Neun Spielzeiten lang verbuchte Manchester City Geld von Sponsoren aus Abu Dhabi, zusammen 949,9 Millionen Pfund, umgerechnet 1,11 Milliarden Euro. Die Sponsoren selbst überwiesen davon nach Feststellung einer unabhängigen Kommission der Premier League nur 139 Millionen Euro. Der Club nennt das Urteil fehlerhaft, hat Berufung eingelegt und führt die Tabelle mit sieben Siegen aus sieben Spielen an.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDie Premier League hat am 29. September 2026 die Entscheidung ihrer unabhängigen Kommission veröffentlicht: Manchester City hat demnach von 2009/10 bis 2017/18 schwer gegen die Finanzregeln der Liga verstoßen und über Jahre die Ermittlungen behindert. Die Strafe steht noch aus, die Berufung läuft. Hier lesen Sie, wie der Club sein Geld verdient, welcher Teil davon laut Urteil vom Eigentümer kam und was der Fall für Konkurrenten, Titel und den Wert des Vereins bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine unabhängige Kommission der Premier League hat Manchester City am 29. September 2026 aller schweren Verstöße gegen die Finanzregeln von 2009/10 bis 2017/18 für schuldig befunden. City hat Berufung eingelegt, die Strafe ist offen.
- Von 1,11 Milliarden Euro Sponsorengeld aus Abu Dhabi zahlten laut Urteil die Sponsoren nur 139 Millionen Euro. Den Rest, 969 Millionen Euro, überwies die Eigentümergesellschaft ADUG.
- Heute lebt City zur Hälfte vom Sponsoring: 2024/25 setzte der Club 809,7 Millionen Euro um und schrieb einen kleinen Verlust. Ohne Spielerverkäufe stünde jedes der letzten fünf Jahre im Minus.
- Möglich sind eine unbegrenzte Geldstrafe, Punktabzug, die Aberkennung von Titeln und der Ausschluss aus der Liga. Arsenal, Liverpool, Manchester United und Tottenham halten sich Schadenersatz offen.
1 Unter welchem Namen begann Manchester City 1880? Aufklappen ↓
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2 Wie viel der 1,11 Milliarden Euro Sponsorengeld aus Abu Dhabi zahlten laut Kommission die Sponsoren selbst? Aufklappen ↓
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3 Welcher Club hielt 2010 den Verlustrekord der Premier League, den City laut Kommission nicht brechen wollte? Aufklappen ↓
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4 Wie viele der 20 Premier-League-Clubs müssten einem Ausschluss von City zustimmen? Aufklappen ↓
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5 Auf welchem Platz steht City in der Deloitte Football Money League 2026? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Manchester City und wie fing alles an?

Angefangen hat Manchester City 1880 als Mannschaft der Kirchengemeinde St. Mark’s im Arbeiterviertel West Gorton, 1887 hieß der Verein Ardwick, seit 1894 Manchester City. Seit 2008 gehört der Club der Abu Dhabi United Group von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Gemeinde von St. Mark’s wollte den jungen Männern des Viertels eine sinnvolle Freizeit bieten. Gorton war ein Industriebezirk, der Club hatte früh Verbindungen zu einem örtlichen Eisenwerk. 1887 zog die Mannschaft auf einen neuen Platz und nannte sich Ardwick AFC.
Ardwick geriet in Geldnot. 1894 gründete sich der Verein unter dem Namen Manchester City neu, der Name sollte die ganze Stadt ansprechen.
Zwei englische Meisterschaften holte City vor der Premier-League-Zeit, 1937 und 1968. Im April 1970 gewann die Mannschaft in Wien mit einem 2:1 gegen Górnik Zabrze den Europapokal der Pokalsieger, auf dem Weg ins Finale hatte sie den FC Schalke 04 ausgeschaltet.
Wembley 1999: der Tiefpunkt als Gründungsmythos
1998 stieg City in die dritte Liga ab.
Ein Jahr später stand der Club im Play-off-Finale im Wembley-Stadion gegen Gillingham kurz vor dem Scheitern. Gillingham führte 2:0, dann trafen Kevin Horlock und in der Nachspielzeit Paul Dickov. City gewann das Elfmeterschießen und stieg auf. Der Club sieht in diesem Abend bis heute den Wendepunkt seiner Geschichte.
2003 zog die Mannschaft von der Maine Road, ihrer Heimat seit 1923, in das Stadion, das die Stadt für die Commonwealth Games 2002 gebaut hatte. Eigentümer der Arena ist bis heute der Manchester City Council, der Verein ist Pächter.
Zwei Eigentümer in einem Jahr
Im Juli 2007 kaufte Thaksin Shinawatra, der frühere Premierminister Thailands, den Club. Der Vorstand hatte den Aktionären im Juni empfohlen, ein Angebot über 95,2 Millionen Euro anzunehmen.
Das Geschäftsjahr bis Ende Mai 2008 schloss City mit 96,0 Millionen Euro Umsatz ab und einem Verlust von 34,6 Millionen Euro. Die Gehälter verschlangen 63,2 Millionen Euro, zwei Drittel der Einnahmen. Thaksin blieb nur ein Jahr.
Am 1. September 2008, dem letzten Tag der Transferperiode, gab die Abu Dhabi United Group (ADUG) die Übernahme bekannt. Am selben Tag kaufte City Robinho von Real Madrid für den britischen Rekordpreis von 37,9 Millionen Euro. Am 23. September 2008 gingen laut Jahresabschluss 90 Prozent der Anteile an die ADUG über, den Rest übernahm die Gruppe 2009.
Den Kaufpreis hat keine Seite offiziell genannt, Medien berichteten von rund 233 Millionen Euro Kaufpreis. Die ADUG gehört allein Scheich Mansour. Vorsitzender des Clubs wurde Khaldoon Al Mubarak, der bis heute im Amt ist.
Manchester City war vor 2008 ein Traditionsverein mit 96,0 Millionen Euro Umsatz und Verlust. Gekauft hat ihn ein Investor, für den Geld kaum eine Rolle spielte, und genau das prägt das Geschäftsmodell bis heute.
Wie wurde aus dem Lokalverein eine Weltmarke?

Mit Eigenkapital aus Abu Dhabi, das in Spieler, Trainer und Infrastruktur floss, und mit Titeln, die neue Sponsoren und Fernsehgeld brachten. Rund 1,62 Milliarden Euro Kapital steckte der Eigentümer laut Jahresabschlüssen in die Clubgesellschaft. Der Umsatz stieg von 96,0 auf zuletzt 809,7 Millionen Euro.
Laut der Entscheidung der unabhängigen Kommission der Premier League zahlte die ADUG im ersten Jahr mehr als 222 Millionen Euro an Eigenkapital ein, 2009/10 weitere 344 Millionen. Mit dem Geld stellte City einen neuen Kader zusammen.
Im Frühjahr 2010 fürchtete die Clubführung laut Kommission einen bestimmten Rekord. Der höchste Jahresverlust eines Premier-League-Clubs lag damals bei 163 Millionen Euro, aufgestellt vom FC Chelsea 2006. Diesen Rekord wollte City auf keinen Fall brechen, schreibt die Kommission, und entwickelte deshalb Anfang 2010 einen Plan, Geld des Eigentümers als Sponsoreneinnahmen auszuweisen.
