heade.rs prüft Domains, IP-Adressen und Netze kostenlos und ohne Konto, vom DNS-Eintrag bis zur Freigabe für KI-Crawler. Colin Armstrong, Gründer der Blogplattform Paragraph, baute die erste Fassung mit Claude Code in rund einer Stunde. Für Agenturen hat der Dienst einen Haken: Jede Abfrage landet in einer öffentlichen Liste.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDen Domain-Check heade.rs baute Armstrong aus Ärger über die üblichen Lookup-Seiten, die langsam laden und Domains oder Hosting verkaufen wollen. Solche Gratisdienste leben vom Verkauf von Domains und Hosting und sind deshalb auf Rankings gebaut, schreibt Armstrong. „Das Tool muss nichts verkaufen, also darf es einfach gut sein“, begründet der Entwickler seinen Nachbau.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- heade.rs zeigt Hosting, Routing, DNS, E-Mail-Schutz, Zertifikat und Technik einer Domain in einem Bericht.
- Das Werkzeug läuft im Browser, im Terminal per curl und als MCP-Server für KI-Agenten.
- Für .de-Domains bleibt der Registrierungsteil fast leer, weil die DENIC keine Inhaberdaten herausgibt.
- Jede Abfrage bekommt eine öffentliche URL und erscheint in einer Liste der letzten Lookups.
Was zeigt heade.rs zu einer Domain?

heade.rs bündelt in einem Bericht Hosting-Netz, BGP-Route mit RPKI-Status, DNS-Einträge, Registrierung, E-Mail-Schutz per SPF, DMARC und MTA-STS, Zertifikat, Sicherheits-Header und den Technik-Stack der Website. Ein Bericht entsteht in wenigen Sekunden.[2]
Die Daten stammen aus öffentlichen Quellen: DNS über Cloudflares Resolver 1.1.1.1, Zertifikate aus den Certificate-Transparency-Logs, offene Ports aus Shodan InternetDB. Die Routingtabelle von bgp.tools spiegelt Armstrong stündlich. Die Liste der Upstream-Provider im Bericht macht sichtbar, über welche Transitnetze der Verkehr läuft, also genau den Umweg, den das direkte Peering von Telekom und Cloudflare einspart. Erkannte Software-Versionen gleicht das Tool mit endoflife.date und der Schwachstellendatenbank OSV ab.
Einen eigenen Block widmet heade.rs den KI-Crawlern: Der Dienst wertet die robots.txt aus und zeigt, ob ChatGPT-Suche, Claude, Perplexity oder Googles AI Overviews die Seite zitieren dürfen. Zusätzlich prüft das Werkzeug llms.txt und strukturierte Daten. Seit Cloudflare Website-Betreibern erlaubt, Suche und KI-Training zu trennen, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf diese Freigaben. Im Terminal genügt curl heade.rs/example.com, KI-Agenten binden den Dienst über heade.rs/mcp ein.
Was taugt heade.rs neben MXToolbox und whois?
heade.rs liefert kostenlose Momentaufnahmen, aber keine Überwachung. Dauerhafte Kontrolle von Blacklists und Zustellung bietet etwa MXToolbox: Der Gratistarif prüft eine Domain wöchentlich, das Paket Delivery Center kostet rund 112 € im Monat.[3]
Für die Zustellbarkeit von Newslettern zählt der DMARC-Befund. Steht dort die Richtlinie p=none, verlangt der Domaininhaber für durchgefallene Mails keine bestimmte Maßnahme.[4] Ein fehlender SPF-Eintrag fällt im Bericht ebenso sofort auf. Bei .de-Domains bleibt der Registrierungsteil dagegen fast leer, denn die DENIC gibt über ihre RDAP-Schnittstelle weder Inhaber noch Kontakte heraus.[5]
Zugang (Stand 12. Oktober 2026)
So frisch sind die Daten
Momentaufnahme oder Überwachung
Gute Gratis-Werkzeuge wie heade.rs entstehen heute an einem Wochenende. Diskret bleibt dabei nur, was niemand abfragt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Worauf sollten Agenturen bei heade.rs achten?
Jede Abfrage erhält eine eigene URL und erscheint in einer öffentlichen Liste der letzten Lookups. Noch nicht angekündigte Kundendomains prüfen Agenturen deshalb besser lokal mit dig und whois.
Im Test der Redaktion stand eine per curl abgefragte Domain Sekunden später in der öffentlichen Live-Liste. Die robots.txt sperrt nur die API für Crawler, die Berichtsseiten bleiben für Suchmaschinen offen.[6] Eine Datenschutzerklärung fand die Redaktion auf heade.rs nicht.
Armstrongs eigentliche These betrifft die Ökonomie kleiner Software: Drei Prompts reichten für die erste Version, der Betrieb kostet ihn weniger als eine Tasse Kaffee im Monat. Für eine Suchanfrage wie „domain lookup tool“ wird heade.rs nach Armstrongs Einschätzung voraussichtlich nicht ranken. Vor einem Website-Relaunch lohnt sich der Bericht für die eigene, öffentliche Domain trotzdem, weil Header-Note, DMARC-Richtlinie und KI-Freigaben auf einer Seite stehen. Schneidet der eigene Server schlecht ab, hilft der Webhosting-Vergleich bei der Suche nach Alternativen.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Colin ArmstrongWorth building
- heade.rsBeschreibung des Dienstes (llms.txt)
- MXToolboxPricing
- IETFRFC 7489, „Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC)“
- DENICRDAP-Dienst, Nutzungshinweis
- heade.rsrobots.txt
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