Jugendarbeit im Fußball begegnet vielen Eltern zuerst im Kinderzimmer, wo im Hörspiel „Team Campus“ des FC Bayern fünf U15-Talente um den Sprung zu den Profis kämpfen. Die Bilanzabteilung kommt in keiner Folge vor. Benfica Lissabon hat laut CIES Football Observatory seit Juli 2016 mit Spielern aus der eigenen Akademie 589 Millionen Euro eingenommen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFür die Vereine selbst ist der Nachwuchs eine Investition mit messbarem Ertrag. Ein selbst ausgebildeter Spieler kostet keine Ablöse, steht mit null Euro in der Bilanz und bringt beim Verkauf fast den ganzen Erlös als Gewinn. Hier lesen Sie, warum Scouting und Jugendarbeit für Klubs ohne Staatsfonds im Rücken zu den wichtigsten Geldquellen zählen und wo die Rechnung nicht aufgeht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Eigengewächs steht mit null Euro in der Bilanz. Verkauft der Verein den Spieler, wird fast der ganze Erlös zum Gewinn.
- Die Bundesligisten gaben 2024/25 laut DFL 252,2 Millionen Euro für Nachwuchs und Frauenfußball aus, für Transfers 967,2 Millionen Euro.
- Scouting liefert die zweite Hälfte der Rendite: Borussia Dortmund kaufte Jude Bellingham für bis zu 25 Millionen Euro und verkaufte ihn für 103 Millionen Euro fix an Real Madrid.
- Die FIFA verteilt fünf Prozent jeder internationalen Ablöse an die Ausbildungsvereine. Seit November 2022 kamen so umgerechnet knapp 900 Millionen Euro zusammen.
1 Wie viel kostete der Bau des FC Bayern Campus, der 2017 eröffnete? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
2 Welcher Verein nahm laut CIES seit 2016 am meisten Geld mit selbst ausgebildeten Spielern ein? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
3 Wie viele Plätze auf der 25er-Liste der Champions League sind lokal ausgebildeten Spielern vorbehalten? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
4 Für wie viel Geld holte Brighton 2021 Moisés Caicedo aus Ecuador? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
5 Wie viel Prozent der U19-Spieler in den 17 erfolgreichsten deutschen Nachwuchszentren sind im ersten Quartal geboren? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Warum lohnt sich Jugendarbeit im Fußball wirtschaftlich?

Weil ein selbst ausgebildeter Spieler keine Ablöse kostet und mit null Euro in der Bilanz steht. Spielt er gut, spart der Verein einen teuren Zukauf. Verkauft der Verein ihn, landet fast der gesamte Erlös als Gewinn in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Die Lizenzregeln der UEFA erlauben Klubs nur, die Kosten für den Erwerb einer Spielerregistrierung zu aktivieren, also eine gezahlte Ablöse samt Nebenkosten. Ausgaben für den eigenen Nachwuchsbereich gehören ausdrücklich nicht in die Bilanz.
Die Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner verweisen zusätzlich auf ein Aktivierungsverbot für selbst ausgebildete Spieler in der Lizenzierungsordnung der DFL.
Ein gekaufter Profi wandert dagegen mit seinem Kaufpreis in die Bücher und wird über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Borussia Dortmund bilanziert so nach dem internationalen Standard IAS 38, linear über die Laufzeit jedes einzelnen Vertrags. Wie aus einem Menschen ein Vermögenswert wird, haben wir am Beispiel des Fußballtransfers ausführlich seziert.
Verkaufte ein Verein einen Spieler für 30 Millionen Euro, den er zum selben Preis gekauft und zwei von fünf Vertragsjahren abgeschrieben hätte, buchte er 12 Millionen Euro Gewinn. Beim Eigengewächs wären die vollen 30 Millionen Euro Gewinn.
Der zweite Vorteil sitzt im Personalaufwand. Seit der Saison 2025/26 dürfen Klubs in den Wettbewerben der UEFA höchstens 70 Prozent ihrer Einnahmen für Gehälter, Abschreibungen auf Spielerwerte und Beraterhonorare ausgeben. Jedes Eigengewächs im Kader drückt diese Kaderkostenquote, weil keine Abschreibung anfällt. Ein Zukauf für 90 Millionen Euro mit Fünfjahresvertrag belastete die Quote dagegen Jahr für Jahr mit 18 Millionen Euro Abschreibung, zusätzlich zum Gehalt des Spielers.
Der dritte Vorteil zeigt sich auf dem Platz. Ein Spieler, der seit dem Grundschulalter im Verein spielt, kennt Trainer und Spielsystem schon vor seinem ersten Profivertrag.
Unsere Einordnung: Ein Nachwuchsleistungszentrum ist für einen Profiklub keine Sozialstation, sondern seine Entwicklungsabteilung.
Ein Maschinenbauer, der seine Forschung einstellt und jede neue Technik zukauft, zahlt am Ende den Preis, den der Erfinder verlangt. Im Fußball funktioniert der Markt genauso, nur mit Menschen und mit deutlich höheren Aufschlägen.
Ein Eigengewächs kostet keine Ablöse, belastet die Bilanz nicht mit Abschreibungen und senkt die Kaderkostenquote. Ein Verkauf wird fast vollständig zum Gewinn.
Was kostet ein Nachwuchsleistungszentrum?

Die 18 Bundesligisten gaben 2024/25 laut DFL 252,2 Millionen Euro für Nachwuchs und Frauenfußball aus, die Zweitligisten 74,2 Millionen Euro. Allein für den Bau des FC Bayern Campus zahlte der Rekordmeister 70 Millionen Euro.
