Bis zu 710 Kilowatt Ladeleistung nennt Mercedes-AMG für sein neues Elektro-SUV, allerdings nur für die Topversionen ab Frühjahr 2027. Ionitys neuer Ladepark in Karlsruhe gibt am CCS-Stecker höchstens 600 Kilowatt ab. Das Einstiegsmodell für 113.050 Euro liegt über der Preisgrenze der 0,25-Prozent-Regel für Dienstwagen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenVier Minuten: Um so viel schneller lädt die große Batterie laut Mercedes an einer 710-kW-Säule als an einem Lader mit 400 Kilowatt, 12 statt 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent.[1] Für die volle Leistung braucht das Auto rund 1.000 Ampere, die über CCS etwa die im Juni vorgestellte Ladesäule HP Dispenser von Alpitronic liefert.[3]
Das Wichtigste in Kürze
- Mit 128 kWh lädt der AMG GT SUV bis zu 710 kW, mit 106 kWh bis zu 600 kW.
- Ab 20. Oktober bestellbar ist nur der GT 53 mit der kleinen Batterie.
- Schmale, ölgekühlte Rundzellen sollen hohe Ladeströme wiederholt aufnehmen.
- Als Dienstwagen gilt für den GT 53 die 0,5-Prozent-Regel.
Was steckt in der Batterie?

Mercedes-AMG setzt auf schmale Rundzellen mit 26 Millimetern Durchmesser und 105 Millimetern Höhe. Je kürzer der Weg vom Zellkern zur Oberfläche, desto schneller fließt die Wärme ab, zusätzlich umströmt ein nichtleitendes Öl jede Zelle.[1] Die Zellchemie kombiniert eine NCMA-Kathode mit siliziumhaltiger Anode.
Für die Großserie zeichnet sich laut dem koreanischen Fachportal The Elec der umgekehrte Weg ab: Ab 2028 soll LG Energy Solution Rundzellen mit 46 Millimetern Durchmesser liefern. Dicke Zellen sparen Kosten und Bauteile, dünne Zellen halten hohe Ladeströme wiederholt aus. Im GT 63 leisten drei Axialflussmotoren zusammen bis zu 860 kW.[1]
Wo liefert eine Säule 710 Kilowatt?
Im 200. deutschen Ladepark von Ionity, eröffnet im September in Karlsruhe, verteilt ein HYC1000-System von Alpitronic ein Megawatt auf vier Säulen, ein CCS-Ladepunkt kommt auf bis zu 600 kW.[2] Mehr bietet über CCS im HYC1000-System erst der neue HP Dispenser. Ein Prototyp lud bei der Rekordfahrt des Mercedes-Konzeptautos AMG GT XX im Schnitt mit rund 850 kW.[3]
In zehn Minuten lädt das SUV an der passenden Säule 83 kWh nach,[1] im Mittel also rund 500 kW. Der Spitzenwert liegt demnach nur einen Teil der Zeit an. Höher liegen die Werte in China: Geely hat ein Ladesystem mit 1.800 Kilowatt vorgestellt. BYD hat dagegen seine 3.000 Schnellladesäulen für Europa auf Ende 2027 verschoben.
Die 710 Kilowatt sind ein Versprechen an die Ladesäulen von 2027. An heutigen 400-kW-Säulen kostet der Rückstand vier Minuten.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Preis für Firmenwagen?
Bis 100.000 Euro Bruttolistenpreis setzen Dienstwagenfahrer bei Elektroautos für die Ein-Prozent-Regel ein Viertel des Listenpreises an, darüber die Hälfte.[4] Für den GT 53 nennt Mercedes 113.050 Euro inklusive Mehrwertsteuer.[1] Der geldwerte Vorteil beträgt damit 565 Euro im Monat, doppelt so viel wie mit der 0,25-Prozent-Regel. Beim BYD Atto 8 entscheidet dieselbe Grenze über den Steuersatz.
Flottenmanager sollten die Ladeleistung im Datenblatt mit den Säulen auf ihren Stammstrecken abgleichen. In den Ladesäulenkarten gängiger Apps lassen sich die Säulen entlang einer Route nach Ladeleistung und Steckertyp filtern; welche Lade-Apps dafür taugen, zeigt der Vergleich der Lade-Apps für E-Autos. Bei 18,8 bis 23,8 kWh je 100 Kilometer nach WLTP[1] bestimmt der Preis je Kilowattstunde die Kosten stärker als die Spitzenleistung, ein Blick auf die Ladetarife lohnt.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Mercedes-Benz MediaHigh-Tech SUV mit Sportwagen-DNA: Der neue Mercedes-AMG GT SUV
- electriveIonity eröffnet 200. deutschen Ladepark in Karlsruhe
- electriveAlpitronic erhöht CCS-Ladeleistung des HYC1000-Systems auf 1.000 kW
- Bundesministerium der Justiz§ 6 Einkommensteuergesetz, Bewertung (abgerufen am 19. Oktober 2026)
Mehr Newshunger?
- BYD plant 90.000 Schnellladestationen, so dicht wie Chinas Tankstellennetz
- Ein Megawatt aus einem schwachen Netz: XPengs neue Ladestation
- 480 Kilowatt am Konzernsitz: EnBW baut seinen bislang schnellsten Ladepark
- Bremst der Netzanschluss im Jahrestakt den Ausbau der Schnellladeparks?
- Deutschlandnetz an der Autobahn: 100 von 200 Ladeparks in Betrieb, fertig wohl erst 2028
- Mercedes-Benz verkauft 61 Prozent mehr E-Autos, der Pkw-Absatz fällt trotzdem um 8 Prozent
- Wertverlust Elektroauto: Schlimmer als beim iPhone?
