Michael Steiner, seit 2016 Entwicklungsvorstand der Porsche AG, hört im Mai 2027 auf. Sein Nachfolger Jörg Bartels verantwortet bei Mercedes-Benz derzeit die weltweite Entwicklung aller Antriebe. In Weissach übernimmt er eine Strategie, nach der die Entwicklungskosten um bis zu 20 % sinken und Verbrenner wieder mehr Gewicht bekommen sollen.
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„Michael Steiner verkörpert Weissach und seine Bedeutung für Porsche wie kein anderer“, sagt Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche.[1] Steiner kam 2002 von Mercedes nach Zuffenhausen, knapp 25 Jahre später kommt sein Nachfolger vom selben Nachbarn. Der Wechsel fällt in die Zeit, in der Porsche seine Elektro-Offensive zurückfährt.
Das Wichtigste in Kürze
- Michael Steiner (62) verlässt im Mai 2027 den Vorstand, er ist zugleich Stellvertreter von Vorstandschef Michael Leiters.
- Jörg Bartels (52) leitet bei Mercedes-Benz die Entwicklung aller Antriebssysteme, diese Aufgabe hat er erst im Mai 2026 übernommen.
- Die Strategie Sportwagenschmiede ’35 sieht bis zu 20 % niedrigere Entwicklungskosten für künftige Modellreihen vor.
- Seit September hat Porsche damit für zwei der sieben Vorstandsressorts neue Leiter bestimmt.
Warum passt Bartels zur neuen Strategie?

Unter Steiner brachte Porsche mit dem Taycan das erste vollelektrische Serienauto der Marke auf den Markt, mit 800-Volt-Technik.[1] Laut Wolfgang Porsche war Steiners technisches Verständnis „maßgeblich, um den Markenkern von Porsche in das Zeitalter der Elektromobilität zu überführen“. Die neue Strategie vom 7. Oktober hält zwar an Elektroautos fest, kündigt aber ausdrücklich Investitionen in Verbrenner und Plug-in-Hybride an.[2] Ab 2028 soll ein neues kleines SUV nur mit diesen beiden Antrieben neben dem elektrischen Macan stehen.
Bartels bringt dafür ein passendes Profil mit: Neben der Antriebsentwicklung bei Mercedes kennt er als früherer Chef von Beijing Benz Automotive den chinesischen Markt.[1] Vorstandschef Leiters erwartet, dass er „die bereits initiierte Neuausrichtung unserer Forschung und Entwicklung konsequent vorantreiben“ wird. Die Börsen-Zeitung beschreibt die neue Strategie als Rolle rückwärts, weil der erhoffte Elektro-Erfolg vor allem in China ausgeblieben sei.[5]
Was soll sich in Weissach ändern?
Porsche will die Entwicklungszeiten deutlich verkürzen und über die Modellreihen hinweg weniger Varianten bauen.[2] Stärker als bisher nutzt Porsche die mit Audi geteilten Plattformen für Elektroautos (PPE) und für Verbrenner (PPC). Nach dem Höhepunkt 2026 sollen Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung mittelfristig deutlich sinken.
Bis September lieferte Porsche 178.532 Autos aus, 16 % weniger als ein Jahr zuvor, der Anteil der Elektroautos sank auf 21,7 %.[3] Ihre Entwicklungs- und Softwaretöchter hat die Marke bereits zu Porsche Technologies zusammengelegt.
Wechsel im Porsche-Vorstand
Mit Bartels holt Porsche einen Antriebsfachmann nach Weissach. Das passt zu einer Strategie, die wieder mehr auf Verbrenner und Hybride setzt.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was gehört noch zum Umbau an der Spitze?
Erst am 1. September hatte Christian Friedl die Produktion von Albrecht Reimold übernommen, der in den Ruhestand ging.[6] Steiner ist ein langjähriger Weggefährte von VW-Chef Oliver Blume, der Porsche früher in Personalunion geführt hatte, und leitete von 2022 bis 2025 auch die Konzernforschung von Volkswagen.[5] Wegen der Lage bei Porsche hat der Mutterkonzern den Wert der Tochter um 6,4 Mrd. Euro abgeschrieben.
Was bedeutet der Wechsel für Zulieferer?
Bis Mai 2027 bleibt Steiner im Amt, Leiters spricht von einer gemeinsam vorbereiteten Übergabe.[1] Entwicklungsdienstleister und Zulieferer sollten sich auf weniger Projekte und kürzere Zeitpläne einstellen, wenn die Entwicklungskosten um ein Fünftel sinken sollen. Lieferanten von Teilen für Verbrenner und Hybride haben mit dem neuen SUV ab 2028 einen konkreten Anlass für Gespräche. Mercedes muss die Leitung der Antriebsentwicklung neu besetzen, die Bartels erst im Mai 2026 übernommen hatte.[4]
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Porsche AGEin Ingenieur aus Leidenschaft: Dr. Michael Steiner beendet seine Vorstandstätigkeit (Pressemitteilung)
- Porsche AGPorsche stellt neue Strategie bis 2035 vor (Pressemitteilung zum Kapitalmarkttag)
- Porsche AGPorsche AG setzt strategische Neuausrichtung konsequent um: Ergebnisse und Cashflow robust, Ausblick stabil (Pressemitteilung)
- Stuttgarter ZeitungWechsel im Vorstand: Mercedes-Manager Jörg Bartels wird Entwicklungschef bei Porsche
- Börsen-ZeitungMercedes-Manager soll Porsche mit aus der Krise lenken
- Porsche AGChristian Friedl rückt in den Vorstand der Porsche AG auf (Pressemitteilung)
Mehr Newshunger?
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