Seit 2001 verpflichtet die Lizenzierungsordnung jeden Bundesligisten, ein Leistungszentrum für Nachwuchsspieler zu unterhalten, ein Jahr später kam die 2. Bundesliga dazu.
Die DFL bezifferte die Investitionen der Klubs im Jahr 2019 auf über 1,5 Milliarden Euro seit dem Start. Eine neuere Gesamtsumme hat der Ligaverband nicht veröffentlicht.
Der Posten wächst schnell: 212,8 Millionen Euro in der Saison 2022/23, 231,2 Millionen ein Jahr später, 252,2 Millionen Euro 2024/25. Der DFL-Wirtschaftsreport, erschienen im Januar 2026, trennt die Kosten der Leistungszentren nicht von denen der Frauenteams. Zusammen machen beide 5,17 Prozent des gesamten Aufwands der Bundesliga aus. In der 2. Bundesliga liegt der Anteil mit 74,2 Millionen Euro sogar bei 6,30 Prozent, weil dort die übrigen Kosten niedriger sind. Alle 36 Profiklubs zusammen wenden damit 326,5 Millionen Euro im Jahr für Nachwuchs und Frauen auf.
Für Transfers gaben dieselben 18 Klubs im selben Jahr 967,2 Millionen Euro aus und nahmen 872,6 Millionen Euro ein.
Die Ausbildung selbst ist ein Geschäft mit großem Ausschuss. Nach Zahlen der DFL aus dem Jahr 2019 trainieren im Schnitt 5.588 Talente in den Leistungszentren, rund 70 von ihnen schaffen pro Jahr den Sprung in einen Profikader der ersten oder zweiten Liga. Daniel Feld von der DFL nannte die Quote damals „einstellig und wirklich sehr klein“.
Seit 2001 müssen alle Bundesligisten ein Leistungszentrum unterhalten, seit 2002 auch die Zweitligisten. Die Zahlen zu Talenten, Profis und Gesamtinvestition hat die DFL zuletzt 2019 veröffentlicht.
Der FC Bayern hat sich seinen Campus viel kosten lassen. Seit August 2017 trainieren die Nachwuchsteams auf einem 30 Hektar großen Gelände im Münchner Norden, mit acht Fußballplätzen für die Mannschaften von der U9 bis zur U19. Das Internat bietet 35 Apartments. Die reinen Baukosten lagen laut dem Frankfurter Architekturbüro AS+P bei 70 Millionen Euro, gebaut wurde 22 Monate lang.
Gemessen an den 103 Millionen Euro, die Real Madrid 2023 allein für Jude Bellingham zahlte, wirkt der Betrag bescheiden.
Nachwuchs und Frauenfußball kosten die Bundesliga ein gutes Viertel dessen, was die Liga für Transfers ausgibt. Von rund 5.600 Talenten in den Zentren erreichen jedes Jahr etwa 70 einen Profikader.
Was hat der FC Bayern von seinem Campus?

Stammspieler im Wert eines Vielfachen der Baukosten. Den Marktwert aller beim FC Bayern ausgebildeten Profis schätzt das CIES Football Observatory auf 284 Millionen Euro, Rang drei weltweit hinter dem FC Barcelona und Manchester City.
Lange sah die Bilanz dürftig aus: Als der Campus im August 2017 eröffnete, lag der letzte Durchbruch eines Eigengewächses sieben Jahre zurück, bei David Alaba.
Noch im Sommer 2025 rechnete das Portal Flashscore vor, dass die U19-Spieler des FC Bayern in der Vorsaison zusammen auf 110 Bundesliga-Minuten kamen. Beim FC Liverpool sammelten die U19-Spieler 975 Ligaminuten, bei Paris Saint-Germain 966.
Inzwischen gelingt der Sprung. Aleksandar Pavlović kam 2011 als Siebenjähriger aus Fürstenfeldbruck in die Bayern-Jugend und rückte im November 2023 in den Profikader auf.
Sein Vertrag läuft bis 2029, das Portal Transfermarkt schätzt seinen Marktwert auf 90 Millionen Euro. Ein Mittelfeldspieler dieser Klasse hätte auf dem Markt eine Ablöse in ähnlicher Größenordnung gekostet. Bei fünf Jahren Vertragslaufzeit stünden dann jedes Jahr 18 Millionen Euro Abschreibung in der Bilanz, beim Eigengewächs null.
| Spieler | Weg zum FC Bayern | Profikader seit | Vertrag bis | Marktwert |
|---|---|---|---|---|
| Aleksandar Pavlović | Seit 2011 in der Bayern-Jugend, zuvor SC Fürstenfeldbruck | November 2023 | 2029 | 90 Mio. € |
| Jamal Musiala | 2019 aus der Akademie des FC Chelsea in die U17 | Juli 2020 | 2030 | 80 Mio. € |
| Lennart Karl | 2022 aus Aschaffenburg, zuvor Eintracht Frankfurt | Juni 2025 | 2029 | 60 Mio. € |
Lennart Karl zeigt, dass ein Campus ohne Scouting nicht auskommt. Der Offensivspieler, Jahrgang 2008, hatte schon bei Eintracht Frankfurt und Viktoria Aschaffenburg gespielt, als der FC Bayern ihn 2022 holte. Im Juni 2025 rückte er zu den Profis auf, Transfermarkt taxiert ihn inzwischen auf 60 Millionen Euro.
Jamal Musiala kam 2019 mit 16 Jahren aus der Akademie des FC Chelsea, Transfermarkt verzeichnet für den Wechsel 200.000 Euro. Heute steht er bis 2030 unter Vertrag und wird nach einer Verletzung auf 80 Millionen Euro geschätzt, zuvor lag sein Wert laut Presseberichten bei 120 Millionen.
