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Das Geschäftsmodell des SC Freiburg wirkt auf den ersten Blick wie ein Anachronismus. In der Bundesliga haben neun Klubs bereits Kapitalanteile an externe Investoren verkauft, Werksklubs wie Leverkusen und Wolfsburg gehören zu hundert Prozent ihren Konzernen, und US-Fonds wie A-CAP halten inzwischen 78,8 Prozent an Hertha BSC.

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Mitten in dieser Gemengelage erwirtschaftet ein Verein aus dem Breisgau jedes Jahr zweistellige Millionenüberschüsse, in der Saison 2025/26 sogar 30,5 Millionen Euro bei einem Rekordumsatz von 212,1 Millionen Euro. Ohne Investor, ohne Konzernmutter, ohne Bankkredit. Dieser Artikel seziert das Freiburger Modell, vergleicht es konsequent mit dem wirtschaftlichen Gegenpol FC Bayern München und zieht daraus Lehren, die weit über den Fußball hinausreichen.

Aktualisiert am 9. Oktober 2026: Der Artikel enthält jetzt die Geschäftszahlen der Saison 2025/26, die Bilanz zum 30. Juni 2026 und ein neues Kapitel zur Rekordsaison.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der SC Freiburg erzielte in der Saison 2025/26 einen Rekordumsatz von 212,1 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 30,5 Millionen Euro, angetrieben vom Einzug ins Europa-League-Finale
  • Der Verein verfügt über 194,2 Millionen Euro Eigenkapital und hat weiterhin keine Bankverbindlichkeiten, das Verhältnis Eigenkapital zu Bilanzsumme liegt bei rund 79 Prozent
  • Die Freiburger Fußballschule existiert seit 2001 und gilt als Prototyp deutscher Nachwuchsleistungszentren, der Verein hat über 79.000 Mitglieder
  • Seit der Saison 2026/27 ist der regional verwurzelte Softwarehersteller Lexware Haupt- und Trikotsponsor, das Paket wird auf sieben bis acht Millionen Euro pro Saison taxiert
STREICH
STRIKER ’88
OHNE MILLIONEN. MIT PLAN.
— INSERT COIN —
SCORE 0001 1UP
SCF! SCF! SCF!
GOAL +1
HIGH SCORE
STREICH    ∞
BAYERN     0978
FREIBURG   0212
INSERT COIN TO CONTINUE
STREICH STRIKER ’88 — Wäre der SC Freiburg ein Arcade-Game, Christian Streich wäre der Highscore. Keine Millionen-Boosts, nur Spielwitz und Plan. Im Hintergrund jubelt die Nordtribüne.

Der Wissenstest

Wissenstest
SC Freiburg: Wie gut kennen Sie die Zahlen?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie hoch war der Umsatz des SC Freiburg in der Saison 2025/26? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Der SC Freiburg erzielte in der Saison 2025/26 einen Umsatz von 212,1 Millionen Euro, so viel wie nie zuvor. Den Schub brachte vor allem das Europa-League-Finale. Im Vorjahr ohne Europapokal lag der Umsatz bei 162,8 Millionen Euro, 2023/24 mit Europa League bei 203,1 Millionen Euro.
2 Wie hoch sind die Bankverbindlichkeiten des SC Freiburg laut Bilanz zum 30. Juni 2026? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Der SC Freiburg weist null Euro an Bankverbindlichkeiten aus. Die Eigenkapitalquote liegt bei rund 79 Prozent, das Eigenkapital beträgt 194,2 Millionen Euro. Der Bauschuldenanteil am Europa-Park-Stadion bleibt in der Trägergesellschaft und nicht in der Vereinsbilanz.
3 Seit wann existiert die Freiburger Fußballschule als Nachwuchsleistungszentrum? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Die Freiburger Fußballschule wurde im September 2001 eröffnet und war damit das erste NLZ eines Bundesligaklubs im modernen Sinn. Die Anfangsinvestition lag bei über 20 Millionen D-Mark, von denen der Verein rund drei Viertel selbst finanzierte.
4 Wer ist seit der Saison 2026/27 Haupt- und Trikotsponsor des SC Freiburg? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Lexware übernahm zur Saison 2026/27 das Haupt- und Trikotsponsoring. Das Freiburger Softwarehaus gehört zur Haufe Group und ist bereits seit 1999 Partner des Vereins. Das Paket wird auf sieben bis acht Millionen Euro pro Saison taxiert.
5 Um wie viel liegen die nationalen TV-Gelder des FC Bayern höher als die des SC Freiburg in 2024/25? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Bayern erhielt 70,6 Millionen Euro, Freiburg 63,9 Millionen Euro an nationalen TV-Geldern. Der Unterschied beträgt nur rund 6,7 Millionen Euro oder zehn Prozent. Der riesige Umsatzabstand zwischen beiden Vereinen entsteht bei Sponsoring, Merchandise und Champions League.

Wie kam der SC Freiburg 2025/26 auf 212 Millionen Euro Umsatz?

Den Rekordumsatz von 212,1 Millionen Euro verdankt der SC Freiburg vor allem dem Lauf ins Europa-League-Finale: Rund 33 Millionen Euro an UEFA-Prämien kamen 2025/26 zusammen, dazu Zuschauereinnahmen aus sieben Europapokal-Heimspielen, Erlöse aus dem DFB-Pokal bis ins Halbfinale und 24,5 Millionen Euro Transfererlöse.

