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Um 6,5 Prozent wuchs Henkel im dritten Quartal aus eigener Kraft, Analysten hatten 4,1 Prozent erwartet. Bei Klebstoffen kam das Plus fast vollständig aus höheren Preisen. Die Marge der Sparte sieht der Konzern für 2026 jetzt bei rund 16,5 Prozent, am unteren Rand der bisherigen Spanne.

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Die Klebstoffsparte von Henkel verlangte im dritten Quartal 7,2 Prozent höhere Preise als ein Jahr zuvor, verkauft hat sie 0,7 Prozent mehr.[1] Am Donnerstag legte der Düsseldorfer Konzern vorläufige Zahlen vor und hob die Umsatzprognose für 2026 zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Den Gewinn je Aktie sieht Henkel jetzt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, bei konstanten Wechselkursen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 11,0 Prozent auf 5.713 Mio. €, organisch um 6,5 Prozent.[1]
  • Henkel erwartet 2026 nun 3,0 bis 4,0 Prozent organisches Wachstum statt 1,5 bis 3,5 Prozent.
  • Für die Klebstoffsparte gilt ein Margenziel von rund 16,5 Prozent, bisher waren es 16,5 bis 18,0 Prozent.
  • Ausführliche Zahlen zum Quartal will Henkel am 10. November vorlegen.

Woher kommen die 6,5 Prozent?

Eine Tube, aus der orangefarbene Paste austritt, an der ein Schild mit der Aufschrift „PREISE ↑“ befestigt ist
Höhere Preise treiben Wachstum: Adhesive Technologies +7,9%, Consumer Brands +4,8% organisch

Konzernweit trugen höhere Preise 5,4 Prozentpunkte zum organischen Wachstum bei, größere Mengen 1,1 Punkte.[1] Die Klebstoffsparte Adhesive Technologies setzte 3.027 Mio. € um, organisch 7,9 Prozent mehr, Analysten hatten mit 5,5 Prozent gerechnet. Die Konsumgütersparte Consumer Brands mit Persil und Schwarzkopf kam auf 2.643 Mio. € und organisch 4,8 Prozent, dort stiegen die Preise um 3,2 und die Mengen um 1,6 Prozent.

Zum nominalen Plus von 11,0 Prozent fehlen dem organischen Wachstum 4,5 Prozentpunkte. Sie gehen auf Zukäufe und Wechselkurse zurück, die Aufteilung nennt Henkel erst im November. Seit Jahresbeginn hat der Konzern fünf Firmen für rund fünf Milliarden Euro gekauft oder vereinbart, darunter den Klebebandhersteller ATP Adhesive Systems und die Haarpflegemarke Olaplex.[2]

Warum reicht der Preisaufschlag nicht für die Marge?

Im ersten Halbjahr erzielte die Klebstoffsparte eine bereinigte Umsatzrendite von 17,7 Prozent.[2] Damit Henkel im Gesamtjahr auf rund 16,5 Prozent kommt, muss die Marge in der zweiten Jahreshälfte deutlich darunter liegen. Vorstandschef Carsten Knobel hatte die Preismaßnahmen im August damit begründet, „die hohen Belastungen durch gestiegene Rohstoffkosten zu kompensieren“.[2]

Ein Aufschlag, der nur höhere Kosten ausgleicht, hebt den Umsatz, nicht den Gewinn. Ein Rechenbeispiel: Bei 100 Euro Kosten und 120 Euro Preis liegt die Marge bei 16,7 Prozent. Steigen Kosten und Preis um je 10 Euro, bleiben 20 Euro Gewinn bei 130 Euro Umsatz, also 15,4 Prozent. Ob auch die Zukäufe die Marge drücken, sagt die Mitteilung nicht. Für den ganzen Konzern erwartet Henkel nun rund 15 Prozent Marge, Analysten hatten laut dpa-AFX 14,8 Prozent geschätzt.[3]

Henkel im dritten Quartal 2026
Organisches Umsatzwachstum, also ohne Zukäufe und Wechselkurse, und die neuen Margenziele für das Gesamtjahr
5,71 Mrd. €
Konzernumsatz, 11,0 Prozent mehr als im Vorjahresquartal
6,5 %
organisches Wachstum, Analysten hatten 4,1 Prozent erwartet
7,2 %
höhere Preise bei Klebstoffen, die Menge stieg um 0,7 Prozent
rund 16,5 %
Margenziel 2026 für Klebstoffe, bisher 16,5 bis 18,0 Prozent

Bereinigte Umsatzrendite (EBIT-Marge) der Klebstoffsparte

Erstes Halbjahr
17,7 Prozent (Vorjahr 17,2 Prozent)
Ziel bis Oktober
16,5 bis 18,0 Prozent für 2026
Ziel seit 29.10.
rund 16,5 Prozent für 2026

Henkels Preisaufschläge heben den Umsatz. Für die Marge im Klebstoffgeschäft reichen sie nicht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeuten die Zahlen für Industriekunden?

Henkel liefert Klebstoffe an Hersteller von Autos, Elektronik und Verpackungen. Im ersten Halbjahr wuchs vor allem das Geschäft mit Elektronik zweistellig, das Autogeschäft ging zurück.[2] Einkäufer dieser Branchen zahlten im dritten Quartal im Schnitt 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auch BASF verlangte im dritten Quartal im Schnitt 12 Prozent mehr und hob am Mittwoch die Prognose an. Wacker Chemie meldete am Donnerstag höhere Preise für Silicone. Offen ist noch der Abschluss des fünften Zukaufs, der Stahl-Gruppe, den Henkel für die zweite Jahreshälfte angekündigt hat.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Henkel AG & Co. KGaAHenkel erzielt sehr starkes organisches Umsatzwachstum im dritten Quartal und aktualisiert Jahresprognose für 2026 (Ad-hoc-Mitteilung über EQS)29.10.2026
  2. Henkel AG & Co. KGaAPressemitteilung zum ersten Halbjahr 202606.08.2026
  3. dpa-AFX via ArivaHenkel setzt mehr um als erwartet und erhöht Umsatzprognose29.10.2026

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