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Der Ahrensburger Kamerahersteller erwartet für 2026 nun 295 bis 300 Millionen Euro Umsatz und eine EBIT-Marge von bis zu 19,5 Prozent. In den ersten neun Monaten gingen Aufträge über 278,6 Millionen Euro ein, 62 Prozent mehr als vor einem Jahr. Den vollständigen Bericht legt Basler am 4. November vor.

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Im dritten Quartal bestellten Kunden bei Basler Ware für 98,6 Millionen Euro, umgesetzt hat das Unternehmen 75,0 Millionen. Beide Werte ergeben sich aus der Ad-hoc-Mitteilung vom 29. Oktober und dem Halbjahresbericht.[1][2] Der Umsatz blieb damit auf dem Stand des zweiten Quartals. Ein Grund liegt in Japan: Seit einem Erdbeben Ende Juli kommen aus dem Sony-Werk in Kumamoto weniger Bildsensoren.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Prognose 2026: 295 bis 300 Millionen Euro Umsatz (bisher 270 bis 290), EBIT-Marge 17,5 bis 19,5 Prozent (bisher 12,5 bis 14,5).
  • Neun Monate: Aufträge plus 62 Prozent auf 278,6 Millionen Euro, Umsatz plus 35 Prozent auf 227,4 Millionen, EBIT 51,1 Millionen.
  • Zum Ergebnis tragen Sondereffekte bei, die teilweise nicht wiederkehren.
  • Die Aktie schloss am 29. Oktober auf Xetra bei 24,45 Euro, rund 14 Prozent über dem Kurs vor der Mitteilung.[4]

Woher kommen die Bestellungen?

Kamera ohne Sensor mit Notiz: „Bin kurz Kaffeetrinken“, Karte mit „Sensor folgt“ und Eieruhr
Basler verzeichnet starkes Wachstum in Halbleiter-, Elektronikfertigung, Rechenzentren und automatisierter Logistik, wo Industriekameras Leiterplatten prüfen

Die stärkste Nachfrage kam laut Basler aus der Halbleiter- und Elektronikfertigung, aus dem Umfeld von Rechenzentren und aus der automatisierten Logistik.[1] Industriekameras prüfen in solchen Fabriken etwa Leiterplatten, Software wertet die Bilder aus. Im dritten Quartal wuchs Basler vor allem in Europa und Asien. Für das erste Halbjahr meldete der Maschinenbauverband VDMA bei deutschen Herstellern von Bildverarbeitungskomponenten 25 Prozent mehr Aufträge, Basler kam auf 59 Prozent.[2]

Das Ergebnis wächst schneller als der Umsatz. Im dritten Quartal blieben rechnerisch 20,0 Millionen Euro EBIT, 26,7 Prozent vom Umsatz. Basler nennt dafür die hohe Auslastung, Effizienzmaßnahmen und die Sondereffekte. Schon im August hatte das Unternehmen nach einem Auftragsplus von 59 Prozent die Prognose angehoben, im Mai ebenfalls.

Warum fehlen Basler die Sensoren?

Sony zählt laut Basler zu den wichtigsten Lieferanten für Bildsensoren, das Bauteil, das in jeder Kamera Licht in Daten umwandelt. Ende Juli traf ein Erdbeben die Region Kumamoto, Sony stoppte dort die Produktion. Basler rechnete im August mit einer geringeren Kameraproduktion im September und Oktober, weil die Sicherheitsbestände in der Lieferkette nach Monaten hoher Nachfrage weitgehend aufgebraucht waren.[2] Die neue Prognose berücksichtigt die Folgen weiterhin.

Beim Beben im April 2016 stand Sonys Werk in Kumamoto ebenfalls still. Damals erklärte Sony laut Reuters, es erwarte keine unmittelbaren Engpässe, weil Vorräte vorhanden seien.[3] Diesmal fehlte dieser Puffer.

Basler im dritten Quartal 2026
Bestellungen und Umsatz von Juli bis September, gerechnet aus Neunmonats- und Halbjahreszahlen
98,6 Mio. €
Auftragseingang, 69 Prozent mehr als im Vorjahresquartal
75,0 Mio. €
Umsatz, genauso viel wie im zweiten Quartal
1,31
Euro an Bestellungen je Euro Umsatz
26,7 %
EBIT-Marge, mit Sondereffekten

Drei Anhebungen der Prognose 2026

Anfang Mai
Umsatz 247 bis 270 Mio. €, EBIT-Marge 9,5 bis 13,0 Prozent
4. August
Umsatz 270 bis 290 Mio. €, EBIT-Marge 12,5 bis 14,5 Prozent
29. Oktober
Umsatz 295 bis 300 Mio. €, EBIT-Marge 17,5 bis 19,5 Prozent

Volle Auftragsbücher helfen wenig, wenn ein Erdbeben in Japan das wichtigste Bauteil knapp macht.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was verrät die Prognose über das vierte Quartal?

Aus der Spanne lässt sich das Schlussquartal ableiten. Bei 295 bis 300 Millionen Euro Jahresumsatz bleiben für Oktober bis Dezember 67,6 bis 72,6 Millionen, weniger als in den beiden Quartalen davor. Die Marge von 17,5 bis 19,5 Prozent entspricht einem Jahres-EBIT von 51,6 bis 58,5 Millionen Euro. Nach 51,1 Millionen in neun Monaten bleiben rechnerisch 0,5 bis 7,4 Millionen für das vierte Quartal.

Einen Teil erklärt Basler selbst: Im vierten Quartal bucht das Unternehmen erfolgsabhängige Sonderzahlungen an die Beschäftigten.[1] Wie viel vom Rückgang auf Sony und wie viel auf diese Zahlungen entfällt, schlüsselt die Mitteilung nicht auf. Für Maschinenbauer, die Basler-Kameras in Prüfanlagen einbauen, zählt bis zum Jahresende vor allem der Liefertermin.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Basler AGBasler AG vorläufiges 9-Monatsergebnis 2026: Erneute Prognoseerhöhung für 2026, Ad-hoc-Mitteilung nach Art. 17 MAR29.10.2026
  2. Basler AG6-Monatsbericht 202604.08.2026
  3. NetzwocheMögliche Lieferengpässe bei digitalen Bildsensoren18.04.2016
  4. Yahoo FinanceBasler AG (BSL.DE), Xetra-Kursverlauf, abgerufen am 30. Oktober 2026

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