Jenoptik hat in den ersten neun Monaten 2026 Aufträge über rund 1,1 Milliarden Euro erhalten, nach 777,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Weil vor allem die Optik für Chipmaschinen gefragt ist, hebt der Konzern aus Jena das Margenziel für 2026 auf rund 22 Prozent. Beim Umsatz bleibt es bei 5 bis 9 Prozent Wachstum.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenMehr als 800 Millionen Euro Umsatz und knapp 180 Millionen Euro EBITDA meldet Jenoptik nach vorläufigen Zahlen für die Monate Januar bis September.[1] Ein Jahr zuvor waren es 753,2 und 131,8 Millionen Euro.[2] Das operative Ergebnis wuchs damit um rund ein Drittel, der Umsatz um gut 6 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- Jenoptik erwartet für 2026 eine EBITDA-Marge von rund 22 Prozent, bisher waren 20 bis 21 Prozent angekündigt.
- In den ersten neun Monaten stieg die Marge laut vorläufigen Zahlen von 17,5 auf rund 22 Prozent.
- Der Auftragseingang kletterte vor allem dank der Halbleiterausrüstung auf rund 1,1 Milliarden Euro.
- Die vollständigen Zahlen zu den ersten neun Monaten legt Jenoptik am 10. November vor.
Woher kommt die höhere Marge?

Jenoptik nennt unter anderem den veränderten Produktmix.[1] Die Halbleitersparte arbeitet profitabler als der übrige Konzern: Im dritten Quartal 2025 lag ihre EBITDA-Marge bei 27,8 Prozent, die des Konzerns bei 20,8 Prozent.[2] Wächst diese Sparte schneller als die anderen, steigt die Konzernmarge, auch wenn kein einziges Produkt teurer wird.
Im Sommerquartal zeigt sich der Effekt besonders deutlich. Zieht man die Werte aus dem ersten Halbjahr ab, bleiben nach Rechnung von Dr. Web für das dritte Quartal rund 80 Millionen Euro EBITDA bei rund 300 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einer Marge von etwa einem Viertel, im Vorjahresquartal waren es 20,8 Prozent.[2]
Warum bleibt das Umsatzziel unverändert?
Die Aufträge laufen dem Umsatz weit voraus: Rund 1,1 Milliarden Euro an Bestellungen stehen gut 800 Millionen Euro Umsatz gegenüber.[1] Die Differenz wandert in den Auftragsbestand und wird erst mit der Lieferung zu Umsatz. Für 2026 bleibt es deshalb bei 5 bis 9 Prozent Wachstum auf Basis von 1.046 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2025.[3]
Nach Rechnung von Dr. Web ergibt das 1,10 bis 1,14 Milliarden Euro Umsatz und bei 22 Prozent Marge rund 240 bis 250 Millionen Euro EBITDA, mehr als die 221,5 Millionen Euro von 2024.[3] Weil die Jahresmarge genau dem Wert nach neun Monaten entspricht, plant der Vorstand für das Schlussquartal rechnerisch unter dem Niveau des Sommers.
Die Aufträge laufen dem Umsatz davon. Jenoptik muss jetzt zeigen, dass die Werke so schnell liefern können.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was verrät die Prognose über die Chiplieferkette?
Die Nachfrage kommt aus der Lithografie. Der niederländische Hersteller von Lithografiemaschinen ASML erwartet, dass seine geplanten Fertigungskapazitäten 2027 und 2028 nicht für die Nachfrage reichen, manche Kunden wollen schon für 2029 und 2030 bestellen.[4] Jenoptik hängt an derselben Lieferkette: 2025 hatten Schwankungen bei den Zulieferungen für die Lithografie den Umsatz der Halbleitersparte gedrückt.[3]
Bei anderen deutschen Ausrüstern sieht es ähnlich aus. Aixtron kam im dritten Quartal auf eine EBIT-Marge von rund 31 Prozent und nannte ebenfalls den Produktmix als Grund. Dass volle Auftragsbücher nicht automatisch Gewinn bringen, zeigte im Sommer dagegen PVA TePla. Ob Jenoptik für die zusätzlichen Aufträge Kapazität aufbaut, lässt die Mitteilung offen.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- JenoptikJenoptik erhöht nach starkem 3. Quartal die Prognose für die EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2026 auf rund 22 Prozent (Mitteilung vom 21. Oktober 2026)
- JenoptikQuartalsmitteilung Januar bis September 2025 (PDF)
- JenoptikProfitables Wachstum für 2026 erwartet; 2025 durch schwieriges Marktumfeld beeinflusst (Presseinformation zum Geschäftsjahr 2025, PDF)
- ASMLASML reports €11.7 billion total net sales and €5.0 billion net income in Q3 2026 (Mitteilung vom 14. Oktober 2026, englisch)
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