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Bis zum 23. Oktober sammelt die britische Regierung Stellungnahmen zu ihrer Quote für emissionsfreie Neuwagen. Neben den geltenden 80 Prozent für 2030 stehen 70, 60 und 50 Prozent zur Wahl, Toyota verlangt die niedrigste Stufe. Großbritannien ist der größte Exportmarkt der deutschen Autoindustrie.

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Von Januar bis September waren 26,2 Prozent der britischen Neuwagen reine Elektroautos, meldet der Branchenverband SMMT.[2] Vorgeschrieben sind für 2026 schon 33 Prozent. Um die Lücke zu schließen, geben die Hersteller Rabatte und kaufen Zertifikate zu.

Das Wichtigste in Kürze

  • London prüft für 2030 Quoten von 70, 60 oder 50 statt 80 Prozent emissionsfreier Neuwagen.
  • Eine vierte Option hält an 80 Prozent fest und verlängert die Ausgleichsregeln bis 2034.
  • Laut dem Fachmagazin Fleet News tendieren die Minister zu 60 Prozent, entschieden ist nichts.
  • Am Verkaufsende reiner Benziner und Diesel 2030 hält London fest, ebenso am Ziel von 100 Prozent für 2035.

Wie funktioniert die britische E-Auto-Quote?

Weißes USB-C-Kabel und Messlatte mit Schieber auf 65, Notiz „Neu verhandelbar“
Seit 2024 müssen Hersteller Mindestanteile emissionsfreier Neuzulassungen erreichen. Defizite können durch sparsamere Verbrenner oder Zertifikate anderer Hersteller ausgeglichen werden

Die Quote, im Gesetz ZEV-Mandat genannt, schreibt seit 2024 jedem Hersteller einen Mindestanteil emissionsfreier Neuzulassungen vor.[1] Fehlende Elektroautos gleicht ein Hersteller mit Zertifikaten für sparsame Verbrenner und Hybride aus, mit Vorgriffen auf spätere Jahre oder mit Zertifikaten von Konkurrenten. 2024 erfüllte der Markt so die Vorgabe von 22 Prozent, obwohl nur 19,8 Prozent der Neuwagen elektrisch fuhren.

Ein Zertifikat kostete 2024 im Schnitt umgerechnet rund 4.700 Euro (EZB-Kurs vom 16. Oktober).[1] So verbilligt die Quote Elektroautos zulasten der Hersteller.

Warum will London die Quote lockern?

Das Verkehrsministerium nennt gestiegene Kosten, eine schwer berechenbare Nachfrage und rasch steigende Jahresziele.[1] Toyota fordert in einer Stellungnahme vom 16. Oktober höchstens 50 Prozent für Pkw, 40 Prozent für leichte Nutzfahrzeuge und Ausgleichsregeln bis 2035.[3]

Zugleich kommen Plug-in-Hybride von Januar bis September auf 14,1 Prozent der Neuzulassungen.[2] Das Ministerium warnt selbst, dass diese Autos im Alltag mehr CO2 ausstoßen als im Prüfzyklus.[1] London steht mit der Lockerung nicht allein: Washington hat seine CO2-Vorgaben für Neuwagen gestrichen und will den Handel mit Verbrauchsgutschriften beenden, Kanada will seine E-Auto-Quote abschaffen.[1]

Eine Quote von 60 statt 80 Prozent erspart den Herstellern die Rabatte, die britische Käufer bisher beim Elektroauto mitnehmen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Die britische E-Auto-Quote in Zahlen
Ziel, Ist-Stand und Kosten in Euro
80 %
Pflichtanteil emissionsfreier Neuwagen 2030, zur Wahl stehen 70, 60 und 50 %
26,2 %
Elektroanteil an den Neuwagen von Januar bis September 2026, Pflicht sind 33 %
14.200 €
Strafe je fehlendem Elektroauto nach Ausschöpfen aller Ausgleichsregeln
3.300 €
durchschnittlicher Rabatt je Elektroauto 2025, geschätzt von der Regierung

Was bedeutet das für deutsche Hersteller?

Nach einer Auswertung der Initiative Klimaneutrales Deutschland stieg der Anteil reiner Elektroautos an den deutschen Pkw-Ausfuhren nach Großbritannien binnen sieben Jahren auf über 40 Prozent. Die Initiative sieht darin eine Stütze für Emden und Zwickau, wo Volkswagen zuletzt die Produktion von Elektroautos hochgefahren hat. Eine niedrigere Quote dürfte den Zertifikatspreis senken: Hersteller mit hohem Elektroanteil verdienen dann weniger an überschüssigen Zertifikaten.

Auch in Brüssel stehen die Vorgaben zur Debatte: Die EU-Kommission will für 2035 nur noch 90 Prozent weniger CO2 verlangen,[1] Berlin und Paris wollen sich mit 80 Prozent begnügen.

Fuhrparkverantwortliche mit britischen Standorten sollten die Leasingangebote im vierten Quartal prüfen: Für 33 Prozent im Gesamtjahr fehlen nach SMMT-Rechnung rund 265.000 Elektroauto-Zulassungen.[2] Tiefe Rabatte drücken allerdings den Restwert gebrauchter Elektroautos. Zulieferer rechnen für 2030 besser mit einer Spanne von 50 bis 80 Prozent.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. GOV.UK, Department for TransportZero emission vehicle mandate review (Konsultation vom 14. August 2026, Frist)23.10.2026
  2. SMMTRecord electric car market powers bumper September05.10.2026
  3. Toyota Motor EuropeMade with Europe: Toyota calls for partnership and pragmatism to secure Europe’s automotive competitiveness16.10.2026

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