Dreame kennt in Deutschland kaum jemand als Marke, trotzdem führt der chinesische Hersteller hier den Markt für Saugroboter an. Dem Marktforscher IDC zufolge ist Dreame in Europa die Nummer eins und stand im ersten Quartal 2026 auch weltweit an der Spitze bei Stückzahl und Umsatz.[1] Der Aufstieg zeigt, wie schnell chinesische Marken eine ganze Kategorie übernehmen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenLange galt der Saugroboter als Domäne von iRobot aus den USA. Heute stellen chinesische Anbieter die Marktführer, allen voran Dreame. Für die Hersteller in Europa ist das unbequem, für Käufer eine Frage nach den Daten im Wohnzimmer.
Das Wichtigste in Kürze
- Dreame ist laut IDC in Europa die Nummer eins bei Saugrobotern und wuchs dort 2025 um 103 Prozent, Anfang 2026 um weitere 110 Prozent.
- In 30 Ländern führt die Marke, in zehn davon liegt der Anteil über 50 Prozent, in Schweden sogar über 60 Prozent.
- Rund 80 Prozent seines Umsatzes von über 5 Milliarden Euro macht Dreame nach eigenen Angaben im Ausland, ein Börsengang in Hongkong ist geplant.
- Für Europa zählt neben dem Wettbewerb die Datenfrage: Kamera- und Kartendaten aus dem Wohnzimmer führen in den USA schon zu Verkaufsverboten.
Wie Dreame den Saugroboter-Markt eroberte

Der Aufstieg beruht nicht auf dem Preis. Dreame setzt auf teure Oberklasse-Geräte mit ausfahrbarem Roboterarm, Treppenüberwindung und kombinierter Wisch-Funktion. Mehr als die Hälfte des Europa-Umsatzes stammt aus dem Premium-Segment. Ein hoher Innovationstakt hält den Abstand zur Konkurrenz.
Dreame hat weltweit mehr als elf Millionen Saugroboter ausgeliefert und ist in über 120 Ländern präsent.[1] Rund 80 Prozent des Umsatzes von nach eigenen Angaben über fünf Milliarden Euro macht der Konzern im Ausland, für den weiteren Ausbau strebt er an die Börse in Hongkong. „Diese globale Spitzenposition ist ein wichtiger Meilenstein und zeigt die Stärke unserer innovationsgetriebenen Strategie“, sagt Sean Chen, Europachef von Dreame.
Warum chinesische Marken die Kategorie übernehmen
Dreame steht nicht allein. Die Kategorie hat den Besitzer gewechselt: Wo einst iRobot mit dem Roomba den Markt schuf, geben heute chinesische Marken wie Dreame, Roborock und Ecovacs den Takt vor. Dasselbe Muster zeigt sich bei chinesischen Automarken, die in Europa einen Rekordanteil erreichen, oder bei Robotaxis, die aus China nach Nordeuropa kommen.
Der gemeinsame Nenner ist Tempo. Chinesische Hersteller bringen neue Funktionen schneller in den Handel, skalieren über den riesigen Heimatmarkt und richten sich früh auf den Export aus. Aus einem Kostenvorteil ist längst ein Innovationsvorsprung geworden, den westliche Anbieter erst wieder aufholen müssen.
Der Reflex, chinesische Technik über den Preis zu erklären, trägt bei Dreame nicht mehr. In deutschen Wohnzimmern steht heute oft eine Marke, die vor zehn Jahren niemand kannte, und deren Geräte jeden Raum kartieren.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Dreame-Erfolg für Europa?
Für deutsche Hausgerätehersteller wie Miele, Vorwerk oder BSH wird die Lage enger. Ausgerechnet in einer Kategorie mit hoher Marge führt ein Anbieter, der vor wenigen Jahren noch am Rand stand. Der Wettbewerb verlagert sich von der Saugleistung zur Software, wo die chinesischen Marken schnell sind.
Zugleich rückt die Datenfrage in den Vordergrund. Saugroboter kartieren mit Kamera und Sensoren jeden Raum, und die USA gehen deshalb hart vor: Neue Modelle chinesischer Hersteller blockiert die Regulierungsbehörde FCC reihenweise. In der EU greifen die DSGVO für die Wohnungsdaten und ab September 2026 die Meldepflichten des Cyber Resilience Act für vernetzte Geräte.
Für Käufer lohnt der Blick auf zwei Punkte: wo die Karten- und Kameradaten liegen, und ob sich die Kamera abschalten lässt. Einordnung dazu bietet unser Überblick, wer wirklich einen Roboter braucht.
FAQ: Dreame und der Saugroboter-Markt
Ist Dreame in Europa wirklich Marktführer bei Saugrobotern?
Ja. Dem Marktforscher IDC zufolge ist Dreame in Europa die Nummer eins bei Saugrobotern und wuchs dort 2025 um 103 Prozent. Im ersten Quartal 2026 lag die Marke weltweit an der Spitze bei Stückzahl und Umsatz. In einzelnen Ländern liegt der Marktanteil über 50 Prozent.
Warum ist Dreame so erfolgreich?
Dreame setzt nicht auf niedrige Preise, sondern auf teure Oberklasse-Geräte mit Roboterarm und Wisch-Funktion. Über die Hälfte des Europa-Umsatzes stammt aus dem Premium-Segment. Ein hoher Innovationstakt und der frühe Fokus auf den Export treiben das Wachstum.
Was bedeutet das für deutsche Hersteller?
Für Marken wie Miele, Vorwerk oder BSH steigt der Druck ausgerechnet in einer margenstarken Kategorie. Der Wettbewerb verlagert sich von der Saugleistung zur Software, wo die chinesischen Anbieter schnell sind. Aufholen lässt sich das über eigene Stärken wie Datenschutz und Langlebigkeit.
Sind Saugroboter aus China ein Datenschutzrisiko?
Saugroboter kartieren mit Kamera und Sensoren die ganze Wohnung. In den USA blockiert die FCC deshalb neue Modelle chinesischer Hersteller. In der EU gelten die DSGVO und ab September 2026 der Cyber Resilience Act. Käufer sollten prüfen, wo die Daten gespeichert werden.
Quelle
[1] Dreame Technology: „Dreame Becomes the World’s No.1 Robot Vacuum Brand by Sales Volume and Revenue, According to IDC“
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