Im Oktober 2026 läuft im Audi-Werk Neckarsulm der letzte A8 vom Band, und ein Nachfolgemodell ist bisher nicht vergeben. Der Standort beschäftigt rund 15.000 Menschen und steckt damit mitten in der teuersten Phase des Konzernumbaus.

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Am 4. September 2026 entscheidet der Aufsichtsrat von Volkswagen über ein Sanierungskonzept, das mehrere deutsche Werke betrifft. Für die Beschäftigten in Neckarsulm hängt an dieser Sitzung, ob ihr Werk ein neues Elektromodell bekommt oder langsam ausläuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 4. September 2026 entscheidet der VW-Aufsichtsrat über ein Sanierungskonzept für den Konzern.
  • Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge plant der Vorstand, vier deutsche Werke auslaufen zu lassen: Emden und Zwickau bis 2031, Hannover bis 2032, Neckarsulm bis 2034. Volkswagen bestätigt das nicht.
  • Im Oktober 2026 endet in Neckarsulm die Produktion des Audi A8, ein Volumenmodell fehlt dem Werk mit 15.000 Beschäftigten.
  • Betriebsratschef Alexander Reinhart fordert den Q4 e-tron für Neckarsulm, den Audi bisher in Zwickau baut.

Worum geht es am 4. September?

Drehteller mit Aufschrift
VW-Aufsichtsrat entscheidet am 4. September 2026 über Schließung von vier deutschen Werken bis 2034

Konzeptentscheidung. Der Aufsichtsrat von Volkswagen kommt am 4. September 2026 zu einer Grundsatzentscheidung über die Zukunft des Konzerns zusammen. Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge, der sich auf eine 147-seitige interne Vorlage stützt, will der Vorstand die Produktion in vier deutschen Werken auslaufen lassen: in Emden und Zwickau bis 2031, in Hannover bis 2032, in Neckarsulm bis 2034.[1] Volkswagen bestätigt den Bericht nicht und äußert sich grundsätzlich nicht zu Personalspekulationen.

Modelle ins Ausland. Nach demselben Bericht sollen die Nachfolgemodelle das Land verlassen. Der Nachfolger des ID.4 wandert demnach zu Škoda nach Mladá Boleslav, der Q4-Nachfolger nach Bratislava, ein Nutzfahrzeug nach Poznań, der Nachfolger des A8 nach Leipzig.[1] Was ein solcher Rückzug für eine Region bedeutet, zeigte zuletzt der Blick auf die Werke in Zwickau und Emden.

Warum kämpft Neckarsulm um den Q4 e-tron?

Lücke im Werk. Im Oktober 2026 endet die Fertigung des A8, und ein neues Volumenmodell fehlt. Neckarsulm beschäftigt rund 15.000 Menschen und darf laut Vereinbarung bis zu 225.000 Fahrzeuge im Jahr bauen, doch ohne Nachfolger bleibt ein Großteil dieser Kapazität ungenutzt. Betriebsratschef Alexander Reinhart fordert deshalb ein elektrisches Volumenmodell und bringt den Q4 e-tron ins Spiel.

Nullsummenspiel. Den Q4 e-tron baut Audi bisher im sächsischen Zwickau, und genau das macht die Forderung heikel. Der Umstieg auf wenige Elektro-Plattformen bündelt die Montage auf immer weniger Linien. Ein zusätzliches Modell für Neckarsulm geht deshalb einem anderen Standort verloren, und die interne Vorlage sieht für den Q4-Nachfolger ausgerechnet Bratislava vor. Zugleich drückt der Gewinneinbruch auf die Spielräume: Audi hatte die Prognose für 2026 wegen des China-Geschäfts gesenkt, während Wettbewerber wie BMW beim Absatz von Elektroautos vorbeiziehen.

Ein Werk mit 15.000 Beschäftigten sichert man nicht mit Appellen, sondern mit einem Modell, das Stückzahl bringt. Am 4. September zeigt sich, ob Volkswagen den Standort Neckarsulm noch als Zukunft plant oder nur noch verwaltet.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt das für den Standort Deutschland?

Muster statt Einzelfall. Neckarsulm steht nicht allein. Audi schloss 2025 sein Werk in Brüssel, bei Volkswagen stehen das Werk Hannover und der Standort Osnabrück zur Debatte. Der Umbau folgt überall demselben Muster: Weil die Nachfrage nach Verbrennern sinkt und die Elektro-Plattformen teuer sind, bleiben zu viele Fabriken für zu wenige Modelle.

Handlungsdruck. Für Zulieferer und Regionen im Süden verschiebt sich damit die Planung. Wandern Modelle nach Bratislava, Poznań oder Mladá Boleslav ab, sinkt die Auslastung der deutschen Zulieferketten, und die IG Metall verweist auf den Tarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 ausschließt. Genau das erklärt die späten Enddaten ab 2031. Entscheider in der Branche verfolgen den 4. September deshalb genau, denn die Sitzung liefert den Maßstab dafür, wie schnell die Verlagerung ins Ausland läuft.

Audi Neckarsulm vor der Werksentscheidung
Was am 4. September 2026 auf dem Spiel steht
rund 15.000
Beschäftigte am Audi-Standort Neckarsulm
225.000
Fahrzeuge pro Jahr, die vereinbarte Kapazität des Werks
Oktober 2026
Produktionsende des Audi A8, bisher ohne Nachfolger im Werk
4 Werke
sollen laut Wirtschaftswoche auslaufen: Emden, Zwickau, Hannover, Neckarsulm

Quelle

[1] Wirtschaftswoche: „VW-Sanierungsplan: Für diese 4 deutschen Werke hat der Vorstand das Ende beschlossen“

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