Manchester City bestreitet das. Die Einzelheiten der Feststellungen stehen im nächsten Kapitel.
Titel als Geschäftsgrundlage
2011 gewann City mit einem 1:0 gegen Stoke City den FA Cup, den ersten großen Titel unter den neuen Eigentümern. Ein Jahr später folgte die erste Meisterschaft seit 1968, entschieden nur über die Tordifferenz vor Manchester United. Im Sommer 2011 hatte der Club einen Zehnjahresvertrag mit Etihad Airways geschlossen: Seitdem heißt das Stadion Etihad Stadium, das Umfeld Etihad Campus. Den Wert haben beide Seiten nie veröffentlicht, die Schätzungen britischer Medien reichen von 117 bis 467 Millionen Euro.
Bis 2024 kamen sieben weitere Meisterschaften hinzu, vier davon in Folge. 2016 holte der Club Pep Guardiola als Trainer. 2023 gewann City in Istanbul mit einem 1:0 gegen Inter Mailand die Champions League und damit das Triple aus Meisterschaft, FA Cup und Königsklasse. Im Dezember 2023 folgte die Klub-Weltmeisterschaft.
Die Saison 2025/26 beendete City als Zweiter hinter Arsenal, gewann aber FA Cup und Ligapokal. Guardiola trat im Sommer 2026 ab, sein Nachfolger ist Enzo Maresca.
Ein Konzern mit elf Vereinen
2013 gründeten die Eigentümer die City Football Group (CFG) als Dach für mehrere Vereine. Laut Konzernabschluss 2024/25 kontrolliert die Gruppe elf Clubs, darunter New York City FC, den FC Girona, den EC Bahia, Palermo und Melbourne City, und hält eine Minderheitsbeteiligung an den Yokohama F. Marinos.
Ende 2019 stieg der US-Finanzinvestor Silver Lake ein. Für 440 Millionen Euro bekam er gut zehn Prozent, die Gruppe war damit 4,23 Milliarden Euro wert. 2022 stockte Silver Lake auf mehr als 18 Prozent auf, den Rest hält überwiegend die ADUG.
2024/25 setzte die CFG 1,04 Milliarden Euro um und machte 339,6 Millionen Euro Verlust. Manchester City selbst kam im selben Jahr auf ein Minus von 11,5 Millionen Euro.
Geschäftsjahr 2007/08 bis 31. Mai 2008, 2024/25 bis 30. Juni 2025. Umgerechnet zum EZB-Kurs vom 29.09.2026 (1 Pfund = 1,1666 €). Titelzahl laut Gulf News bis März 2026 plus FA Cup im Mai 2026.
Wie verdient Manchester City tatsächlich sein Geld?

Vor allem mit Sponsoring und Vermarktung: Von 809,7 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 kam knapp die Hälfte aus Sponsoring und Vermarktung, 40 Prozent aus Medienrechten und 11 Prozent aus Spieltagserlösen. Für 2009/10 bis 2017/18 kam ein großer Teil der Sponsorengelder laut Kommission vom Eigentümer.
Alle Beträge rechnet dieser Artikel aus britischen Pfund zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 29. September 2026 um, dem Tag, an dem die Premier League das Urteil veröffentlichte: 1 Pfund entsprach 1,1666 Euro.
Medienrechte: 325,0 Millionen Euro
Aus Übertragungsrechten nahm City 2024/25 325,0 Millionen Euro ein. Den größten Teil verteilt die Premier League, die ihre Rechte zentral vermarktet und mehr Geld an ihre Clubs ausschüttet als jede andere Liga. Diese Grundeinnahmen fließen unabhängig davon, wie viele Zuschauer ins Stadion kommen. Aus der Champions League kamen 2024/25 nur noch 82,5 Millionen Euro, nach 122,0 Millionen im Vorjahr. City schied schon in den Play-offs vor dem Achtelfinale aus, Antrittsgeld und Prämien der Klub-WM 2025 in den USA glichen einen Teil aus.
Sponsoring: 397,1 Millionen Euro
Sponsoring und Vermarktung brachten 397,1 Millionen Euro und ist damit die größte Säule. Zu den Hauptpartnern zählen laut Forbes 2026 Etihad Airways, Puma, Nissan, Asahi, Revolut, die Kryptobörse OKX und der Telekomkonzern e&, früher Etisalat. Etihad und e& haben ihren Sitz in den Emiraten. Den Vertrag mit Puma hat City im Juli 2025 bis 2035 verlängert, nach Berichten von ESPN und AFP für bis zu 1,17 Milliarden Euro über zehn Jahre. Bestätigt hat der Ausrüster aus Herzogenaurach den Betrag nicht.
Den Fanartikelhandel hat City ausgelagert und verbucht nur den Nettoertrag. Mit dem Bruttogeschäft hätte der Umsatz bei 881,8 Millionen Euro gelegen.
Spieltagserlöse: 87,6 Millionen Euro
Mit Tickets, Logen und Catering nahm der Club 2024/25 bei 27 Heimspielen 87,6 Millionen Euro ein, im Ligaschnitt kamen 52.517 Zuschauer. Mit der neuen Nordtribüne fasst das Stadion seit Mai 2026 mehr als 61.000 Menschen. Das Gesamtprojekt mit Hotel, Fanzone und Museum kostet nach Angaben aus dem Baugenehmigungsverfahren mehr als 350 Millionen Euro.
Finanziert hat City den Ausbau über ein Darlehen einer Schwestergesellschaft im Konzern, zum Stichtag 119,0 Millionen Euro. Bankkredite hat der Club selbst nicht.
Spielerhandel: 111,1 Millionen Euro Gewinn
Ein fester Teil des Ergebnisses entsteht mit Spielerverkäufen, im Jahresabschluss stehen sie nicht beim Umsatz, sondern als eigener Ertrag. 2024/25 verdiente City daran 111,1 Millionen Euro, im Vorjahr 162,2 Millionen. Über fünf Jahre kamen laut Club mehr als 572 Millionen Euro zusammen.
Rechnet man diese Transfererlöse heraus, hätte City in jedem der fünf Jahre einen Verlust ausgewiesen. Auf der anderen Seite stehen die Abschreibungen auf den Kader, 197,7 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25.
| in Mio. € | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 558,1 | 664,7 | 715,1 | 831,6 | 834,1 | 809,7 |
| davon Medienrechte | 222,0 | 347,0 | 290,6 | 349,3 | 343,8 | 325,0 |
| davon Sponsoring und Vermarktung | 287,3 | 317,0 | 361,1 | 398,3 | 402,1 | 397,1 |
| davon Spieltagserlöse | 48,6 | 0,8 | 63,6 | 83,9 | 88,2 | 87,6 |
| Personalkosten | 409,9 | 413,8 | 412,9 | 493,4 | 481,3 | 476,4 |
| Gewinn aus Spielerverkäufen | 46,4 | 79,9 | 79,0 | 142,0 | 162,2 | 111,1 |
| Jahresergebnis | −147,0 | 2,8 | 48,6 | 93,8 | 86,1 | −11,5 |
Die Personalkosten lagen 2024/25 bei 476,4 Millionen Euro, 59 Prozent des Umsatzes, der Schnitt der Premier League lag laut Deloitte bei 65 Prozent.