Für einen Verein, der fast eine Milliarde Euro im Jahr umsetzt, sind 70 Millionen Euro Baukosten eine überschaubare Investition.
Verkaufen will der Rekordmeister seine Talente selten: Mit Spielern aus der eigenen Akademie nahm der FC Bayern laut CIES in zehn Jahren 129 Millionen Euro ein, Rang 58 weltweit. In München liefert der Campus Stammspieler, keine Handelsware.
Pavlović, Karl und Musiala stehen laut Transfermarkt zusammen für 230 Millionen Euro Marktwert, keiner von ihnen kostete eine nennenswerte Ablöse. Der FC Bayern nutzt seinen Campus, um Zukäufe zu sparen, nicht um Spieler zu verkaufen.
Wie verdienen Benfica und Ajax an ihren Akademien?

Mit dem Verkauf ihrer besten Talente an reichere Ligen. Benfica Lissabon nahm laut CIES Football Observatory seit Juli 2016 mit selbst ausgebildeten Spielern 589 Millionen Euro ein, Ajax Amsterdam 454 Millionen Euro.
Benfica führt auch das Akademie-Ranking des CIES vom Oktober 2025 an. In 49 Ligen standen zum Stichtag 93 Spieler unter Vertrag, die mindestens drei Jahre zwischen ihrem 15. und 21. Geburtstag in Lissabon verbracht hatten. Dahinter folgen der FC Barcelona, River Plate und Ajax, der FC Bayern landet mit 40 ausgebildeten Spielern auf Rang 54. In den fünf großen Ligen spielten laut einer CIES-Zählung vom Januar 2026 40 beim FC Barcelona ausgebildete Profis, 35 aus Real Madrid, 31 aus Paris Saint-Germain und 27 aus Ajax.
Den größten Einzelposten lieferte João Félix: Im Juni 2019 zahlte Atlético Madrid die Ausstiegsklausel von 120 Millionen Euro.
Das Angebot über 126 Millionen schloss Finanzierungszinsen ein. Félix allein steht laut CIES für ein Fünftel der Benfica-Erlöse aus zehn Jahren.
Rúben Dias wechselte im September 2020 für 68 Millionen Euro fix zu Manchester City, João Neves im August 2024 für 59,9 Millionen Euro fix zu Paris Saint-Germain. Beide Beträge hat Benfica der portugiesischen Börsenaufsicht gemeldet, mit Boni steigen die Summen auf bis zu 71,6 und 69,9 Millionen Euro.
Ajax verkaufte Matthijs de Ligt im Juli 2019 für 75 Millionen Euro an Juventus Turin. Die oft genannten 85,5 Millionen Euro enthalten 10,5 Millionen Euro Nebenkosten, die Juventus vor allem an Berater zahlte, nicht an Ajax. Frenkie de Jong ging im selben Jahr für 75 Millionen Euro plus bis zu 11 Millionen Euro Boni zum FC Barcelona.
De Jong war kein Ajax-Kind. Ausgebildet hatten ihn Willem II und RKC Waalwijk, Ajax holte ihn 2015 nach Amsterdam und machte aus ihm einen Nationalspieler.
Die Plätze acht und neun belegen AS Monaco mit 378 und Palmeiras mit 356 Millionen Euro.
In Deutschland liegt Bayer Leverkusen mit 339 Millionen Euro vorn, 40 Prozent davon entfallen auf Florian Wirtz. Borussia Dortmund kommt auf 259 Millionen Euro, fast ein Drittel brachte Jadon Sancho. Die CIES-Summen enthalten vereinbarte Boni, unabhängig davon, ob das Geld schon geflossen ist, dazu Beteiligungen an Weiterverkäufen.
Benfica und Ajax verkaufen ihre Talente regelmäßig an reichere Ligen und nehmen damit pro Jahrzehnt Hunderte Millionen Euro ein. Der FC Bayern landet im Erlös-Ranking nur auf Rang 58, weil er seine Talente behält.
Warum ist Scouting die zweite Hälfte der Rechnung?

Weil kein Verein alle Stars selbst ausbilden kann. Gutes Scouting findet Talente, bevor ihr Preis steigt: Borussia Dortmund kaufte Jude Bellingham 2020 für bis zu 25 Millionen Euro und verkaufte ihn 2023 für 103 Millionen Euro fix an Real Madrid.
Der BVB hat aus diesem Prinzip ein Geschäftsmodell gemacht. Ousmane Dembélé kam 2016 laut Medienberichten für rund 15 Millionen Euro aus Rennes, ein Jahr später zahlte der FC Barcelona 105 Millionen Euro fix.
Dortmund holte Jadon Sancho 2017 laut Medienberichten für sieben bis acht Millionen Euro aus der Jugend von Manchester City und verkaufte ihn 2021 für 85 Millionen Euro an Manchester United.
Für den Bellingham-Verkauf kündigte der BVB per Ad-hoc-Mitteilung einen Ergebnisbeitrag von mindestens rund 77 Millionen Euro an, dazu kommen variable Zahlungen von bis zu 30 Prozent der fixen Ablöse. Erling Haaland, 2019 für 20 Millionen Euro aus Salzburg gekommen, brachte beim Wechsel zu Manchester City 2022 einen Ergebnisbeitrag von 35 bis 40 Millionen Euro.
