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Ionity rüstet seine Schnellladeparks für die Kartenzahlung nach, ohne jede Säule mit einem eigenen Lesegerät auszustatten. An mehr als 60 deutschen Standorten hängt bereits ein zentrales Terminal an einem Mast, verpackt als Vogelhäuschen. Den Takt gibt eine EU-Frist vor, die am 1. Januar 2027 abläuft.

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Am Ionity-Standort Gruibingen Süd an der A8 beginnt das Ad-hoc-Laden mit einem kurzen Fußweg: Fahrer aktivieren zuerst das Display der Ladesäule, zahlen dann kontaktlos am Terminal auf einem Laternenmast und stecken erst danach das Kabel ein. Ein einziges Gerät bedient alle Säulen des Ladeparks.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Ionity rüstet 464 Ladeparks in 22 Ländern mit zentralen Kartenterminals nach, in Deutschland hängen sie an mehr als 60 Standorten.
  • Ein Terminal am Mast bedient alle Säulen eines Standorts und ist für ältere Lader ohne eingebautes Lesegerät gedacht.
  • Die EU-Verordnung AFIR verlangt die Kartenzahlung ab dem 1. Januar 2027 auch an älteren Schnellladern im transeuropäischen Straßennetz.
  • Fahrer mit Ladekarte oder App laden unverändert an der Säule.

Warum hängt das Kartenterminal am Mast statt an der Säule?

Weißer Kasten in Hausform mit kontaktlosem Bezahlterminal auf hellem Hintergrund
Felix Sold von Ionity erklärt, dass alte Ladesäulen keinen Kartenleser ermöglichen. Das Terminal orientiert sich am Ionity-Logo des Rotmilans und ähnelt einem Vogelhäuschen

Felix Sold, bei Ionity für Marketing, Marke und Kommunikation verantwortlich, begründet die zentralen Terminals gegenüber electrive mit dem Alter der Technik: In ältere Ladesäulen lasse sich ein Kartenleser nicht ohne Weiteres einbauen.[1] Die Form folgt dem Markensymbol von Ionity, dem Rotmilan. „Deshalb wurde aus dem Kartenterminal ein Vogelhäuschen“, sagt Sold.

Für den Betreiber zählt die Stückzahl. Jedes Lesegerät für Bankkarten braucht eine Datenverbindung und eine Zulassung für den Zahlungsverkehr. Ein Terminal je Ladepark statt eines Geräts an jeder Säule senkt Anschaffung und Wartung. Spontanlader bezahlen die Lösung mit zwei zusätzlichen Wegen über den Parkplatz.

Welche Frist setzt die EU?

Die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, kurz AFIR, gilt seit dem 13. April 2024. Neue öffentliche Ladepunkte ab 50 Kilowatt brauchen seitdem einen Kartenleser oder ein Gerät für kontaktloses Bezahlen, ein QR-Code genügt bei dieser Leistung nicht.[2] Ab dem 1. Januar 2027 gilt die Pflicht auch für ältere Schnelllader entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes TEN-V und auf sicheren und gesicherten Parkflächen.

Ionity betreibt seine Ladeparks vor allem an Autobahnen und damit im TEN-V-Netz, viele Standorte stammen aus der Zeit vor dem AFIR-Stichtag. Sold ordnet den Umbau ausdrücklich der Umsetzung der EU-Vorgaben zu. Aus Sicht von Ionity erfüllt ein Gerät am Mast die Pflicht für einen ganzen Ladepark auf einmal.

Die AFIR-Frist macht die Bankkarte an der Autobahn zum Standard, nach Jahren mit einem Dutzend Ladekarten im Handschuhfach.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Kartenzahlung an Schnellladern: Ionity und die AFIR-Frist
Ein zentrales Terminal je Ladepark statt eines Lesegeräts an jeder Säule
464
Ionity-Standorte in 22 Ländern bekommen ein zentrales Kartenterminal
über 60
deutsche Ladeparks haben das Terminal am Mast bereits, etwa Gruibingen Süd an der A8
ab 50 kW
Ladeleistung schreibt die AFIR Kartenleser oder kontaktloses Bezahlen vor, ein QR-Code genügt nicht
1.1.2027
Stichtag für ältere Schnelllader im TEN-V-Netz, gebaut vor dem 13. April 2024

Was ändert sich für Fahrer und Flotten?

Spontanes Laden ohne Vertrag bleibt bei Ionity der teuerste Weg. Zum 1. Juli 2026 erhöhte Ionity die Preise im Schnitt um vier Prozent, günstiger laden nur Kunden mit Monatsabo. Wie weit Betreiber beim Preis zwischen Vertriebswegen unterscheiden dürfen, klären inzwischen Gerichte: Am 6. Oktober untersagte das Landgericht München I dem Betreiber EWE Go, dem Roaming-Anbieter DCS mehr zu berechnen als den eigenen App-Kunden. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht.

Flotten mit Ladekarten betrifft der Umbau nicht. Für Gelegenheitsfahrer ohne Ladekarte und für Reisende aus dem Ausland wird das Laden an der Autobahn dagegen einfacher, weil ältere Schnelllader ab 50 Kilowatt im TEN-V-Netz bis Jahresende Bankkarten annehmen müssen. Vergleichen Sie vor längeren Fahrten die Ladetarife Ihrer Karte mit dem Ad-hoc-Preis am Display und planen Sie an Ionity-Standorten mit Mast-Terminal den Weg zur Kasse vor dem Einstecken ein.

Quellen

[1] electrive: „Bei Ionity geht’s ad hoc zum Bezahl-Vogelhäuschen“ (7. Oktober 2026)

[2] Amtsblatt der Europäischen Union: „Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR)“ (13. September 2023)

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