Um 12 Prozent höhere Preise hoben den Umsatz von BASF im dritten Quartal auf 16,4 Mrd. Euro. Ohne Umbaukosten und Einmaleffekte stieg das EBITDA um 15 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Nach der Restrukturierung in Ludwigshafen und einer Wertberichtigung steht beim operativen Ergebnis dagegen ein Minus von 98 Mio. Euro.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Diese starke Entwicklung unserer Kerngeschäfte seit Jahresbeginn gibt uns die Zuversicht, die Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen zu präzisieren und nach oben anzupassen“, sagte Vorstandschef Markus Kamieth am Mittwochmorgen.[1] Statt 6,9 bis 7,7 Mrd. Euro erwartet der Chemiekonzern für 2026 nun 7,4 bis 7,8 Mrd. Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- BASF hebt die Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen 2026 von 6,9 bis 7,7 auf 7,4 bis 7,8 Mrd. Euro an.[1]
- Das Umsatzplus von 14 Prozent stammt zu 12 Prozentpunkten aus Preisen, die Marge vor Sondereinflüssen bleibt bei 10,0 %.
- Sondereinflüsse von 780 Mio. Euro drückten das EBIT auf minus 98 Mio. Euro.[2]
- Für das vierte Quartal bleiben rechnerisch 0,95 bis 1,35 Mrd. Euro EBITDA vor Sondereinflüssen.
Woher kommt das Wachstum?

Der Zuwachs stammt vor allem aus höheren Preisen: Im Schnitt verlangte BASF 12 Prozent mehr, die Absatzmengen stiegen um 2 Prozent.[1] Am stärksten legte das Segment Chemicals zu, mit 34 Prozent mehr Umsatz und 56 Prozent mehr EBITDA vor Sondereinflüssen.[2] Die Marge des Konzerns lag mit 10,0 % genau auf Vorjahresniveau. Von jedem Euro Umsatz blieben BASF damit wie vor einem Jahr 10 Cent als EBITDA vor Sondereinflüssen.
Hinter der Preisrunde stehen auch teurere Rohstoffe. In den Vorräten band BASF im Quartal 507 Mio. Euro, nach Konzernangaben vor allem wegen höherer Rohstoffpreise.[1] Der operative Cashflow sank deshalb um 275 Mio. auf 1,1 Mrd. Euro. Kunden im Großraum China kauften für 38 Prozent mehr ein als vor einem Jahr, Kunden in Deutschland für 19 Prozent mehr.[2]
Warum ist das operative Ergebnis trotzdem negativ?
Zwischen bereinigtem und ausgewiesenem EBIT liegen 780 Mio. Euro Sondereinflüsse.[2] Im EBITDA fielen 437 Mio. Euro an, vor allem für Restrukturierungen am Standort Ludwigshafen und einen Vergleich in einem Rechtsstreit der Sparte Care Chemicals. Hinzu kommt eine Wertberichtigung von 318 Mio. Euro im Unternehmensbereich Monomers.[1] Bei Porsche lief die Rechnung zuletzt umgekehrt: Dort hob der Rückgang der Umbaukosten das Ergebnis.
Bis September erzielte BASF 6,45 Mrd. Euro EBITDA vor Sondereinflüssen. Die alte Untergrenze von 6,9 Mrd. Euro hätte für das Schlussquartal nur noch 450 Mio. Euro verlangt, die neue setzt nach Rechnung von Dr. Web mindestens 950 Mio. Euro voraus.
So entwickelt sich die Prognose für 2026
BASF verdient mehr, weil die Kunden 12 Prozent höhere Preise zahlen. Die Marge bleibt bei 10 Prozent.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Chemiekunden und für Evonik?
BASF setzt höhere Preise durch, ohne Absatz zu verlieren. Einkäufer in der Kunststoff-, Bau- und Verpackungsindustrie sollten deshalb keinen Preisnachlass erwarten, der Konzern gibt teurere Rohstoffe weiter. Autozulieferer zahlen damit mehr für Material, während Kunden wie Mercedes-Benz 2026 nur noch 2 bis 3 Prozent Rendite im Pkw-Geschäft erwarten.
Finanziell hat BASF mehr Spielraum für die Evonik-Pläne. Die Nettoverschuldung sank binnen eines Jahres von 20,9 auf 16,7 Mrd. Euro.[2] Laut Reuters bietet BASF inzwischen 24 Euro je Evonik-Aktie, die Pressemitteilung zu den Quartalszahlen erwähnt Evonik nicht.
Für Ihre Planung folgt daraus:
- Prüfen Sie Lieferverträge über BASF-Produkte auf Preisgleitklauseln, die an Rohstoffindizes gekoppelt sind.
- Rechnen Sie im Budget für 2027 nicht mit sinkenden Chemiepreisen, solange BASF Mengen und Preise zugleich steigert.
Kamieth und Finanzvorstand Dirk Elvermann stellen sich am Mittwoch um 10.30 Uhr den Fragen der Presse.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- BASFStärke in allen Kerngeschäften sorgt für deutliches Wachstum beim EBITDA vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe (Presse-Information)
- BASFBASF-Gruppe 3. Quartal 2026: Wichtige Zahlen (Presse-Information P181/26, PDF)
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