Porsche gibt seine Management- und IT-Beratung MHP vollständig an den indischen Konzern Tata Consultancy Services ab. Rund 4.500 Beschäftigte aus Ludwigsburg wechseln den Eigentümer, während Porsche die Beratung weiter als Digitalpartner nutzen will. Der Unternehmenswert von rund 320 Millionen Euro zeigt, wie ernst der Sparkurs in Zuffenhausen inzwischen ist.

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Porsche verkauft mit MHP ausgerechnet die Beratung, die dem Konzern seit Jahren bei der eigenen Digitalisierung hilft. Über ein Jahr suchte Zuffenhausen einen Käufer, seit dem 24. August 2026 ist die Wahl amtlich: Tata Consultancy Services, Indiens größter IT-Dienstleister.[1] Hinter dem Verkauf steckt mehr als ein Kassensturz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Porsche verkauft die Beratungstochter MHP komplett an Tata Consultancy Services, Abschluss in den kommenden Monaten vorbehaltlich der Kartellfreigaben.
  • MHP zählt rund 4.500 Beschäftigte und kam 2025 auf etwa 743 Millionen Euro Umsatz.
  • Der Unternehmenswert liegt bei rund 320 Millionen Euro, dazu kommen fest zugesagte Verträge über etwa eine Milliarde Euro.
  • MHP bleibt eigenständig und berät Porsche weiter, vor allem bei künstlicher Intelligenz.

Warum trennt sich Porsche von seiner Digitalberatung?

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Porsche verkauft Management- und IT-Beratung, um sich auf Sportwagen zu konzentrieren und Kosten zu senken

Der Verkauf gehört zur Strategie Sportwagenschmiede 35, mit der sich Porsche auf das Kerngeschäft mit Sportwagen konzentriert.[1] Eine Management- und IT-Beratung passt nicht mehr ins Bild, so nützlich sie für die eigene Digitalisierung auch war.

Der Sportwagenbauer steht unter Sparzwang. Erst im Juli strich Zuffenhausen weitere 5.000 Stellen und drehte die Elektro-Offensive zurück. Ein Verkauf bringt frisches Geld und senkt die Fixkosten, ohne dass der Konzern auf die Beratung verzichten muss.

Was macht MHP zu einem komplizierten Verkaufsobjekt?

Konzerneigene IT-Beratungen gelten als heikle Verkaufsobjekte. Ein großer Teil ihres Umsatzes stammt vom eigenen Mutterkonzern. Dieses Klumpenrisiko schreckt Käufer ab. Entsprechend zog sich die Suche über ein Jahr hin.

Tata kauft die Beratung nicht nur, der Konzern sichert das Geschäft zugleich ab. Zum Unternehmenswert von rund 320 Millionen Euro kommen fest zugesagte Verträge über etwa eine Milliarde Euro, wie aus der Pflichtmitteilung des Käufers hervorgeht. So bleibt der wichtigste Kunde für Jahre gebunden.

MHP berät vor allem Autobauer und Industrie zu SAP, Cloud und künstlicher Intelligenz, dazu Luftfahrt, Verteidigung und den öffentlichen Sektor. „Die besondere Stärke von MHP lag immer dort, wo unternehmerisches Denken, tiefe Branchenkenntnis und Technologie zusammenkommen“, sagt MHP-Chef Federico Magno.[2]

Porsche stößt MHP ab und bindet die Berater im selben Vertrag wieder ein. Die neue Sparlogik der Autobauer heißt: Kompetenz behalten, aber nicht mehr selbst bezahlen.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Der MHP-Verkauf in Zahlen
Porsche gibt seine IT-Beratung an Tata Consultancy Services ab
≈ 4.500
Beschäftigte weltweit
320 Mio. €
Unternehmenswert
≈ 1 Mrd. €
fest zugesagte Verträge
≈ 743 Mio. €
MHP-Umsatz 2025
Teil der Strategie „Sportwagenschmiede 35“. Der Abschluss steht in den kommenden Monaten an, vorbehaltlich der Kartellfreigaben.

Was der Verkauf für deutsche Entscheider bedeutet

Der Deal reiht sich in einen Trend ein. Indische IT-Riesen kaufen sich gezielt in deutsche Digital- und Branchenexpertise ein. Für Tata öffnet MHP die Tür zu Industriekunden in der DACH-Region. Autobauer ringen ohnehin mit ihrer Software, wie zuletzt der Abgang des Mercedes-Softwarechefs zeigte.

Heikel wird das bei sensiblen Kunden. MHP berät auch Verteidigung und öffentliche Hand, deren Projekte künftig unter dem Dach eines außereuropäischen Konzerns laufen. Ob das Bundeskartellamt oder die EU-Kommission Auflagen verlangt, klärt sich in den kommenden Monaten.

Für IT-Entscheider zählt der zweite Blick auf die eigene Abhängigkeit. Ein einzelner Dienstleister, der plötzlich den Eigentümer wechselt, kann Preise, Ansprechpartner und Datenwege verändern, gerade beim SAP-Umstieg, bei dem oft Drittanbieter vorn liegen.

Warum verkauft Porsche die IT-Beratung MHP?

Porsche verkauft MHP im Rahmen der Strategie „Sportwagenschmiede 35“ und konzentriert sich damit auf das Kerngeschäft mit Sportwagen. Der Verkauf bringt Geld und senkt Fixkosten, während Porsche die Beratungsleistung über einen Dienstleistungsvertrag weiter nutzt.

Wie viel zahlt Tata Consultancy Services für MHP?

Der Unternehmenswert von MHP liegt bei rund 320 Millionen Euro. Dazu kommen fest zugesagte Verträge über etwa eine Milliarde Euro, die den größten Kunden Porsche langfristig an die Beratung binden.

Was passiert mit den Beschäftigten von MHP?

MHP führt seine rund 4.500 Beschäftigten unter der eigenen Marke weiter und bleibt eigenständig. Als Teil von Tata Consultancy Services erhält die Beratung Zugang zu globalen Kapazitäten, internationalen Märkten und zusätzlicher Technologie.

Bleibt MHP weiter für Porsche tätig?

Ja. MHP bleibt Transformationspartner von Porsche, vor allem bei künstlicher Intelligenz. Parallel vereinbaren Porsche und Tata eine strategische Zusammenarbeit für KI-Lösungen, unter anderem ein gemeinsames AI Mobility Centre of Excellence.

Quellen

[1] Porsche Newsroom: „Porsche sells MHP to Tata Consultancy Services“

[2] MHP Newsroom: „MHP und Tata Consultancy Services: Gemeinsam für die nächste Generation industrieller Transformation“

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