen.[3] Davon stammen 5 Milliarden aus Bundesmitteln. Terafab übertrifft diesen Betrag schon in der ersten Bauphase, ganz ohne Chips Act. Wie schwer sich Europa mit Spitzenfertigung tut, zeigt der Vorstoß von Infineon für eine zweite TSMC-Fabrik.

Für deutsche Zulieferer bleibt der Markt trotzdem offen. Anlagen und Reinstchemie kommen weiter aus Europa, wie Mercks Geschäft mit Halbleitermaterialien zeigt. Prüfen Sie Ihre Lieferverträge gerne auf Standortklauseln für die USA. Stützen Sie Ihre Hardwareplanung auf belegte Kapazitäten statt auf Ankündigungen. Die Technik dahinter sortiert die KI-Themenseite von Dr. Web.

Quellen

[1] Office of the Texas Governor: „Governor Abbott Announces SpaceX Expansion In Grimes County“ (6. August 2026)

[2] Europäischer Rechnungshof: Sonderbericht 12/2025 zum EU-Chips-Act

[3] Bundesministerium für Wirtschaft: „Startschuss für die hochmoderne Chipfabrik ESMC in Dresden“ (13. Dezember 2024)

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