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Ein Website-Relaunch sieht am Tag nach dem Go-Live meist gelungen aus: Die Startseite ist neu, die Ladezeit kürzer, die alten Ratgeberseiten leiten pauschal auf die neue Startseite um. Google wertet solche Sammelumleitungen unter Umständen als Soft-404. Ahrefs hat im September 2025 die Statuscodes von 16 Millionen zitierten URLs ausgewertet: KI-Assistenten schicken Besucher 2,87-mal so oft auf Fehlerseiten wie die Google-Suche, unter anderem weil verschobene Seiten keine Weiterleitung bekommen haben.

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Den Wert einer gewachsenen Website machen für Unternehmen selten Farben und Schriften aus. An jeder einzelnen Adresse hängen Rankings, Backlinks und inzwischen auch Zitate in KI-Antworten, und genau diese Adressen ändert ein Relaunch fast immer. Hier lesen Sie, welche Daten Sie vorher sichern, wie Weiterleitungen sitzen müssen und welche Einstellungen Ihre Inhalte für Google, ChatGPT und andere KI-Suchsysteme erreichbar halten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google bindet Rankings an einzelne URLs und veranschlagt nach einem Umzug für kleine bis mittelgroße Websites einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind.
  • Jede alte Adresse bekommt genau ein passendes neues Ziel per 301 oder 308, Google kann eine Sammelumleitung auf die Startseite als Soft-404 werten.
  • Für KI-Übersichten und den KI-Modus muss eine Seite nur indexiert und snippetfähig sein, ChatGPT zeigt dagegen in seinen Suchantworten keine Seiten, die den OAI-SearchBot aussperren.
  • Die meisten KI-Crawler führen kein JavaScript aus, Inhalte gehören deshalb ins ausgelieferte HTML.
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Wie gut kennen Sie die Regeln für einen Relaunch ohne Rankingverlust?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Welche Weiterleitung empfiehlt Google für einen dauerhaften Umzug einer Seite? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Bei 301 und 308 wertet Google das Ziel als kanonische Adresse und zeigt künftig die neue URL. Temporäre Codes wie 302 lassen die alte Adresse in den Ergebnissen, mehr dazu im Kapitel zum URL-Mapping.
2 Was droht, sobald viele alte URLs pauschal auf die Startseite umleiten? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Google rät ausdrücklich davon ab, viele alte Adressen auf ein einziges, unpassendes Ziel wie die Startseite umzuleiten. Solche Sammelumleitungen kann die Suchmaschine als Soft-404 einstufen.
3 Wie lange sollten Weiterleitungen nach einem Relaunch mindestens bestehen bleiben? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Bei einem Domainwechsel gibt das Tool zur Adressänderung die Signale 180 Tage lang weiter.
4 Was passiert, sobald eine Website den OAI-SearchBot von OpenAI in der robots.txt sperrt? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Der OAI-SearchBot sammelt Seiten für die Suchfunktion von ChatGPT. Für das Training ist der GPTBot zuständig, beide lassen sich getrennt steuern.
5 Warum gehören Inhalte ins ausgelieferte HTML statt erst ins JavaScript? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Eine Auswertung von Vercel ergab, dass keiner der großen KI-Crawler JavaScript ausführt. Was erst im Browser entsteht, sehen ChatGPT und Perplexity deshalb nicht.

Warum verlieren Websites beim Relaunch an Sichtbarkeit?

Umzugskarton mit Aufschrift UMGEZOGEN und Modellfahrrad mit Zeitung vor weißem Hintergrund
Bei Website-Relaunches sinken Rankings, wenn URLs ohne 301-Weiterleitungen geändert oder Inhalte verschlechtert werden. Google muss Seiten neu bewerten, Konkurrenten rücken nach

Websites verlieren beim Relaunch an Sichtbarkeit, weil Google und KI-Systeme Rankingsignale an einzelne Adressen binden. Ändern sich URLs ohne saubere Weiterleitung oder fallen Inhalte und Technik hinter den alten Stand zurück, muss die Suchmaschine jede Seite neu einordnen, und bis dahin rücken Wettbewerber auf die frei gewordenen Plätze.

Ein Ranking gehört bei Google nicht der Domain als Ganzes, sondern der einzelnen URL. Backlinks zeigen auf diese URL, die Klickdaten der Search Console beziehen sich auf sie, und interne Links verweisen auf genau diese Adresse. Zieht eine Seite um, muss Google den Zusammenhang zwischen alter und neuer Adresse erst erkennen und die Signale übertragen.

Eine kleine bis mittelgroße Website braucht nach der Dokumentation von Google Search Central einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, größere Websites brauchen länger.

Eine 301-Weiterleitung funktioniert dabei wie ein Nachsendeauftrag bei der Post. Briefe an die alte Anschrift kommen weiter an, ohne dass jeder Absender sein Adressbuch pflegen muss. Fehlt der Auftrag, gehen die Briefe an den Absender zurück, und im Netz heißt das: Ein Linkgeber verweist auf eine Fehlerseite, ein Besucher bricht ab, eine Suchmaschine streicht die Adresse.

Die typischen Ursachen für den Einbruch nach einem Relaunch wiederholen sich:

  • Alte URLs laufen ohne Weiterleitung auf eine Fehlerseite
  • Viele alte URLs leiten pauschal auf die Startseite um
  • Temporäre statt dauerhafter Weiterleitungen
  • Gekürzte oder umgeschriebene Inhalte auf den bisher stärksten Seiten
  • Einstellungen der Testumgebung wie noindex oder eine sperrende robots.txt landen auf dem Live-Server
  • Inhalte, die erst per JavaScript im Browser entstehen

Seit 2025 zeigt Google in Deutschland KI-Übersichten über den klassischen Suchergebnissen, Kunden fragen außerdem ChatGPT, Perplexity oder Copilot. Diese Systeme zitieren konkrete URLs, und eine zitierte Adresse, die nach dem Relaunch ins Leere führt, schickt den Besucher auf eine Fehlerseite.

