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Fast 600.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufte Europa im September, so viele wie in keinem Monat zuvor. Nordamerika verlor 44 Prozent, China 18 Prozent, weltweit sank der Absatz laut Benchmark Mineral Intelligence um 2 Prozent. Den US-Einbruch erklärt vor allem der Kaufansturm im Vorjahresmonat.

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Charles Lester rechnet damit, dass sich die Vorjahresvergleiche für Nordamerika ab dem vierten Quartal „deutlich verbessern“. Der Datenchef der Benchmark-Tochter Rho Motion begründet das mit der Basis: Verglichen wird dann mit Monaten, in denen die US-Steuergutschrift für Elektroautos schon abgeschafft war.[1] Bis dahin laufen die großen Märkte auseinander.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit wurden im September 2,15 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride verkauft, 2 Prozent weniger als vor einem Jahr.
  • Europa wuchs um 39 Prozent und übertraf den Rekord vom Juni um 10 Prozent.
  • In Nordamerika fiel der Absatz um 44 Prozent, in China um 18 Prozent.
  • In Deutschland trugen allein die reinen Elektroautos das Wachstum, Plug-in-Hybride blieben auf Vorjahresniveau.

Wo wächst der Markt, wo schrumpft er?

Weiße Waage mit Modellautos und einem orangen Etikett „+39 %“, aufgenommen vor weißem Hintergrund
Elektroautoverkäufe in Europa um 50 Prozent gestiegen. Deutschland verzeichnete 117.000 Fahrzeuge, 61 Prozent mehr als im Vorjahr

In Europa stiegen die Verkäufe reiner Elektroautos um 50 Prozent, die der Plug-in-Hybride um 16 Prozent. Großbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal und Finnland meldeten jeweils ihren stärksten Monat. Deutschland kam laut Benchmark auf 117.000 Fahrzeuge, 61 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.[1]

Am schnellsten wächst die übrige Welt: Außerhalb von China, Europa und Nordamerika kamen rund 310.000 Fahrzeuge hinzu, ein Plus von 81 Prozent. Seit Januar summiert sich das auf 2,3 Millionen und damit fast auf das Doppelte des nordamerikanischen Absatzes. Weltweit stehen nach neun Monaten 15,5 Millionen Fahrzeuge zu Buche, 3 Prozent mehr als im Vorjahr.[1]

Warum verkaufen Nordamerika und China weniger?

Der US-Rückgang ist zum großen Teil ein Basiseffekt. Ende September 2025 lief die Steuergutschrift von 7.500 Dollar aus, umgerechnet rund 6.500 Euro. Viele Käufer zogen ihren Kauf deshalb in diesen Monat vor. Schon im August lag Nordamerika 33 Prozent unter dem Vorjahr, Benchmark hatte für September einen ähnlich starken Einbruch angekündigt.[2] Ohne die Gutschrift greifen viele Käufer zum Hybrid ohne Stecker. Die Hersteller ziehen nach: Lucid fährt mit einem Sparprogramm seine Lagerbestände herunter.

In China bremst eine Steueränderung die heimische Nachfrage: Seit Januar zahlen Käufer von Elektroautos erstmals die halbe Kaufsteuer von 5 Prozent. Der Elektroanteil lag im August trotzdem über 60 Prozent, weil Verbrenner noch stärker verlieren.[2] Chinas Autobauer weichen ins Ausland aus: Mit 558.000 Fahrzeugen exportierte China so viele Elektroautos und Plug-in-Hybride wie nie.[1] Ab April 2027 wird der Export teurer, weil Peking die Rückerstattung der Mehrwertsteuer von 13 auf 9 Prozent kürzt.

Nordamerikas Minus von 44 Prozent ist vor allem Statistik. Ernster für Europas Hersteller ist Chinas Exportrekord von 558.000 Fahrzeugen in einem Monat.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Der E-Auto-Markt im September 2026
Verkaufte Elektroautos und Plug-in-Hybride nach Region, Veränderung zum Vorjahresmonat
+39 %
Europa: fast 600.000 Fahrzeuge, 10 Prozent mehr als beim bisherigen Rekord im Juni
−44 %
Nordamerika: rund 130.000 Fahrzeuge, im Vorjahresmonat lief die US-Steuergutschrift aus
−18 %
China: 1,11 Millionen Fahrzeuge, dafür ein Exportrekord von 558.000 Fahrzeugen
+81 %
übrige Welt: rund 310.000 Fahrzeuge, seit Januar fast doppelt so viele wie in Nordamerika
34,5 %
Anteil reiner Elektroautos an den deutschen Neuzulassungen, 88.599 Fahrzeuge

Was bedeutet das für Deutschland?

Den deutschen Zuwachs tragen allein die reinen Elektroautos. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte im September 88.599 neue E-Autos, ein Anteil von 34,5 Prozent. Die 27.681 Plug-in-Hybride lagen dagegen genau auf dem Stand des Vorjahresmonats.[3] Ähnlich sieht es in Österreich aus, wo jeder dritte Neuwagen elektrisch fährt, ohne Kaufprämie vom Bund.

Der Hochlauf hilft den Herstellern bei den EU-Flottengrenzwerten, die für 2025 bis 2027 als Durchschnitt gelten. Im dritten Quartal verkaufte BMW in Europa 37,5 Prozent mehr E-Autos, im Rest der Welt aber ein Drittel weniger. Bei Volkswagen kommen vier Fünftel des Absatzminus aus China.

Flottenverantwortliche sollten den Preisdruck einplanen. Chinesische Anbieter exportieren so viel wie nie, US-Hersteller verkaufen daheim weniger. Vergleichen Sie Leasingangebote deshalb quartalsweise und kalkulieren Sie den Wertverlust vorsichtig, denn sinkende Neupreise drücken auch die Restwerte. Welche Zuschüsse private Käufer bekommen, zeigt unser Überblick zur E-Auto-Förderung 2026.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. ElectrekEurope’s EV sales soar as North America drops 44%, nach Daten von Benchmark Mineral Intelligence15.10.2026
  2. Benchmark Mineral IntelligenceGlobal EV sales reach 1.8 million units in August 2026
  3. Kraftfahrt-BundesamtFahrzeugzulassungen im September 2026, Pressemitteilung 41/2026

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