Unter dem Strich blieb ein Verlust von 11,5 Millionen Euro, im Vorjahr ein Gewinn von 86,1 Millionen. Das kleine Minus täuscht über die Größe des Fehlbetrags im laufenden Geschäft hinweg: Ohne Spielerhandel und Abschreibungen lag das Betriebsergebnis bei 88,9 Millionen Euro im Plus, nach Abschreibungen und vor Transfergewinnen bei 108,8 Millionen Euro im Minus.
Der Teil, den laut Urteil der Eigentümer zahlte
Am 29. September 2026 veröffentlichte die Premier League die geschwärzte Fassung einer 40-seitigen Entscheidung. Ihre unabhängige Kommission, drei Mitglieder mit geschwärzten Namen, hatte vom 16. September bis 6. Dezember 2024 an 42 Tagen verhandelt und rund 7.000 Seiten Protokoll ausgewertet.
Die Premier League hatte City im Februar 2023 angeklagt, britische Medien zählten 115 einzelne Vorwürfe. Die Kommission selbst spricht von „weit mehr als 100“ Verstößen.
Das Ergebnis lautet wörtlich: Alle Anklagepunkte sind bewiesen, mit Ausnahme von Punkt 4(B), einem Teil der Vorwürfe fehlender Mitwirkung an den Ermittlungen. Schuldig ist City nach diesem Urteil in allen schweren Verstößen gegen die Finanzregeln über neun Spielzeiten, von 2009/10 bis 2017/18.
Rechtskräftig ist die Entscheidung nicht, City hat am 1. Oktober Berufung eingelegt.
Das Herzstück nennt die Kommission „Disguised Funding Scheme“, ein verdecktes Finanzierungssystem. Mehrere Sponsoren aus Abu Dhabi zahlten demnach nur einen Grundbetrag. Den größeren Rest überwies die ADUG, also der Eigentümer, und City verbuchte das ganze Geld als Sponsoreneinnahme. Die Kommission bezeichnet die Verträge als Scheinverträge, die Namen der Sponsoren sind in der veröffentlichten Fassung geschwärzt.
Feststellungen der unabhängigen Kommission der Premier League vom 29.09.2026, nicht rechtskräftig. Manchester City bestreitet die Vorwürfe und hat Berufung eingelegt. Die Namen der Sponsoren sind in der veröffentlichten Fassung geschwärzt. Umgerechnet zum EZB-Kurs vom 29.09.2026.
Über neun Spielzeiten verbuchte City laut Kommission 1,11 Milliarden Euro von diesen Sponsoren. Von den Sponsoren selbst kamen 139,2 Millionen Euro, die übrigen 969,1 Millionen Euro zahlte die ADUG.
Die Einnahmen des Clubs waren damit nach den Worten der Kommission „massiv überhöht“. Hinzu kommen Kosten, die City laut Urteil nicht in den eigenen Büchern auswies: Drei Vereinbarungen zur Vergütung von Trainer und Spielern lagerten zusammen 19,6 Millionen Euro an Ausgaben aus. Britische Medien ordnen eine davon einem Beratervertrag des damaligen Trainers Roberto Mancini bei einem Club in Abu Dhabi zu, im Urteil ist der Name geschwärzt. Mancini sagte am 28. September, City sei nicht schuldig, sein „doppelter Vertrag“ sei nicht sein Problem.
Ein viertes Konstrukt betrifft die Bildrechte der Spieler. Eine Firma namens Fordham kaufte diese Rechte zu einem künstlich erhöhten Preis und zahlte die Honorare der Spieler. Die Kommission nennt Fordham „kaum mehr als eine Strohfirma der ADUG“. Der Club wies dadurch 28,6 Millionen Euro zu viel Einnahmen und 57,6 Millionen Euro zu wenig Betriebskosten aus.
Insgesamt zählt die Premier League mehr als 1,05 Milliarden Euro, um die City Einnahmen zu hoch und Kosten zu niedrig auswies.
Im Mai 2013 fehlten City nach Darstellung der Kommission 11,5 Millionen Euro, um die Break-even-Regel der UEFA einzuhalten. Binnen weniger Tage entstanden geänderte Sponsorenverträge, ohne dass die Sponsoren überhaupt gefragt worden waren.
Was City dem Urteil entgegenhält
Manchester City nennt die Entscheidung eine „Meinung“ der Kommission und spricht von klaren Rechts- und Tatsachenfehlern sowie von Verstößen gegen Grundsätze. Der Club sei unschuldig, erklärte City am 29. September, und verfüge über umfassende, unwiderlegbare Beweise. Vorstandschef Ferran Soriano sprach in einer Videobotschaft an die Belegschaft von einer „Verschwörungstheorie der Premier League“.
Vor der Kommission hatte City erklärt, die Sponsoren hätten staatliche Unterstützung über den Hof des Kronprinzen von Abu Dhabi erhalten. Die Kommission wies diese Erklärung als unwahr zurück, City habe sie lange nach den Ereignissen erfunden. Etliche Zeugen des Clubs hätten in wichtigen Punkten falsch ausgesagt, einige wissentlich. Die Mehrheit der Zeugen habe sich nach Einschätzung der Kommission aber um ehrliche Aussagen bemüht.
Etihad Airways weist jede Feststellung zurück, die auf unzulässige Absprachen der Fluggesellschaft hindeute. Die Premier League habe Etihad im Verfahren nie angehört, erklärte das Unternehmen am 30. September und kündigte an, rechtlichen Rat einzuholen.
- Heute lebt City zur Hälfte von Sponsoren und zu 40 Prozent vom Fernsehgeld.
- Spielerverkäufe entscheiden, ob am Jahresende ein Gewinn steht.
- Laut Urteil zahlte 2009/10 bis 2017/18 der Eigentümer 969 von 1.108 Millionen Euro Sponsorengeld.
- Rechtskräftig ist das nicht: City hat Berufung eingelegt.
Wie groß ist die sportliche und wirtschaftliche Marktmacht von Manchester City?

Sportlich prägt City das Jahrzehnt: acht Meisterschaften seit 2012, die Champions League 2023 und Tabellenplatz eins im Oktober 2026. Wirtschaftlich ist der Club in die zweite Reihe gerutscht. In der Deloitte Football Money League 2026 fiel City mit 829 Millionen Euro Umsatz von Platz zwei auf Platz sechs.
Unter den Eigentümern aus Abu Dhabi hat City bis zum Frühjahr 2026 laut Gulf News 25 Titel gesammelt, mit dem FA Cup im Mai stieg die Zahl auf 26. Acht davon sind englische Meisterschaften, die von 2012, 2014, 2018, 2019, 2021, 2022, 2023 und 2024.
Kein anderer Club gewann im selben Zeitraum so oft die Premier League.
Die Beratungsgesellschaft Deloitte führt in ihrer Rangliste Real Madrid mit rund 1,16 Milliarden Euro vorn, dahinter folgen der FC Barcelona und der FC Bayern. City ist der einzige Club der ersten zehn, dessen Umsatz 2024/25 sank, um ein Prozent. Die Ursache liegt im frühen Aus in der Champions League.
| Platz | Club | Umsatz 2024/25 |
|---|---|---|
| 1 | Real Madrid | rund 1,16 Mrd. € |
| 2 | FC Barcelona | 975 Mio. € |
| 3 | FC Bayern München | 860,6 Mio. € |
| 4 | Paris Saint-Germain | 837 Mio. € |
| 5 | FC Liverpool | 836 Mio. € |
| 6 | Manchester City | 829,3 Mio. € |
Der Spitzenreiter Real Madrid setzt auf ein umgebautes Bernabéu als Geldmaschine. City setzt auf eine andere Mischung: weniger Zuschauereinnahmen, mehr Sponsoren und ein Netz aus elf Vereinen auf fünf Kontinenten, zwischen denen die City Football Group Spieler verleihen und verkaufen kann.