In der Ahrefs-Auswertung schnitt ChatGPT am schlechtesten ab: Von den angeklickten URLs, die der Assistent zitiert hatte, lieferten 1,01 Prozent eine 404-Seite, bei Klicks aus der Google-Suche waren es 0,15 Prozent. Ein Teil der toten Links war nach Einschätzung der Autoren einmal gültig und führte erst nach einem Umzug ohne Weiterleitung ins Leere.

Wir sehen den Relaunch deshalb als Umzug mit Designanteil, nicht als Designprojekt mit ein paar technischen Restarbeiten. Die neue Gestaltung entscheidet über die Wirkung auf Besucher, die alten Adressen entscheiden darüber, ob überhaupt noch Besucher kommen.

Auf den Punkt

Rankings hängen an URLs, nicht an der Domain. Jede Adresse, die beim Relaunch ohne Nachfolger verschwindet, verliert ihre Signale bei Google und ihre Zitate in KI-Antworten.

Welche Daten sichern Sie vor dem Relaunch?

Offene Metalldose mit orangefarbenem USB-Stick und Chip mit Aufschrift
Gesichert, bevor die alte Website abgeschaltet wird: Die Search Console hält Leistungsdaten 16 Monate lang vor.

Vor dem Relaunch sichern Sie die Leistungsdaten der Search Console für die letzten 16 Monate, eine vollständige Liste aller alten URLs, die Seiten mit den meisten Klicks und Backlinks samt Title und Überschrift sowie die aktuellen Ladezeitwerte. Hinzu kommt eine Liste der Seiten, die in KI-Antworten auftauchen.

Die Google Search Console hält Leistungsdaten 16 Monate lang vor. Google empfiehlt selbst, für Vergleiche den Zeitraum „Letzte 16 Monate“ zu wählen, und verweist für längere Zeitreihen auf die Search Analytics API oder den Bulk-Export. Nach dem Relaunch ist diese Historie die einzige Messlatte, an der sich ein Einbruch von einer normalen Schwankung unterscheiden lässt.

Ein Crawl der alten Website erfasst alle verlinkten Seiten, die alte XML-Sitemap ergänzt Seiten, die intern niemand mehr verlinkt, und der Seiten-Export der Search Console zeigt Adressen, die Klicks bekommen, obwohl sie in keiner der beiden Listen stehen. Erst die Summe aus allen drei Quellen ergibt die Grundlage für das spätere URL-Mapping.

Ohne vollständige URL-Liste plant ein Team den Relaunch ins Blaue hinein.

Datenquelle Was Sie sichern Wofür Sie die Daten brauchen
Search Console, Leistungsbericht Klicks, Impressionen und Position je Seite und Suchanfrage, 16 Monate Top-Seiten erkennen, nach dem Go-Live vergleichen
Crawl der alten Website Alle erreichbaren URLs mit Statuscode, Title, H1 und Canonical Vollständiges URL-Mapping, Title und H1 der Top-Seiten erhalten
Alte XML-Sitemap Alle Adressen, die bisher zur Indexierung gemeldet waren Verwaiste Seiten finden, die intern kein Link mehr erreicht
Backlink-Daten Externe Links mit Zielseite Seiten mit vielen Links bevorzugt und exakt weiterleiten
PageSpeed Insights LCP, INP und CLS der wichtigsten Vorlagen Vorher-Nachher-Vergleich der Ladezeit
Eigene Stichprobe in KI-Suchen Zitierte URLs zu typischen Kundenfragen Seiten schützen, die in KI-Antworten auftauchen

Bei den wichtigsten Seiten lohnt ein zweiter Blick auf Title, H1, Zwischenüberschriften und strukturierte Daten. Diese Elemente haben zum Ranking beigetragen, und jede Änderung daran ist ein zusätzliches Risiko im ohnehin unruhigen Umzugszeitraum. Verbesserungen an diesen Elementen gehören deshalb in einen eigenen Schritt einige Wochen nach dem Go-Live, sobald die Weiterleitungen greifen.

Die Sichtbarkeit in der KI-Suche lässt sich nicht aus der Search Console ablesen. Google zählt Klicks aus KI-Übersichten und dem KI-Modus zum gesamten Suchtraffic der Search Console, ein eigener Wert für diese Funktionen fehlt dort. Ein Unternehmen kommt deshalb um eine eigene Stichprobe nicht herum: 20 bis 30 Fragen, die Kunden typischerweise stellen, in Google, ChatGPT und Perplexity eingeben und notieren, welche eigenen URLs dort als Quelle erscheinen.

Diese Seiten gehören im Mapping in die oberste Prioritätsstufe, gleichrangig mit den Seiten, die die meisten Klicks aus der klassischen Suche bringen.

Auf den Punkt
  • Historie: 16 Monate Search-Console-Daten exportieren, bevor die alte Website abgeschaltet wird.
  • Vollständigkeit: Crawl, Sitemap und Seiten-Export zusammenführen.
  • KI-Stichprobe: zitierte URLs aus KI-Antworten erfassen, weil die Search Console sie nicht getrennt ausweist.

Wie funktioniert ein sauberes URL-Mapping mit 301-Weiterleitungen?

Wegweiser: oben grau nach links (Alt), unten orange nach rechts (Neu/Bessere Route)
Eine alte Adresse, ein neues Ziel: Jede URL braucht beim Relaunch ihre eigene dauerhafte Weiterleitung.

