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Der Autozulieferer ZF hat sein bereinigtes Betriebsergebnis von Januar bis September um 368 Millionen auf rund 1,4 Milliarden Euro gesteigert. Die Nettoverschuldung liegt mit 10,1 Milliarden Euro trotzdem nur rund 130 Millionen unter dem Stand vom Jahresende. Für eine neue Anleihe zahlt der Konzern 5,75 Prozent Zinsen.

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„Wir sehen deutlich, dass unsere Maßnahmen wirken“, sagt ZF-Finanzvorstand Michael Frick.[1] Die bereinigte EBIT-Marge liegt nach neun Monaten am oberen Rand der Jahresprognose. Im dritten Quartal flossen aber nur rund 105 Millionen Euro freie Mittel zu, halb so viel wie ein Jahr zuvor.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Das bereinigte EBIT stieg nach neun Monaten auf rund 1,4 Milliarden Euro, die Marge von 3,6 auf 4,9 Prozent.
  • Vom bereinigten Free Cashflow über rund 1,1 Milliarden Euro entfallen nur rund 105 Millionen auf das dritte Quartal.
  • Die Nettoverschuldung lag am 30. September bei 10,1 Milliarden Euro, der Verschuldungsgrad sank von 2,98 auf 2,61.
  • Eine Anleihe über 750 Millionen Euro zu 5,75 Prozent löst Papiere mit Fälligkeit 2027 und 2028 ab.

Was zeigt das dritte Quartal allein?

Metallzahnrad auf Geldbündel; Karikatur mit „Zinslast“-Stein; Anhänger mit 4,9 %
ZF erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 4,7 Prozent

ZF nennt nur Werte für neun Monate, der Abstand zum Halbjahresbericht lässt sich aber nachrechnen. Nach Rechnung von Dr. Web setzte der Konzern von Juli bis September rund 9,6 Milliarden Euro um und erzielte ein bereinigtes EBIT von rund 450 Millionen Euro.[2] Die Quartalsmarge lag damit bei rund 4,7 Prozent, im Vorjahresquartal hatte ZF nur rund 200 Millionen Euro erzielt. Organisch wuchs der Umsatz im dritten Quartal um rund drei Prozent. Das Plus führt ZF auf Aufträge aus Nordamerika zurück.[1]

Der bereinigte Free Cashflow stand nach neun Monaten bei rund 1,1 Milliarden Euro, zur Jahresmitte bei 989 Millionen. Für Juli bis September bleiben damit rund 105 Millionen Euro, nach rund 218 Millionen ein Jahr zuvor. Als Grund nennt ZF Auszahlungen für den Konzernumbau.[1] Das Jahresziel von mehr als einer Milliarde Euro hat ZF damit bereits übertroffen.[3]

Warum sinken die Schulden kaum?

Die Nettoverschuldung lag am 30. September bei 10,1 Milliarden Euro, rund 130 Millionen unter dem Wert vom Jahresende 2025.[1] Ende Juni hatte ZF rund 9,8 Milliarden Euro ausgewiesen, im dritten Quartal kamen also rund 300 Millionen hinzu.[2] Woran die Differenz liegt, schlüsselt ZF nicht auf.

Der Verschuldungsgrad sank dennoch von 2,75 auf 2,61, weil ZF die Nettoverschuldung ins Verhältnis zum wachsenden bereinigten Ergebnis vor Abschreibungen setzt. Die ungenutzte Kreditlinie über 3,5 Milliarden Euro ist an diese Kennzahl gebunden, die Banken prüfen den Wert jedes Quartal. Bis Ende Juni 2026 waren höchstens 4,75 erlaubt, bis März 2028 sinkt die Grenze schrittweise auf 3,25.[3]

ZF erwirtschaftet in neun Monaten 1,1 Milliarden Euro frei verfügbare Mittel, die Schulden sinken um rund 130 Millionen. An dieser Lücke hängt das Rating.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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ZF nach neun Monaten 2026
Ergebnis, Mittelzufluss und Schulden des Autozulieferers von Januar bis September
4,9 %
bereinigte EBIT-Marge, ein Jahr zuvor 3,6 %, Prognose 4,0 bis 5,0 %
rund 1,1 Mrd. €
bereinigter Free Cashflow, Jahresziel über 1,0 Mrd. €
10,1 Mrd. €
Nettoverschuldung am 30. September, Ende 2025 rund 130 Mio. € mehr
2,61
Verschuldungsgrad, die Kreditverträge erlauben bis März 2028 schrittweise weniger
Das dritte Quartal allein, nach Rechnung von Dr. Web
Umsatz
rund 9,6 Mrd. €
organisch rund 3 % mehr, nach 0,5 % im ersten Halbjahr
Bereinigtes EBIT
rund 450 Mio. €
ein Jahr zuvor rund 200 Mio. €
Free Cashflow
rund 105 Mio. €
ein Jahr zuvor rund 218 Mio. €
Nettoverschuldung
plus rund 300 Mio. €
von rund 9,8 auf 10,1 Mrd. €

Was kostet ZF die Refinanzierung?

Mitte September platzierte ZF eine Anleihe über 750 Millionen Euro mit 4,5 Jahren Laufzeit und einem Kupon von 5,75 Prozent. Mit dem Geld kann der Konzern ausgewählte Euro-Anleihen mit Fälligkeit 2027 und 2028 vorzeitig ablösen.[1] Im Februar hatte ZF für eine sechsjährige Milliardenanleihe 5,5 Prozent Rendite geboten und damit Papiere mit Fälligkeit im Mai 2027 zurückgekauft.[3]

Die Zinssätze hängen an der Bonität. Ende 2025 stufte Moody’s ZF mit Ba2 ein, S&P Global mit BB-, beides unterhalb der Bonitätsstufe Investment Grade, die der Konzern anstrebt.[3] Inzwischen haben beide Agenturen ihren Ausblick angehoben.[1] Allein die neue Anleihe kostet rund 43 Millionen Euro Zinsen im Jahr.

Weniger Schulden soll der Verkauf der Fahrerassistenzsparte an die Samsung-Tochter Harman bringen, zu einem Unternehmenswert von 1,5 Milliarden Euro. Den Abschluss erwartete ZF im Geschäftsbericht für die zweite Jahreshälfte 2026.[3]

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. ZF FriedrichshafenNeun-Monats-Zahlen 2026: ZF verbessert Performance und sichert Refinanzierung (Mitteilung vom 22. Oktober 2026)
  2. ZF FriedrichshafenZF setzt Weg zur Verbesserung der Performance konsequent fort (Mitteilung zum ersten Halbjahr 2026 vom 30. Juli 2026)
  3. ZF FriedrichshafenGeschäftsbericht 2025 (Prognose, Finanzierung, Finanzkennzahl, Ratings, Ereignisse nach dem Bilanzstichtag)

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