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16,5 Milliarden Dollar Umsatz, 21 Prozent mehr als vor einem Jahr: Im dritten Quartal hat Intel die eigene Prognose übertroffen. Für das Schlussquartal erwartet der Konzern aber nur 15 bis 16 Milliarden Dollar, umgerechnet 13,1 bis 13,9 Milliarden Euro, Analysten hatten mit rund 17 Milliarden gerechnet.

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Die schwache Prognose begründet Intel mit dem PC-Markt: Speicherchips sind knapp und teuer, Computerhersteller bauen weniger Geräte. Finanzchef David Zinsner rechnet für 2026 mit 12 Prozent weniger verkauften PCs, für 2027 mit weiteren 10 Prozent.[2] Laut The Information fiel die Aktie nach Börsenschluss um mehr als 20 Prozent,[3] von 92,07 auf rund 73 Dollar. Stand: Freitag, 30. Oktober, 1:50 Uhr, vor Beginn des regulären Handels.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Intel setzte im dritten Quartal 14,4 Milliarden Euro um, die Rechenzentrumssparte wuchs um 78 Prozent.
  • Für das vierte Quartal erwartet Intel 13,1 bis 13,9 Milliarden Euro Umsatz und 38 Prozent bereinigte Bruttomarge.
  • Den PC-Markt sieht Intel 2026 um 12 Prozent und 2027 um 10 Prozent schrumpfen, weil Speicherchips fehlen.
  • Der Stillstand im Werk Kiryat Gat nach einer tödlichen Explosion kostet im Schlussquartal rund 261 Millionen Euro Umsatz.

Warum bremst der Speichermangel ausgerechnet Intel?

Grüne Hauptplatine auf weißem Grund mit hellblauem Hinweisschild „AUSVERKAUFT“
Intels PC-Sparte generiert 7,0 Milliarden Euro im Q3, ein Rückgang um 5 Prozent. Speicherhersteller wie SK Hynix bevorzugen KI-Rechenzentren

Die PC-Sparte bringt Intel noch immer den größten Teil des Umsatzes, im dritten Quartal 7,0 Milliarden Euro, 5 Prozent weniger als vor einem Jahr.[1] In jedem Notebook steckt neben dem Prozessor Arbeitsspeicher, und den liefern die Speicherhersteller vorrangig an KI-Rechenzentren. SK Hynix hat mehr als die Hälfte seiner Kapazität für 2027 und 2028 bereits vergeben, Michael Dell erwartet für das kommende Jahr einen noch größeren Mangel.

Teurer Speicher verteuert jeden PC, Hersteller bestellen weniger Prozessoren. Im vierten Quartal soll Intels PC-Umsatz gegenüber dem dritten um mehr als 20 Prozent sinken.[2] Konzernchef Lip-Bu Tan erwartet keine Besserung, „bis sich Verfügbarkeit und Preise von Speicher normalisieren“. Die Speicherhersteller verdienen an derselben Knappheit: Samsung setzte im Quartal 72 Milliarden Euro um, fast alles mit Chips.

Warum fängt das Rechenzentrumsgeschäft den Einbruch nicht auf?

Die Rechenzentrumssparte wuchs auf 6,4 Milliarden Euro, so stark wie seit 15 Jahren nicht.[1] Im Juli hatte Intel damit schon kräftig zugelegt. Mehr Xeon-Prozessoren kann Intel aber nicht liefern. Laut Zinsner übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich; Intel fehlen Wafer aus dem Fertigungsverfahren Intel 3 und branchenweit die Substrate, auf denen die Chips montiert werden. Die Knappheit hält nach seiner Einschätzung bis 2028 an.[2]

Intels Fabriken kosten fast dasselbe, ob sie voll oder halb ausgelastet laufen; sinkt der Umsatz, fällt die bereinigte Bruttomarge auf 38 Prozent. Rund 2 Prozentpunkte davon entfallen auf Fab 28 in Kiryat Gat. Bei einer Explosion auf dem Werksgelände starben am 14. Oktober laut Times of Israel zwei Arbeiter.[4] Die Fertigung stand laut Zinsner danach rund zwei Wochen still. Das kostet im vierten Quartal rund 261 Millionen Euro Umsatz, im ersten Quartal 2027 voraussichtlich ähnlich viel.[2]

Intel: starkes Quartal, schwacher Ausblick
Zahlen aus Intels Quartalsbericht und Telefonkonferenz, Stand 30. Oktober 2026, Beträge in Euro zum Kurs 0,87
14,4 Mrd. €
Umsatz im dritten Quartal 2026, 21 Prozent mehr als vor einem Jahr
+78 %
Wachstum der Rechenzentrumssparte auf 6,4 Milliarden Euro
13,1 bis 13,9 Mrd. €
Umsatzprognose für das vierte Quartal, Analysten erwarteten rund 14,8 Milliarden Euro
−12 %
weniger verkaufte PCs erwartet Intel für 2026, für 2027 weitere 10 Prozent weniger

Wie knapper Speicher Intels Prognose drückt

1
Speicher: Die Hersteller liefern vorrangig an KI-Rechenzentren, für PCs wird Arbeitsspeicher knapp und teuer.
2
PC-Hersteller: Computerhersteller bauen weniger Geräte und bestellen weniger Prozessoren.
3
PC-Sparte: Intels PC-Umsatz soll im vierten Quartal um mehr als 20 Prozent unter dem dritten liegen.
4
Rechenzentren: Mehr Xeon-Prozessoren kann Intel nicht liefern, Wafer und Substrate bleiben voraussichtlich bis 2028 knapp.
5
Marge: Weniger Umsatz bei gleichen Fabrikkosten und der Stillstand in Kiryat Gat senken die bereinigte Bruttomarge auf 38 Prozent.

Intel verkauft jeden Xeon, den die eigenen Fabriken liefern. Die Lücke in der Prognose reißt der Speicher, der den PC-Herstellern fehlt.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen im deutschsprachigen Raum?

Firmen, die 2027 Notebooks oder Server erneuern, zahlen voraussichtlich mehr und warten länger. Der Speicher treibt die Gerätepreise, der Engpass bei Xeon-Prozessoren die Lieferzeiten für Server. Intel investiert 2026 rund 17,4 Milliarden Euro in seine Fabriken und 2027 deutlich mehr. Trotz der Milliarden aus neuen Aktien erwartet Zinsner für 2027 keinen positiven freien Cashflow.

Zwei Schritte für die IT-Planung:

  • Den PC- und Notebook-Bedarf für 2027 jetzt mit dem Händler abstimmen und Festpreisangebote einholen
  • Bei Servern mit Xeon-Prozessoren die Lieferzeit vor dem Projektstart abfragen und Systeme mit AMD-Prozessoren oder Cloud-Kapazität als Alternative einplanen

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. IntelIntel Reports Third-Quarter 2026 Financial Results29.10.2026
  2. IntelTelefonkonferenz und Präsentation zu den Zahlen des dritten Quartals 2026, Lip-Bu Tan und David Zinsner29.10.2026
  3. The InformationIntel Shares Drop More Than 20% After Weak Sales Forecast, Kevin McLaughlin (29. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  4. The Times of IsraelSecond worker dies of wounds sustained in Intel plant blast in southern Israel15.10.2026

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