Ein sauberes URL-Mapping ordnet jeder alten Adresse genau eine thematisch passende neue Adresse zu und leitet per dauerhafter Server-Weiterleitung um, also mit dem Statuscode 301 oder 308. Seiten ohne Nachfolger antworten mit 404 oder 410 und landen nicht auf der Startseite.

Das Mapping ist im Kern eine Tabelle mit zwei Spalten: links jede alte URL aus der Bestandsliste, rechts ihr neues Ziel. Aus „/leistungen/webdesign.html“ wird etwa „/leistungen/webseite-erstellen“, aus „/blog/was-kostet-eine-website“ wird „/ratgeber/was-kostet-eine-website“. Für die meisten Seiten ist die Zuordnung eindeutig, weil sich nur der Pfad ändert und der Inhalt bleibt. Schwierig sind Seiten, die zusammengelegt, aufgeteilt oder gestrichen werden, denn für jede dieser Seiten muss das Team einzeln entscheiden, ob ein thematisch passender Nachfolger existiert.

Bei 301 und 308 wertet Google die Weiterleitung als Signal, dass das Ziel die kanonische Adresse ist, und zeigt in den Suchergebnissen die neue URL.

Bei den temporären Codes 302 und 307 fehlt dieses Signal, die alte Adresse bleibt in den Ergebnissen, und das Ziel wird nur dann indexiert, wenn andere Signale dafür sprechen. Für einen Relaunch, der nicht zurückgedreht wird, sind temporäre Weiterleitungen deshalb die falsche Wahl.

Besonders schädlich ist die Kombination aus temporärem Statuscode und Sammelziel. Google rät ausdrücklich davon ab, viele alte URLs auf ein einziges, thematisch unpassendes Ziel wie die Startseite umzuleiten, und kann solche Weiterleitungen als Soft-404 behandeln. Eine Ausnahme bilden Inhalte mehrerer alter Seiten, die tatsächlich auf einer neuen Seite zusammengeführt werden.

Welcher Statuscode Ihre Rankings mitnimmt

So wertet Google die gängigen Antworten des Servers, wenn eine alte Adresse nach dem Relaunch aufgerufen wird

301 und 308
Dauerhaft umgezogen

Google wertet das Ziel als kanonische Adresse und zeigt künftig die neue URL in den Suchergebnissen.

Für den Relaunch
302 und 307
Vorübergehend verschoben

Die alte Adresse bleibt in den Ergebnissen, das Ziel gilt nicht automatisch als kanonisch.

Nur für Zwischenlösungen
Meta-Refresh
Weiterleitung im HTML

Ohne Verzögerung zählt der Meta-Refresh als dauerhaft, mit Verzögerung als temporär.

Notlösung
JavaScript
Weiterleitung im Browser

Google sieht eine JavaScript-Weiterleitung nur, falls das Rendern gelingt. Die meisten KI-Crawler führen kein JavaScript aus.

Vermeiden
404 und 410
Seite entfernt

Google nimmt die URL aus dem Index und behandelt beide Codes gleich.

Nur ohne Nachfolger
Alles auf die Startseite
Sammelumleitung

Google kann die Umleitung vieler alter URLs auf ein unpassendes Ziel als Soft-404 werten.

Vermeiden

Seiten ohne sinnvollen Nachfolger dürfen verschwinden. Google unterscheidet dabei nicht zwischen 404 und 410: Alle 4xx-Codes außer 429 wertet die Suchmaschine gleich, nimmt die URL aus dem Index und crawlt sie mit der Zeit seltener.

Ehrlicher als eine Weiterleitung auf eine thematisch unpassende Seite ist eine klare Fehlermeldung allemal.

Technisch gehört die Weiterleitung auf den Server, etwa in die Webserver-Konfiguration oder in das Redirect-Modul des CMS. Eine JavaScript-Weiterleitung empfiehlt Google nur für den Fall, dass weder eine Server-Weiterleitung noch ein Meta-Refresh möglich ist, weil Google sie nicht sieht, falls das Rendern scheitert. Ein Meta-Refresh ohne Verzögerung gilt bei Google als dauerhafte, ein verzögerter als temporäre Weiterleitung.

Vor dem Go-Live ruft ein Crawler auf der Testumgebung jede URL der alten Liste auf und meldet je Adresse Statuscode und Ziel. Ketten aus mehreren Weiterleitungen fallen dabei ebenso auf wie Schleifen.

Auf Nummer sicher gehen Unternehmen, die ihre Weiterleitungen nicht nach ein paar Monaten aufräumen. Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich bestehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr. Bei einem Wechsel der Domain kommt das Tool zur Adressänderung in der Search Console hinzu. Google gibt die Signale nach dem Start der Migration 180 Tage lang weiter, für Pfadänderungen innerhalb derselben Domain ist das Tool nicht gedacht.

Auf den Punkt
  • Eins zu eins: Jede alte URL bekommt genau ein passendes Ziel.
  • Dauerhaft: 301 oder 308 auf dem Server, kein 302 für einen endgültigen Umzug.
  • Lange: Weiterleitungen mindestens ein Jahr aktiv lassen, bei Domainwechsel zusätzlich die Adressänderung melden.

Was ändert die KI-Suche am Relaunch?

Umschlag mit orangefarbenem Stempelaufdruck UNBEKANNT VERZOGEN und Ente mit Koffer
KI-Assistenten zitieren alte Adressen weiter und schicken Besucher 2,87-mal so oft wie Google auf Fehlerseiten.

Die KI-Suche fügt dem Relaunch zwei Prüfpunkte hinzu: Die Crawler der KI-Anbieter müssen die neue Website erreichen dürfen, und die Inhalte müssen im ausgelieferten HTML stehen. Für KI-Übersichten von Google genügt dagegen, was ohnehin gilt: Die Seite ist indexiert und darf mit Snippet erscheinen.

