Samsung eröffnet im ostwestfälischen Löhne einen 480 Quadratmeter großen Showroom nur für Einbaugeräte und bindet sich damit fest an den Küchenfachhandel. Über die Plattform SmartThings soll die Küche zum vernetzten System werden, der Vorstoß trifft Bosch und Miele auf ihrem Heimatmarkt. Für Küchenstudios verschiebt sich, worüber der nächste Kaufabschluss entscheidet.

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Mit Einbaugeräten von Samsung verband der deutsche Küchenhandel bisher vor allem einen Messestand, der nach der Herbstmesse wieder verschwand. Seit Herbst 2026 steht im ostwestfälischen Löhne ein fester Showroom, den der Konzern ganzjährig für Beratung und Schulung offen hält.[1] Aus dem Gastauftritt wird eine Dauerpräsenz im Zentrum der deutschen Küchenindustrie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Samsung betreibt in Löhne einen festen 480-Quadratmeter-Showroom nur für Einbaugeräte, ganzjährig statt nur zur Herbstmesse.
  • Über SmartThings und die Knox-Sicherheit bündelt der Konzern seine Geräte zu einer Plattform.
  • Der Vorstoß trifft Bosch und Miele in einer Umbauphase und rückt Datenschutz und Update-Pflichten der vernetzten Küche in den Fokus.

Warum wird der Küchenfachhandel für Samsung zur Wachstumsfrage?

Weiße Küchenzeile mit Ofen, Mikrowelle und ausziehbarem Kochfeld, rechts
Samsung mietet 480 Quadratmeter im Kitchen Center Löhne und investiert fünf Millionen Euro, um Einbaugeräte an Küchenstudios zu verkaufen

Einbaugeräte werden nicht im Laden gegriffen, sondern Jahre im Voraus in eine geplante Küche gesetzt. Rund 65 Prozent dieser Geräte verkaufen die Küchenstudios, und in und um Löhne sitzt der Großteil der deutschen Küchenindustrie.[1] Genau dort mietet Samsung jetzt dauerhaft 480 Quadratmeter im Kitchen Center Löhne, gut fünf Millionen Euro fließen in den Standort.[2]

„Der Küchen- und Möbelfachhandel ist ein langfristiges Wachstumsprojekt für Samsung“, sagt Ralf Birk, der bei Samsung das Einbaugeschäft verantwortet.[1] Statt einmal im Jahr auf der area30 aufzutreten, zeigt der Konzern nun ganzjährig Induktionsfelder mit AI Pro Cooking, Geschirrspüler mit AI Wash und die Vernetzung über SmartThings.

Was macht den Vorstoß gegen Bosch und Miele so ernst?

Über die Hälfte des deutschen Hausgeräte-Umsatzes entfällt auf Einbaugeräte, einen Markt, in dem Bosch und Miele seit Jahrzehnten den Ton angeben.[1] Samsung greift diesen Markt weniger mit einzelnen Geräten an als mit einer Plattform: SmartThings verbindet Backofen, Kühlschrank und Fernseher zu einem Konto, die Sicherheitsarchitektur Knox soll die Daten zusammenhalten. Der Wettbewerb verschiebt sich damit vom besten Motor zur bequemsten Vernetzung.

Dass die Platzhirsche angreifbar sind, zeigt der Staubsauger-Markt, wo der chinesische Aufsteiger Dreame die Etablierten überholt hat. Bosch und Miele kontern ihrerseits mit Cloud und KI, von der lernenden Waschmaschine Miele Cary bis zum Kochassistenten in der Miele-Cloud.

Samsung greift Bosch und Miele nicht mit dem besseren Backofen an, sondern mit dem Konto, das Küche, Handy und Fernseher verbindet. Der Anbieter, dem die Plattform gehört, verkauft in zehn Jahren das nächste Gerät gleich mit.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Samsungs Einbaugeräte-Vorstoß in Zahlen

Warum ein fester Showroom in Löhne Bosch und Miele herausfordert

480 m²
fester Einbaugeräte-Showroom im Kitchen Center Löhne
5 Mio. €
Investition in den dauerhaften Standort
über 50 %
Anteil der Einbaugeräte am deutschen Hausgeräte-Umsatz (GfK 2025)
rund 65 %
der Einbaugeräte verkaufen die Küchenstudios

Worauf müssen Anbieter und Küchenstudios jetzt achten?

Der Zeitpunkt trifft die deutschen Platzhirsche in einer Umbauphase. Bosch ordnet bei seiner Hausgeräte-Tochter BSH gerade die Führung neu, und Miele warnt offen vor den Kosten am Standort Deutschland. Ein ganzjährig besetzter Showroom bindet die Küchenplaner, die festlegen, welche Marke in die Nische kommt.

Mit der Vernetzung wächst zugleich die Pflichtenlast. Vernetzte Küchengeräte schieben Nutzungsdaten in die Cloud und fallen damit unter die DSGVO und den EU Cyber Resilience Act, der für vernetzte Produkte Sicherheitsupdates und die Meldung ausgenutzter Schwachstellen vorschreibt. Küchenstudios sollten deshalb nicht nur Garzeiten vergleichen, sondern klären, wer die Daten aus der vernetzten Küche verarbeitet und wie lange der Hersteller Updates garantiert.

Quellen

[1] Samsung Newsroom Deutschland: „Fest verbaut, langfristig gedacht: Samsung bekennt sich zum Küchenfachhandel“

[2] Samsung Global Newsroom: „Samsung Opens Built-In Appliance Showroom in Germany“

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