Im Vorjahr ohne Europapokal hatte der Verein 162,8 Millionen Euro umgesetzt, 2023/24 mit Europa League 203,1 Millionen Euro. Der Sprung um 49,3 Millionen Euro geht also zu einem großen Teil auf Erlöse zurück, die nur mit internationalem Fußball fließen. Rechnet man allein die UEFA-Prämien heraus, bleiben rund 179 Millionen Euro, immer noch gut 16 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Laut Verein wuchsen auch alle übrigen Einnahmebereiche.

Vom Mehrumsatz blieben 18,7 Millionen Euro zusätzlich als Gewinn übrig: Der Jahresüberschuss stieg von 11,8 auf 30,5 Millionen Euro.

Die Saison 2025/26 im Überblick:

WettbewerbAbschneidenWirtschaftliche Wirkung
Europa LeagueFinale am 20. Mai 2026 in Istanbul, 0:3 gegen Aston Villarund 33 Mio. € UEFA-Prämien, davon 7 Mio. € für den Finaleinzug, dazu Zuschauereinnahmen aus sieben Heimspielen
DFB-PokalHalbfinale, 1:2 nach Verlängerung beim VfB Stuttgart (23. April 2026)Prämien und Zuschauereinnahmen, Betrag nicht veröffentlicht
BundesligaPlatz 7 mit 47 PunktenStartplatz in der Conference League 2026/27
TransfermarktVerkäufe wie der von Ritsu Dōan24,5 Mio. € Transfererlöse

Der Finaleinzug sei „der wahrscheinlich größte sportliche Erfolg in der 122-jährigen Geschichte unseres Vereins“, sagte Sportvorstand Jochen Saier auf der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2026. Finanzvorstand Oliver Leki zog die Bilanz in einem Satz: „Die Saison 2025/26 war sportlich und wirtschaftlich herausragend.“

Der nächste große Transfererlös fällt bereits ins Geschäftsjahr 2026/27, das am 1. Juli begann. Im Juli 2026 wechselte Johan Manzambi zu Aston Villa, ausgerechnet zum Gegner aus dem Finale. Eine Ablöse nannten die Klubs nicht, laut Medienberichten liegt der Betrag bei mehr als 60 Millionen Euro und damit weit über den rund 25 Millionen Euro, die Brentford 2023 für Kevin Schade zahlte. Manzambi kam im Januar 2023 von Servette Genf in die Freiburger U19. Sein Weg von dort bis zum Verkauf in die Premier League zeigt das Modell des Ausbildungsvereins, das die folgenden Kapitel sezieren.

Wie schlägt sich Freiburg gegen den Rekordmeister?

Sparschwein mit Gras, Münze, Aufschrift BREISGAU neben goldener Trophäe auf Weiß
FC Bayern München erzielte 2024/25 einen Umsatz von 978,3 Millionen Euro, der SC Freiburg 162,8 Millionen Euro. Trotz sechsfachen Unterschieds operieren beide profitabel.

Die beiden Klubs spielen in derselben Liga und doch in wirtschaftlich komplett unterschiedlichen Welten. Der FC Bayern München schloss das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem Konzernumsatz von 978,3 Millionen Euro ab. Der SC Freiburg kam im gleichen Zeitraum auf 162,8 Millionen Euro. Umsatzverhältnis: eins zu sechs. Selbst Freiburgs Rekordumsatz von 212,1 Millionen Euro aus der Saison 2025/26 erreicht nur gut ein Fünftel des Bayern-Umsatzes aus dem Vorjahr. Und trotzdem operieren beide Klubs nachhaltig profitabel.

Diese Zahlen erzählen eine Geschichte, die mit der sportlichen Tabelle nur am Rande zu tun hat. Die Bayern setzen auf globale Markenvermarktung, Premium-Sponsoring und eine permanent ausverkaufte Allianz Arena mit 75.000 Plätzen. Freiburg verkauft 34.700 Tickets pro Heimspiel, spielte 2024/25 ohne Europapokal und erwirtschaftete trotzdem genug Cashflow, um auf dem Transfermarkt früh zuzugreifen.

Finanzvorstand Oliver Leki formulierte auf der Mitgliederversammlung im Oktober 2025 selbstbewusst: „Wir können ins Risiko gehen und früh auf dem Transfermarkt aktiv werden. Das ist ein Wettbewerbsvorteil.“

Direktvergleich der zentralen Kennzahlen für die Saison 2024/25, weil der FC Bayern seine Zahlen für 2025/26 erst im Spätherbst 2026 vorlegt:

KennzahlFC Bayern 2024/25SC Freiburg 2024/25Verhältnis
Gesamtumsatz978,3 Mio. €162,8 Mio. €6,0 : 1
Jahresüberschuss27,1 Mio. €11,8 Mio. €2,3 : 1
Eigenkapitaln. a. (AG)163,7 Mio. €–
Mitglieder432.50079.0005,5 : 1
Stadionkapazität75.02434.7002,2 : 1
TV-Gelder national 2024/2570,6 Mio. €63,9 Mio. €1,1 : 1


Der spannendste Wert steht in der untersten Zeile. Die nationalen Fernsehgelder der Bundesliga klaffen zwischen Bayern und Freiburg nur um 6,7 Millionen Euro auseinander, ein Unterschied von rund zehn Prozent. Der Rest des riesigen Umsatzabstands entsteht woanders: bei internationalen Medienerlösen, Sponsoring, Merchandise und Prämien aus der Champions League. Genau an diesen vier Hebeln sitzt der Freiburger Nachteil. Und genau hier hat Freiburg sein Modell systematisch darauf ausgerichtet, nicht einzuholen, sondern anders zu spielen.

