Auf der IFA 2026 stellt Miele einen KI-Kochassistenten in den Mittelpunkt, der Rezepte vorschlägt und die Einstellungen gleich an den Backofen schickt. Unter dem Motto „Das Ende der Hausarbeit ist in Sicht“ verspricht der Gütersloher Hersteller weniger Entscheidungen am Herd. Die eigentliche Frage für Entscheider steckt aber nicht im Kochtopf, sondern in der Cloud dahinter.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Miele zeigt auf der IFA 2026 den KI-Kochassistenten CulinaryCoach, der per Text, Sprache oder Foto durch das Kochen führt.
- Der Assistent überträgt die passenden Einstellungen direkt an den vernetzten Backofen, Marktstart ist das zweite Quartal 2026 in Deutschland und Österreich.
- Die Rechenarbeit läuft in Mieles Cloud, nicht im Gerät. Ohne App und Konto bleibt die Funktion stumm.
- Bosch und Siemens treiben mit Home Connect dieselbe Strategie, die aus dem einmaligen Gerätekauf eine dauerhafte Datenbeziehung macht.
Was zeigt Miele auf der IFA 2026?

KI-Kochassistent. Im Zentrum steht der CulinaryCoach, ein KI-gestützter Assistent in der Miele-App. Nutzer beschreiben per Text, Sprache oder Foto, was auf den Tisch soll. Der Assistent führt anschließend durch die Zubereitung und stimmt die Empfehlung auf das jeweilige Gericht ab.[1] Aus Mieles Koch- und Gerätewissen wählt der CulinaryCoach das passende Programm für den vernetzten Backofen.
Enger Start. Verfügbar ist der Kochassistent ab dem zweiten Quartal 2026 in Deutschland und Österreich, zunächst nur mit ausgewählten Backöfen der Serie H7860BP/x. Zudem feiert der Geschirrspüler G8 Diamond seine Weltpremiere, begleitet von einer neuen Wäschepflege-Generation und der Konzeptstudie Cary.
Wo sitzt die Intelligenz des Kochassistenten?
In der Cloud. Die eigentliche Rechenarbeit erledigt Mieles Cloud, während der Backofen nur das Endgerät bleibt. Das Sprachmodell und das Kochwissen liegen auf den Servern des Herstellers, erreichbar allein über App und Kundenkonto.
Wertverschiebung. Der Nutzen wandert damit vom Gerät zur Plattform. Nutzer des Kochassistenten füttern eine Datenbeziehung mit Kochgewohnheiten, Sprachbefehlen und Fotos. Fällt die Verbindung oder der Cloud-Dienst später weg, verliert der teure Backofen genau die Funktion, mit der Miele wirbt.
Der KI-Kochassistent verkauft Bequemlichkeit, bezahlt wird sie mit Daten und einer dauerhaften Bindung an eine Cloud. Vernetzte Geräte sind damit kein einmaliger Kauf mehr, sondern ein stilles Abonnement.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet die vernetzte Küche für Entscheider?
Branchenmuster. Miele steht mit diesem Ansatz nicht allein. Bosch und Siemens bündeln ihre Geräte unter Home Connect, Samsung und LG verfolgen mit ihren Plattformen dieselbe Logik. Das vernetzte Gerät wird zur Plattform, die laufend Daten liefert. Aus dem einmaligen Verkauf einer Waschmaschine wird so eine Kundenbeziehung über Jahre.
Rechtsrahmen. An der vernetzten Küche hängen für die DACH-Region mehrere Fragen. Der EU AI Act verlangt, dass ein KI-System sich als solches zu erkennen gibt. Sprach- und Fotoeingaben in eine fremde Cloud berühren zudem die DSGVO. Beschaffer im Unternehmen prüfen deshalb vor dem Kauf, wo die Daten verarbeitet werden, wie lange der Hersteller den Cloud-Dienst garantiert und ob das Gerät ohne App überhaupt noch grundlegend funktioniert.
Quelle
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