Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach setzte von Juli bis September 1,78 Milliarden Euro um, währungsbereinigt 6,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das operative Ergebnis lag bei minus 11,4 Millionen Euro. Für 2026 erwartet Puma nun einen operativen Verlust von 80 bis 130 Millionen Euro.
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Ohne das Geld vom US-Zoll hätte Puma im dritten Quartal operativ 41,2 Millionen Euro verloren. Im ausgewiesenen EBIT von minus 11,4 Millionen Euro stecken 29,8 Millionen Euro an Zollerstattungen, so steht es in der Quartalsmitteilung vom 30. Oktober.[1] Die Rechnung ohne Erstattung stammt von Dr. Web.
Das Wichtigste in Kürze
- Umsatz im dritten Quartal: 1.776,2 Millionen Euro, währungsbereinigt minus 6,3 Prozent; Nordamerika minus 17,2 Prozent, Asien/Pazifik plus 10,0 Prozent.
- Prognose 2026: EBIT minus 80 bis minus 130 Millionen Euro (bisher minus 50 bis minus 150), Investitionen unter 150 Millionen (bisher rund 200).
- Arne Arens, früher Manager bei Nike und The North Face, wird zum 15. November Vertriebsvorstand.
Wie viel bringt die Zollerstattung?

Die Rohertragsmarge stieg auf 49,5 Prozent, nach 45,4 Prozent im Vorjahresquartal. Rund 1,7 Prozentpunkte davon entfallen laut Puma auf die Erstattung.[1] Niedrigere Fracht- und Einkaufskosten und mehr Verkäufe über eigene Kanäle halfen ebenfalls. Dem standen höhere operative Kosten gegenüber: Sie wuchsen um 6,7 Prozent auf 900 Millionen Euro, auch weil Puma bestimmte IT-Ausgaben jetzt als laufenden Aufwand verbucht statt als Investition.
Den Weg für die Rückzahlungen machte der Oberste US-Gerichtshof frei. Am 20. Februar 2026 erklärte er die Zölle für unzulässig, die Präsident Trump auf Grundlage eines Notstandsgesetzes verhängt hatte.[2] Das Geld fließt an die Importeure zurück. Adidas verbuchte im dritten Quartal rund 200 Millionen Euro, Dräger 20,1 Millionen.
Wo verliert Puma Umsatz?
Am stärksten schrumpfte das Geschäft in Nordamerika. Puma nennt eine schwächere Nachfrage und den bewussten Rückzug aus Vertriebskanälen, die der Marke langfristig schaden. In der Region EMEA fiel der Umsatz währungsbereinigt um 11,5 Prozent auf 801,2 Millionen Euro. Asien/Pazifik wuchs dagegen, vor allem mit Sneakern mit flacher Sohle wie dem Speedcat.
In Großchina legte Puma nur um 3,5 Prozent zu. Nach der Ankündigung des ANTA-Einstiegs bestellten die dortigen Großhändler zurückhaltender, schreibt das Unternehmen.[1] Seit Oktober hält der chinesische Konkurrent 29,06 Prozent an Puma. Am 21. Oktober wählte der Aufsichtsrat Dennis Tao zu seinem Vorsitzenden.
So setzt sich das operative Ergebnis zusammen
Wenn ein Gerichtsurteil 40 Prozent des Margensprungs ausmacht, steht Pumas Umbau noch am Anfang.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was verrät die Prognose über das vierte Quartal?
Nach neun Monaten steht Puma bei einem EBIT von minus 12,6 Millionen Euro. Bei einem Jahresziel von minus 80 bis minus 130 Millionen bleiben für Oktober bis Dezember rechnerisch minus 67,4 bis minus 117,4 Millionen. Der Verlust im Schlussquartal wäre damit mehr als fünfmal so hoch wie der nach neun Monaten. Welche Einmaleffekte darin stecken, schlüsselt die Mitteilung nicht auf, Puma verweist auf das Kostenprogramm.
Besser sieht die Bilanz aus. Die Vorräte sanken binnen eines Jahres um 24,3 Prozent, der freie Cashflow lag im Quartal bei 92,0 Millionen Euro. ANTA hatte für sein Aktienpaket 35 Euro je Aktie gezahlt. Am Vortag der Zahlen schloss die Puma-Aktie auf Xetra bei 25,21 Euro.[3]
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Puma SEPUMA verbessert Umsatzentwicklung im Q3 2026 gegenüber Vorquartal – Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 aktualisiert, EQS-News
- Al JazeeraTariff refunds could take years amid US Supreme Court ruling, experts warn
- Yahoo FinancePuma SE (PUM.DE), Xetra-Kursverlauf, abgerufen am 30. Oktober 2026
Mehr Newshunger?
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