Die Marke wächst langsamer als der Kader
Die Bewertungsfirma Brand Finance taxiert die Marke Manchester City im August 2026 auf 1,5 Milliarden Euro, Platz sechs weltweit und drei Prozent mehr als im Vorjahr. Das US-Magazin Forbes schätzt den Wert des ganzen Clubs im Mai 2026 auf 4,84 Milliarden Euro, Platz sieben. Beide Bewertungen entstanden vor dem Urteil.
In sozialen Netzwerken folgen City laut Geschäftsbericht 2024/25 rund 194 Millionen Konten über alle Kanäle. Unabhängig prüfen lässt sich die Zahl nicht, ein Mensch kann mehreren Kanälen folgen.
Tabellenführer mitten im Verfahren
Nach sieben Spieltagen der Saison 2026/27 führt die Mannschaft von Enzo Maresca die Premier League mit sieben Siegen und 21 Punkten an, drei vor Arsenal. Maresca ist laut Guardian der erste Trainer der Premier League, der seine ersten sieben Ligaspiele gewann.
In der Champions League verlor City am 14. Oktober zu Hause gegen Paris Saint-Germain und gewann sechs Tage später gegen AEK Athen.
Auf dem Platz ist City Tabellenführer, an der Kasse nur noch Sechster in Europa. Die Bewertungen von Marke und Club stammen alle aus der Zeit vor dem 29. September 2026.
Wer ist bei Manchester City eigentlich das Produkt?

Verkauft werden Spiele, Spieler und ein Image. Fans und Sponsoren zahlen für das Erlebnis, Spieler sind zugleich Angestellte und Anlagevermögen im Wert von 763 Millionen Euro. Für den Eigentümer ist der Club nach Ansicht von Kritikern vor allem ein Schaufenster für Abu Dhabi.
Für Fans ist City ein Verein, für die Eigentümer eine Beteiligung und für Sponsoren eine Werbefläche mit Millionenreichweite. Etihad und e& werben im Stadion und auf dem Trikot, beide Unternehmen gehören zum Wirtschaftsraum der Emirate, aus dem auch der Eigentümer kommt. Laut Urteil verbuchte City von solchen Partnern Geld, das in Wahrheit von der ADUG stammte. City bestreitet das.
Spieler als Anlagevermögen
Im Jahresabschluss stehen die Spieler als immaterielle Vermögenswerte, zum 30. Juni 2025 mit einem Buchwert von 763,0 Millionen Euro. Ein Profi ist damit zugleich Arbeitnehmer, Markenbotschafter und Kapitalanlage, die abgeschrieben und mit Gewinn verkauft werden kann. Auch die Bildrechte der Spieler sind Ware. An ihnen setzte laut Urteil das Konstrukt mit der Firma Fordham an, die Bildrechte zu überhöhten Preisen kaufte und daraus Honorare bezahlte, die sonst als Personalkosten in Citys Büchern gestanden hätten. Was die Spieler davon wussten, lässt die veröffentlichte Fassung offen.
Ein Schaufenster für Abu Dhabi
Khaldoon Al Mubarak sagte 2009 dem Guardian, City zeige das wahre Gesicht Abu Dhabis.
Genau diese Verbindung kritisieren Menschenrechtsorganisationen. Amnesty International warf den Emiraten 2023 vor, ihr Image über Manchester City aufzupolieren und zugleich Aktivisten wie Ahmed Mansoor einzusperren. Human Rights Watch schrieb im Juli 2026, die Verbindungen der Stadt Manchester zu emiratischen Amtsträgern verschafften der Regierung der Emirate Rückendeckung, während diese Kräfte im Sudan unterstütze, die Gräueltaten begingen.
Für solche Vorwürfe hat sich der Begriff Sportswashing eingebürgert. Eine öffentliche Antwort des Clubs auf diese Kritik liegt nicht vor.
Die Eigentümer selbst sprechen von einem langfristigen Investment. Khaldoon Al Mubarak sagte im Juni 2026 laut Guardian über den Club, solche „Juwelen“ verkaufe man nicht. Der Wissenschaftler Christopher Davidson berichtet dagegen von Stimmen in Abu Dhabi, die einen Verkauf erwarten. Verkaufsverhandlungen sind nicht belegt.
Bei City sind Spieler Vermögenswerte und Sponsoren oft Nachbarn des Eigentümers. Genau diese Nähe hat die Kommission zum Kern ihres Urteils gemacht.
Was kostet ein Stadionbesuch und was ein Spieler?

Ein Heimspiel kostet Erwachsene je nach Platz und Gegner zwischen 23 und 70 Euro, die günstigste Dauerkarte nach einem Preisvergleich 496 Euro. Der teuerste Posten des Clubs sind die Spieler: 476,4 Millionen Euro Personalkosten und 197,7 Millionen Euro Abschreibungen auf den Kader im Jahr 2024/25.
Bei den Eintrittspreisen hält sich City zurück. Die Preise für die Verlängerung von Dauerkarten auf den normalen Plätzen hat der Club zum dritten Mal in Folge eingefroren.
Laut Preisvergleich von Seatpick ist die günstigste Erwachsenen-Dauerkarte von City die billigste klassische Dauerkarte der Liga. Der Club bestätigt diesen Vergleich nicht, seine eigene Preisliste nennt Einzeltickets zwischen 23 und 70 Euro, für Mittwochsspiele ab 29 Euro.
Zusätzliche Einnahmen sollen Logen, Hotel und Fanzone an der neuen Nordtribüne bringen, auch an spielfreien Tagen. Gemessen am Umsatz bleiben die Spieltagserlöse mit 10,8 Prozent trotzdem die kleinste Säule.
| Posten | Betrag | Einordnung |
|---|---|---|
| Einzelticket Erwachsene | 23 bis 70 € | je nach Platz und Gegner |
| Mittwochsspiele | ab 29 € | Spiele unter der Woche |
| Günstigste Dauerkarte Erwachsene | 496 € | laut Seatpick die günstigste klassische Dauerkarte der Liga |
| Personalkosten 2024/25 | 476,4 Mio. € | 59 % des Umsatzes, Ligaschnitt 65 % |
| Abschreibungen auf den Kader 2024/25 | 197,7 Mio. € | Ablösen verteilt über die Vertragslaufzeit |
| Offene Ablösen an andere Clubs | 493,5 Mio. € | Stand 30.06.2025, zusätzlich 414,0 Mio. € bedingte Zahlungen |
Was ein Spieler den Club kostet
Ein Transfer belastet die Bilanz nicht im Jahr des Kaufs, sondern über die Laufzeit des Vertrags. Kauft City einen Spieler für 60 Millionen Euro mit Fünfjahresvertrag, schreibt der Club jedes Jahr 12 Millionen ab. Hinzu kommen Gehalt, Sozialabgaben und Prämien. 2024/25 summierten sich die Personalkosten auf 476,4 Millionen Euro für durchschnittlich 670 Beschäftigte, davon 252 im Fußballbereich einschließlich der Profis. Erling Haaland unterschrieb im Januar 2025 einen Vertrag bis 2034, über neuneinhalb Jahre, sein Gehalt hat der Club nicht veröffentlicht.
