Apple Intelligence läuft auf iPhones und Macs in China jetzt mit Alibabas Qwen, gut zwei Jahre nach dem Start im Westen. Wegen des Digital Markets Act warten iPhone-Nutzer in der EU dagegen weiter auf dieselben Funktionen. Ein US-Konzern bringt seine KI mit einem chinesischen Modell nach China, bevor die EU grünes Licht gibt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenApple Intelligence bekam in China lange keine Freigabe, während Huawei, Xiaomi und Honor ihre Geräte längst mit KI ausstatteten. Seit dieser Woche führt Apples Mac-Handbuch eine neue Seite: Siri reicht schwierige Anfragen an Qwen weiter, das Sprachmodell von Alibaba.[1] Damit schließt der Konzern auf dem zweitgrößten Smartphone-Markt eine Lücke von zwei Jahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Qwen von Alibaba übernimmt in China die KI-Funktionen, die im Westen Apples eigene Modelle und OpenAI erledigen.
- Die Freigabe durch Chinas Cyberspace-Behörde dauerte rund 22 Monate, Baidu liefert Teile der Bild- und Sucherkennung zu.
- In der EU verzögert der Digital Markets Act Siris neue KI auf iPhone und iPad ohne Zeitplan, der Mac bekommt sie.
- Apple hält 18,1 Prozent Marktanteil in China und wuchs zuletzt trotz fehlender KI.
Warum lässt Apple in China ein fremdes Modell ran?

Apples eigene Cloud-Modelle dürfen in China nicht arbeiten. Generative KI braucht dort eine Registrierung bei der Cyberspace-Behörde und muss auf inländischer Technik laufen. Also holte sich Apple mit Alibaba einen lizenzierten Partner: On-Device bleibt auf dem Gerät, anspruchsvollere Anfragen gehen an Qwen auf Alibabas Infrastruktur, so wie im Westen an OpenAI.
Die Freigabe zog sich über rund 22 Monate, Baidu steuert Teile der Bild- und Sucherkennung bei. Für Alibaba ist der Deal ein Ritterschlag, dass sogar Apple auf ein chinesisches Modell setzt, während das Silicon Valley leise umsteigt.
Apple verkauft in China längst Hardware und verdient prächtig damit. Neu ist, dass der Konzern seine KI-Seele an Alibaba auslagert, um überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für iPhone-Nutzer in der EU?
In Europa sieht die Lage umgekehrt aus. Apple verschob die neuen Siri-Funktionen auf iPhone und iPad in der EU wegen des Digital Markets Act. Einen Zeitplan nannte der Konzern bis heute nicht.[2] Auf dem Mac kommt die KI dagegen auch in Europa.
Der Grund ist regulatorisch: Brüssels Lesart des DMA würde Apple zwingen, fremden Assistenten denselben tiefen Systemzugriff zu geben wie Siri, vom Lesen der Nachrichten bis zum Auslösen von Käufen. So bekommt ein Nutzer in Schanghai mehr KI aufs iPhone als einer in Stuttgart. Chinesische Anbieter drängen ohnehin nach Europa.
China
Modell: Qwen (Alibaba), dazu Baidu
Status: startet 2026 auf iPhone, iPad und Mac
USA und Westen
Modell: Apples eigene Modelle, dazu OpenAI
Status: seit 2025 im Einsatz
EU
Modell: Apples eigene Modelle
Status: auf iPhone und iPad verzögert (DMA), Mac verfügbar
Was sollten Entscheider jetzt beachten?
Für Firmen mit Apple-Flotten heißt das dreierlei. Auf EU-iPhones und -iPads sollten Sie die neue Siri-KI vorerst nicht einplanen, auf Macs schon. Braucht das Team die Funktionen dringend, führt der Umweg über Mac-Arbeitsplätze.
Heikler ist der Datenschutz auf Reisen: In China laufen die Cloud-Anfragen von Apple Intelligence über Alibaba und damit unter chinesischem Datenrecht. Mitarbeiter mit China-Bezug gehören deshalb in die DSGVO-Bewertung der Gerätestrategie.
Die KI im iPhone ist damit keine globale Konstante mehr, sondern eine Frage des Landes. Geräte-Richtlinien führen Region und KI-Anbieter künftig als eigene Zeile.
FAQ: Apple Intelligence in China mit Alibabas Qwen
Welches KI-Modell steckt hinter Apple Intelligence in China?
In China übernimmt Qwen von Alibaba die anspruchsvollen Funktionen von Apple Intelligence, etwa die Schreibwerkzeuge und die Bildgenerierung. Baidu steuert Teile der Bild- und Sucherkennung bei. Im Westen erledigen dieselben Aufgaben Apples eigene Modelle und OpenAI.
Ist Apple Intelligence in Deutschland verfügbar?
Auf dem Mac ja, auf iPhone und iPad in der EU noch nicht. Apple verschob die neuen Siri-Funktionen für iOS und iPadOS in der EU wegen des Digital Markets Act und nannte dafür bislang keinen Zeitplan.
Warum ist Siris neue KI in der EU verzögert?
Nach Apples Lesart würde der Digital Markets Act den Konzern zwingen, fremden Assistenten denselben tiefen Systemzugriff wie Siri zu gewähren, vom Lesen der Nachrichten bis zum Auslösen von Käufen. Solange dieser Streit mit der EU-Kommission offen ist, bleibt die Funktion auf iPhone und iPad in der EU aus.
Gehen meine Daten an Alibaba?
Auf dem Gerät verarbeitete Anfragen bleiben lokal. Erst wenn eine Anfrage die Cloud braucht, greift in China Qwen auf Alibabas Infrastruktur zu, unter chinesischem Datenrecht. Nutzer außerhalb Chinas sind davon nicht betroffen.
Warum arbeitet Apple ausgerechnet mit Alibaba?
Chinesische Vorschriften verlangen für generative KI eine Registrierung und einen inländischen Betreiber. Apples eigene Cloud-Modelle erfüllen das nicht, also lizenzierte der Konzern Qwen von Alibaba. Die Freigabe durch die Cyberspace-Behörde dauerte rund 22 Monate.
Quellen
[1] Apple (China): „Apple Intelligence auf dem Mac“ (Mac-Benutzerhandbuch)
[2] Apple Newsroom: „Due to DMA, Siri AI Delayed in EU for iOS 27 and iPadOS 27“
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