Ohne diese Erlöse sähe die Dortmunder Bilanz düster aus: 2025/26 erzielte der BVB ein Transferergebnis von 59,3 Millionen Euro und schrieb trotzdem 21,7 Millionen Euro Verlust.
| Spieler | Klub | Gekauft | Verkauft |
|---|---|---|---|
| Moisés Caicedo | Brighton | 2021 für 5,3 Mio. € (Independiente del Valle) | 2023 für 118,1 Mio. € fix plus bis zu 17,7 Mio. € (Chelsea) |
| Jude Bellingham | Borussia Dortmund | 2020 für bis zu 25 Mio. € (Birmingham City) | 2023 für 103 Mio. € fix plus bis zu 30 % (Real Madrid) |
| Ousmane Dembélé | Borussia Dortmund | 2016 für rund 15 Mio. € (Stade Rennes) | 2017 für 105 Mio. € fix plus bis zu rund 42 Mio. € (FC Barcelona) |
| Jadon Sancho | Borussia Dortmund | 2017 für 7 bis 8 Mio. € (Manchester City) | 2021 für 85 Mio. € (Manchester United) |
| Bryan Mbeumo | Brentford | 2019 für 4,7 bis 6,8 Mio. € (Troyes) | 2025 für 76,7 Mio. € plus 7,1 Mio. € (Manchester United) |
Scouting bleibt trotzdem ein Geschäft mit hoher Fehlerquote. Ian Graham, früher Forschungsdirektor des FC Liverpool, kommt in seinem Buch zu dem Schluss, dass nur die Hälfte aller Transfers als Erfolg gelten kann.
Jeder Treffer in der Tabelle oben muss also auch die Fehlgriffe finanzieren, deren Namen heute niemand mehr nennt.
- Früh kaufen: Bellingham, Sancho und Dembélé kosteten zusammen rund 48 Millionen Euro.
- Teuer verkaufen: Die fixen Ablösen summierten sich auf 293 Millionen Euro.
- Fehlgriffe einpreisen: Nur jeder zweite Transfer gilt nach Ian Graham als Erfolg.
Wie verändern Daten das Scouting?

Daten sortieren vor, Menschen entscheiden. Brighton & Hove Albion lässt sich von Starlizard, der Wettanalysefirma seines Eigentümers Tony Bloom, eine Liste von Kandidaten liefern und schickt erst danach die Scouts los.
Laut dem Fachportal Training Ground Guru beschäftigte Brighton im November 2024 nur sieben Vollzeit-Scouts. Die Kandidaten auf der Liste von Starlizard bewertet der Klub nach einem Ampelsystem, wie das Modell dahinter rechnet, behält Brighton für sich.
Das bekannteste Ergebnis heißt Moisés Caicedo. Brighton holte den Mittelfeldspieler 2021 für umgerechnet 5,3 Millionen Euro von Independiente del Valle aus Ecuador. Im August 2023 zahlte der FC Chelsea 118,1 Millionen Euro fix plus bis zu 17,7 Millionen Euro an Boni, damals eine britische Rekordablöse.
Im Abschluss 2022/23 wies Brighton einen Gewinn nach Steuern von umgerechnet 145 Millionen Euro aus, bei 241,4 Millionen Euro Umsatz. Zum Gewinn trugen die Verkäufe von Alexis Mac Allister, Yves Bissouma und Marc Cucurella bei, dazu die Entschädigung für Trainer Graham Potter.
Das Modell hat eine Schattenseite, und Brighton verschweigt sie nicht. Im Geschäftsjahr 2024/25 investierte der Klub umgerechnet rund 248 Millionen Euro in den Kader, der Spielerhandel drehte von einem Plus von 80,4 Millionen auf ein Minus von 29,5 Millionen Euro. Unterm Strich stand ein operativer Verlust von 64,2 Millionen Euro. Der Kreislauf funktioniert nur, solange verkauft wird.
Der FC Brentford schloss 2016 sogar seine Akademie, um sich auf eine kleine B-Mannschaft zu konzentrieren. Zur Saison 2022/23 eröffnete der Klub wegen neuer Regeln der Premier League wieder eine Akademie.
Bryan Mbeumo kam 2019 als Vereinsrekord aus Troyes, die Berichte nennen umgerechnet 4,7 bis 6,8 Millionen Euro. Im Juli 2025 zahlte Manchester United 76,7 Millionen Euro garantiert plus 7,1 Millionen Euro an Boni.
Brighton findet mit sieben Vollzeit-Scouts und einer Vorauswahl per Datenmodell Spieler wie Caicedo. Ein Jahr mit hohen Investitionen und wenigen Verkäufen kippt die Rechnung trotzdem ins Minus.
Der FC Bayern baute für 70 Millionen Euro einen Campus, allein Pavlović wird heute auf 90 Millionen geschätzt.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Welche Regeln belohnen Vereine für die Ausbildung?

Vier Regeln wirken zusammen: der Solidaritätsbeitrag und die Ausbildungsentschädigung der FIFA, die Kaderregel der UEFA für lokal ausgebildete Spieler und die Nachwuchssäule bei der Verteilung der DFL-Medienerlöse. Ausbildung bringt so auch dann Geld, wenn der Spieler längst woanders spielt.
Bei jedem internationalen Transfer gehen fünf Prozent der Ablöse an die Vereine, die den Spieler zwischen seinem 12. und 23. Geburtstag ausgebildet haben. Für jede Saison bis zum 15. Geburtstag fließen 0,25 Prozent, ab dem 16. Geburtstag 0,5 Prozent pro Saison. Die Ausbildungsentschädigung kommt hinzu, fällig beim ersten Profivertrag und bei jedem Wechsel bis zum Ende der Saison, in der ein Spieler 23 wird.
Seit November 2022 zahlt die FIFA diese Gelder über ein eigenes Clearing House aus. Bis Juli 2026 kamen so umgerechnet knapp 900 Millionen Euro zusammen, mehr als 571 Millionen Euro sind ausgezahlt.
