Die BSH Hausgeräte wechselt zum 1. Oktober 2026 an der Spitze: Rudolf Klötscher folgt auf Matthias Metz und übernimmt zusätzlich China und Nordamerika. Der Wechsel fällt mitten in einen harten Sparkurs mit bis zu 1.400 gestrichenen Stellen. Genau dass beide Wachstumsregionen jetzt beim neuen Chef zusammenlaufen, ist die eigentliche Nachricht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie BSH mit Sitz in München ist der größte Hausgerätehersteller Europas und die Nummer zwei weltweit, mit rund 15,0 Milliarden Euro Umsatz und über 56.000 Beschäftigten. Hinter dem geordneten Stabwechsel steht ein Konzern unter Druck.
Das Wichtigste in Kürze
- Rudolf Klötscher, bisher Vertriebs- und Servicechef, übernimmt am 1. Oktober 2026 den Vorsitz der Geschäftsführung.
- Vorgänger Matthias Metz gibt seine Ämter auf eigenen Wunsch ab, Mirko Aksentijevic rückt neu in die Geschäftsführung.
- Klötscher verantwortet künftig zusätzlich die beiden Regionen China und Nordamerika.
- Parallel streicht die BSH bis zu 1.400 Stellen und lässt zwei deutsche Werke auslaufen.
Wie die BSH die Führung neu ordnet

Interner Nachfolger: Matthias Metz gibt den Vorsitz der Geschäftsführung zum 30. September auf eigenen Wunsch ab, um sich neuen unternehmerischen Aufgaben zu widmen.[1] Zum 1. Oktober übernimmt Rudolf Klötscher, bislang Chief Sales & Service Officer, sämtliche Funktionen und dazu die Regionen China und Nordamerika.
Zweiter Wechsel: Zeitgleich verlässt Alexander Dony das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen. Mirko Aksentijevic rückt neu in die Geschäftsführung, führt weiterhin die Region Europa und bekommt die Emerging Markets, Indien, die Markenführung sowie den weltweiten Kundendienst dazu.
Warum der Umbau mitten in der Krise kommt
Schrumpfender Markt: Der Boom der Corona-Jahre ist vorbei. 2023 fiel der Umsatz der BSH um sieben Prozent auf 14,8 Milliarden Euro, seither drücken schwache Nachfrage und ein harter Preiskampf auf die Margen.
Druck aus Asien: Hersteller wie Haier, Midea und LG drängen mit günstigen Geräten und aggressiven Preisen nach Europa. Wie stark chinesische Marken die Etablierten überholen, zeigt der Fall Dreame bei den Saugrobotern. Die BSH antwortet mit einem Sparprogramm: bis zu 1.400 Stellen fallen weg, die Werke in Nauen und Bretten laufen bis 2027 beziehungsweise 2028 aus.
Ein Konzern, der mitten im Umbau seine zwei wichtigsten Wachstumsmärkte in eine Hand legt, verrät damit seine Prioritäten. Über die Zukunft der BSH entscheiden China und Nordamerika, nicht die nächste Waschmaschinen-Generation.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was das für den Standort Deutschland heißt
Muster statt Einzelfall: Der Umbau bei der BSH reiht sich in eine lange Kette ein. Vier von zehn Industriebetriebe streichen 2026 Stellen, Bilfinger kappt bis zu 1.500 Jobs, Wacker Chemie rund 1.300. Auch Rivale Miele baut im Ausland aus und warnt zugleich vor den Kosten am Standort Deutschland.
Software statt Blech: Für Entscheider liegt die eigentliche Lektion tiefer. Gegen Billiggeräte aus Asien verteidigt kein deutscher Hersteller die Marge über die reine Hardware, sondern über vernetzte Geräte, das Ersatzteil- und Servicegeschäft sowie digitale Dienste. Zulieferer und Fertiger der BSH sollten Rahmenverträge und Auslastung jetzt prüfen, denn die Sparwelle rollt von den Konzernen abwärts.
Quelle
[1] BSH Hausgeräte GmbH: „Personelle Änderungen in der Geschäftsführung der BSH“ (Pressemitteilung, 16. September 2026)
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