Für neue Spieler aktivierte City im Geschäftsjahr 2024/25 411,7 Millionen Euro, der Buchwert des Kaders stieg auf 763,0 Millionen.
Aus offenen Transfers schuldete City zum 30. Juni 2025 anderen Vereinen 493,5 Millionen Euro. Umgekehrt standen 111,4 Millionen Euro an Forderungen aus Verkäufen aus. Weitere 414,0 Millionen Euro hängen an Bedingungen wie Einsätzen oder Titeln und stehen deshalb noch nicht in der Bilanz.
Für Fans ist City vergleichsweise günstig, für den Club ist der Kader teuer: Personal und Abschreibungen verschlangen 2024/25 zusammen 674,2 Millionen Euro, mehr als 80 Prozent des Umsatzes.
Wer profitiert bei Manchester City und wer zahlt drauf?

Profitiert hat laut Urteil der Club selbst: Mit Eigentümergeld, das als Sponsoring verbucht war, hielt City neun Jahre lang die Finanzregeln scheinbar ein. Geschädigt sehen sich Konkurrenten, die Titel, Europapokalplätze und Prämien verloren haben könnten. Vier Clubs haben sich Ansprüche vorbehalten.
Die Break-even-Regel der UEFA und die Profitability and Sustainability Rules (PSR) der Premier League begrenzen, wie viel Verlust ein Club über drei Jahre machen darf, in der Premier League auf 122 Millionen Euro. Eine Kapitalspritze des Eigentümers verringert den Verlust nicht, Sponsorengeld schon. Ein Club, der Eigentümergeld als Sponsoring ausweist, kann deshalb mehr für Spieler ausgeben.
In keiner der geprüften Spielzeiten hielt City laut Urteil die Vorgaben der UEFA und der Premier League ein, jeweils „mit sehr großem Abstand“.
Die Titel im Tatzeitraum
In den neun Spielzeiten von 2009/10 bis 2017/18 gewann City drei Meisterschaften, den FA Cup 2011 und den Ligapokal 2014, 2016 und 2018. Zweimal lag der Abstand zum Zweiten bei höchstens zwei Punkten.
| Saison | Titel von City | Zweiter | Abstand |
|---|---|---|---|
| 2011/12 | Meister | Manchester United | punktgleich (89), Tordifferenz +64 zu +56 |
| 2013/14 | Meister | FC Liverpool | 2 Punkte (86 zu 84) |
| 2017/18 | Meister | Manchester United | 19 Punkte (100 zu 81) |
| 2010/11 | FA Cup | Finale gegen Stoke City | 1:0 |
| 2013/14, 2015/16, 2017/18 | Ligapokal | kein Ligaplatz betroffen | Pokalwettbewerb |
Ob City Titel verliert, entscheidet die Kommission erst mit der Strafe. Möglich ist eine Aberkennung nach den Regeln der Premier League, beschlossen ist sie nicht. Offen bleibt auch, ob die Liga Titel neu vergeben oder die Felder leer lassen würde. Der Guardian-Kolumnist Jonathan Wilson schlug Anfang Oktober vor, auf den Pokalen statt Citys Namen eine Lücke zu lassen. Tony Pulis, 2011 Trainer des unterlegenen Finalisten Stoke City, sagte, er und sein Team seien damals betrogen worden.
Vier Clubs halten sich Ansprüche offen
Arsenal, der FC Liverpool, Manchester United und Tottenham Hotspur haben sich im Herbst 2024 vorbehalten, Schadenersatz zu fordern. Eingereicht hatte laut ESPN bis Anfang Oktober 2026 keiner der Clubs eine Klage, die Clubs warten auf die Strafe.
Konkrete Forderungen nennt keiner. ESPN schätzt allein Tottenhams entgangene Einnahmen aus der Champions League auf mindestens 140 Millionen Euro.
Einen Maßstab liefert ein Fall aus dem Abstiegskampf. Der FC Burnley verlangte vom FC Everton Ersatz dafür, dass Everton 2021/22 trotz Verstoß gegen die PSR in der Liga blieb und Burnley abstieg. Ein Schiedsgericht sprach Burnley 2026 laut Guardian 40,8 Millionen Euro zu.
Manchester Uniteds Trainer Michael Carrick sagte, je schneller die Sache geklärt sei, desto besser für alle. Oliver Glasner, Trainer von Nottingham Forest, fürchtet um die Glaubwürdigkeit der Liga: Sobald die Fans ihr nicht mehr trauten, würden sie nicht mehr zuschauen. Mikel Arteta, von 2016 bis 2019 Co-Trainer bei City und heute bei Arsenal, beantwortete die Frage nach seinem reinen Gewissen mit „Ja“. Ausführlich äußern will er sich erst nach dem Ende des Verfahrens.
Die Stadt als Partner
Der größte Gewinner außerhalb des Fußballs ist der Osten Manchesters. Rund um das Stadion, das der Stadt gehört, entstanden Trainingszentrum, Hotel und ein Veranstaltungsviertel.
Andy Burnham, früher Bürgermeister von Greater Manchester und seit Juli 2026 britischer Premierminister, nannte die Eigentümer am 30. September einen enorm wichtigen Partner beim Aufbau des modernen Manchester. Ein Prüfausschuss untersucht inzwischen ein Darlehen über 64 Millionen Euro aus einem Fonds der Region an Firmen von Scheich Mansour aus dem Jahr 2017, berichtete der Guardian am 18. Oktober. Laut der Regionalbehörde GMCA ist das Darlehen vollständig zurückgezahlt.
Laut Urteil zahlte bei Manchester City der Eigentümer 87 Prozent des Abu-Dhabi-Sponsorings, die Titel zählen bis heute.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
| Gruppe | Bilanz | Was das in Zahlen heißt |
|---|---|---|
| Manchester City | gewinnt laut Urteil | 969 Mio. € Eigentümergeld als Sponsoring verbucht, Finanzregeln nur scheinbar eingehalten |
| Eigentümer ADUG | gewinnt und zahlt | rund 1,62 Mrd. € Eigenkapital in der Clubgesellschaft seit 2008 |
| Stadt Manchester | gewinnt | Partner für Stadion, Campus und bis zu 6.000 Wohnungen (Manchester Life) |
| Manchester United, Liverpool | verlieren womöglich | Meisterschaften 2012, 2014, 2018 knapp oder deutlich hinter City |
| Tottenham, Arsenal, Everton, Chelsea | verlieren womöglich | Fünfte in Jahren, in denen City einen Champions-League-Platz belegte |
| Sponsoren wie Etihad | verlieren an Ruf | im Urteil geschwärzt, Etihad weist alle Vorwürfe zurück |
Den Vorteil hatte laut Urteil City, den möglichen Schaden tragen Rivalen, die knapp hinter City landeten. Ob daraus Geld oder Titel werden, entscheidet sich erst mit der Strafe.
Wie politisch ist Manchester City?

Sehr politisch, weil der Eigentümer Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate ist und der Fall die Beziehungen zwischen London und Abu Dhabi berührt. Der britische Premierminister sorgt sich öffentlich um die Eigentümer, die neue Fußballaufsicht prüft, ob sie einen Verkauf erzwingen müsste.