Allein die 530 Spieler in den Kadern der WM 2026 lösten nach FIFA-Angaben Zahlungen von rund 198 Millionen Euro aus.
Ein Rechenbeispiel: Ein Verein, der einen Spieler vom 12. bis zum 19. Geburtstag ausgebildet hat, erhielte bei einem Wechsel für 50 Millionen Euro einen Solidaritätsbeitrag von 1,5 Millionen Euro.
In der Champions League darf ein Klub höchstens 25 Spieler auf seine A-Liste setzen, acht Plätze sind lokal ausgebildeten Spielern vorbehalten. Mindestens vier davon müssen beim Klub selbst ausgebildet sein, also drei Spielzeiten zwischen ihrem 15. und 21. Geburtstag dort verbracht haben. Fehlen solche Spieler, schrumpft der Kader entsprechend.
Die DFL verteilt vier Prozent ihrer nationalen Medienerlöse über die Säule Nachwuchs. Seit der Saison 2025/26 zählen dabei Einsätze junger, in Deutschland ausgebildeter Spieler stärker als zuvor.
Bei den Finanzregeln der UEFA gelten Ausgaben für die Nachwuchsarbeit als „relevante Investition“. Ein Klub darf diese Ausgaben aus seinem Defizit nur herausrechnen, solange Eigenkapital oder Zahlungen der Eigentümer den Betrag decken. Kosten für Scouts zählen ausdrücklich nicht zur Nachwuchsarbeit, ebenso wenig Ablösen und Beraterhonorare für junge Spieler.
Ein Ausbildungsverein verdient an jedem internationalen Wechsel seines früheren Spielers bis zum 23. Lebensjahr mit. Die UEFA reserviert ausgebildeten Spielern acht Kaderplätze, die DFL vier Prozent ihrer Medienerlöse.
Warum scheitern so viele Talente?

Weil die Auswahl früh fällt und oft das Falsche misst. Die Ökonomen Lukas Tohoff und Mario Mechtel haben gezeigt, dass deutsche Leistungszentren körperliche Frühreife mit Talent verwechseln. Diese Fehlauswahl kostet die Vereine Millionen.
Für ihre Studie im Journal of Sports Economics werteten die beiden Forscher die Daten von 2.383 ehemaligen Spielern der Altersklassen U15 bis U19 aus den 17 erfolgreichsten deutschen Nachwuchszentren aus, Geburtsjahrgänge 1988 bis 2001. In der U19 waren 44,6 Prozent der Spieler im ersten Quartal geboren, obwohl auf diese drei Monate nur rund ein Viertel eines Jahrgangs entfällt.
Aus dem ersten Halbjahr stammten 71,5 Prozent statt der zu erwartenden Hälfte.
Die Spieler aus der zweiten Jahreshälfte, die den Sprung trotzdem schafften, waren im Schnitt die talentierteren. Diese Spätentwickler legten im weiteren Verlauf zu und erzielten höhere Marktwerte. Nach der Rechnung von Tohoff und Mechtel erlöst ein Verein pro verkauftem Spieler aus seinem Leistungszentrum im Schnitt 1,3 Millionen Euro. Mit einer ausgewogeneren Auswahl läge der Erlös bei 1,7 bis 2,2 Millionen Euro.
Wir halten diesen Befund für den aufschlussreichsten der ganzen Debatte: Ein Talent, das im Dezember Geburtstag hat, muss in der U15 besser sein als ein Januar-Kind, nur um überhaupt im Kader zu stehen.
Für das Scouting steckt darin eine Chance, die kaum etwas kostet. Ein Klub, der gezielt nach spät entwickelten Spielern sucht, findet Talente, die andere Vereine zu früh aussortiert haben.
Fast drei von vier U19-Spielern in den besten deutschen Zentren sind im ersten Halbjahr geboren. Eine ausgewogenere Auswahl brächte pro verkauftem Spieler bis zu 900.000 Euro mehr.
Wie macht der SC Freiburg aus Ausbildung ein Geschäftsmodell?

Mit einer Fußballschule, die seit 2001 Profis hervorbringt, und mit Scouts, die Talente früh holen. Laut ZDFheute kommen 73 Spieler, die beim SC Freiburg ihr erstes Profispiel bestritten, aus der eigenen Fußballschule.
Der Spatenstich war im Oktober 2000, ein Jahr später eröffnete die Fußballschule als erstes Nachwuchsleistungszentrum im Westen der Republik. Christian Streich leitete die Schule, bevor er 2012 Cheftrainer der Profis wurde. Im Europa-League-Finale am 20. Mai 2026 standen acht Eigengewächse des SC Freiburg auf dem Platz.
Unter den 44 Spielern, die Bundestrainer Jürgen Klopp im September 2026 für die Nations League nominierte, waren laut ZDFheute sieben frühere Freiburger Fußballschüler, darunter Nico Schlotterbeck, Kevin Schade und Noah Atubolu. Rund jeder sechste Nationalspieler des Aufgebots stammte so aus der Freiburger Schule. Alle drei Genannten spielen inzwischen bei anderen Klubs, Atubolu wechselte erst Ende August 2026 zu Eintracht Frankfurt.
Johan Manzambi verbindet beide Disziplinen: Freiburger Scouts holten den Schweizer im Januar 2023 von Servette Genf in die U19, die Ausbildung machte ihn zum Profi.
Im Juli 2026 verkaufte der SC Freiburg ihn für knapp 70 Millionen Euro inklusive Boni an Aston Villa, ausgerechnet an den Gegner aus dem Finale. Der Verkauf brachte fast das Dreifache des bisherigen Vereinsrekords von 25 Millionen Euro, erzielt mit Kevin Schade und Merlin Röhl.
