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Aus Porsche Engineering und Porsche Digital wird Porsche Technologies. Ab dem zweiten Quartal 2027 sollen dort rund 2.700 Beschäftigte für Autohersteller entwickeln, aber auch für Verteidigung und Medizintechnik.

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Im Jahr 1931 gründete Ferdinand Porsche ein Konstruktionsbüro, aus dem später Porsche Engineering hervorging. Auf diese Herkunft beruft sich der Sportwagenhersteller jetzt, da er seine Entwicklungs- und Softwaretöchter zusammenlegt.[1] Die Autohersteller, für die beide bisher vor allem arbeiten, rufen derweil weniger Entwicklungsleistung ab.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Porsche Engineering und Porsche Digital treten ab Anfang des zweiten Quartals 2027 gemeinsam als Porsche Technologies auf.
  • Rund 2.700 Beschäftigte arbeiten in neun Ländern, darunter Deutschland, Israel, die USA und China.
  • Kunden sollen neben Porsche und anderen Autoherstellern auch aus Raumfahrt, maritimer Technik, Verteidigung und Medizintechnik kommen.
  • Andere Entwicklungsdienstleister wie Bertrandt suchen ebenfalls Aufträge außerhalb der Autoindustrie.

Was ändert sich bei Porsche Engineering und Porsche Digital?

Weißer Schraubenschlüssel mit blauer Platine und Anhänger „Ab 2027“ auf weißem Grund
Porsche Engineering und Porsche Digital entwickeln gemeinsam Fahrzeuge und digitale Produkte vom Konzept bis zum Betrieb mit KI-Technologie

Porsche Engineering bringt die Entwicklung von Fahrzeugen, Fahrzeugarchitekturen, Systemen und Software ein, Porsche Digital digitale Produkte und Dienste.[1] Gemeinsam wollen beide Einheiten den ganzen Lebenszyklus abdecken: von der Idee über die Prüfung von Hard- und Software bis zum Betrieb. Mit Daten- und KI-Technik will Porsche Technologies außerdem die eigenen Entwicklungsabläufe beschleunigen.

Das Führungsteam stammt aus beiden Einheiten. Markus-Christian Eberl, bisher Chef von Porsche Engineering, wird CEO, Porsche-Digital-Chef Stefan Zerweck wird CTO. Dirk Philipp verantwortet wie bisher bei Porsche Engineering die Finanzen und das operative Geschäft. Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner will nach eigenen Worten „das Beste aus zwei Welten kombinieren, schärfen und gezielt vorantreiben“.

Dass Porsche eine Zusammenlegung prüft, hatte der Konzern im September 2025 angekündigt. Beim Kapitalmarkttag Anfang Oktober nannte er sie als Teil seines Sparprogramms. Die IT-Beratung MHP hatte Porsche im September an Tata Consultancy Services verkauft. Ob die neue Einheit Stellen kostet, sagt die Mitteilung nicht.

Warum sucht Porsche Kunden außerhalb der Autoindustrie?

Der börsennotierte Entwicklungsdienstleister Bertrandt aus Ehningen beobachtet seit dem Frühjahr 2024, dass Autohersteller Produkte und Projekte verschieben.[2] In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 sank die Gesamtleistung von Bertrandt auf 671,6 Millionen Euro, nach 742,0 Millionen ein Jahr zuvor. Die Belegschaft schrumpfte von 12.672 auf 11.537 Beschäftigte.

Stabilisiert hat den Umsatz von Bertrandt ein deutlicher Zuwachs bei Kunden aus Luft- und Raumfahrt und Verteidigung. Finanzvorstand Markus Ruf nennt als weitere Ziele Energie, Elektroindustrie und Medizintechnik.[2] Porsche Technologies peilt fast dieselben Branchen an. Auch bei Volkswagen schrumpft die Softwareentwicklung im Konzern: Die Tochter Cariad will rund 1.000 ihrer 4.300 Stellen streichen.

Die Autohersteller kaufen weniger Entwicklungsleistung ein, also muss Porsches Ingenieurbüro auch für Raumfahrt und Medizintechnik arbeiten.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Porsche Technologies in Zahlen
Was die neue Einheit mitbringt und wie sich der Markt entwickelt
2.700
Beschäftigte bringen Porsche Engineering und Porsche Digital zusammen ein
9 Länder
von Deutschland über Kroatien und Rumänien bis Israel, USA und China
6 Branchen
nennt Porsche ausdrücklich als Zielmärkte, darunter Raumfahrt, Verteidigung und Medizintechnik
Q2 2027
soll Porsche Technologies an den Start gehen
−9 %
Beschäftigte beim Entwicklungsdienstleister Bertrandt binnen eines Jahres, Stichtag 30. Juni 2026

Was bedeutet das für Industriekunden?

Bestehende Industriekunden von Porsche Engineering bekommen laut Porsche die digitalen Leistungen von Porsche Digital dazu.[1] Für Mittelständler aus Maschinenbau oder Medizintechnik entsteht damit ein weiterer Anbieter, der Hardware und Software aus einer Hand entwickelt.

Bei Projekten mit Bezug zur Verteidigung gehört die Exportkontrolle in den Vertrag. Porsche Technologies arbeitet auch in Israel, den USA und China. Nach der EU-Dual-Use-Verordnung gilt schon die elektronische Übertragung von Software oder Technologie an einen Empfänger außerhalb der EU als Ausfuhr.[3] Kunden sollten deshalb festlegen, an welchen Standorten ihr Projekt bearbeitet wird.

Ob beide Gesellschaften rechtlich verschmelzen oder nur unter einer Marke auftreten, lässt die Mitteilung vom 21. Oktober offen. Kunden mit laufenden Verträgen sollten deshalb klären, wer ab dem Frühjahr 2027 ihr Vertragspartner ist.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Porsche AGPorsche Technologies: Porsche Engineering und Porsche Digital bündeln Kompetenzen (Pressemitteilung)21.10.2026
  2. Bertrandt AGBertrandt veröffentlicht Bericht zum 3. Quartal 2025/2026 (Presseinformation, 3. August 2026, PDF)
  3. EUR-LexVerordnung (EU) 2021/821 über eine Unionsregelung für die Kontrolle der Ausfuhr, der Vermittlung, der technischen Unterstützung, der Durchfuhr und der Verbringung betreffend Güter mit doppeltem Verwendungszweck (Artikel 2 Nummer 2 Buchstabe d)

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