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BMW steckt mehr als 100 Millionen Euro in eine neue Reinraum-Linie im österreichischen Steyr. Ab Sommer 2029 montiert das Motorenwerk dort das Leistungsmodul, das Kernbauteil des Wechselrichters im Elektroantrieb der Neuen Klasse. Von außen kauft der Konzern dann vor allem die Siliziumkarbid-Chips.

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Zehn Einzelteile, verbunden durch großflächiges Löten und Ultraschallschweißen: So beschreibt BMW das Bauteil, das ab Sommer 2029 in Steyr entstehen soll.[1] Beide Fügeverfahren setzt der Konzern nach eigenen Angaben zum ersten Mal ein. Für die Montage richtet das Werk einen neuen Reinraum ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • BMW investiert in Steyr bis 2029 mehr als 100 Millionen Euro in eine Fertigungslinie für Leistungsmodule.
  • Das Modul schaltet im Wechselrichter der Gen6-Elektromotoren den Strom aus der Batterie.
  • Wie viele Stellen zusätzlich entstehen, sagt BMW nicht.
  • Als Grund nennt der Konzern einen flexibleren Halbleitereinkauf und weniger Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten.

Was fertigt BMW in Steyr künftig selbst?

Platine unter Glassturz mit handgeschriebenem Zettel
Das Werk fertigt seit August 2025 Gen6-Antriebe der Neuen Klasse in Serie. 1.000 der 4.700 Beschäftigten arbeiten daran. Die Motoren gehen nach Debrecen zur iX3-Produktion

Seit August 2025 baut das Werk die Gen6-Antriebe der Neuen Klasse in Serie, Rotor, Stator und Wechselrichter inklusive. Rund 1.000 der 4.700 Beschäftigten arbeiten in dieser Fertigung. Die Motoren gehen unter anderem nach Debrecen, wo BMW den iX3 in neun Monaten 50.000-mal baute.

Das Leistungsmodul für den Wechselrichter bezieht Steyr bislang von außen. Ab 2029 übernimmt das Werk die vorgelagerte Lieferkette und die Montage dieses Bauteils.[1] Helmut Hochsteiner, Leiter der E-Antriebsfertigung, bereitet die Belegschaft nach eigenen Worten bereits auf die neuen Aufgaben vor.

Warum holt BMW das Leistungsmodul ins eigene Werk?

Im Modul sitzen die Leistungshalbleiter, die den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den Motor umformen. Bei Gen6 bestehen diese Schalter aus Siliziumkarbid, das bei 800 Volt weniger Energie verliert als klassische Silizium-Bauteile. Gegenüber der Vorgängergeneration nennt BMW 40 Prozent geringere Energieverluste und 20 Prozent niedrigere Kosten.

Mit eigener Montage kauft BMW die nackten Chips und setzt das Modul selbst zusammen. Fällt ein Halbleiterlieferant aus, lässt sich ein anderer leichter einbinden, als wenn ein Zulieferer das komplette Modul liefert. Harald Gottsche, Geschäftsführer der BMW Motoren GmbH, spricht von weniger Abhängigkeiten „in einem geopolitisch sensiblen Technologiefeld“.[1] Siliziumkarbid-Chips für die Neue Klasse liefert unter anderem der japanische Hersteller Rohm, wie das Unternehmen im September mitteilte.

Wie schnell Autochips knapp werden, zeigte der Herbst 2025: Nach dem Streit um den Chiphersteller Nexperia stoppte Peking die Ausfuhr von Nexperia-Chips aus China, Europas Autobauer gerieten in eine akute Lieferkrise. BYD fertigt seine Leistungshalbleiter längst selbst und rückte damit 2024 in die globale Top 10 der Anbieter vor.

Das Leistungsmodul aus Steyr
BMWs Investition im Motorenwerk, Stand 14. Oktober 2026
> 100 Mio. €
investiert BMW bis 2029 in die neue Linie samt Reinraum
Sommer 2029
soll die Fertigung der Leistungsmodule anlaufen
10 Teile
fügt das Werk je Modul zusammen, mit großflächigem Löten und Ultraschallschweißen
4.700
Beschäftigte arbeiten im Werk Steyr, rund 1.000 davon in der E-Antriebsfertigung
> 1 Mio.
Benzin- und Dieselmotoren liefert Steyr weiterhin pro Jahr an die BMW-Werke

Was bedeutet der Schritt für Österreich und die Zulieferer?

Steyr liefert weiterhin mehr als eine Million Benzin- und Dieselmotoren pro Jahr an die BMW-Werke.[1] Mit dem Leistungsmodul wandert ein weiterer Teil der Wertschöpfung am Elektroantrieb in das Werk. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sagt: „Die Autos der Zukunft sollen nicht nur in Europa fahren, sondern auch hier produziert werden.“ Bund und Land Oberösterreich unterstützen das Projekt.

Ohne Leistungsmodul läuft kein Elektromotor vom Band, deshalb montiert BMW dieses Bauteil ab 2029 lieber selbst.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Für Zulieferer von Leistungselektronik heißt das: BMW verhandelt bei diesem Bauteil künftig direkt mit den Chipherstellern, die Montage zum Modul bleibt im eigenen Werk. Auch Siemens setzt auf das Feld und baut in Erlangen einen Campus für Leistungselektronik. Einkäufer in der Industrie sollten prüfen, welche Halbleiter in ihren eigenen Produkten nur aus einer Quelle kommen.

Quelle

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  1. BMW Group PressClub ÖsterreichBMW Group Werk Steyr bringt modernste Leistungselektronik nach Österreich13.10.2026

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