Scheich Mansour ist laut Mubadala Vizepräsident der Emirate, stellvertretender Premierminister, Chef des Präsidialhofs und Vorsitzender des Staatsfonds Mubadala. Dessen Vorstandschef ist Khaldoon Al Mubarak, der zugleich Manchester City und die City Football Group führt. Club, Staatsfonds und Staat sind an der Spitze also durch dieselben Personen verbunden.
Die Agentur AP beschreibt Al Mubarak als Sondergesandten der Emirate für China, der im Januar 2026 in Davos für sein Land den Beitritt zu Donald Trumps Friedensrat (Board of Peace) unterschrieb.
London zwischen Investor und Regel
Premierminister Burnham geriet für seine Sorge um die Eigentümer in die Kritik, der konservative Schatten-Sportminister Louie French nannte die Äußerung „unerhört“. Am 1. Oktober stellte Downing Street klar, das Urteil der ersten Instanz wiege schwer, niemand stehe über den Regeln. Werde Fehlverhalten festgestellt, müssten die Verantwortlichen die angemessenen Folgen tragen. Laut Bloomberg, zitiert vom Guardian, sagten Vertreter der Emirate, das Vorgehen der Premier League werde die Beziehungen beider Staaten beeinflussen. Der Telegraph berichtete, Al Mubarak habe zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Urteils Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds in der Downing Street getroffen.
2021 hatten die Emirate über Mubadala Investitionen von 11,7 Milliarden Euro in britische Schlüsselbranchen zugesagt.
Die Bilanzaufsicht Financial Reporting Council prüft seit dem 30. September, ob sie eine förmliche Untersuchung einleitet. Meg Hillier, Vorsitzende des Finanzausschusses im Unterhaus, fragte die Steuerbehörde HMRC, ob sie die ungeschwärzte Fassung des Urteils angefordert habe. Der Fußballverband FA will die Entscheidung prüfen und gegebenenfalls handeln.
Eine Aufsicht mit dem Recht zum Zwangsverkauf
Seit dem 21. Juli 2025 gilt der Football Governance Act. Das Gesetz schafft eine unabhängige Aufsicht für die fünf obersten Männerligen, den Independent Football Regulator, mit einem Eignungstest für Eigentümer und Führungskräfte. Für bisherige Eigentümer gilt dieser Eignungstest seit Dezember 2025. Am 30. September erklärte der Vorsitzende David Kogan, das Urteil werfe ernste Fragen auf, die Aufsicht werde ihre Befugnisse nutzen, wo das nötig sei, aber den Ausgang des Verfahrens abwarten.
Am 13. Oktober kündigte Kogan an, bei jeder politischen Einmischung zurückzutreten, unter Druck sei die Behörde bisher nicht gesetzt worden. Am 20. Oktober sagte er im Podcast „The Rest Is Football“, die Aufsicht habe die „absolute Macht“, einen Eigentümer zum Rückzug zu zwingen, der einen Club nicht nach den Maßstäben von Eignung und Redlichkeit führe.
Der Streit um die Regeln selbst
Parallel zum Verfahren zog City selbst vor ein Schiedsgericht. 2024 klagte der Club gegen die Regeln der Premier League zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen, den Associated Party Transactions (APT). Das Schiedsgericht erklärte im Oktober 2024 Teile der Regeln für kartellrechtswidrig und hob zwei Entscheidungen der Liga zu Verträgen mit Etihad und der First Abu Dhabi Bank auf. Im Februar 2025 folgte ein ergänzender Schiedsspruch, nach dem die alten APT-Regeln insgesamt nichtig waren. Am 8. September 2025 einigten sich Liga und Club: City erkennt die geltenden APT-Regeln als wirksam an, weitere Bedingungen sind nicht öffentlich.
Ab der Saison 2026/27 ersetzt die Premier League die PSR durch eine Kaderkostenquote, die Squad Cost Ratio. Ausgaben für Spieler und Trainer dürfen 85 Prozent der Fußballeinnahmen plus Transfersaldo nicht übersteigen. 14 von 20 Clubs stimmten im November 2025 dafür, die UEFA setzt die Grenze bei 70 Prozent.
Die Entscheidung vom 29.09.2026 ist nicht rechtskräftig. Manchester City bestreitet alle Vorwürfe. Betrag umgerechnet zum EZB-Kurs vom 29.09.2026.
Was könnte Manchester City in die Krise stürzen?

Vor allem die Strafe, die noch aussteht: Die Regeln erlauben eine unbegrenzte Geldstrafe, Punktabzug, Transfersperre, die Aberkennung von Titeln und den Ausschluss aus der Liga. Hinzu kommen Schadenersatzforderungen der Konkurrenz und eine Fußballaufsicht, die den Eigentümer zum Verkauf zwingen kann.
Über die Strafe entscheidet dieselbe Kommission in einem eigenen, nicht öffentlichen Verfahren. Einen Termin hat die Premier League bis zum 22. Oktober 2026 nicht genannt. Grundlage ist Regel W.64, die keinen festen Strafenkatalog vorsieht.
Für einen Ausschluss müssten 15 der 20 Clubs stimmen. Ein ausgeschlossener Verein müsste sich neu bewerben und könnte nach Einschätzung von Sky Sports in der vierten Liga landen.
Bisherige Strafen fielen für viel kleinere Verstöße. Everton bekam 2023/24 für eine PSR-Überschreitung von 22,7 Millionen Euro zehn Punkte abgezogen, nach der Berufung sechs, Nottingham Forest im selben Jahr vier. Nach einem Guardian-Bericht vom 30. September halten Rivalen einen einjährigen Abstieg in die zweite Liga für zu milde.
| Fall | Verstoß | Strafe |
|---|---|---|
| Everton, 2023/24 | PSR-Überschreitung um 22,7 Mio. € bis 2021/22, weiterer Verstoß bis 2022/23 | 10 Punkte, nach Berufung 6, dazu 2 weitere |
| Nottingham Forest, 2023/24 | PSR-Verstoß bis 2022/23 | 4 Punkte |
| Burnley gegen Everton, 2026 | Schadenersatz für den Abstieg 2021/22 | 40,8 Mio. € Schiedsspruch |
| Manchester City, UEFA 2014 | Verstoß gegen Financial Fair Play | Vergleich, 20 Mio. € plus 40 Mio. € auf Bewährung |
| Manchester City, UEFA 2020 | überhöhte Sponsoreneinnahmen 2012 bis 2016 | 2 Jahre Sperre und 30 Mio. €, vor dem CAS auf 10 Mio. € ohne Sperre |
| Manchester City, Premier League 2026 | alle schweren Finanzverstöße 2009/10 bis 2017/18 | offen, Berufung läuft |
Die Berufung
Über die Berufung entscheidet ein Appeal Board aus drei Mitgliedern, eines davon mit richterlicher Erfahrung. Das Gremium prüft Rechts- und Verfahrensfehler und lässt neue Beweise nur in Ausnahmefällen zu. Nach den Regeln der Liga muss die Anhörung binnen zwölf Wochen stattfinden, das Urteil folgt spätestens 30 Tage danach.
Der Chef der Fußballaufsicht, David Kogan, rechnet laut Al Jazeera mit einer Verhandlung bis Januar 2027.