Google spielt die KI-Übersichten seit dem 25. März 2025 in Deutschland aus, auf Deutsch und Englisch. Den KI-Modus, eine eigene Registerkarte für Suchanfragen im Dialog, schaltete der Konzern im Oktober 2025 in mehr als 40 Ländern frei, darunter Deutschland.

Das Pew Research Center wertete für den März 2025 die Suchen von 900 erwachsenen US-Amerikanern aus: Erschien eine KI-Zusammenfassung, klickten die Nutzer bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis, ohne Zusammenfassung bei 15 Prozent.

Einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickten die Nutzer bei 1 Prozent der Besuche an. Google zweifelt die Methodik der Studie an.

Wenige Klicks aus der KI-Suche sind trotzdem kein Grund, die Zitate dort aufs Spiel zu setzen. Eine Seite, die in einer KI-Antwort genannt wird, erreicht Kunden, bevor die Kunden überhaupt eine Liste von Treffern sehen, und jede zitierte URL, die nach dem Relaunch auf eine Fehlerseite läuft, verschenkt genau diesen Vorsprung.

Google: keine Sonderregeln für KI-Übersichten

Google verlangt für KI-Übersichten und den KI-Modus keine eigene Optimierung. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Zusätzliche maschinenlesbare Dateien, KI-Textdateien oder spezielle strukturierte Daten verlangt Google Search Central nicht. Für den Relaunch heißt das: Alles, was die klassische Indexierung gefährdet, gefährdet auch die Präsenz in den KI-Übersichten.

Wir halten deshalb wenig von Relaunch-Angeboten, die zusätzliche KI-Dateien als eigenen Posten abrechnen, während die Weiterleitungsliste fehlt. Google hat die Prioritäten selbst festgelegt.

Für lokale Betriebe kommt eine eigene Frage hinzu, nämlich ob lokale SEO in der KI-Suche noch ausreicht, sobald Kunden einen Handwerker oder eine Kanzlei per Chat suchen.

KI-Assistenten schicken Besucher 2,87-mal so oft wie Google auf Fehlerseiten.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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ChatGPT und andere KI-Crawler

Außerhalb von Google entscheidet die robots.txt über die Sichtbarkeit. OpenAI betreibt drei Crawler mit getrennten Aufgaben: Der OAI-SearchBot sammelt Seiten für die Suchfunktion von ChatGPT, der GPTBot Inhalte für das Training künftiger Modelle, und ChatGPT-User ruft Seiten ab, sobald ein Nutzer im Chat danach fragt. Seiten, die den OAI-SearchBot aussperren, zeigt ChatGPT nicht in seinen Suchantworten.

Ein Unternehmen kann das Training also ablehnen und trotzdem in der ChatGPT-Suche erscheinen, indem die robots.txt nur den GPTBot sperrt. Bei Google trennt das Token Google-Extended die Nutzung für das KI-Training von der Suche. Google-Extended beeinflusst weder die Aufnahme in die Google-Suche, noch wertet Google das Token als Rankingsignal. In der robots.txt genügt für den Trainingsausschluss bei OpenAI ein Block „User-agent: GPTBot“ mit „Disallow: /“, einen Eintrag für den OAI-SearchBot braucht die Datei dann nicht. Sperrt eine Vorlage dagegen pauschal alle nicht ausdrücklich zugelassenen Crawler, trifft die Sperre beide.

Gefährlich wird der Relaunch, sobald mit der neuen Website auch neue Infrastruktur kommt. Cloudflare hat am 1. Juli 2025 seine Voreinstellung geändert und blockiert bekannte KI-Crawler seither standardmäßig. Zieht eine Website beim Relaunch hinter Cloudflare oder ein vergleichbares Content-Delivery-Netzwerk, sperrt sie unter Umständen ausgerechnet die Suchcrawler aus, ohne dass jemand eine Zeile in der robots.txt geändert hat.

Vercel hat im Dezember 2024 die Zugriffe von KI-Crawlern auf seinem Netzwerk ausgewertet und festgestellt, dass keiner der großen KI-Crawler JavaScript ausführt, weder die von OpenAI noch die von Anthropic oder Perplexity. Was eine Website erst im Browser per JavaScript zusammensetzt, bleibt für diese Crawler unsichtbar.

Auf toten Adressen verbringen die KI-Crawler schon heute viel Zeit. In der Vercel-Auswertung führten beim Crawler von ChatGPT 34,82 Prozent der Abrufe auf eine 404-Seite, beim Googlebot 8,22 Prozent.

Welcher Crawler wofür kommt

Was eine Sperre in der robots.txt bewirkt: vor dem Livegang der neuen Website prüfen

Googlebot
Google
Aufgabe

Crawlt Seiten für die Google-Suche, die KI-Übersichten und den KI-Modus

Sperre bewirkt

Seiten fallen aus der Suche und damit auch aus den KI-Übersichten

Google-Extended
Google
Aufgabe

Steuert die Nutzung für KI-Training und Grounding außerhalb der Suche

Sperre bewirkt

Kein Einfluss auf Aufnahme und Ranking in der Google-Suche

OAI-SearchBot
OpenAI
Aufgabe

Sammelt Seiten für die Suchfunktion von ChatGPT

Sperre bewirkt

Keine Anzeige in den Suchantworten von ChatGPT

GPTBot
OpenAI
Aufgabe

Sammelt Inhalte für das Training künftiger Modelle

Sperre bewirkt

Inhalte fließen nicht ins Training, die ChatGPT-Suche bleibt unberührt

ChatGPT-User
OpenAI
Aufgabe

Ruft eine Seite ab, sobald ein Nutzer im Chat danach fragt

Sperre bewirkt

Die robots.txt greift bei diesen Abrufen unter Umständen nicht

Vor dem Go-Live prüfen: Blockiert das neue Hosting oder Content-Delivery-Netzwerk KI-Crawler in der Grundeinstellung? Steht der Text im ausgelieferten HTML? Die großen KI-Crawler führen kein JavaScript aus.

