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BASF bietet Evonik laut Reuters 24 Euro je Aktie, für alle Aktien zusammen mehr als elf Milliarden Euro. Gegenüber dem ersten Gebot, das der Essener Vorstand abgelehnt hatte, legt der Ludwigshafener Konzern 1,85 Euro drauf. Am Zug ist damit auch Bernd Tönjes, Chef der RAG-Stiftung und zugleich Vorsitzender des Evonik-Aufsichtsrats.

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Die Evonik-Aktie stieg am Freitag um 3,4 Prozent auf 21,40 Euro und blieb damit 2,60 Euro unter dem neuen Gebot.[1] Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Erhöhung berichtet, Reuters bestätigte den Bericht unter Berufung auf zwei Insider. BASF, Evonik und die RAG-Stiftung wollten sich nicht äußern.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • BASF bietet laut Reuters 24 Euro je Evonik-Aktie, das erste Gebot lag bei rund 22,15 Euro.
  • Bestätigt hat das Gebot keiner der beiden Konzerne, Evonik will die Offerte laut einem Insider prüfen.
  • BASF-Chef Markus Kamieth schließt betriebsbedingte Kündigungen bei Evonik bis 2032 aus.
  • Ein Zukauf des US-Konkurrenten Ashland bräuchte nach einem offiziellen Angebot die Zustimmung des Evonik-Aufsichtsrats.

Was verspricht BASF der Evonik-Belegschaft?

Erlenmeyerkolben mit oranger Flüssigkeit und Preisschild vor weißem Hintergrund
BASF-Chef Markus Kamieth nennt Evonik-Übernahme deutsche Antwort auf Globalwettbewerb. Betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen, Tarifverträge bleiben bestehen

In einer Videobotschaft nannte BASF-Chef Markus Kamieth die Übernahme am Donnerstag eine „starke deutsche Antwort auf den globalen Wettbewerb“. Betriebsbedingte Kündigungen bei Evonik schließt Kamieth bis 2032 aus, die Tarifverträge will BASF einhalten. Mindestens ein Vorstandsressort soll in Nordrhein-Westfalen sitzen.[1]

BASF richtet die Zusagen an die Gremien der RAG-Stiftung, in deren Kuratorium NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und IGBCE-Chef Michael Vassiliadis sitzen. Beide achten auf die Arbeitsplätze im Ruhrgebiet, während Evonik bis 2029 weitere 3.200 Stellen streicht. Ein Punkt widerspricht Evoniks eigenem Plan: BASF kann sich vorstellen, die Chemieparks in Marl und Wesseling mit rund 3.500 Beschäftigten selbst weiterzubetreiben.[1] Evonik hatte deren Betrieb in die Gesellschaft Syneqt ausgegliedert, um ihn zu verkaufen, so wie Bayer und Lanxess 2019 ihren Chemieparkbetreiber Currenta an den Investor Macquarie abgaben.

Warum bleibt die Aktie unter dem Gebot?

Der Abstand von 2,60 Euro, rund elf Prozent des Gebots, zeigt den Zweifel der Börse. Ende September hatte Evonik Gespräche und den Blick in die Bücher verweigert, bis heute verhandeln die Konzerne nicht. Anleger, die auf die Übernahme setzen, preisen deshalb das Risiko ein, dass der Vorstand auch die zweite Offerte zurückweist oder die Fusionskontrolle die Übernahme verzögert.

Das erste Gebot lag laut Financial Times rund 28 Prozent über dem Kurs vor den ersten Berichten. Auf derselben Basis ergeben 24 Euro einen Aufschlag von knapp 39 Prozent, nach Rechnung von Dr. Web. Der Ölkonzern ADNOC zahlte den Covestro-Aktionären 54 Prozent Aufschlag auf den Kurs vor den ersten Medienberichten.

Mit 24 Euro kauft BASF zunächst nur einen Termin beim Evonik-Vorstand. Die Börse zweifelt, solange Essen die Bücher geschlossen hält.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was BASF für Evonik bietet
Gebote je Aktie, Börsenkurs und Großaktionärin im Oktober 2026
24 €
je Aktie bietet BASF laut Reuters, für alle Aktien mehr als 11 Mrd. Euro
22,15 €
je Aktie lautete das erste Gebot laut Financial Times, Evonik lehnte ab
21,40 €
erreichte die Evonik-Aktie am 23. Oktober, 2,60 € unter dem Gebot
43 %
der Evonik-Aktien hält die RAG-Stiftung, ihr Vorstandschef leitet den Evonik-Aufsichtsrat
Der Übernahmepoker bisher
25. September
Sondierung
BASF bestätigt Gespräche mit Evonik und der RAG-Stiftung
28. September
Absage
Evonik lehnt das erste Gebot als zu niedrig ab
22. Oktober
Jobgarantie
Kamieth schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 aus
23. Oktober
24 € je Aktie
BASF erhöht laut Reuters, Evonik will die Offerte prüfen

Was darf der Evonik-Vorstand jetzt noch tun?

Parallel prüft Evonik Insidern zufolge den Kauf des US-Chemiekonzerns Ashland, der an der Börse rund 2,9 Milliarden Euro wert ist. BASF hält den Zukauf laut einem Insider für zu teuer und riskant. Evonik beteuert Insidern zufolge, Ashland sei keine Giftpille, die Verkaufsgespräche hätten schon vor dem BASF-Vorstoß begonnen.[1]

Solange BASF kein Angebot offiziell ankündigt, hat der Evonik-Vorstand freie Hand. Danach gilt das Verhinderungsverbot des Übernahmegesetzes: Der Vorstand darf nichts tun, was den Erfolg des Angebots verhindern könnte. Ausgenommen sind Schritte, die ein gewissenhafter Vorstand auch ohne Übernahmeangebot unternommen hätte, die Suche nach einem anderen Bieter und Handlungen, denen der Aufsichtsrat zustimmt.[2]

Diesem Aufsichtsrat sitzt Bernd Tönjes vor, seit 2018 zugleich Vorstandschef der RAG-Stiftung.[3] Über eine mögliche Abwehrmaßnahme und über den Verkauf des Aktienpakets der Stiftung berät damit derselbe Mann mit. Einkäufer, die von Evonik und BASF beziehen, prüfen am besten ihre Rahmenverträge auf Klauseln zum Eigentümerwechsel.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Reuters (über cash.ch)BASF erhöht offenbar Angebot für Evonik23.10.2026
  2. Gesetze im Internet§ 33 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz, Absatz 1
  3. RAG-StiftungVorstand, Bernd Tönjes

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