Von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten soll der BYD Atto 8 laden, sobald das Elektro-SUV im ersten Quartal 2027 zu den Händlern kommt. Die 3.000 Flash-Ladesäulen für Europa plant BYD inzwischen bis Ende 2027, gut acht Monate später als im April angekündigt. In Deutschland hat der Konzern bislang keine öffentliche Station gemeldet.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAuf dem Pariser Autosalon zeigte BYD am 12. Oktober den Atto 8, ein 5,04 Meter langes Elektro-SUV mit sieben Sitzen und einem Akku von 115 Kilowattstunden.[1] Als erstes Modell der Marke in Europa ist der Siebensitzer für das Flash Charging ausgelegt, bisher konnten nur Autos der Schwestermarke Denza diese Technik nutzen. „Als Technologieunternehmen steht BYD dafür, Innovationen in die Realität zu bringen“, sagt Vizepräsidentin Stella Li.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Atto 8 lädt laut BYD in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent, rechnerisch mit rund 830 Kilowatt im Schnitt.
- Europäische Händler verkaufen das SUV ab dem ersten Quartal 2027, einen Preis nennt BYD noch nicht.
- Die 3.000 Flash-Stationen für Europa sollen bis Ende 2027 stehen, im April hatte BYD dafür zwölf Monate angesetzt.
- Jede Säule zieht höchstens 560 Kilowatt aus dem Netz, ein Speicher liefert den Rest.
Was verspricht BYD an der Ladesäule?

Von 10 auf 70 Prozent fließen bei 115 Kilowattstunden rund 69 Kilowattstunden in den Akku. Fünf Minuten für diese Menge entsprechen einer mittleren Ladeleistung von etwa 830 Kilowatt. Für 10 auf 97 Prozent nennt BYD neun Minuten.[1] Zum Vergleich: Der BMW iX4 50 lädt mit höchstens 400 Kilowatt und braucht von 10 auf 80 Prozent 21 Minuten.
Die Reichweite gibt BYD nach WLTP mit 602 bis 653 Kilometern an. Weder Preis noch Produktionsort hat BYD bisher veröffentlicht. Stammt das Auto aus China, verlangt die EU 17 Prozent Ausgleichszoll plus 10 Prozent Einfuhrzoll.
Warum verspätet sich das Ladenetz?
Zur Europapremiere der Marke Denza am 8. April kündigte BYD 6.000 Flash-Stationen außerhalb Chinas binnen zwölf Monaten an, davon 3.000 in Europa.[2] In der Mitteilung zum Atto 8 steht für dieselben 3.000 europäischen Stationen nun Ende 2027.[1] Einen Grund für den neuen Termin nennt BYD nicht. Selbst für Ende 2027 müsste BYD im Schnitt knapp 50 Stationen pro Woche eröffnen.
Die Demo-Säule im Allgäu ist nach Branchenberichten wieder abgebaut, eine öffentliche Station hat BYD hierzulande bislang nicht gemeldet. Große Netzbetreiber vergeben Anschlüsse für Ladeparks künftig in Vergaberunden nach Punkten. Ein eingebauter Speicher verkleinert den nötigen Anschluss: Jede Station gibt bis zu 1.500 Kilowatt an einem Stecker ab, bezieht aus dem Netz aber nur 100 bis 560 Kilowatt.[3] Rechnerisch reichen die 370 Kilowattstunden im Speicher für gut fünf Ladungen dieser Größe. In China plant BYD 90.000 solcher Stationen. XPeng nutzt in Hongkong dasselbe Prinzip.
Fünf Minuten Ladezeit verkauft BYD ab dem Frühjahr, die passenden Säulen in Deutschland muss der Konzern erst noch bauen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Käufer und Fuhrparks?
An den Flash-Säulen laden alle Autos mit CCS2-Stecker, allerdings nur so schnell, wie ihr eigener Akku zulässt.[3] BYD rechnet pro Kilowattstunde ab, Fahrer von BYD und Denza bekommen einen Rabatt. Eine Kartenzahlung ohne Vertrag schreibt die EU-Verordnung AFIR an neuen Schnellladepunkten ohnehin vor.[4]
Wie schnell der Atto 8 an gewöhnlichen Schnellladern lädt, teilt BYD bislang nicht mit. Fuhrparkverantwortliche fragen diesen Wert vor einer Bestellung am besten beim Händler ab, solange auf ihren Strecken keine Flash-Säule steht. Für die Kosten unterwegs lohnt ein Blick auf die Ladetarife der großen Netze. Häufiges Schnellladen lässt zudem die Zellen schneller altern.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- BYD DeutschlandBYD ATTO 8: SUV-Flaggschiff mit FLASH Charging auf der Paris Motor Show 2026
- DenzaDENZA goes global with ‚Technology Drives Elegance’
- BYD UKBYD Group FLASH Charging: Key Questions Answered
- EUR-LexVerordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR)
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