Von Juli bis September verdiente die Deutsche Bank 1,9 Mrd. € nach Steuern, mehr als in jedem dritten Quartal zuvor. Das Wachstum kam aus der Vermögensverwaltung, dem Privatkunden- und dem Firmenkundengeschäft, die Investmentbank blieb auf Vorjahresniveau. Firmenkunden hatten bei der Bank 13 % mehr Geld liegen als vor einem Jahr.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Wir freuen uns, 2026 zum dritten Mal in Folge einen Rekordgewinn für ein Quartal zu melden“, sagte Vorstandschef Christian Sewing am Mittwochmorgen.[1] Der Gewinn vor Steuern stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 8 % auf 2,6 Mrd. €.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Deutsche Bank verdiente im dritten Quartal 1,9 Mrd. € nach Steuern, ein Rekord für ein drittes Quartal.[1]
- Die Erträge stiegen um 4 % auf 8,3 Mrd. €, die Aufwand-Ertrag-Relation sank auf 62,4 %.
- Die Risikovorsorge erhöhte sich auf 501 Mio. €, vor allem wegen Krediten für Gewerbeimmobilien.
Woher kommt der Rekordgewinn?

Den Gewinnsprung erklärt eine einfache Rechnung: Die Erträge wuchsen um 4 %, die Kosten nicht. Die Bank steckte 0,3 Mrd. € in neue Vorhaben und holte 0,2 Mrd. € durch Einsparungen wieder herein, vor allem beim Personal.[1] Die Aufwand-Ertrag-Relation, also die Kosten je Euro Ertrag, sank von 64,4 auf 62,4 %. Die Demografie hilft: Ein Drittel der deutschen Belegschaft geht bis Mitte der 2030er-Jahre in Rente, die Lücke soll zum Teil KI füllen.
Am stärksten wuchsen die Sparten, die Kundengeld verwalten. Bei der Fondstochter DWS stiegen die Verwaltungsgebühren um 14 %, Anleger legten 31 Mrd. € neu an.[1] Die Privatkundenbank verbuchte 17 Mrd. € Zuflüsse und 13 % höhere Provisionserträge. Die Investmentbank hielt nur das Rekordniveau des Vorjahres, im Handel mit Anleihen und Devisen verdiente sie weniger. Welche Sparte wie viel beisteuert, zeigt unsere Analyse des Geschäftsmodells.
Wo steigen die Risiken?
Die Risikovorsorge für Kreditausfälle legte gegenüber dem zweiten Quartal um 9 % auf 501 Mio. € zu.[1] Als Gründe nennt die Bank den weiteren Abbau riskanter Kredite für Gewerbeimmobilien und einen Einzelfall in der Unternehmensbank. Gewerbeimmobilien belasten Banken seit dem Zinsanstieg 2022: Teurere Anschlussfinanzierungen und leere Büroflächen drücken den Wert der Objekte, die als Sicherheit dienen.
Den Druck auf das Segment zeigt auch die Fondstochter DWS. Ihr offener Immobilienfonds Grundbesitz Europa zahlt nur noch 10 % jeder Rückgabe aus. Beim Kapital bleibt der Bank Spielraum. Die harte Kernkapitalquote, das Polster gegen Verluste, lag bei 14,0 %, am oberen Ende der eigenen Zielspanne, die Aktienrückkäufe über 1,5 Mrd. € für 2026 sind abgeschlossen.[1]
Wo die Bank wächst
Die Deutsche Bank steigert die Erträge um 4 % bei gleichen Kosten. Mehr braucht ein Rekordquartal nicht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was folgt daraus für Mittelständler?
In der Unternehmensbank wuchsen die Einlagen binnen Jahresfrist um 41 Mrd. €, die Kredite um 10 Mrd. €.[1] Die Sparte erzielte eine Eigenkapitalrendite von 17,6 %, gerechnet ohne Firmenwerte. Banken zahlen auf Guthaben in Geschäftskonten wenig Zinsen, legen das Geld aber selbst zu Marktzinsen an. Diese Differenz gehört zu den verlässlichsten Ertragsquellen im Firmenkundengeschäft.
Der Markt für Firmenkunden ist in Bewegung: Die EZB erlaubt UniCredit mehr als 30 % an der Commerzbank. Die Deutsche Bank wirbt in der Schweiz um die Firmenkunden der Credit Suisse. Für Gespräche mit Ihrer Hausbank heißt das:
- Fragen Sie für Guthaben, die Sie monatelang nicht brauchen, nach Tages- oder Festgeld zu Marktkonditionen.
- Holen Sie vor der nächsten Kreditverlängerung das Angebot einer zweiten Bank ein und klären Sie vorab, ob die Bank dabei Ihre private Schufa abfragt.
Bis 2028 will die Deutsche Bank eine Eigenkapitalrendite von mehr als 13 % erreichen, in den ersten neun Monaten 2026 lag sie bei 11,5 %.[1]
Quelle
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- Deutsche Bank AGDeutsche Bank reports record third-quarter post-tax profit of € 1.9 billion (Pressemitteilung)
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