Freiburg und sein Sport-Club - der ultimative Kick | SWR Sport
SWR Sport blickt hinter die Kulissen des SC Freiburg und porträtiert Christian Streich, Kapitän Christian Günter und Sportvorstand Jochen Saier auf dem Weg in die Saison 2022/23

Was macht das Freiburger Geschäftsmodell einzigartig?

Fünf Holzsäulen als Balkendiagramm, Fußball-Einnahmequellen beschriftet, mit Fußball oben
Fünf Einnahmensäulen tragen das Freiburger Geschäftsmodell, keine davon dominiert

Das Freiburger Modell steht auf fünf Säulen, die sich gegenseitig stabilisieren. Alle fünf sind miteinander verzahnt. Fällt eine aus, tragen die anderen den Verein weiter. Genau diese Redundanz unterscheidet den SC von Klubs, die von einem einzigen Oligarchen oder einer einzigen Transferspekulation abhängen.

Fünf Säulen tragen den SC Freiburg
Die Einnahmen 2024/25 verteilen sich auf fünf Quellen. Keine dominiert, alle zusammen tragen den Verein — ohne Bankschulden, ohne Investor.
€ € € € € € € €
Medienerlöse
64 Mio. €
39 %
Transfers
~40 Mio. € (schwankend)
25 %
Sponsoring
25,2 Mio. €
15 %
Spielbetrieb
21,1 Mio. €
13 %
Merchandise
~12 Mio. €
8 %
162,8 Mio. € Gesamtumsatz. Kein Bankkredit, 83 % Eigenkapitalquote, 11,8 Mio. € Jahresüberschuss. Transfererlöse schwanken jährlich und erreichten in Spitzenjahren über 40 Mio. €.

Die fünf Säulen im Überblick:

SäuleZentraler MechanismusBeitrag zum Gesamtumsatz 2024/25
MedienerlöseNationale und internationale TV-Rechterund 64 Mio. €
Sponsoring und WerbungHauptsponsor, Ärmel, Stadion, Werbepartner25,2 Mio. €
SpielbetriebTicketing, Dauerkarten, Hospitality21,1 Mio. €
TransfersAusbildungsverein, Buy-low-sell-highschwankend, in Spitzenjahren 40+ Mio. €
Merchandise und SonstigeFanshop, Licensing, Eventsübrige Erlöse

Für 2025/26 hat der Verein bisher zwei Säulen einzeln beziffert: Die Medienerlöse stiegen mit dem Europapokal auf 105,7 Millionen Euro, die Transfererlöse lagen bei 24,5 Millionen Euro.

Der Kniff des Freiburger Modells liegt in der Balance. Keine einzelne Säule dominiert. Der Verein ist weder TV-Gelder-abhängig wie manche Zweitligisten noch transfer-abhängig wie RB Salzburg. Oliver Leki brachte es in der Mitgliederversammlung 2025 auf den Punkt: „Das zeigt, dass wir auch nach dem erheblichen Wachstum der vergangenen fünf Jahre eine absolut intakte Einnahmen- und Ausgabenstruktur haben. Wir schaffen es, diese Balance hinzubekommen.“ Nach dem Rekordjahr wiederholte Leki im Oktober 2026 den Befund: „Unsere Einnahmen- und Ausgabenstruktur ist weiterhin komplett intakt.“

Im Vergleich dazu der FC Bayern: Dort dominieren Sponsoring und Merchandise. Die Münchener erzielen allein im Merchandise-Bereich rund 150 Millionen Euro pro Jahr. Diese Summe entspricht fast dem gesamten Freiburger Umsatz der Saison 2024/25. Das Bayern-Modell skaliert auf globaler Marke, das Freiburger Modell skaliert auf operativer Effizienz. Beide Wege funktionieren. Aber nur einer davon ist für die übrigen 15 Bundesligisten überhaupt kopierbar. Die detaillierte Analyse des Bayern-Geschäftsmodells zeigt, warum sich das globale Sponsoring-Modell nicht auf Mittelständler übertragen lässt.

Mehr? FC Barcelona: Fast eine Milliarde Umsatz, trotzdem Verlust

Wie finanziert sich ein Verein mit 212 Millionen ohne Bankschulden?

Ein offener antiker Safe mit einer Pflanze im Inneren und dem Text „O Euro Schulden“
Null Bankverbindlichkeiten und 83 Prozent Eigenkapitalquote verschaffen dem SC Freiburg strategische Freiheit

Die vielleicht erstaunlichste Zahl der Freiburger Bilanz steht nicht im Gewinnbereich, sondern im Verschuldungsgrad. Der SC Freiburg hat null Bankverbindlichkeiten. Kein Kontokorrentkredit, kein Investitionsdarlehen, kein strukturiertes Finanzierungspaket. „Bankverbindlichkeiten haben wir weiterhin keine“, bestätigte Oliver Leki im Oktober 2026. Das in einer Branche, in der selbst Top-Klubs wie Real Madrid mit Krediten in Milliardenhöhe operieren. Wer wissen will, wie schnell solche Kredite zum Problem werden können, findet das in der Analyse der Real-Madrid-Liquiditätskrise.

Die Freiburger Bilanz zum 30. Juni 2026 sieht so aus:

PositionWert 30.06.2026Wert 30.06.2025Wert 30.06.2024
Bilanzsumme244,7 Mio. €197,9 Mio. €189,2 Mio. €
Eigenkapital194,2 Mio. €163,7 Mio. €151,9 Mio. €
Eigenkapitalquoteca. 79 %ca. 83 %ca. 80 %
Bankverbindlichkeiten0 €0 €0 €

Eine Eigenkapitalquote von 79 Prozent ist für ein normales mittelständisches Unternehmen bemerkenswert, für einen Profifußballverein ist sie ein Ausnahmewert. Der deutsche Mittelstand erreicht im Schnitt rund 32 Prozent. Das Polster gibt Freiburg eine strategische Freiheit, die auf dem Transfermarkt Gold wert ist: Der Verein muss keinen Spieler verkaufen, um einen anderen zu holen. Möglich ist das Warten auf Angebote, ohne unter Zahlungsdruck zu geraten.