Gibt das Appeal Board City recht, entfällt die Grundlage für eine Strafe. Verliert der Club, kann er nur noch wegen Befangenheit oder unfairen Verfahrens vor den High Court in London ziehen. Einen Weg zum Internationalen Sportgerichtshof CAS, über den City 2020 eine UEFA-Sperre kippte, sehen die Regeln der Premier League nicht vor.
Kosten, Sponsoren, Spieler
Die Premier League hat für das Verfahren nach Schätzung von Juristen mehr als 82 Millionen Euro ausgegeben, bis zu 58 Millionen davon könnte City erstatten müssen.
Teurer wäre ein Abstieg: Allein die Medienrechte brachten 2024/25 325,0 Millionen Euro, den größten Teil davon zahlen Premier League und UEFA nur ihren eigenen Teilnehmern. Welche Sponsorenverträge und Gehälter an die Ligazugehörigkeit geknüpft sind, veröffentlicht City nicht.
| Szenario bis 2028 | Was passiert | Folge für City |
|---|---|---|
| Berufung erfolgreich | Das Appeal Board hebt die Entscheidung auf oder schwächt sie deutlich ab | Geschäftsmodell bleibt, Klagen der Rivalen verlieren ihre Grundlage |
| Harte Strafe in der Liga | Großer Punktabzug, Geldstrafe, womöglich Aberkennung von Titeln | Weniger Medien- und Prämiengeld, Spieler und Sponsoren verhandeln neu |
| Ausschluss und Zwangsverkauf | 15 von 20 Clubs stimmen für den Ausschluss, die Aufsicht prüft die Eigentümer | Neustart in einer unteren Liga, Verkauf des Clubs möglich |
Das größte Risiko für City ist kein Konkurrent, sondern die Strafe. Bis Anfang 2027 sollte feststehen, ob das Urteil hält.
Was bedeutet Manchester City für Manchester und die deutsche Wirtschaft?

Für Manchester ist City Arbeitgeber, Bauherr und Partner der Stadtentwicklung. Für die Bundesliga ist der Club ein Konkurrent um Spieler und Champions-League-Geld, der mit anderen Regeln spielt: Die 50+1-Regel verhindert in Deutschland, dass ein Investor einen Verein so übernimmt wie die ADUG 2008 Manchester City.
2014 vereinbarten Stadt und ADUG das Gemeinschaftsunternehmen Manchester Life, das rund 6.000 Wohnungen im Osten der Stadt bauen sollte, mit einem Volumen von bis zu 1,17 Milliarden Euro. Der Club selbst beschäftigte 2024/25 im Schnitt 670 Menschen.
Die Abhängigkeit ist gegenseitig: Die Stadt verdient an Pacht und Entwicklung, der Club spielt in einem Stadion, das die Stadt für die Commonwealth Games errichtet hat.
Der Fall begann in Hamburg
Ab November 2018 veröffentlichte der Spiegel interne E-Mails und Verträge von City aus den Football Leaks, wenige Wochen später begann die Premier League zu ermitteln. Die Kommission erwähnt die Spiegel-Serie in ihrer Entscheidung ausdrücklich.
Bundestrainer Jürgen Klopp, mit Liverpool jahrelang Citys härtester Rivale, sagte am 30. September, er brauche keine nachträgliche Meisterparade und könne ganz entspannt abwarten, sein Respekt vor Guardiola sei zu groß für weitere Worte. Bayern-Trainer Vincent Kompany, elf Jahre Spieler bei City, sagte, er sei stolz auf diese Zeit und beschäftige sich als Trainer in München nicht mit dem Thema. Philipp Lahm schrieb am 21. Oktober im Guardian, die Premier League gehe zu Recht gegen unfairen Wettbewerb vor, und lobte, dass Deutschland an der 50+1-Regel festhalte.
50+1 als Gegenmodell
Das Bundeskartellamt hatte die Regel am 12. August 2026 für weiterhin zulässig erklärt, verlangt aber eine konsequente Anwendung. Präsident Andreas Mundt: „Die 50+1-Regel kann weiterhin mit dem Ziel der Vereinsprägung und der Mitgliederpartizipation gerechtfertigt werden.“
Laut Deloitte setzte der FC Bayern 2024/25 ohne Transfererlöse 860,6 Millionen Euro um und lag damit vor City.
Seinen Umsatz erwirtschaftet der FC Bayern München mit Sponsoren, Medienrechten und Zuschauern, die Mehrheit an der Profiabteilung hält der Verein. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen sagte im November 2025: „Wir konkurrieren mit Clubs, die für ihr Geld längst nicht so hart arbeiten müssen wie wir.“ Im Viertelfinale der Champions League 2023 schied Bayern mit 1:4 nach Hin- und Rückspiel gegen City aus.
| Szenario bis Herbst 2027 | Entwicklung | Was Entscheider tun können |
|---|---|---|
| Optimistisch | Berufung und Strafe sind bis Frühjahr 2027 entschieden, die Liga gewinnt Planbarkeit | Sponsoren und Partner bewerten City neu auf belastbarer Grundlage |
| Realistisch | Eine Strafe kommt, City zieht vor den High Court, Klagen der Rivalen folgen | Verträge mit Klauseln für Ausschluss, Abstieg und Rufschaden absichern |
| Pessimistisch | Jahrelanger Rechtsstreit, politischer Druck aus Abu Dhabi und London | Engagements in der Premier League breiter streuen, Bundesliga-Partner gewinnen an Gewicht |
Was Unternehmen daraus lernen
Etihad steht nach dem Urteil als möglicher Teil eines Scheinsponsorings in den Schlagzeilen, ohne im Verfahren angehört worden zu sein. Puma aus Herzogenaurach hat sich nach Medienberichten bis 2035 an City gebunden.
Unsere Einschätzung: Ein Sponsorvertrag mit einem Club, dessen Ligazugehörigkeit von einem laufenden Verfahren abhängt, braucht Klauseln für Ausschluss, Abstieg und Rufschaden.
Geschäfte mit Firmen aus dem Umfeld des Eigentümers prüft die Premier League seit 2021 auf marktübliche Preise, die UEFA begrenzt die Kaderkosten auf 70 Prozent der Einnahmen. Ein Sponsorendeal mit dem eigenen Konzern rechnet sich für Investoren damit nur noch zum Marktpreis. Die Titel von 2012, 2014 und 2018 bleiben bis zu einer Strafe in der Siegerliste, die Champions League von 2023 fällt nicht in den Zeitraum der Finanzverstöße. Wann die Strafe kommt, hat die Premier League nicht mitgeteilt.
- Manchester hat mit City einen Partner für Stadion, Wohnungen und Stadtumbau.
- Die Bundesliga verteidigt mit 50+1 das Gegenmodell, das Kartellamt hat die Regel bestätigt.
- Sponsoren sollten Klauseln für Ausschluss und Rufschaden verhandeln.
Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe zum Fall Manchester City

50+1-Regel
50+1-Regel heißt die Vorschrift im deutschen Profifußball, nach der der Mutterverein die Stimmenmehrheit an seiner ausgegliederten Profiabteilung behalten muss. Ein Investor kann damit Anteile kaufen, aber nicht die Kontrolle übernehmen. Das Bundeskartellamt hat die Regel im August 2026 als zulässig bestätigt.
