Sebastian Popp, Chef des Leipziger Leihradbetreibers nextbike, hat am Donnerstag eine neue Struktur für den gesamten Konzern und den Wegfall einiger Stellen angekündigt, ohne eine Zahl zu nennen. Im März hatte nextbike für 2025 einen Umsatz von 82,2 Mio. € gemeldet, 32 % mehr als im Vorjahr.
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„Falls Sie gerade Personal suchen: Einige hervorragende Kolleginnen und Kollegen sind jetzt auf der Suche nach einer neuen Stelle. Melden Sie sich direkt bei mir. Ich stelle den Kontakt persönlich her“, schreibt Popp auf Englisch bei LinkedIn.[1] Den ausscheidenden Beschäftigten dankt er für ihre Arbeit. In diesem Jahr hat nextbike Großaufträge gewonnen und einen verloren.
Das Wichtigste in Kürze
- nextbike gibt dem ganzen Konzern eine einheitliche Struktur, einige Stellen fallen weg.
- 2025 wuchs der Umsatz um 32 % auf 82,2 Mio. €.
- Im Ruhrgebiet fährt seit April ein Konkurrent, im Rhein-Neckar-Gebiet bleibt nextbike Betreiber.
Was ändert sich bei nextbike?

In den vergangenen Jahren ist nextbike laut Popp von einem vor allem in Deutschland tätigen Anbieter zu einem europaweit tätigen Unternehmen gewachsen. Künftig soll die Gruppe aus einer Hand geführt werden, mit klaren Zuständigkeiten vom Anfang bis zum Ende jedes Ablaufs, weniger Schnittstellen und dem Schwerpunkt auf der Qualität des Angebots. Der Wettbewerb ändere sich rasch, schreibt Popp. Deshalb habe nextbike die eigenen Strukturen und Arbeitsweisen hinterfragen müssen.[1]
Gewachsen ist nextbike auch über Landesgesellschaften. Die polnische Tochter nextbike Polska ist inzwischen vollständig in die Gruppe eingegliedert und brachte 2025 ein Viertel des Umsatzes.[2] Seit 2024 hält der Finanzinvestor STAR Capital die Mehrheit, gemeinsam mit dem Management.[3] Welche Länder und Bereiche der Umbau trifft, lässt Popp offen.
Warum baut ein wachsender Anbieter Stellen ab?
Ihr Geld verdient die Gruppe mit Leihradsystemen im Auftrag von Städten und Verkehrsverbünden.[3] Diese Aufträge werden europaweit ausgeschrieben, und jede Vergabe kann einen Betreiber Tausende Räder kosten. Im Ruhrgebiet betreibt seit dem 1. April Donkey Republic aus Kopenhagen das metropolradruhr.[4] Der dänische Anbieter rechnet für rund fünf Jahre und 5.766 Räder mit etwa 150 Mio. dänischen Kronen Umsatz, gut 20 Mio. €.[5]
In Berlin lief der Vertrag mit dem Land Ende Juni 2025 aus. Im Januar bestätigte das Oberverwaltungsgericht, dass nextbike seine 6.500 Räder ohne Sondernutzungserlaubnis nicht auf öffentlichem Straßenland vermieten darf. Das Gericht verwies auf Räder, die Gehwege versperren.[6] Ein ähnliches Argument führte Brüssel an, als die Stadt die Leih-E-Scooter verbannte.
Dem stehen gewonnene Ausschreibungen gegenüber. Für München und das Umland erhielt nextbike den Zuschlag für rund 7.000 Räder, das System MyRadl läuft seit diesem Frühjahr.[2] Im Verkehrsverbund Rhein-Neckar setzte sich die Gruppe im August gegen vier Mitbewerber durch, ab März 2027 wächst die Flotte dort für acht Jahre von 2.000 auf 4.300 Räder. Den Ausschlag gaben laut VRN die Wirtschaftlichkeit und die Qualität des Betriebskonzepts.[7] Auf beides zielt eine schlankere Organisation.
Große Leihradsysteme in Deutschland
Was bedeutet der Umbau für Kommunen und Personalabteilungen?
Ein Wechsel des Betreibers kostet Zeit. In Dortmund sammelte nextbike seine Räder bis Ende März schrittweise ein, der neue Anbieter startete mit 300 Rädern und will im Lauf des Jahres auf 1.000 kommen.[4] Bis dahin steht nur ein Teil der geplanten Räder bereit, auch für den Weg zur Haltestelle, auf dem Leihräder laut unserem Vergleich der Verkehrsmittel ihre Stärke ausspielen.
- Fragen Sie als Kommune oder Verkehrsverbund mit nextbike-Vertrag nach, wer nach dem Umbau für Ihr System zuständig ist.
- Planen Sie bei einer eigenen Ausschreibung den Übergang zwischen altem und neuem Betreiber mit ein. Für kleinere Gemeinden lohnt der Blick auf Leihräder auf dem Land.
- Suchen Sie Personal für Betrieb oder Logistik, nehmen Sie Popps Angebot an und melden Sie sich direkt bei ihm.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Sebastian PoppOver the past years, nextbike has successfully grown …, LinkedIn
- Zag DailyExclusive: nextbike reveals 2026 expansion plans after 32% revenue jump
- STAR Capital PartnershipSTAR Capital to acquire nextbike, 2024
- Stadt DortmundNeustart für metropolradruhr: Neuer Betreiber sorgt für mehr Komfort und besseren Service beim Radausleihen
- Donkey RepublicDonkey Republic Awarded Contract to Operate Large-Scale Bike-Sharing System in the Ruhr Region, Germany
- Oberverwaltungsgericht Berlin-BrandenburgKeine ‚nextbike‘-Mieträder auf öffentlichem Straßenland, Beschluss OVG 6 S 114/25, Pressemitteilung vom 21. Januar 2026
- Verkehrsverbund Rhein-NeckarZuschlag für VRNrad-System an nextbike erteilt
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