Dass die Quote trotz des hohen Gewinns unter den Vorjahreswert von 83 Prozent fiel, liegt an der Bilanzsumme. Das Eigenkapital wuchs um 30,5 Millionen Euro, also exakt um den Jahresüberschuss: Der Verein hat den gesamten Gewinn behalten. Die Bilanzsumme legte dagegen um 46,8 Millionen Euro zu. Die Differenz von 16,3 Millionen Euro steckt in den übrigen Posten der Passivseite, Bankkredite sind laut Verein nicht darunter.

Diese Disziplin ist nicht zufällig entstanden. Sie geht auf eine Vereinsphilosophie zurück, die der frühere Präsident Achim Stocker über Jahrzehnte geprägt hat und die bis heute gilt: keine Ausgaben, die nicht gedeckt sind. Keine Verpflichtungen über den eigenen Horizont hinaus. Kein Hebeln mit Fremdkapital auf die nächste Europa-League-Qualifikation. Die Logik erinnert eher an ein hanseatisches Handelshaus als an einen modernen Profiklub. Das Modell funktioniert in einer Liga, in der andere Klubs regelmäßig Lizenzauflagen oder Nachbesserungsanträge der DFL einsammeln.

Finanzvorstand Oliver Leki fasst die Wirkung des Polsters in einem Satz zusammen: „Das gibt uns enorme Handlungsfähigkeit.“ Im Oktober 2026 legte Leki nach: Die Zahlen machten den Klub „extrem handlungsfähig und unabhängig“. Genau an dieser Stelle wird aus einer Bilanzkennzahl ein Wettbewerbsvorteil.

Lesetipp: UEFA Champions League: Wer kassiert die 4,4 Milliarden?

Warum ist die Freiburger Fußballschule der ROI-Champion der Liga?

Geöffnete Ledertasche mit Fußball darin, daneben ein Schulzeugnis mit Note Sehr gut
Die Freiburger Fußballschule existiert seit 2001 und gilt als Blueprint moderner Nachwuchsleistungszentren

Die Freiburger Fußballschule wurde im September 2001 eröffnet. Der Klub investierte damals mehr als 20 Millionen D-Mark in die Modernisierung des Möslestadions, rund drei Viertel davon aus eigenen Mitteln, den Rest steuerten die Stadt Freiburg (5 Millionen D-Mark) und der Badische Sportbund (1,7 Millionen D-Mark) bei. Rechnet man das in heutige Verhältnisse um, spricht man von einer Anfangsinvestition im niedrigen zweistelligen Millionenbereich Euro. Der SC war damit der erste Bundesligaverein mit einem Nachwuchsleistungszentrum im heutigen Sinn.

Was dieses NLZ seitdem produziert hat, lässt sich an Namen ablesen, die in der Branche jeder kennt:

SpielerStation nach Freiburgca. Ablöse bei Abgang
Mark FlekkenFC Brentford (2023)rund 13 Mio. €
Kevin SchadeFC Brentford (2023)rund 25 Mio. €
Matthias GinterBorussia Dortmund (2014)10 Mio. €
Oliver Baumann1899 Hoffenheim (2014)4 Mio. €
Dennis AogoHamburger SV (2008)3 Mio. €
Christian Günterbis heute SC Freiburg (Kapitän)kein Abgang


Allein die beiden Verkäufe von Schade und Flekken nach Brentford spülten im Sommer 2023 zusammen rund 38 Millionen Euro in die Freiburger Kasse. Das ist mehr, als der Klub in der gesamten Saison 2022/23 an Transferausgaben getätigt hat. Die Rechnung ist simpel und brutal zugleich: Talente werden im eigenen Haus ausgebildet, spielen sich bei den Profis in die Bundesliga, werden marktrelevant, und der Klub entscheidet dann nüchtern, wann ein Verkauf den Sinn des Ausbildungsvereins erfüllt.

Dass das Modell über Jahrzehnte funktioniert, liegt an einer kapillaren Struktur. Der SC Freiburg unterhält Kooperationen mit acht regionalen Vereinen, darunter der FC 03 Radolfzell, der Offenburger FV und der SV Zimmern. Aus diesen Fördergruppen wechseln kontinuierlich Talente in das NLZ. Allein vom FC 03 Radolfzell schafften es in den letzten Jahren über 40 Spieler in Nachwuchsleistungszentren, die meisten davon direkt nach Freiburg.

"Es war logisch, dass das der nächste Schritt sein muss!" | Talk über die Freiburger Fußballschule
Beim Neujahrsempfang des SC Freiburg im Europa-Park 2026 moderiert Tom Bartels ein Gespräch mit Sportvorstand Jochen Saier, Klemens Hartenbach und Torhüter Noah Atubolu über die Anfänge der Freiburger Fußballschule, die Durchlässigkeit in den Profibereich und Atubolus Weg zur Nummer eins.

Das Konzept hat einen Multiplikatoreffekt, der in Geschäftsberichten gar nicht auftaucht. Neben den direkten Transfererlösen gibt es eine zweite Rendite, die genauso wichtig ist: Lizenzspieler aus dem eigenen NLZ bringen in der TV-Gelder-Verteilung Zusatzpunkte in der Säule „Nachwuchs“. Vier Prozent aller nationalen TV-Erlöse werden nach der Einsatzminutenzahl in Deutschland ausgebildeter U23-Spieler verteilt. Freiburg profitiert hier systematisch, weil die Mannschaft strukturell mehr Eigengewächse aufstellt als die meisten Ligakonkurrenten.