Für das Geschäftsjahr 2025/26 meldete der Verein am 8. Oktober 2026 Gesamterlöse von 212,1 Millionen Euro, einen Jahresüberschuss von 30,5 Millionen Euro und ein Eigenkapital von 194,2 Millionen Euro, Bankverbindlichkeiten hat der Klub keine. Vorstand Oliver Leki nannte als Treiber neben Europa-League-Finale und Pokal-Halbfinale „hohe Transferüberschüsse“.
Der Manzambi-Verkauf taucht erst im Geschäftsjahr 2026/27 auf. Wie der Verein ohne Scheichs im Rücken auf diese Zahlen kommt, haben wir im Porträt des SC Freiburg nachgerechnet.
Freiburg kombiniert eine Fußballschule mit 25 Jahren Erfahrung und frühes Scouting. Manzambi brachte knapp 70 Millionen Euro, fast dreimal so viel wie der alte Vereinsrekord.
Was können Unternehmen vom Scouting im Fußball lernen?

Dass Ausbildung günstiger ist als Zukauf, sofern die Auswahl stimmt und die Besten nicht zu früh gehen. Vor derselben Wahl stehen Betriebe bei Fachkräften: selbst ausbilden oder fertig einkaufen.
Lehre 1: Frühreife ist kein Talent
Die Leistungszentren verwechseln Frühreife mit Talent, und Personalabteilungen kennen dieselbe Falle aus dem Bewerbungsverfahren. Die glatteste Bewerbung zeigt den Stand von heute, nicht das Können in fünf Jahren.
Lehre 2: Daten sortieren, Menschen urteilen
Bei Brighton grenzt ein Datenmodell die Kandidaten ein, sieben Scouts schauen sich die Spieler dann persönlich an. Software ersetzt dort kein Urteil, sie spart dem Urteil nur die Vorarbeit.
Lehre 3: Ausbildung braucht Bindung
Ein Fußballverein kassiert eine Ablöse, sobald sein Talent zu einem reicheren Klub wechselt, dazu Solidaritätsbeiträge bis zum 23. Geburtstag. Ein Mittelständler bekommt nichts, wenn der Konkurrent die frisch ausgebildete Fachkraft abwirbt. Betriebe müssen deshalb über Gehalt, Aufgaben und Perspektive dafür sorgen, dass die Rendite der Ausbildung im eigenen Unternehmen bleibt.
Lehre 4: Der Wert steht in keiner Bilanz
Ein Auszubildender taucht in der Bilanz so wenig auf wie ein Eigengewächs beim FC Bayern, sein Wert entsteht unsichtbar. Wer nur auf die Kosten der Ausbildung schaut, sieht deshalb nie ihren Ertrag.
Lohnt sich Jugendarbeit für jeden Verein?

Ja. Für jeden Verein, der beim Geld nicht mit Staatsfonds und Milliardären mithalten kann, gehören Scouting und Jugendarbeit zu den wichtigsten Geldquellen. Ein Verein, der den Nachwuchs vernachlässigt, kauft später teuer ein, was er selbst hätte ausbilden können.
Benfica hat in zehn Jahren mit der eigenen Akademie 589 Millionen Euro eingenommen, Freiburg finanziert mit Ausbildung und Weiterverkauf einen Verein ohne Bankschulden, und der FC Bayern spart sich mit Pavlović und Karl Zukäufe im Marktwert von zusammen 150 Millionen Euro. Selbst Borussia Dortmund, das Paradebeispiel für den Weiterverkauf junger Stars, schriebe ohne Transfererlöse tiefrote Zahlen.
Unsere Einschätzung: Die Leistungszentren wählen noch zu ungenau aus, und Scouting bleibt ein Geschäft mit vielen Fehlgriffen.
Trotzdem bringt kaum ein Euro im Etat eines Fußballvereins so viel zurück wie der Euro für die eigene Jugend. Für Vereine ohne reichen Gönner führt an der Nachwuchsarbeit kein Weg vorbei.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Jugendarbeit und Scouting im Fußball

Aktivierungsverbot
Aktivierungsverbot bezeichnet die Regel, dass ein Klub für selbst ausgebildete Spieler keinen Vermögenswert in die Bilanz schreiben darf. Aktiviert werden nur gezahlte Ablösen samt Nebenkosten. Deshalb steht ein Eigengewächs mit null Euro in den Büchern, und ein späterer Verkauf erhöht den Gewinn fast um den vollen Erlös.
Ausbildungsentschädigung
Ausbildungsentschädigung heißt die Zahlung nach den FIFA-Transferregeln, die beim ersten Profivertrag eines Spielers und bei jedem Wechsel bis zum Ende der Saison seines 23. Geburtstags fällig wird. Die Zahlung entschädigt die Klubs, die den Spieler ausgebildet haben, unabhängig vom Solidaritätsbeitrag.
Buchgewinn
Buchgewinn ist die Differenz zwischen dem Verkaufserlös eines Spielers und seinem Restbuchwert in der Bilanz. Bei einem gekauften Profi zieht der Klub den noch nicht abgeschriebenen Kaufpreis ab. Bei einem Eigengewächs mit Buchwert null entspricht der Buchgewinn fast dem ganzen Erlös.
CIES Football Observatory
CIES Football Observatory ist eine Forschungsgruppe am Internationalen Zentrum für Sportstudien im schweizerischen Neuenburg. Die Gruppe veröffentlicht regelmäßig Rankings zu Akademien, Transfererlösen und Marktwerten. Als Ausbildungsverein zählt dort der Klub, bei dem ein Spieler mindestens drei Jahre zwischen 15 und 21 verbracht hat.