Abschreibung auf Spielerwerte
Abschreibung auf Spielerwerte nennt man die Verteilung einer Ablösesumme über die Laufzeit des Vertrags. Der Club bucht den Spieler als Vermögenswert ein und mindert ihn jedes Jahr um einen festen Betrag. Bei Manchester City summierten sich diese Abschreibungen 2024/25 auf 197,7 Millionen Euro.
Appeal Board
Appeal Board heißt das Berufungsgremium der Premier League. Drei Mitglieder, eines davon mit richterlicher Erfahrung, prüfen eine Entscheidung der Kommission auf Fehler in Recht und Verfahren. Das Gremium kann die Berufung zurückweisen, ihr stattgeben oder die Entscheidung der Kommission abändern.
Associated Party Transactions
Associated Party Transactions (APT) nennt die Premier League Geschäfte eines Clubs mit Unternehmen, die seinem Eigentümer nahestehen, etwa Sponsorenverträge mit Firmen aus demselben Staat oder Konzern. Die Liga prüft, ob solche Verträge zu marktüblichen Preisen geschlossen wurden.
Bildrechte
Bildrechte sind die Rechte, Namen und Bild eines Spielers für Werbung zu nutzen. Clubs zahlen dafür oft ein eigenes Honorar neben dem Gehalt. Laut Kommission nutzte Manchester City Zahlungen für Bildrechte über die Firma Fordham, um Personalkosten nicht in den eigenen Büchern auszuweisen.
Break-even-Regel
Break-even-Regel hieß der Kern des Financial Fair Play der UEFA. Ein Club durfte über drei Jahre nur einen begrenzten Verlust machen, Geld des Eigentümers zählte dabei nicht als Einnahme. Laut Kommission verfehlte Manchester City diese Vorgabe in jeder geprüften Spielzeit deutlich.
Football Governance Act
Football Governance Act heißt das britische Gesetz von 2025, das eine unabhängige Aufsicht für die fünf obersten Männerligen in England schafft. Das Gesetz erlaubt der Behörde, Eigentümer und Führungskräfte auf ihre Eignung zu prüfen und ungeeignete Eigentümer zum Verkauf eines Clubs zu zwingen.
Profitability and Sustainability Rules
Profitability and Sustainability Rules (PSR) hießen die Finanzregeln der Premier League bis zur Saison 2025/26. Ein Club durfte über drei Jahre höchstens 122 Millionen Euro Verlust machen. Everton und Nottingham Forest verloren wegen Verstößen 2023/24 Punkte.
Regel W.64
Regel W.64 im Regelwerk der Premier League legt fest, welche Strafen eine Kommission verhängen kann: unter anderem Geldstrafen ohne Obergrenze, Punktabzüge, Sperren und die Empfehlung, einen Club aus der Liga auszuschließen. Einen festen Strafenkatalog für bestimmte Verstöße enthält die Regel nicht.
Scheinvertrag
Scheinvertrag heißt ein Vertrag, der nach außen etwas anderes regelt, als die Beteiligten tatsächlich vereinbart haben. Die Kommission der Premier League stuft mehrere Sponsorenverträge von Manchester City so ein, weil das Geld laut Urteil zum größten Teil vom Eigentümer kam. City bestreitet das.
Sportswashing
Sportswashing nennen Kritiker den Versuch eines Staates oder Unternehmens, mit Investitionen in Sportclubs und Großereignisse das eigene Ansehen zu verbessern. Amnesty International und Human Rights Watch werfen den Vereinigten Arabischen Emiraten das im Zusammenhang mit Manchester City vor.
Squad Cost Ratio
Squad Cost Ratio heißt die Kaderkostenquote, die in der Premier League ab der Saison 2026/27 die PSR ablöst. Ausgaben für Spieler und Trainer dürfen 85 Prozent der Fußballeinnahmen plus Transfersaldo nicht übersteigen, die UEFA setzt die Grenze für ihre Wettbewerbe bei 70 Prozent.
Transferverbindlichkeiten
Transferverbindlichkeiten sind Ablösesummen, die ein Club für bereits verpflichtete Spieler noch an andere Vereine zahlen muss, weil Transfers oft in Raten beglichen werden. Manchester City schuldete zum 30. Juni 2025 anderen Clubs 493,5 Millionen Euro.
FAQ: Manchester City: Wer zahlte 830 Mio. Pfund Sponsoring?

Was wurde Manchester City vorgeworfen?
Die Premier League warf City vor, von 2009/10 bis 2017/18 falsche Finanzinformationen geliefert, Gehälter von Trainer und Spielern verschleiert und die Finanzregeln von Liga und UEFA verletzt zu haben. Hinzu kam die fehlende Mitwirkung an den Ermittlungen von Dezember 2018 bis 2023.
Ist Manchester City rechtskräftig verurteilt?
Nein. Die unabhängige Kommission hat City am 29. September 2026 in fast allen Punkten schuldig gesprochen, der Club hat am 1. Oktober Berufung eingelegt. Bis das Appeal Board entschieden hat, ist die Entscheidung nicht endgültig. City bestreitet alle Vorwürfe.
Welche Strafe droht Manchester City?
Die Regeln der Premier League erlauben eine Geldstrafe ohne Obergrenze, Punktabzüge, eine Transfersperre, die Aberkennung von Titeln und die Empfehlung, den Club aus der Liga auszuschließen. Über die Strafe entscheidet die Kommission in einem eigenen, nicht öffentlichen Verfahren.
Verliert Manchester City seine Meistertitel?
Das ist offen. Im Tatzeitraum gewann City die Meisterschaften 2012, 2014 und 2018. Eine Aberkennung ist nach den Regeln möglich, beschlossen ist sie nicht. Ob die Liga Titel neu vergeben würde, hat sie nicht mitgeteilt.
Wann entscheidet die Berufung?
Nach den Regeln der Premier League muss die Berufungsanhörung binnen zwölf Wochen stattfinden, das Urteil folgt spätestens 30 Tage danach. Der Chef der Fußballaufsicht David Kogan rechnet mit einer Verhandlung bis Januar 2027.
Wem gehört Manchester City?
Manchester City gehört zur City Football Group. Die Mehrheit hält die Abu Dhabi United Group von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Der US-Investor Silver Lake besitzt mehr als 18 Prozent der Gruppe.
Quellen
95 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 22.10.2026
- Premier LeaguePremier League Statement: Manchester City FC
- Independent Commission der Premier LeagueDecision, Redacted Core Decision, The Football Association Premier League Limited v Manchester City Football Club Limited
- Premier LeagueManchester City FC appeal decision of independent Commission
- Premier LeaguePremier League statement, Anklage gegen Manchester City
- Premier LeaguePremier League statement: New financial rules
- Premier LeaguePremier League statement zum Vergleich über die APT-Regeln
- Premier LeagueEverton FC deducted 10 points by independent Commission
- Premier LeagueEverton FC deducted two points by independent Commission
- Premier LeagueNottingham Forest FC deducted four points by independent Commission
- Premier LeagueAbschlusstabelle 2011/12
- Premier LeagueAbschlusstabelle 2013/14
- Premier LeagueAbschlusstabelle 2017/18
- Premier LeaguePartial Final Award, Manchester City and Premier League
- Manchester City Football Club LimitedAnnual Report and Financial Statements for the year ended 30 June 2025 (Companies House)
- Manchester City Football Club LimitedAnnual Report and Financial Statements 2022/23 (Companies House)
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