Was leistet das Europa-Park-Stadion wirklich?

SC Freiburg: Faszinierende Einblicke in das Europa-Park-Stadion
Die Badische Zeitung führt am Eröffnungstag des Europa-Park-Stadions durch Katakomben und Arena, kurz bevor der SC Freiburg am 7. Oktober 2021 seine neue Heimspielstätte offiziell einweihte.


Am 7. Oktober 2021 eröffnete der SC Freiburg sein neues Europa-Park-Stadion im Stadtteil Brühl. Ein reines Fußballstadion mit 34.700 Plätzen, 36 Prozent davon Stehplätze, Photovoltaik auf dem Dach, Fernwärme aus dem benachbarten Industriegebiet. Die Baukosten lagen bei rund 76,5 Millionen Euro, inklusive Infrastruktur gesamt bei 131 Millionen Euro.

Die Finanzierung wurde bewusst so strukturiert, dass der Verein sie auch sportlich überleben kann:

FinanzierungsbausteinBetragHerkunft
Investitionszuschuss9,5 Mio. €Stadt Freiburg
Eigenkapital26,45 Mio. €SC Freiburg
Fremddarlehen40,5 Mio. €Trägergesellschaft
Gesamtkosten Stadionca. 76,5 Mio. €–


Das Stadion gehört formell der Stadion Freiburg Objektträger GmbH & Co., einer gemeinsamen Gesellschaft von Stadt und Verein. Der SC pachtet es für 3,8 Millionen Euro pro Jahr in der Bundesliga, 2,5 Millionen in der 2. Liga. Mit dieser Konstruktion hat der Klub die Bauschulden aus seiner eigenen Bilanz herausgehalten. Das Fremddarlehen taucht nicht bei Freiburg auf, sondern bei der Trägergesellschaft. Genau das ist der Grund, warum der SC in seiner eigenen Bilanz null Bankverbindlichkeiten ausweisen kann.

Die Auslastung ist beeindruckend. In der Saison 2024/25 lag der Zuschauerschnitt bei 33.836 Fans pro Heimspiel, das entspricht einer Auslastung von 97 Prozent. Jedes Heimspiel ausverkauft, über die gesamte Saison hinweg. Die Ticketeinnahmen lagen 2024/25 bei 21,1 Millionen Euro. Ohne Europa-League-Spiele. In der Vorsaison 2023/24 mit internationalen Auftritten waren es 26,7 Millionen Euro. Der Unterschied zwischen beiden Saisons (5,6 Millionen Euro) lässt sich fast exakt auf fünf zusätzliche Europa-League-Heimspiele zurückführen. Das zeigt den Hebel, den internationaler Fußball auch für einen mittelgroßen Klub hat. In der Saison 2025/26 kamen sieben Europapokal-Heimspiele hinzu, deren Ticketerlöse der Verein nicht gesondert genannt hat.

Der Namensrechtevertrag mit dem Europa-Park in Rust läuft seit August 2021. Die Summe ist nicht öffentlich, liegt aber in einer Größenordnung, die für einen Bundesliga-Klub dieser Größe als marktkonform gilt. Wichtiger als die Summe ist das regionale Signal: Europa-Park steht wie Lexware, Badenova und Rothaus für südbadische Wirtschaft, die den SC trägt. Diese regionale Dichte unterscheidet Freiburg strukturell von den Plattformspielern der Liga, wie sie etwa in der Mobilitätsbranche beim Flixbus-Geschäftsmodell beobachtbar sind. Dort skaliert eine Marke global, hier bindet ein Verein eine Region.

Freiburg zeigt, dass Mittelstandslogik auch im Milliardengeschäft Fußball funktioniert. Ein Verein mit null Bankschulden, fast 80 Prozent Eigenkapitalquote und ausverkauftem Stadion braucht keinen Scheich, um strategisch frei zu sein.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wie finanziert Freiburg Transfers ohne Milliardenbudget?

Waage mit grünem Ball, Euroscheinen und Anhänger „Buy Low, Sell High“ auf Weiß
Buy low, sell high: Der SC Freiburg balanciert seine Transferausgaben und Einnahmen seit Jahren nahezu ausgeglichen

Der Transfermarkt ist die Königsdisziplin des Freiburger Modells. Während Bayern im Sommer 2024 allein 126,4 Millionen Euro für Transferentschädigungen aufwendete, spielt Freiburg in einer völlig anderen Liga der Größenordnungen. Und trotzdem mit beachtlichen Ergebnissen.

Die Freiburger Transferlogik lässt sich auf eine Formel bringen: Günstig kaufen, entwickeln, teurer verkaufen, Überschuss reinvestieren. Der klassische Buy-low-sell-high-Ansatz, konsequent angewendet. In der Saison 2025/26 sieht das so aus:

Zugänge 2025/26Abgänge 2025/26
Cyriaque Kalou Bi Irié (8,5 Mio. €)Ritsu Dōan (21 Mio. €)
Igor MatanovićMichael Gregoritsch
Yuito SuzukiKiliann Sildillia
Philipp TreuKenneth Schmidt
Derry Scherhant–


Laut Transfermarkt lag der Saldo der Ablösesummen in der Saison 2025/26 bei minus 1,15 Millionen Euro (Stand April 2026), also nahezu ausgeglichen. Der teuerste Zugang (Kalou Bi Irié für 8,5 Millionen) wird durch den Verkauf von Ritsu Dōan (21 Millionen) mehr als gegenfinanziert. Das Resultat ist eine ausgeglichene Transferperiode, bei der der Klub trotzdem Qualität im Kader behält.