Eigengewächs
Eigengewächs nennt der Fußball einen Spieler, den ein Klub in seiner eigenen Jugend ausgebildet hat. Für den Verein ist ein Eigengewächs doppelt wertvoll: Er spart die Ablöse für einen vergleichbaren Zukauf, und bei einem Verkauf bleibt fast der ganze Erlös als Gewinn.
FIFA Clearing House
FIFA Clearing House heißt die zentrale Zahlstelle der FIFA, die seit November 2022 Solidaritätsbeiträge und Ausbildungsentschädigungen berechnet und an die Ausbildungsvereine weiterleitet. Bis Juli 2026 hat die Stelle umgerechnet knapp 900 Millionen Euro an Ansprüchen erfasst, mehr als 571 Millionen Euro sind ausgezahlt.
Kaderkostenquote
Kaderkostenquote (Squad Cost Ratio) ist eine Kennzahl der UEFA-Finanzregeln. Die Quote setzt Gehälter, Abschreibungen auf Spielerwerte und Beraterhonorare ins Verhältnis zu den Einnahmen. Seit der Saison 2025/26 liegt die Grenze bei 70 Prozent. Eigengewächse senken die Quote, weil keine Abschreibung anfällt.
Lokal ausgebildeter Spieler
Lokal ausgebildeter Spieler (Locally Trained Player) ist ein Begriff der UEFA-Kaderregeln. Gemeint ist ein Spieler, der drei Spielzeiten zwischen seinem 15. und 21. Geburtstag bei einem Klub oder Verband desselben Landes verbracht hat. Acht der 25 Plätze auf der Champions-League-Liste sind solchen Spielern vorbehalten.
Marktwert
Marktwert ist die geschätzte Ablöse, die ein Spieler auf dem Transfermarkt erzielen könnte. Das Portal Transfermarkt ermittelt die Werte aus Einschätzungen seiner Community und Experten, das CIES Football Observatory nutzt ein statistisches Modell. Ein Marktwert steht in keiner Bilanz, er zeigt den Wert eines Eigengewächses trotzdem.
Relativer Alterseffekt
Relativer Alterseffekt beschreibt die Bevorzugung von Kindern, die früh im Jahr geboren sind. In Jugendmannschaften sind diese Kinder den Spätgeborenen körperlich oft voraus und werden häufiger ausgewählt. Eine Studie von Tohoff und Mechtel zeigt, dass deutschen Leistungszentren dadurch talentiertere Spieler und Verkaufserlöse entgehen.
Scouting
Scouting bezeichnet die systematische Suche nach Spielern für den eigenen Kader. Scouts beobachten Kandidaten live und per Video, Datenanalysten sortieren mit statistischen Modellen vor. Gutes Scouting findet Talente, bevor andere Klubs auf sie aufmerksam werden und ihr Preis steigt.
Solidaritätsbeitrag
Solidaritätsbeitrag heißt der Anteil von fünf Prozent jeder internationalen Ablöse, den die FIFA an die Ausbildungsvereine eines Spielers verteilt. Für jede Saison vom 12. bis 15. Geburtstag fließen 0,25 Prozent, vom 16. bis 23. Geburtstag 0,5 Prozent. So verdienen auch kleine Jugendvereine an späteren Wechseln mit.
Transferergebnis
Transferergebnis nennt Borussia Dortmund den Saldo aus Verkaufserlösen, Restbuchwerten und Nebenkosten aller Spielerverkäufe eines Geschäftsjahres. Im Geschäftsjahr 2025/26 lag das Ergebnis aus Transfergeschäften bei 59,3 Millionen Euro, der Konzern schrieb trotzdem einen Fehlbetrag von 21,7 Millionen Euro.
Weiterverkaufsbeteiligung
Weiterverkaufsbeteiligung ist eine Klausel, die dem abgebenden Klub einen Anteil an einem späteren Weiterverkauf des Spielers sichert. Die Klubs handeln die Höhe frei aus, als Prozentsatz der ganzen Ablöse oder nur des Mehrerlöses über dem früheren Kaufpreis. Für Ausbildungsvereine verlängert die Klausel den Ertrag eines Talents über den ersten Verkauf hinaus.
FAQ: Jugendarbeit im Fußball: Der billigste Star ist der eigene

Was ist ein Nachwuchsleistungszentrum?
Ein Nachwuchsleistungszentrum, kurz NLZ, ist die Jugendakademie eines Profiklubs mit Trainern, Sportwissenschaft, schulischer Betreuung und oft einem Internat. Seit 2001 muss jeder Bundesligist ein solches Zentrum unterhalten, seit 2002 auch jeder Zweitligist. Die Pflicht steht in der Lizenzierungsordnung der DFL.
Ab welchem Alter kann man in ein Nachwuchsleistungszentrum?
Die DFL zählt in den Leistungszentren Spieler ab zwölf Jahren, viele Klubs betreuen aber schon jüngere Teams. Der FC Bayern Campus hat Plätze für alle Mannschaften von der U9 bis zur U19.
Wie viele Spieler aus Nachwuchsleistungszentren werden Profi?
Nach DFL-Zahlen von 2019 schaffen pro Jahr rund 70 Spieler aus den Leistungszentren den Sprung in einen Profikader der Bundesliga oder 2. Bundesliga. In den Zentren trainieren im Schnitt 5.588 Talente, die DFL nannte die Quote einstellig und sehr klein.
Welcher Verein hat die beste Jugendakademie der Welt?