Welche technischen Fallen lauern beim Go-Live?

Oranges Schild mit Aufschrift
Bitte nicht indexieren: Einstellungen aus der Testumgebung sperren nach dem Go-Live oft Google und die KI-Crawler aus.

Die meisten Fallen entstehen, weil Einstellungen der Testumgebung auf den Live-Server gelangen: eine robots.txt, die alle Crawler aussperrt, ein noindex im Seitenkopf oder Canonical-Tags auf die Testdomain. Hinzu kommen langsamere Vorlagen und Inhalte, die erst per JavaScript im Browser entstehen.

Eine Testumgebung soll nicht in den Suchergebnissen auftauchen, deshalb sperren Entwickler sie meist per robots.txt, Passwort oder noindex. Beim Kopieren auf den Live-Server wandern diese Einstellungen gern mit. Eine sperrende robots.txt hält Googlebot vom Crawlen ab, ein noindex nimmt die Seite aus dem Index und damit nach den Regeln von Google auch aus den KI-Übersichten. Auf einer passwortgeschützten Testumgebung fällt die Sperre vorher niemandem auf, weil Crawler die geschützten Seiten ohnehin nicht erreichen.

Der Fehler bleibt oft tagelang unbemerkt, weil die Website im Browser einwandfrei aussieht.

Canonical-Tags und interne Links

Ein Canonical-Tag zeigt Google, welche Adresse als Original gilt. Erzeugt das CMS die Tags mit der Domain der Testumgebung, verweist jede neue Seite auf eine Adresse, die bald verschwindet.

Ähnliches gilt für interne Links, die im Inhalt noch auf alte URLs zeigen: Die Weiterleitung fängt den Klick zwar ab, jeder solche Link kostet aber einen zusätzlichen Sprung, und Google erhält widersprüchliche Signale darüber, welche Adresse gilt.

Interne Links stellt das Team deshalb vor dem Go-Live auf die neuen Adressen um, die Weiterleitung bleibt nur für Links von außen zuständig.

Ladezeit und Core Web Vitals

Ein neues Design bringt oft größere Bilder, Schriften und Skripte mit. Google misst die Nutzererfahrung über die Core Web Vitals, und die Grenzwerte für eine gute Bewertung sind klar definiert: Der größte sichtbare Inhalt lädt innerhalb von 2,5 Sekunden (LCP), die Seite reagiert auf Eingaben in höchstens 200 Millisekunden (INP), und der Wert für Layoutverschiebungen bleibt bei höchstens 0,1 (CLS).

Maßgeblich ist das 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt nach Mobil und Desktop.

Ein Vorher-Nachher-Vergleich mit den Werten aus der Bestandsaufnahme zeigt, ob der Relaunch die Ladezeit verbessert oder verschlechtert hat. Wie Sie Ladezeiten, Core Web Vitals und Crawlbarkeit systematisch prüfen, beschreibt unser Leitfaden zum technischen SEO.

Inhalte nur per JavaScript

Moderne Frameworks setzen Seiten häufig erst im Browser zusammen. Google kann JavaScript rendern, die großen KI-Crawler können das nach der Auswertung von Vercel nicht. Eine Website, deren Ratgebertexte erst nach dem Laden eines Skripts erscheinen, ist für ChatGPT und Perplexity eine leere Hülle. Serverseitiges Rendern oder statisch erzeugte Seiten liefern den Text dagegen direkt im HTML aus.

Für den Test genügt ein Aufruf der Seite mit abgeschaltetem JavaScript oder ein Blick in den Quelltext. Fehlt dort der Fließtext, fehlt er auch den KI-Crawlern.

Prüfpunkt vor dem Go-Live Wo Sie prüfen Woran Sie den Fehler erkennen
robots.txt /robots.txt der Live-Domain „Disallow: /“ für alle Crawler oder Sperre für OAI-SearchBot
noindex Quelltext und HTTP-Header der Vorlagen Meta-Tag „robots“ mit „noindex“
Canonical Quelltext wichtiger Seiten Verweis auf Testdomain oder alte URL
Weiterleitungen Crawl der alten URL-Liste 302, Ketten, Schleifen, Ziel Startseite
XML-Sitemap Neue Sitemap-Datei Alte URLs oder Weiterleitungen in der Liste
Rendering Quelltext ohne JavaScript Fließtext fehlt im ausgelieferten HTML
Core Web Vitals PageSpeed Insights LCP über 2,5 Sekunden, INP über 200 Millisekunden, CLS über 0,1
Auf den Punkt

Die gefährlichsten Fehler sieht kein Besucher: eine Sperre aus der Testumgebung, ein falsches Canonical, Text nur im JavaScript. Eine Prüfliste für den Go-Live-Tag fängt diese Fehler ab, bevor Google und die KI-Crawler die neue Website zum ersten Mal besuchen.

Wie überwachen Sie die ersten Wochen nach dem Launch?

Modellhaus mit Stethoskop und Anhänger „WOCHE 4“ vor weißem Hintergrund
Nach dem Go-Live zählt die Nachsorge: Bericht zur Seitenindexierung prüfen und die Top-Seiten nach einer und nach vier Wochen vergleichen.

Nach dem Launch reichen Sie die neue Sitemap in der Search Console ein, prüfen dort laufend den Bericht zur Seitenindexierung auf Fehler und vergleichen die Klicks der wichtigsten alten Seiten nach einer und nach vier Wochen. Parallel wiederholen Sie die Stichprobe in den KI-Suchen.

Am Tag des Go-Live gehört die neue XML-Sitemap in die Search Console. Sobald Google die neue Sitemap nutzt, darf die alte nach der Dokumentation von Google entfernt werden.

