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BYD-Vizepräsidentin Stella Li brachte Frankreich als Standort für ein weiteres Werk des Konzerns in Europa ins Spiel und nannte den günstigen Strom als Grund. Deutsche Firmenkunden zahlten zuletzt fast die Hälfte mehr für die Kilowattstunde als französische. An der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Autofabriken hatte BYDs Europa-Berater schon im Juli gezweifelt.

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„Frankreich ist in der engeren Auswahl“, sagte Li am Rande des Pariser Autosalons dem Sender BFM Business. Neben dem Werk im ungarischen Szeged will BYD ein zweites und ein drittes Werk in Europa betreiben, wie IT Home unter Berufung auf die Wirtschaftszeitung Yicai berichtet.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • BYD sucht nach Szeged zwei weitere Pkw-Werke in Europa, Frankreich und Spanien gelten als Favoriten.
  • Stella Li begründet die Kandidatur Frankreichs mit dem Strompreis.
  • Firmenkunden in Deutschland zahlten Ende 2025 laut Eurostat 22,64 Cent je Kilowattstunde, in Frankreich 15,34 Cent.
  • In Europa gebaute Elektroautos entgehen dem EU-Ausgleichszoll von 17 Prozent auf BYD-Importe aus China.

Wie weit ist BYD mit seinen Werken in Europa?

Steckerleiste mit Modellauto und Kartonfabrik mit Schild „Standort gesucht“ vor weißem Grund
BYD startet Serienfertigung in Szeged im vierten Quartal. Konzern sucht Fabriken in Spanien und Frankreich für weitere europäische Standorte

Die Serienfertigung in Szeged soll im vierten Quartal anlaufen.[1] Probeweise montiert BYD dort seit Januar Autos, ursprünglich war der Start für Ende 2025 geplant. Für die nächsten Standorte sucht der Konzern bestehende Fabriken, die er kaufen oder pachten kann. Im Juli nannte Alfredo Altavilla, Sonderberater für Europa, Spanien und Frankreich als Kandidaten, Italien gilt nur noch als Ausweichlösung.

Langfristig plant BYD nach einem Bloomberg-Bericht drei Montagewerke und eine Batteriefabrik in Europa. Das geplante Werk in der Türkei liegt dagegen auf Eis. Mit einer übernommenen Fabrik wiederholt BYD ein Muster aus Brasilien, wo der Konzern im früheren Ford-Werk Camaçari sein erstes Auto vor Ort baut.

Welche Rolle spielt der Strompreis?

Den Strompreis nannte Li als Grund, warum Frankreich auf der Liste steht. Laut Eurostat zahlten Unternehmen mit 500 bis 2.000 Megawattstunden Jahresverbrauch im zweiten Halbjahr 2025 in Frankreich 15,34 Cent je Kilowattstunde, in Deutschland 22,64 Cent.[2] Spanien lag mit 13,24 Cent noch darunter, Ungarn mit 21,32 Cent nahe am deutschen Wert.

Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Standorte zog Altavilla im Juli in Zweifel, wie Reuters berichtete. Der Berater verwies auf hohe Kosten und schwach ausgelastete Werke. Bei Batteriezellen zeigt sich ein ähnliches Bild: Deutschland kann die Zellen fertigen, nur nicht zum chinesischen Preis.

Was BYD bei der Standortwahl rechnet
Strompreise für Firmenkunden und EU-Zoll im Vergleich, Stand 14. Oktober 2026
22,64 ct
zahlten Firmenkunden in Deutschland je Kilowattstunde, ohne Mehrwertsteuer
15,34 ct
kostete die Kilowattstunde in Frankreich, knapp ein Drittel weniger als in Deutschland
13,24 ct
verlangten Versorger in Spanien, dem zweiten Favoriten für ein BYD-Werk
27 %
Zoll fallen auf einen BYD-Stromer aus China an: 10 % Einfuhrzoll plus 17 % Ausgleichszoll

Was bedeutet ein Werk in Frankreich für den deutschen Markt?

Hinter der Suche steckt der Ausgleichszoll. Seit Ende Oktober 2024 erhebt die EU auf Elektroautos von BYD aus China 17 Prozent zusätzlich zum Einfuhrzoll von 10 Prozent.[3] Für ein Auto aus Szeged oder aus Frankreich fallen beide Abgaben weg. Plug-in-Hybride erfasst der Ausgleichszoll nicht, deren Einfuhr will Brüssel aber künftig deutlich begrenzen. Geely geht denselben Weg und steigt bei Fords Werk in Valencia ein.

BYD verkauft in Deutschland mehr Autos als Tesla, will sie aber dort bauen, wo der Strom ein Drittel weniger kostet.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Von Januar bis August zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 36.748 neu zugelassene BYD, mehr als Tesla. Zulieferer sollten die Standortwahl bis zum Jahresende verfolgen, denn die EU plant Vorgaben für einen Mindestanteil europäischer Teile. Flottenkunden können Spielraum bei den Preisverhandlungen gewinnen, sobald die ersten zollfreien Modelle aus Szeged bei den Händlern stehen.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. IT Home (IT之家) nach Yicai比亚迪欧洲建厂最新计划:匈牙利厂 Q4 启动大规模生产,法国已进入候选14.10.2026
  2. EurostatElectricity prices for non-household consumers, bi-annual data (nrg_pc_205) (abgerufen am 14. Oktober 2026)
  3. Europäische KommissionEU Commission imposes countervailing duties on imports of battery electric vehicles (BEVs) from ChinaOktober 2024

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