Im Akademie-Ranking des CIES Football Observatory vom Oktober 2025 liegt Benfica Lissabon vorn, mit 93 ausgebildeten Spielern in 49 Ligen. Dahinter folgen der FC Barcelona, River Plate und Ajax Amsterdam. Der FC Bayern landet auf Rang 54.
Wie viel Geld bekommt ein Jugendverein, wenn ein früherer Spieler wechselt?
Bei internationalen Transfers stehen allen Ausbildungsvereinen zusammen fünf Prozent der Ablöse zu. Pro Saison zwischen dem 12. und 15. Geburtstag fließen 0,25 Prozent, zwischen dem 16. und 23. Geburtstag 0,5 Prozent. Bei einer Ablöse von 50 Millionen Euro brächten vier Jugendjahre ab zwölf also 500.000 Euro.
Was macht ein Scout im Fußball?
Ein Scout beobachtet Spieler im Stadion und auf Video, bewertet Technik, Tempo, Spielverständnis und Charakter und empfiehlt seinem Klub Kandidaten für eine Verpflichtung. Brighton lässt die Kandidaten von einem Datenmodell vorsortieren und schickt seine sieben Vollzeit-Scouts erst danach los.
Quellen
51 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 09.10.2026
- LEONINE HoldingPressemitteilung zum Start der Hörspielserie FC Bayern Team Campus
- CIES Football ObservatoryWeekly Post 540: Transfererlöse mit Akademiespielern seit 2016
- CIES Football ObservatoryWeekly Post 518: Best football academies, Benfica at the top
- CIES Football ObservatoryWeekly Post 531: Marktwert der Akademie-Absolventen nach Klub
- UEFAClub Licensing and Financial Sustainability Regulations, Edition 2022
- UEFAExplainer: UEFA’s new financial sustainability regulations
- UEFAChampions League: So funktioniert die Kaderregistrierung
- Rödl & PartnerHumankapital in der Bilanz: Bilanzierung von Spielerwerten im Profifußball
- Borussia DortmundAnnual Report 2024/2025, Accounting policies
- DFL Deutsche Fußball LigaDFL-Wirtschaftsreport 24/25
- DFL Deutsche Fußball LigaLeistungszentren: Bestmögliche Bedingungen für junge Talente
- t-online, dpaGeringe Durchlässigkeit: Traum vom Profi erfüllt sich selten
- AS+P Albert Speer + PartnerFC Bayern Campus officially opened
- web.deFC Bayern Campus fertig: München kämpft mit Nachwuchsproblemen
- FlashscoreBayern-Campus in der Kritik: Warum Eigengewächse den Sprung nicht schaffen
- TransfermarktAleksandar Pavlović: Spielerprofil
- TransfermarktLennart Karl: Spielerprofil
- TransfermarktJamal Musiala: Spielerprofil
- Rádio RenascençaBenfica anuncia que Atlético de Madrid dá 126 milhões por João Félix
- DNoticias, LusaRúben Dias é a segunda transferência mais cara de sempre em Portugal
- Diário de NotíciasJoão Neves no PSG por 59,9 milhões de euros
- Goal ItaliaDe Ligt alla Juve, ufficiale
- FC BarcelonaBarça sign De Jong
- NOSAjax verkoopt Frenkie de Jong voor 75 miljoen aan Barcelona
- Borussia Dortmund, EQSAd-hoc-Mitteilung: Jude Bellingham vor Wechsel zu Real Madrid
- The Irish TimesBorussia Dortmund agree fee for English 17-year-old Jude Bellingham
- Borussia DortmundOusmane Dembélé vor Wechsel zum FC Barcelona
- Sport1Transfer von Ousmane Dembélé von Stade Rennes zu Borussia Dortmund perfekt
- Borussia Dortmund, DGAPAd-hoc-Mitteilung: Jadon Sancho vor Wechsel zu Manchester United
- LigainsiderJadon Sancho: Wechsel zum BVB offiziell
- Borussia Dortmund, DGAPAd-hoc-Mitteilung: Erling Haaland vor Wechsel zu Manchester City
- Salzburg24Salzburgs Haaland wechselt für 20 Millionen Euro nach Dortmund
- Borussia Dortmund, EQSAd-hoc-Mitteilung: Vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/2026
- The Telegraph über Yahoo SportsHow to win the Premier League: the brain behind Liverpool’s data revolution
- Training Ground GuruBrighton make trio of senior scouts redundant
- CNNMoisés Caicedo: the bargain who became the most expensive player in British soccer history
- Sky SportsMoisés Caicedo: Chelsea sign Brighton midfielder for British record fee
- Brighton & Hove AlbionAlbion’s annual accounts 2022/23
- Brighton & Hove AlbionAnnual accounts published for the 2024/25 season
- Brentford FCBrentford to open Academy
- Premier LeagueBryan Mbeumo joins Manchester United
- Sky SportsBryan Mbeumo: Manchester United complete signing from Brentford
- FIFARegulations on the Status and Transfer of Players, Edition January 2020
- FIFAFIFA World Cup 2026 shines spotlight on FIFA Clearing House training rewards
- DFL Deutsche Fußball LigaEinstimmiger Beschluss des DFL-Präsidiums: neuer Verteilerschlüssel
- Leuphana Universität LüneburgFußball-Vereine vergeuden Millionen beim Nachwuchs
- ZDFheute25 Jahre Freiburger Fußballschule: Ausbildung für die Nationalmannschaft
- SC FreiburgSC Freiburg erwirtschaftet neuen Rekordumsatz
- SC FreiburgJohan Manzambi joins Aston Villa
- Sky SportJohan Manzambi wechselt von Freiburg zu Aston Villa
- Europäische ZentralbankEuro foreign exchange reference rates