Im Geschäftsjahr 2025/26 verbuchte der Verein trotzdem 24,5 Millionen Euro Transfererlöse und spricht von hohen Transferüberschüssen. Den scheinbaren Widerspruch löst die Bilanzierung: Den Verkaufserlös bucht ein Klub im Jahr des Wechsels als Ertrag, eine gezahlte Ablöse dagegen aktiviert er als Spielerwert und schreibt sie über die Vertragslaufzeit ab. Ein Eigengewächs bringt beim Verkauf deshalb fast die volle Ablöse als Gewinn, während ein teurer Neuzugang die Gewinn- und Verlustrechnung jedes Jahr nur mit einer Abschreibungsrate belastet.

Der Unterschied zum Top-Modell ist eklatant: Bayern München hat in der Saison 2024/25 rund 330 Millionen Euro allein für Spielergehälter ausgegeben. Freiburg liegt mit einem Gesamtpersonalaufwand von gut 100 Millionen Euro bei rund einem Drittel davon. Die Kaderplanung muss sich daran anpassen: Freiburg kann sich keine Doppelbesetzung auf jeder Position leisten, keine hoch dotierten Backup-Spieler, keine Spekulationskäufe für 30 Millionen. Jeder Transfer muss passen, sportlich und wirtschaftlich.

Genau diese Disziplin erklärt auch, warum Spieler wie Christian Günter, Kapitän und Eigengewächs, mit rund einer Million Euro Jahresgehalt in Freiburg bleiben, während vergleichbare Spieler in München das Drei- bis Fünffache verdienen. Die Freiburger Gehaltsstruktur basiert auf dem Prinzip der internen Gehaltsspreizung: Der Topverdiener verdient selten mehr als das Zehnfache des Neuzugangs aus dem NLZ. Bei Bayern liegt diese Spreizung teilweise beim Fünfzigfachen.

Was bedeutet der Lexware-Deal für den SC Freiburg?

Am 19. Februar 2026 verkündeten der SC Freiburg und der Freiburger Softwarehersteller Lexware ihre neue Partnerschaft. Seit der Saison 2026/27 ist Lexware Haupt- und Trikotsponsor des Vereins. Das Paket wird von Branchenbeobachtern auf sieben bis acht Millionen Euro pro Saison taxiert. Ein neuer Rekordwert für den Klub.

Die Besonderheit dieses Deals liegt nicht in der Summe. Die liegt darin, wie der Deal zustande kam:

StationZeitraumRolle Lexware
Start der Partnerschaft1999Nachwuchsförderung
Exklusivpartnerab 2023/24breitere Aktivierung
Ärmelsponsor Männer2023/24sichtbares Sponsoring
Hauptsponsor Fußballschuleab 2024/25NLZ-Partner
Haupt- und Trikotsponsorab 2026/27Vollvermarktung


Lexware und der SC Freiburg arbeiten seit 27 Jahren zusammen. Kein plötzlicher Milliardendeal mit einem Staatsfonds, sondern eine über drei Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft zwischen zwei Freiburger Institutionen. Lexware gehört zur Haufe Group, hat rund 600.000 Kunden und ist Marktführer für Unternehmenssoftware für kleine Unternehmen. Die Zielgruppe des Sponsors deckt sich erstaunlich genau mit der Zielgruppe dieses Artikels: vier Millionen Selbstständige in Deutschland.

Lexware-Geschäftsführer Christian Steiger formulierte die Logik bei der Vertragsunterzeichnung trocken: „Über 4 Millionen Selbstständige in Deutschland machen jeden Tag das, was sie lieben. Wir erledigen für sie den Bürokram. Mit diesem Engagement sind wir dort präsent, wo viele von ihnen Woche für Woche mitfiebern.“

Für den SC Freiburg bedeutet der Deal wirtschaftliche Planbarkeit. Der Vorgänger JobRad hatte Anfang Februar 2026 angekündigt, nicht mehr als Hauptsponsor fungieren zu wollen. Normalerweise folgt auf eine solche Ankündigung eine monatelange Sucharbeit. Freiburg hatte den Nachfolger innerhalb von 14 Tagen präsentiert. Das geht nur, wenn die Partnerschaft im Hintergrund ohnehin schon tragfähig ist.

Welche Lehren zieht der Mittelstand aus dem Freiburger Modell?

Hammer, Casio-Rechner mit „83 %“-Anzeige und grüne Karte vor weißem Hintergrund
Disziplin, Nachwuchsarbeit und regionale Verankerung sind keine Fußballprinzipien, sondern Mittelstandsprinzipien

Der SC Freiburg ist kein Fußballverein, der zufällig gut wirtschaftet. Der Klub ist ein Lehrstück für mittelständische Unternehmer, die in einer Branche mit finanzstärkeren Konkurrenten bestehen müssen. Die Parallelen zur mittelständischen Unternehmerlogik sind frappierend.

Sechs übertragbare Prinzipien aus dem Freiburger Modell:

Eigenkapital vor Fremdkapital

Freiburg führt eine Bilanz, die im Mittelstand als Benchmark durchgehen würde. Rund 79 Prozent Eigenkapitalquote bedeuten, dass der Verein kurzfristige Schwankungen aus eigener Kraft abfedern kann. Jeder mittelständische Betrieb mit saisonalen Umsatzschwankungen kennt den Wert dieser Reserve.

