Tim Cook bleibt Apples Gesicht in China, auch ohne Chefposten. In Guangzhou stellte der Verwaltungsratschef am Sonntag Gouverneur Meng Fanli mehr Apple-Geschäft in der Provinz in Aussicht. Am Dienstag leitet er in Peking den Tsinghua-Beirat, den Chinas Staatsführung traditionell zu Gesprächen empfängt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenSeinen ersten China-Besuch seit dem Abschied von der Konzernspitze begann Tim Cook am Samstag am Set eines Kurzfilms über die Kampfkunst Wing Chun, den Gu Tianji mit dem iPhone 18 Pro dreht. Am Sonntag empfing ihn Guangdongs Gouverneur Meng Fanli, wie das Regierungsportal Nanfang+ meldete.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Cook will Apples Geschäft in Guangdong laut Provinzregierung ausbauen.
- Der Gouverneur wünscht sich mehr Forschung und Entwicklung von Apple in der Provinz.
- Apples zweiter Klimafonds in China wuchs auf 212 Millionen US-Dollar, rund 184 Millionen Euro.
- Am 13. und 14. Oktober leitet Cook in Peking die Jahrestagung des Tsinghua-Beirats.
Was hat Cook dem Gouverneur zugesagt?

Guangdong sei für Apple in China entscheidend, weil dort viele Zulieferer und Entwickler säßen, sagte Cook laut der amtlichen Mitteilung. Apple sei sehr bereit, sein Geschäft in der Provinz auszubauen. Mit Städten und Firmen wolle der Konzern über Zusammenarbeit bei Lieferkette, Software-Ökosystem, intelligenter und grüner Fertigung sowie neuen Vertriebswegen sprechen. Eine Summe oder ein konkretes Projekt nannte Cook laut der Mitteilung nicht.
Meng Fanli stellte eine Gegenforderung: Apple solle mehr innovative Produkte, neue Geschäftsfelder und Forschungsplattformen in Guangdong ansiedeln. Zum Besuch meldete Apple am Samstag, dass sein zweiter chinesischer Fonds für saubere Energie auf 212 Millionen US-Dollar gewachsen ist.[2] Den Grundstock von 100 Millionen US-Dollar hatte der Konzern im Vorjahr gelegt, nun zahlen auch Zulieferer wie der Akkuhersteller ATL ein.
Warum reist Cook und nicht Konzernchef Ternus?
Seit dem 1. September führt John Ternus den Konzern, Cook blieb als Executive Chairman an der Spitze des Verwaltungsrats. Die Arbeit teilen die beiden sichtbar auf. Ternus machte sich selbst zum Designchef und kommt in Apples Mitteilungen zu Wort, etwa zur Studie über Chinas App Store vom 8. Oktober.[3] Cook übernimmt die Diplomatie: Am 7. Oktober startete er mit König Charles III. in London ein Bildungsprogramm,[4] Ende September saß er beim Staatsbankett für Xi Jinping im Weißen Haus. Den Beirat der Tsinghua-Wirtschaftsfakultät leitet er seit 2019.
Großchina brachte Apple im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 64,4 Milliarden US-Dollar, rund 56 Milliarden Euro oder 15,5 Prozent des Konzernumsatzes, vier Prozent weniger als im Vorjahr.[5] Vom iPhone 18 Pro verkaufte Apple laut Counterpoint in den ersten drei Tagen 12 Prozent mehr Geräte als vom Vorgänger in dessen ganzer erster Woche. Der chinesische Smartphonemarkt schrumpfte zugleich um 17 Prozent gegenüber der Vorjahreswoche.[6]
Mit König Charles III. startet Cook ein Bildungsprogramm für junge Kreative.
Gouverneur Meng Fanli hört von Cook, dass Apple in Guangdong wachsen will, und verlangt mehr Forschung vor Ort.
Cook leitet die Jahrestagung des Tsinghua-Beirats, neu dabei sind Jensen Huang und Lisa Su.
im Geschäftsjahr 2025, das sind 15,5 Prozent des Konzernumsatzes.
der Smartphoneverkäufe in China gingen in der Startwoche des iPhone 18 Pro an Apple.
umfasst Apples zweiter Fonds für saubere Energie in China, zuvor waren es 87 Millionen Euro.
Apple trennt Produkt und Politik: Ternus baut die Geräte, Cook hält in Peking die Türen offen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet Cooks Reise für deutsche Unternehmen?
Deutsche Konzerne kennen Guangdongs Gegenforderung, im Tsinghua-Beirat sitzt künftig auch BMW-Chef Milan Nedeljković. Den Wunsch nach Forschung vor Ort beantwortet Apple bislang mit Geld für Zulieferer und Windparks. Auch bei Software setzt der Konzern auf China zuerst: Apple Intelligence startete dort mit Alibabas Qwen, bevor die EU die Funktionen bekam.
Für Zulieferer in Europa zählt vor allem Apples Energievorgabe. In China nutzen laut Apple mehr als 95 Prozent der direkten Fertigung für den Konzern Strom aus erneuerbaren Quellen.[2] Bis Ende 2030 verlangt Apple Ökostrom von seiner gesamten Lieferkette weltweit. Daraus folgen zwei Aufgaben:
- Als Apple-Zulieferer sollten Sie Ihren Strombezug auf das Ziel 2030 ausrichten, etwa über langfristige Ökostromverträge.
- Konzerne mit China-Geschäft können Apples Rollenteilung übernehmen: Der Vorstandschef führt das Produkt, der Aufsichtsratschef pflegt die Kontakte zu Regierungen.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Sina Finance nach Nanfang+Meng Fanli trifft Tim Cook (chinesisch)
- Apple Newsroom ChinaApples zweiter China-Fonds für saubere Energie wächst auf 212 Millionen US-Dollar (chinesisch)
- Apple Newsroom ChinaNeue Daten zeigen, wie das App-Store-Ökosystem Entwicklern zum Erfolg verhilft (chinesisch)
- Apple NewsroomApple and The King’s Trust launch initiative to empower the next generation of creatives
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