Bleibt die Domain dieselbe, genügt eine Property, bei einem Domainwechsel braucht jede Domain eine eigene, bestätigte Property.

Die ersten Fehler zeigen sich im Bericht zur Seitenindexierung. Steigen dort die Zahlen für „Nicht gefunden (404)“ oder „Soft 404“, fehlt im Mapping eine Zeile oder ein Ziel passt nicht. Jede betroffene URL lässt sich mit dem URL-Prüftool einzeln untersuchen und nach der Korrektur erneut zur Indexierung einreichen.

Der Webdesigner Maikel Szymanski aus Pirna legt den Go-Live in seiner Relaunch-Checkliste bewusst auf einen Dienstag oder Mittwoch. So bleiben genug Arbeitstage, um Fehler zu beheben, bevor das Wochenende kommt. Nach 48 Stunden prüft er den Bericht ‚Seiten‘ in der Search Console gezielt auf neue 404-Fehler und testet jede Weiterleitung einzeln mit ‚curl -I‘ auf die alte Adresse. Der Befehl zeigt sofort, ob der Server mit 301 antwortet oder versehentlich mit 302.

Für die Bewertung des Erfolgs zählen die Seiten, die vor dem Relaunch die meisten Klicks gebracht haben. Der Vergleich ihrer Klicks mit dem gleichen Zeitraum vor dem Umzug zeigt, ob die Signale angekommen sind. Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google für kleine und mittelgroße Websites einige Wochen veranschlagt.

Ein anhaltender Einbruch einzelner Seiten nach vier Wochen deutet dagegen fast immer auf eine fehlende oder falsche Weiterleitung hin.

Bing und einige andere Suchmaschinen nehmen Änderungen zusätzlich über IndexNow entgegen. Über das Protokoll meldet der Website-Betreiber neue, geänderte und gelöschte URLs aktiv, statt auf den nächsten Crawl zu warten. Teilnehmer sind unter anderem Bing, Yandex, Seznam.cz, Naver, Amazon und Yep. Google steht nicht auf dieser Liste, für die Google-Suche bleibt die Sitemap in der Search Console der Weg.

Ein Relaunch tauscht häufig Consent-Banner und Analytics-Einbindung aus, und eine stumme Statistik in den ersten Wochen sieht aus wie ein Absturz der Besucherzahlen. Welche Wege zu verlässlichen Zahlen bleiben, während Browser Drittanbieter-Cookies zunehmend blockieren, lesen Sie in unserem Beitrag zum First-Party-Tracking.

Die Stichprobe in den KI-Suchen wiederholen Sie nach zwei und nach sechs Wochen mit denselben Fragen. Erscheint eine früher zitierte Seite nicht mehr, lohnt ein Blick auf ihre Weiterleitung, auf die robots.txt und auf die Frage, ob der Text im HTML steht.

OpenAI nennt für Änderungen an der robots.txt rund 24 Stunden, bis die Suchsysteme sie berücksichtigen.

Auf den Punkt
  • Tag eins: neue Sitemap einreichen, Weiterleitungen live prüfen, Tracking testen.
  • Woche eins bis vier: Bericht zur Seitenindexierung auf 404 und Soft-404 kontrollieren.
  • Vergleich: Klicks der alten Top-Seiten nach einer und nach vier Wochen gegen den Zeitraum vor dem Umzug halten.

Wer sollte den Relaunch umsetzen?

Sackkarre mit Karton und orangem Anhänger mit Aufschrift „VERTRAG“ auf weißem Hintergrund
Wer den Umzug übernimmt, sagt URL-Mapping, Weiterleitungstest und Nachkontrolle schriftlich zu.

Umsetzen sollte den Relaunch, wer URL-Mapping, Weiterleitungen und die Kontrolle nach dem Go-Live verbindlich als Leistung zusagt. Ob das ein internes Team, ein Freelancer oder eine Agentur ist, hängt von Umfang und Budget ab, die Pflichten bleiben dieselben.

Ein internes Team kennt die Inhalte und die Geschichte der Website am besten, verfügt aber selten über Erfahrung mit Umzügen, weil ein Relaunch nur alle paar Jahre ansteht. Ein Freelancer bündelt Konzept, Umsetzung und Weiterleitungen in einer Hand.

Eine Agentur bringt getrennte Spezialisten für Design, Entwicklung und Suchmaschinenoptimierung mit, ein Vorteil bei großen Websites mit mehreren Sprachen oder einem Shop.

Einen Überblick über Anbieter und ihre Schwerpunkte bietet unser Vergleich von Webdesign-Agenturen.

Ein Angebot ohne Weiterleitungsliste als Lieferbestandteil halten wir für unvollständig, egal wie gut die Entwürfe aussehen. Ohne diese Zusage kaufen Unternehmen beim Relaunch die Katze im Sack, denn die Folgen eines fehlenden Mappings zeigen sich erst Wochen nach der Abnahme. Fünf Punkte gehören deshalb schriftlich ins Angebot:

  1. Bestandsaufnahme aller alten URLs aus Search Console, Sitemap und Crawl
  2. URL-Mapping als eigenes Dokument, das Sie vor dem Go-Live freigeben
  3. Test aller Weiterleitungen auf der Testumgebung mit Protokoll der Statuscodes
  4. Prüfung von robots.txt, noindex, Canonical-Tags und Crawler-Einstellungen des Hostings am Go-Live-Tag
  5. Kontrolle von Indexierung und Rankings in den ersten vier Wochen

Ein Go-Live in der umsatzstärksten Saison oder am Freitagnachmittag lässt wenig Raum, um Fehler zu beheben, bevor sie Geld kosten. Ein Go-Live am Dienstag oder Mittwoch außerhalb der Hauptsaison lässt dem Team mindestens zwei volle Arbeitstage zur Korrektur, bevor das Wochenende beginnt.