Ausbildung vor Zukauf

Die Freiburger Fußballschule produziert seit 25 Jahren Talente. Das entspricht im Mittelstand der eigenen Ausbildung und Weiterbildung. Wer Fachkräfte selbst ausbildet, ist bei Kosten, Loyalität und kultureller Passung überlegen. Gründer, die ein Unternehmen aufbauen, finden in der Dr.-Web-Übersicht zur Unternehmensgründung die passenden Rahmenbedingungen für diesen Ansatz.

Regionale Verankerung als Sponsoringbasis

Lexware, Europa-Park, Badenova, Rothaus. Die Hauptsponsoren des SC kommen aus einem Radius von 150 Kilometern. Das Modell ist resilient gegen internationale Schwankungen. Fällt ein chinesischer Sponsor weg, bricht bei Freiburg nichts zusammen. Mittelständler mit regionalen Partnern kennen das Prinzip.

Langfristige Führungsstruktur

Christian Streich war 13 Jahre Cheftrainer. Oliver Leki führt seit über einer Dekade die Finanzen. Jochen Saier ist seit Jahren Sportvorstand. Diese Kontinuität schafft eine Kultur, die Fehlschläge aushält, ohne in Aktionismus zu verfallen. Mittelständler kennen den Wert von Führungskräften, die zehn Jahre oder länger dabei sind.

Kein Hebeln auf zukünftige Erfolge

Freiburg finanziert weder Stadionbau noch Transfers mit Wetten auf die Champions League. Bezahlt wird nur, was auch gesichert einzunehmen ist. Dieses Prinzip steht in direktem Gegensatz zum Private-Equity-Denken, das in der Finanzwirtschaft dominiert und im Fußball zunehmend Einzug hält. Auch den Überschuss der Europapokal-Saison 2025/26 von 30,5 Millionen Euro hat der Verein vollständig behalten. Für Mittelständler entspricht das der Regel, einen Sonderauftrag nicht in dauerhafte Fixkosten zu verwandeln.

Demokratische Kontrolle als Disziplinanker

Die Mitgliederversammlung schaut dem Vorstand auf die Finger. 79.000 Augenpaare gleichzeitig. Das zwingt zu Transparenz. Familien- und stiftungsgeführte Mittelständler kennen ein ähnliches Prinzip: Die Eigentümer sind präsent, sie entscheiden mit, und sie haben eine Perspektive, die über das nächste Quartal hinausreicht.

Wo liegen die Grenzen des Freiburger Modells?

Grüne Glasflasche mit Fußballfeld-Etikett und zwei „Deckel bei Platz 5“-Schildern auf weiß
Ohne Champions-League-Einnahmen bleibt ein strukturelles Umsatzlimit, das der SC nur mit viel Disziplin halten kann

Das Modell funktioniert. Aber es hat klare Grenzen, die der SC seit Jahren offen benennt. Wer das Freiburger Modell blind kopieren will, übersieht drei strukturelle Risiken.

Spielertransfers

Der Verein bleibt abhängig vom Spielertransfer. Sobald zwei oder drei Leistungsträger gleichzeitig gehen, muss der Kader binnen weniger Wochen neu zusammengestellt werden. Die Saison 2024/25 war ein Vorgeschmack. Der Umsatz sank von 203,1 Millionen Euro (mit Europa League) auf 162,8 Millionen Euro (ohne). Den Rückgang um 20 Prozent konnte der Verein nur auffangen, weil die Ausgaben mitschrumpften. In der Saison 2025/26 schlug der Umsatz mit dem Europa-League-Finale in die Gegenrichtung aus, auf 212,1 Millionen Euro.

Sportliche Volatilität

Ein Ausbildungsverein lebt davon, dass gute Spieler regelmäßig in die Bundesliga nachrücken. Fällt ein Jahrgang schlechter aus, fehlt die Substanz. Die Nachwuchsarbeit hat keine garantierte Quote. Der SC hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen, in denen der Durchmarsch aus dem NLZ in die Profikander kurz ins Stocken geriet. In solchen Jahren sind die Transferzukäufe schwerer zu kompensieren.

Champions-League-Lücke

Ohne internationale Gruppenphase bleibt ein Umsatzdeckel. Die UEFA-Prämien liegen mittlerweile in einer Größenordnung, die das Jahresbudget eines Klubs wie Freiburg nachhaltig verändern würde. Aber in einer Liga, in der Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen sich regelmäßig die vier Champions-League-Plätze aufteilen, bleibt Freiburg auf die Europa League oder Conference League angewiesen. Das begrenzt die Wachstumsdynamik strukturell. Wie nah der Verein der Königsklasse kam, zeigte der 20. Mai 2026: Ein Sieg im Europa-League-Finale hätte erstmals die Champions League bedeutet. Nach dem 0:3 gegen Aston Villa spielt Freiburg 2026/27 in der Conference League.

Sportvorstand Jochen Saier brachte die Lage im Oktober 2025 auf den Punkt: „Wir müssen wachsam sein. Fußball bleibt ein volatiles Fehlerspiel.“ Gerade weil der Verein weiß, wo seine Grenzen liegen, überreizt er sie nicht. Das ist möglicherweise die wichtigste strategische Leistung.

Was bedeutet das Freiburger Modell für die gesamte Bundesliga?

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Die Bundesliga teilt sich in zwei Modelle auf, Investorenbeteiligung mit Wachstumsfokus und demokratische Kontrolle mit Disziplinfokus

Der SC Freiburg ist kein Sonderfall, den man museal bewundern kann. Der Verein ist ein Gegenmodell, das der gesamten Liga eine Alternative vor Augen führt. Die 18 Bundesligaklubs entwickeln sich in zwei Richtungen: Investorenbeteiligung mit Wachstumsfokus (Dortmund, Augsburg, Hertha, Leipzig) oder demokratische Kontrolle mit Disziplinfokus (Freiburg, Mainz, Mönchengladbach).

