Artikel teilen

Der FC Bayern gibt über eine Kapitalerhöhung sein letztes freies Aktienpaket an die Viessmann Generations Group ab. Der Verein hält danach noch 70 Prozent seiner Profi-AG, tiefer darf er laut Satzung nicht sinken. Einen Preis nennen beide Seiten nicht, die Deutsche Presse-Agentur spricht von rund 250 Millionen Euro.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen

Neun Mitglieder hat der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG bisher, mit Max Viessmann sollen es zehn werden.[1] Der Chef der Viessmann Generations Group sitzt schon im Verwaltungsbeirat des Vereins. Nach Adidas, Audi und der Allianz kommt damit ein viertes Unternehmen in den Aktionärskreis des Rekordmeisters.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Viessmann Generations Group erhält über eine Kapitalerhöhung knapp 6,7 Prozent der FC Bayern München AG.
  • Adidas, Audi und die Allianz sinken von je 8,33 auf knapp 7,8 Prozent, der Verein von 75 auf 70 Prozent.
  • Einen Kaufpreis nennen weder der Klub noch Viessmann, laut Deutscher Presse-Agentur sind es rund 250 Millionen Euro.
  • Der Einstieg gilt ab der Eintragung ins Handelsregister.

Warum werden aus fünf Prozent knapp 6,7 Prozent?

Volleyball auf Tortendiagramm mit 6,7%-Fahne und Schriftzug „Unser kleines Profitmärchen“
Viessmann erwirbt letztes Anteilspaket von etwa 6,7 Prozent bei FC Bayern München, Vereinsanteile sinken auf knapp 75 Prozent

Viessmann erwirbt laut Mitteilung das letzte verfügbare Anteilspaket „in Höhe von ursprünglich fünf Prozent“, wegen der Kapitalerhöhung ergeben sich daraus knapp 6,7 Prozent.[1] Die fünf Prozent beschreiben den Spielraum des Vereins: Der FC Bayern München e.V. hielt bisher 75 Prozent, seine Satzung verlangt mindestens 70 Prozent.

Die Zahlen gehen nur mit neuen Aktien auf. Nach Rechnung von Dr. Web wächst die Zahl der Aktien um rund 7,1 Prozent, alle neuen Papiere gehen an Viessmann. Aus den 75 Prozent des Vereins werden so genau 70 Prozent, aus den 8,33 Prozent der drei Partner jeweils 7,78 Prozent. Das Geld fließt damit in die Kasse der AG, nicht an den Verein. Präsident Herbert Hainer spricht von einer „noch einmal deutlich verbesserten Eigenkapitalbasis“.[1]

Nach demselben Verfahren kam 2014 die Allianz dazu. Der Versicherer erwarb über eine Kapitalerhöhung 8,33 Prozent für 110 Millionen Euro, Adidas und Audi rutschten damals von gut 9 auf ebenfalls 8,33 Prozent.[2]

Was sagt der Preis über den Wert des FC Bayern?

Die Deutsche Presse-Agentur berichtet von einer Größenordnung um 250 Millionen Euro, zuerst genannt von Münchner Merkur und tz. Stimmt der Betrag, bewertet Viessmann den gesamten Klub nach der Kapitalerhöhung mit rund 3,75 Milliarden Euro, denn knapp 6,7 Prozent sind ein Fünfzehntel.

Die Allianz zahlte 2014 für ein Zwölftel 110 Millionen Euro, das entsprach rund 1,3 Milliarden Euro für den ganzen Klub.[2] Der rechnerische Wert hätte sich damit in zwölf Jahren fast verdreifacht. Der FC Bayern setzte im Geschäftsjahr 2024/25 im Konzern 978,3 Millionen Euro um und verdiente nach Steuern 27,1 Millionen Euro.[3] Die genannten 250 Millionen Euro entsprächen gut neun solchen Jahresüberschüssen.

Viessmann bezahlt für einen Platz im Aufsichtsrat, nicht für Macht. Die Mehrheit bleibt per Satzung beim Verein.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen
Die Aktionäre der FC Bayern München AG
Anteile nach dem Einstieg der Viessmann Generations Group und der Vergleich mit dem Allianz-Einstieg 2014
70 %
FC Bayern München e.V., bisher 75 %, die Satzung verlangt mindestens 70 %
je knapp 7,8 %
Adidas, Audi und Allianz, bisher je 8,33 %
knapp 6,7 %
Viessmann Generations Group, über eine Kapitalerhöhung
rund 7,1 %
mehr Aktien, nach Rechnung von Dr. Web
Was ein Prozentpunkt kostet
2014: Allianz
110 Mio. €
für 8,33 %, rechnerisch rund 1,3 Mrd. € für den ganzen Klub
2026: Viessmann
rund 250 Mio. €
laut dpa, offiziell nicht bestätigt
Klubwert 2026
rund 3,75 Mrd. €
falls die 250 Mio. € stimmen, nach Rechnung von Dr. Web

Wie viel Spielraum bleibt dem Klub danach?

Mit dem Paket ist die Satzungsgrenze erreicht. Die vier Minderheitsaktionäre halten zusammen 30 Prozent.[1] Weitere Anteile kann der Verein nur nach einer Satzungsänderung abgeben, obwohl die 50+1-Regel der Deutschen Fußball Liga lediglich die Stimmenmehrheit verlangt. Borussia Dortmund nutzt den Rahmen ganz anders und hat einen Großteil seiner Aktien an der Börse platziert.

Die Viessmann-Gruppe tritt im Sport laut eigener Darstellung zunehmend als Gesellschafter auf. Seit dem Verkauf der Klimasparte an Carrier Global 2024 baut die Gruppe Kühltechnik, Wärmenetze und ein Zuliefergeschäft für Stromnetze aus.[1] Im September beteiligte sie sich zudem am Netzsoftware-Anbieter Venios.

Die Zusammenarbeit mit dem Klub soll sich laut Mitteilung auf Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung richten.[1] Gültig wird der Einstieg mit der Eintragung ins Handelsregister, die zeitnah folgen soll.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Viessmann Generations GroupPartnerschaft für Generationen: Viessmann Generations Group wird Gesellschafter der FC Bayern München AG (Mitteilung vom 22. Oktober 2026)
  2. FC Bayern MünchenAllianz beteiligt sich an FC Bayern München AG (Mitteilung vom Februar 2014)
  3. FC Bayern MünchenJahresabschluss des FC Bayern Saison 2024/25 (Mitteilung vom November 2025)

Mehr Newshunger?

4,3 18 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?