Die KI-Suche ändert an den Grundregeln weniger, als viele Angebote suggerieren, verlängert aber die Liste der Systeme, für die eine Website erreichbar sein muss, und bestraft tote Adressen spürbarer, weil Assistenten alte Links länger weiterreichen.

Eine Website, deren Adressen sauber umziehen, deren Text im HTML steht und deren Crawler-Einstellungen bewusst gesetzt sind, bleibt bei Google und in den KI-Antworten sichtbar.

Auf den Punkt

Entscheidend ist nicht, wer den Relaunch baut, sondern ob URL-Mapping, Weiterleitungstest und Nachkontrolle schriftlich vereinbart sind. Ohne diese drei Leistungen ist das schönste Design ein Risiko für die Sichtbarkeit.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Website-Relaunch

Geöffnetes Buch mit orangefarbenem Lesezeichenband mit QR-Code und Metalletikett, auf Weiß
Von 301 bis XML-Sitemap: die wichtigsten Fachbegriffe rund um den Website-Relaunch.

301-Weiterleitung

301-Weiterleitung heißt die dauerhafte Umleitung einer Adresse auf eine neue Adresse per HTTP-Statuscode 301. Google wertet das Ziel als kanonische URL und überträgt die Signale der alten Seite. Beim Relaunch ist die 301-Weiterleitung das Standardwerkzeug, gleichwertig mit dem jüngeren Statuscode 308.

302-Weiterleitung

302-Weiterleitung bezeichnet eine vorübergehende Umleitung. Google behält die alte Adresse in den Suchergebnissen und behandelt das Ziel nicht automatisch als kanonisch. Die 302-Weiterleitung ist für befristete Aktionen oder Wartungsseiten gedacht, für einen endgültigen Umzug dagegen ungeeignet.

Canonical-Tag

Canonical-Tag nennt man einen Verweis im Seitenkopf, der Suchmaschinen die bevorzugte Adresse einer Seite angibt. Nach einem Relaunch muss jedes Canonical auf die neue Live-Adresse zeigen. Ein Verweis auf die Testumgebung oder eine alte URL sendet widersprüchliche Signale an Google.

Core Web Vitals

Core Web Vitals sind drei Messwerte von Google für die Nutzererfahrung: Ladezeit des größten Inhalts (LCP), Reaktionszeit auf Eingaben (INP) und Stabilität des Layouts (CLS). Ein Vergleich vor und nach dem Relaunch zeigt, ob neue Vorlagen die Website verlangsamt haben.

Crawler

Crawler heißen Programme, die Websites automatisch abrufen, um Inhalte für eine Suchmaschine oder ein KI-System zu erfassen. Bekannte Beispiele sind Googlebot und der OAI-SearchBot von OpenAI. Welche Crawler eine Website besuchen dürfen, regelt die robots.txt.

Google-Extended

Google-Extended ist ein eigener Eintrag für die robots.txt, mit dem Website-Betreiber die Nutzung ihrer Inhalte für KI-Training und Grounding in Google-Systemen außerhalb der Suche steuern. Auf die Aufnahme in die Google-Suche und das Ranking hat der Eintrag keinen Einfluss.

IndexNow

IndexNow bezeichnet ein offenes Protokoll, über das Website-Betreiber neue, geänderte und gelöschte URLs aktiv an Suchmaschinen melden. Bing, Yandex, Seznam.cz und weitere Anbieter nehmen die Meldungen entgegen. Nach einem Relaunch beschleunigt das Protokoll die Erfassung der neuen Adressen außerhalb von Google.

KI-Übersicht

KI-Übersicht (AI Overview) heißt die von Google erzeugte Zusammenfassung über den klassischen Suchergebnissen, ergänzt um Links zu Quellseiten. In Deutschland erscheint die KI-Übersicht seit März 2025. Als Quelle infrage kommt jede Seite, die indexiert ist und mit Snippet angezeigt werden darf.

noindex

noindex ist eine Anweisung im Seitenkopf oder HTTP-Header, die Suchmaschinen auffordert, eine Seite nicht in den Index aufzunehmen. Testumgebungen nutzen noindex, damit Entwürfe nicht in der Suche landen. Gelangt die Anweisung auf den Live-Server, verschwindet die neue Website aus Google.

OAI-SearchBot

OAI-SearchBot heißt der Crawler, mit dem OpenAI Seiten für die Suchfunktion von ChatGPT erfasst. Sperrt die robots.txt ihn aus, zeigt ChatGPT die Website nicht in seinen Suchantworten. Vom Trainings-Crawler GPTBot lässt er sich getrennt steuern.

robots.txt

robots.txt nennt man die Textdatei im Stammverzeichnis einer Domain, die Crawlern mitteilt, welche Bereiche sie abrufen dürfen. Beim Relaunch ist die Datei eine häufige Fehlerquelle, weil eine Sperre aus der Testumgebung unbemerkt auf die Live-Website übergeht.

Soft-404

Soft-404 bezeichnet eine Seite, die technisch einen Erfolgscode liefert, inhaltlich aber wie eine Fehlerseite wirkt. Google kann auch Sammelumleitungen vieler alter URLs auf die Startseite so einstufen. Die Search Console weist solche Fälle im Bericht zur Seitenindexierung gesondert aus.

URL-Mapping

URL-Mapping heißt die Zuordnungstabelle, die jeder alten Adresse einer Website ihr neues Ziel nach dem Relaunch zuweist. Aus ihr entstehen die Weiterleitungsregeln für den Server. Seiten ohne Nachfolger werden darin bewusst als entfernt markiert statt auf die Startseite gelenkt.

