Der Audi A4 e-tron kommt laut Handelsblatt frühestens im März 2029, ein Jahr später als geplant. Schuld ist nicht das Auto selbst, sondern die verspätete Einheitsplattform SSP, die auch den elektrischen Golf und den T-Roc nach hinten schiebt. Bei VW klemmt zugleich die komplette Software-Architektur mit dem US-Partner Rivian.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Audi A4 e-tron sollte 2028 als erstes Modell auf der neuen VW-Konzernplattform vom Band laufen. Aus dem Termin wird nach einem Bericht des Handelsblatts nichts, die Serienfertigung beginnt frühestens im März 2029.[1] Verantwortlich ist die Scalable Systems Platform, kurz SSP, die VW als technischen Goldstandard für alle E-Autos plant und die gerade an ihrer eigenen Komplexität scheitert.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Audi A4 e-tron läuft laut Handelsblatt frühestens im März 2029 vom Band, ein Jahr später als geplant.
- Ursache ist die verspätete SSP-Plattform, die VW von acht auf vier Varianten zusammengestrichen hat.
- Die mit Rivian entwickelte Software SDV 1.0 muss auf ein 48-Volt-Bordnetz umgebaut werden.
- Auch der elektrische Golf und der T-Roc verschieben sich; VW plant einen Konzern-CTO für die Technik.
Warum verzögert die SSP-Plattform den Audi A4 e-tron?

Der A4 e-tron hängt komplett an der SSP-Plattform, und die wird nicht rechtzeitig fertig. VW hat die Einheitsarchitektur von acht auf vier Varianten zusammengestrichen und setzt stärker auf Gleichteile, um die Entwicklung überhaupt beherrschbar zu halten. Der Preis dafür ist Zeit, denn statt 2028 startet die Serienfertigung frühestens im März 2029.
Neu ist das Muster nicht. Schon die Software-Tochter Cariad hatte den Konzern jahrelang aufgehalten, bis VW die teure Eigenentwicklung zugunsten von Rivian und Xpeng zurückfuhr.
Was hat der US-Partner Rivian mit der Verzögerung zu tun?
Die mit Rivian entwickelte Fahrzeugsoftware läuft auf einem 48-Volt-Bordnetz, und genau dieser Umbau kostet Monate. Bisher fahren die Autos mit 12 Volt, weshalb die zonale Architektur der Generation SDV 1.0 erst auf die höhere Spannung angepasst werden muss.
Hinzu kommt die Distanz. Zwischen Wolfsburg und dem Rivian-Team im Silicon Valley liegen neun Zeitzonen, was jede Abstimmung verlangsamt. Ob der 2024 vereinbarte Rivian-Deal die Erwartungen erfüllt, war schon vorher umstritten.
Volkswagen wollte mit der SSP den Goldstandard setzen und liefert vorerst vor allem Verspätung. Vier Jahre nach dem Cariad-Debakel steckt der Konzern wieder an der eigenen Software fest, diesmal mit Rivian als Partner.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet die SSP-Verzögerung für VW und die Branche?
Die Verzögerung trifft VW mitten im Umbau und schenkt der Konkurrenz ein Zeitfenster. BMW und Mercedes bringen ihre elektrische Mittelklasse früher in die Firmenflotten, während der A4 e-tron noch auf seine Plattform wartet. Immerhin zeigt Audi mit dem A2 e-tron aus Ingolstadt, dass Elektro-Serienstarts auch schnell gelingen können.
Intern zieht der Konzern Konsequenzen und plant einen Konzern-CTO, der die Technik über alle Marken hinweg bündelt. Für Kaufinteressenten heißt das konkret: Ein fest eingeplanter elektrischer A4 rückt auf 2029, ein Blick auf lieferbare Alternativen wie den Q4 e-tron lohnt sich. Beim Umstieg entscheiden am Ende ohnehin Ladekosten und Restwert stärker über die Wahl als der genaue Marktstart.
FAQ: Audi A4 e-tron und die SSP-Verzögerung
Wann kommt der elektrische Audi A4?
Der Audi A4 e-tron läuft laut Handelsblatt frühestens im März 2029 vom Band, statt wie ursprünglich geplant 2028. Grund ist die Verzögerung der VW-Einheitsplattform SSP, auf der das Modell aufbaut.
Was ist die SSP-Plattform von Volkswagen?
Die Scalable Systems Platform (SSP) ist die künftige Einheitsarchitektur für alle E-Autos des VW-Konzerns. VW hat die Plattform von acht auf vier Varianten reduziert und will sie als technischen Standard über alle Marken hinweg einsetzen.
Welche Modelle verschieben sich neben dem A4 noch?
Neben dem Audi A4 e-tron verzögern sich auch die elektrischen Versionen von VW Golf und T-Roc, weil sie ebenfalls auf der SSP-Plattform aufbauen.
Welche Rolle spielt Rivian bei der Verzögerung?
Die gemeinsam mit Rivian entwickelte Software SDV 1.0 muss auf ein 48-Volt-Bordnetz statt der bisherigen 12 Volt angepasst werden. Zusammen mit neun Zeitzonen Abstand zum Team im Silicon Valley kostet das zusätzliche Monate.
Quelle
[1] Handelsblatt: „VW-Konzern: Audi verschiebt Elektro-A4 und neue Konzernplattform“
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