Mutares hat die Übernahme der Airport-Zulieferer Trepel und MAFI abgeschlossen, den dritten Firmenkauf binnen zehn Tagen. Zusammen bringen die beiden Werke rund 150 Millionen Euro Umsatz und 410 Beschäftigte in den Konzern ein. Hinter dem Tempo steckt ein Geschäftsmodell, das aus fremden Problemfällen Rendite zieht.

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Innerhalb von zehn Tagen meldete Mutares drei abgeschlossene Zukäufe, zuletzt am 2. September 2026 den Kauf von Trepel Airport Equipment und MAFI Transport-Systeme. Die beiden Hersteller von Flugzeugschleppern und Schwerlast-Zugmaschinen kommen von der NDW Maschinenbau Holding. Für Entscheider zählt weniger der einzelne Deal als das Muster dahinter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mutares hat den Kauf von Trepel Airport Equipment und MAFI Transport-Systeme von der NDW Maschinenbau Holding zum 2. September 2026 abgeschlossen.
  • Beide Firmen erwirtschaften zusammen rund 150 Millionen Euro Umsatz, beschäftigen etwa 410 Menschen und beliefern Kunden in über 115 Ländern.
  • Trepel baut Flugzeugschlepper und Frachtlader für Flughäfen, MAFI schwere Zugmaschinen für Häfen und Logistikzentren.
  • Der Zukauf stärkt Mutares‘ Sparte für Infrastruktur und Verteidigung und ist der dritte abgeschlossene Firmenkauf des Konzerns binnen zehn Tagen.

Was kauft Mutares mit Trepel und MAFI?

Greifautomat mit Modellfahrzeugen, Granulat und einem Schild mit der Aufschrift „Zukauf“
Trepel und MAFI teilen Produktion in Tauberbischofsheim und Servicestandort in Georgia. Trepel fertigt Flugzeugschlepper, MAFI schwere Terminal-Zugmaschinen

Zwei Marken, ein Werk. Trepel Airport Equipment und MAFI Transport-Systeme teilen sich eine Produktion im baden-württembergischen Tauberbischofsheim und einen Servicestandort im US-Bundesstaat Georgia.[1] Trepel liefert Flugzeugschlepper, Frachthochlader und Transporter für die Luftfahrt, MAFI baut schwere Terminal-Zugmaschinen für Häfen, Logistikdrehkreuze und die Industrie. Kunden in mehr als 115 Ländern nutzen die beiden Marken, das Servicegeschäft steuert rund 12 Prozent zum Umsatz bei.[1]

Rand statt Kern. Die NDW Maschinenbau Holding gibt mit Trepel und MAFI zwei Töchter ab, die nicht zum Kern des Verkäufers zählen. Mutares übernimmt bevorzugt solche Randgeschäfte großer Eigentümer, oft zu niedrigen Kaufpreisen, und trägt im Gegenzug den Umbauaufwand. Genau dieses Profil sucht der Konzern.

Wie funktioniert das Zukauf-Modell von Mutares?

Umbau als Produkt. Mutares ist keine klassische Beteiligungsgesellschaft, sondern eine börsennotierte Holding, die gezielt Sanierungsfälle und Konzern-Abspaltungen aufkauft. Auf jede Übernahme folgt ein Umbauprogramm aus Kostensenkung und operativer Straffung, das der Konzern auch für Trepel und MAFI angekündigt hat.[1] Am Ende steht der Wiederverkauf mit Gewinn, meist nach drei bis fünf Jahren.

Zukauf im Takt. Das Tempo zeigt das Muster besser als jede Bilanz. Ende August schluckte Mutares die Kunststoffsparte von SABIC, Anfang September folgte das US-Terpengeschäft von Symrise, nun kommen Trepel und MAFI hinzu. Drei abgeschlossene Käufe in zehn Tagen ergeben nur Sinn, sofern Zukäufe die Kernproduktion des Konzerns sind, nicht die Ausnahme.

Mutares kauft keine Einzelfirmen, sondern betreibt den Umbau von Sanierungsfällen als eigenes Produkt. Für die Beschäftigten einer solchen Tochter bedeutet der neue Eigentümer zuerst den Rotstift, dann die Perspektive.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was bedeutet der Deal für Standorte und Branche?

Umbau mit Ansage. Das angekündigte Transformationsprogramm bedeutet für Tauberbischofsheim zunächst Kostendruck, für die rund 410 Beschäftigten also keine ruhige Phase. Ein Finanzinvestor wie Mutares hält Töchter selten dauerhaft, sondern richtet sie auf den Wiederverkauf aus. Wie ein solcher Umbau der Zulieferbranche aussieht, zeigt auch der Verkauf des Bremsenwerks Mechelen durch Aumovio.

Strom statt Diesel. Der eigentliche Wert der beiden Marken liegt in einem Markt im Umbruch. Flughäfen und Häfen elektrifizieren ihre Bodenflotten, weil die EU-Klimaziele dieselbetriebene Schlepper und Zugmaschinen zunehmend verdrängen. Hersteller von Flugzeugschleppern und Terminal-Zugmaschinen sitzen damit an einer Schnittstelle der Verkehrswende, und genau darauf wettet Mutares mit dem Zukauf.

Der Zukauf Trepel und MAFI in Zahlen
Abgeschlossen von Mutares am 2. September 2026
rund 150 Mio. €
Jahresumsatz von Trepel und MAFI zusammen
rund 410
Beschäftigte, die zu Mutares wechseln
über 115
Länder, in denen die beiden Marken Kunden beliefern
3
abgeschlossene Mutares-Zukäufe binnen zehn Tagen

Quelle

[1] Mutares: „Mutares completes the acquisition of TREPEL Airport Equipment GmbH and MAFI Transport-Systeme GmbH from NDW Maschinenbau Holding GmbH“

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