Rund 57 Millionen Euro operatives Ergebnis meldet Aixtron für das dritte Quartal, nach 15,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge stieg auf rund 31 Prozent, im ersten Quartal hatte der Anlagenbauer aus Herzogenrath noch einen Verlust ausgewiesen. Bei den Aufträgen übertraf Aixtron die Schätzungen der Analysten um rund 60 Millionen Euro.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie vorläufigen Zahlen veröffentlichte Aixtron am Donnerstag um 18 Uhr als Ad-hoc-Mitteilung.[1] Neue Aufträge über rund 275 Millionen Euro gingen im Quartal ein, mehr als doppelt so viel wie die 124 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Das Wichtigste in Kürze
- Die EBIT-Marge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 13 auf rund 31 Prozent.
- Der Auftragseingang von rund 275 Millionen Euro lag gut 60 Millionen Euro über dem Median der von Aixtron erhobenen Analystenschätzungen.
- Mit rund 184 Millionen Euro lag der Umsatz in der angekündigten Spanne von 160 bis 200 Millionen Euro.
- Die Jahresprognose für 2026 bleibt unverändert.
Warum springt die Marge so stark?

Aixtron baut Beschichtungsanlagen, auf denen Chiphersteller dünne Schichten aus Verbindungshalbleitern für Laser, LEDs und Leistungselektronik abscheiden. Vom zweiten zum dritten Quartal stieg der Umsatz von 115,1 auf rund 184 Millionen Euro. Die Betriebskosten, also die Differenz zwischen Bruttogewinn und EBIT, sanken dagegen leicht von 32,1 auf rund 30 Millionen Euro. Der zusätzliche Bruttogewinn von rund 40 Millionen Euro floss deshalb vollständig ins operative Ergebnis.
Die Bruttomarge kletterte auf rund 48 Prozent, nach 39 Prozent im Vorjahresquartal, und Aixtron nennt einen günstigen Produktmix als Grund. Im ersten Quartal hatte der Konzern bei 59 Millionen Euro Umsatz noch ein EBIT von minus 22 Millionen Euro gemeldet, belastet auch durch einen Personalabbau.[2] Im ersten Halbjahr stand damit unterm Strich ein operativer Verlust von 7,6 Millionen Euro.
Was muss im vierten Quartal noch kommen?
Für 2026 erwartet Aixtron weiterhin rund 560 Millionen Euro Umsatz bei einer EBIT-Marge von 17 bis 20 Prozent.[2] Nach neun Monaten stehen nach Rechnung von Dr. Web rund 358 Millionen Euro Umsatz und 49 Millionen Euro EBIT in den Büchern. Für die Mitte der Prognosespanne fehlen im Schlussquartal also gut 200 Millionen Euro Umsatz und, je nach Marge, 46 bis 63 Millionen Euro EBIT. Aixtron müsste damit ungefähr das Niveau des dritten Quartals halten.
Ende Juni lag der Auftragsbestand an Anlagen bei 456,9 Millionen Euro. Rund 75 Prozent der Bestellungen im zweiten Quartal entfielen auf die Optoelektronik, also auf Anlagen für Laser, die in KI-Rechenzentren Daten über Glasfaser übertragen.[3] Im dritten Quartal kamen auf jeden Euro Umsatz rund 1,50 Euro an neuen Aufträgen. Die Chipkonzerne GlobalFoundries und Marvell erweitern ihre Kapazität für optische Vernetzung aus demselben Grund.
Im Anlagenbau schlägt Umsatz kräftig durch: Bei Aixtron bringen 54 Prozent mehr Umsatz als vor einem Jahr fast viermal so viel operativen Gewinn.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
59 Mio. € Umsatz, EBIT minus 22 Mio. €, belastet auch durch Kosten für einen Personalabbau.
115,1 Mio. € Umsatz, EBIT 14,7 Mio. €, Auftragseingang 81 Prozent über dem Vorjahresquartal.
Rund 184 Mio. € Umsatz, EBIT rund 57 Mio. €, die Betriebskosten sinken leicht auf rund 30 Mio. €.
Wie belastbar ist der Aufschwung?
Für den Ausbau zahlen die Kunden vorab: Im ersten Halbjahr flossen Aixtron 172,7 Millionen Euro operativer Cashflow zu, vor allem aus Anzahlungen. Im April kam eine Wandelanleihe über 450 Millionen Euro hinzu.[3] In Penang entsteht ein zusätzliches Werk.
In der Leistungselektronik blieb die Nachfrage im ersten Halbjahr verhalten, die Auslastung bei den Kunden steigt langsam wieder.[3] Für diesen Markt baut Aixtron Anlagen für Leistungschips aus Siliziumkarbid und Galliumnitrid, etwa für Elektroautos und Solarwechselrichter. Anders als LPKF, dessen Glas-Aufträge fürs Chip-Packaging erst 2027 kommen, verdient Aixtron am Ausbau der KI-Rechenzentren schon jetzt.
Für Kunden und Anleger zählt in der vollständigen Quartalsmitteilung am 29. Oktober vor allem der Auftragsbestand zum 30. September: Ein Wert deutlich über 456,9 Millionen Euro würde zeigen, dass die Laser-Nachfrage weit ins Jahr 2027 reicht.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Aixtron SEAIXTRON Q3 2026: Auftragseingang und operative Profitabilität deutlich über Markterwartungen (Ad-hoc-Mitteilung vom 15.10.2026)
- Aixtron SEAIXTRON erhöht Prognose für das Gesamtjahr 2026 und gibt vorläufige Ergebnisse für das erste Quartal 2026 bekannt (Ad-hoc-Mitteilung vom 14.04.2026)
- Aixtron SEStarkes Momentum in der Optoelektronik hält an (Halbjahresmitteilung vom 30.07.2026)
Mehr Newshunger?
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