XML-Sitemap

XML-Sitemap bezeichnet eine maschinenlesbare Liste der Adressen, die Suchmaschinen erfassen sollen. Nach dem Relaunch reichen Website-Betreiber die neue Sitemap in der Search Console ein. Die Datei enthält nur die neuen, erreichbaren URLs, keine weitergeleiteten Adressen.

FAQ: Website-Relaunch ohne Sichtbarkeitsverlust: Worauf Unternehmen bei Google und in der KI-Suche achten sollten

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Häufige Fragen zum Website-Relaunch: Erholungszeit, Domainwechsel, KI-Crawler und gelöschte Seiten.

Wann erholen sich die Rankings nach einem Relaunch?

Google veranschlagt für kleine und mittelgroße Websites einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, größere Websites brauchen länger. Bleibt ein Einbruch einzelner Seiten nach vier Wochen bestehen, fehlt meist eine Weiterleitung oder sie führt auf ein unpassendes Ziel.

Muss ich meine Website nach dem Relaunch neu bei Google anmelden?

Eine neue Anmeldung ist nicht nötig, solange die Domain gleich bleibt. Sie reichen die neue XML-Sitemap in der bestehenden Property der Search Console ein und entfernen die alte, sobald Google die neue nutzt. Bei einem Domainwechsel bestätigen Sie die neue Domain als eigene Property und nutzen das Tool zur Adressänderung.

Kann ich KI-Crawler sperren, ohne bei Google an Sichtbarkeit zu verlieren?

Ja, das Training lässt sich getrennt von der Suche sperren. Google-Extended steuert die Nutzung für KI-Training und hat keinen Einfluss auf Aufnahme und Ranking in der Google-Suche. Bei OpenAI sperrt ein Eintrag für den GPTBot das Training, während der OAI-SearchBot für die ChatGPT-Suche weiter zugelassen bleibt.

Brauche ich eine llms.txt oder spezielle Daten für die KI-Suche von Google?

Für die KI-Übersichten und den KI-Modus von Google braucht eine Website keine zusätzlichen KI-Textdateien und keine speziellen strukturierten Daten. Google verlangt nur, dass die Seite indexiert ist und mit Snippet erscheinen darf. Für ChatGPT, Perplexity und andere KI-Crawler zählt dagegen, dass der Text im ausgelieferten HTML steht.

Was passiert mit Seiten, die nach dem Relaunch wegfallen?

Seiten ohne passenden Nachfolger antworten mit dem Statuscode 404 oder 410, Google behandelt beide gleich und nimmt die URL aus dem Index. Existiert eine thematisch passende neue Seite, etwa weil mehrere alte Artikel zusammengelegt wurden, leiten Sie per 301 dorthin um, aber nie pauschal auf die Startseite.

Sollte ich beim Relaunch auch die Domain wechseln?

Ein Domainwechsel zusätzlich zum Relaunch erhöht das Risiko, weil Google dann neben den Pfaden auch die Domain neu zuordnen muss. Ist er unvermeidbar, melden Sie ihn über das Tool zur Adressänderung in der Search Console, Google gibt die Signale danach 180 Tage lang weiter, die Weiterleitungen lassen Sie aber deutlich länger bestehen.

Quellen

Google Search Central | Site moves with URL changes | https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/site-move-with-url-changes | besucht am 08.10.2026

Google Search Central | Redirects and Google Search | https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/301-redirects | besucht am 08.10.2026

Google Search Central | How HTTP status codes, and network and DNS errors affect Google Search | https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/http-network-errors | besucht am 08.10.2026

Google Search Central | AI features and your website | https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features | besucht am 08.10.2026

Google Search Central | Google’s common crawlers (Google-Extended) | https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/google-common-crawlers | besucht am 08.10.2026

Google Search Central | Debugging drops in Google Search traffic | https://developers.google.com/search/docs/monitor-debug/debugging-search-traffic-drops | besucht am 08.10.2026

Google | Search Console-Hilfe: Tool zur Adressänderung | https://support.google.com/webmasters/answer/9370220?hl=de | besucht am 08.10.2026

Google | We’re bringing the helpfulness of AI Overviews to more countries in Europe | https://blog.google/feed/were-bringing-the-helpfulness-of-ai-overviews-to-more-countries-in-europe/ | besucht am 08.10.2026

CIO (dpa) | Google aktiviert AI Mode in Deutschland | https://www.cio.de/article/4069402/google-aktiviert-ai-mode-in-deutschland.html | besucht am 08.10.2026

Pew Research Center | Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results | https://www.pewresearch.org/short-reads/2025/07/22/google-users-are-less-likely-to-click-on-links-when-an-ai-summary-appears-in-the-results/ | besucht am 08.10.2026

Ahrefs | New Study: How Often Do AI Assistants Hallucinate Links? (16 Million URLs Studied) | https://ahrefs.com/blog/how-often-do-ai-assistants-hallucinate-links/ | besucht am 08.10.2026

OpenAI | Overview of OpenAI Crawlers | https://developers.openai.com/api/docs/bots | besucht am 08.10.2026

Cloudflare | Content Independence Day: no AI crawl without compensation! | https://blog.cloudflare.com/content-independence-day-no-ai-crawl-without-compensation/ | besucht am 08.10.2026

Vercel | The rise of the AI crawler | https://vercel.com/blog/the-rise-of-the-ai-crawler | besucht am 08.10.2026

web.dev (Google) | Web Vitals | https://web.dev/articles/vitals | besucht am 08.10.2026

IndexNow | FAQ | https://www.indexnow.org/faq | besucht am 08.10.2026

Maikel Szymanski | Website Relaunch: Checkliste & Anleitung 2026 | https://maikel-szymanski.de/ratgeber/website-relaunch-checkliste | besucht am 08.10.2026

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