Aktuell stehen noch einige wenige Bundesligisten konsequent für das zweite Modell. Freiburg bekennt sich ausdrücklich dazu: „Wir brauchen keine Investoren und wir wollen sie auch nicht“, sagte Oliver Leki auf der Mitgliederversammlung im Oktober 2026. Das wirft eine Frage auf, die nicht nur Fußballfunktionäre bewegen sollte: Ist das Freiburger Modell eine Ausnahme, die man bewundern kann, aber nicht kopieren? Oder ist es ein Blueprint, den mehr Vereine und mehr Unternehmen außerhalb des Fußballs verfolgen könnten?

Die Antwort ist ambivalent. Freiburg hat historische Vorteile, die andere Klubs nicht ohne Weiteres nachahmen können. Jahrzehntelang aufgebautes Eigenkapital, eine 25 Jahre alte Fußballschule, eine geschlossene regionale Sponsorenlandschaft, 79.000 überdurchschnittlich loyale Mitglieder. Das lässt sich nicht in fünf Jahren replizieren. Aber die Prinzipien dahinter, und das ist die eigentliche Botschaft dieses Artikels, sind universell. Disziplin, Nachwuchsarbeit, regionale Verankerung, langfristige Führungsstrukturen, keine Hebelfinanzierung. Das sind keine Fußballprinzipien, das sind Mittelstandsprinzipien.

Der SC Freiburg beweist jedes Jahr erneut, dass man in einer milliardenschweren Industrie ohne Milliarden erfolgreich wirtschaften kann. Die Voraussetzung ist unbequem: Man muss sich seiner Grenzen bewusst sein und darf sie nicht überreizen. Im Mittelstand nennt man das hanseatische Kaufmannsmoral. Im Breisgau nennt man es einfach: so sind wir halt.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum SC-Freiburg-Geschäftsmodell

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14 wichtige Fachbegriffe rund um das Geschäftsmodell des SC Freiburg kompakt erklärt

50+1-Regel

50+1-Regel: Regelung der Deutschen Fußball Liga (DFL), nach der der Mutterverein die Mehrheit der Stimmrechte an der ausgegliederten Profi-Kapitalgesellschaft halten muss. Die Regel schützt den Vereinscharakter und begrenzt direkte Investoreneinflüsse. Der SC Freiburg hat seine Profi-Abteilung gar nicht ausgegliedert und hält damit formal 100 Prozent aller Anteile selbst.

A-CAP

Advantage Capital Holdings (A-CAP): US-amerikanische Versicherungsgesellschaft, die nach dem Zusammenbruch von 777 Partners im Juni 2025 die 78,8 Prozent Hertha-Anteile übernommen hat. A-CAP dient als Beispiel dafür, wie US-Finanzinvestoren indirekt in Bundesliga-Klubs einsteigen können.

Ausbildungsverein

Ausbildungsverein: Klub, der seine Einnahmen teilweise aus dem gezielten Verkauf eigener Nachwuchsspieler an finanzstärkere Klubs generiert. Der SC Freiburg ist der prototypische deutsche Ausbildungsverein. Das Modell erfordert ein gut ausgestattetes Nachwuchsleistungszentrum und langjährige Scouting-Strukturen.

Bankverbindlichkeiten

Bankverbindlichkeiten: Schulden eines Unternehmens gegenüber Kreditinstituten, entstehen typischerweise durch Betriebsmittelkredite oder Investitionsdarlehen. Der SC Freiburg weist in seiner Bilanz zum 30. Juni 2026 null Bankverbindlichkeiten aus, ein für einen Profifußballverein ungewöhnlicher Wert.

Breisgau-Brasilianer

Breisgau-Brasilianer: Spitzname des SC Freiburg aus den 1990er Jahren, der auf den attraktiven Spielstil der Mannschaft unter Trainer Volker Finke zurückging. Der Begriff wurde in den frühen 2020er Jahren wiederbelebt, meint heute aber eher die Disziplin und Laufbereitschaft als den brasilianischen Spielstil.

DFL-Medienerlöse

DFL-Medienerlöse: Einnahmen aus der zentralen Vermarktung der TV- und Streamingrechte der Bundesliga und 2. Bundesliga durch die Deutsche Fußball Liga. Verteilt werden sie nach dem Vier-Säulen-Modell: Gleichverteilung, Leistung, Nachwuchs und Interesse. Für 2024/25 wurden rund 1,212 Milliarden Euro an die 36 Profiklubs ausgeschüttet.

Eigenkapitalquote

Eigenkapitalquote: Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme eines Unternehmens. Die Kennzahl zeigt, wie unabhängig ein Unternehmen von Fremdfinanzierung agieren kann. Der deutsche Mittelstand liegt im Schnitt bei 32 Prozent, der SC Freiburg zum 30. Juni 2026 bei rund 79 Prozent.

Europa-Park-Stadion

Europa-Park-Stadion: Spielstätte des SC Freiburg seit Oktober 2021, gelegen im Freiburger Stadtteil Brühl. Kapazität 34.700 Plätze, Baukosten 76,5 Millionen Euro, Namensrechte beim Europa-Park in Rust. Das Stadion gehört einer Trägergesellschaft aus Stadt und Verein, der SC zahlt eine Jahrespacht von 3,8 Millionen Euro.

Förderausnahme

Förderausnahme: Ausnahmeregelung der DFL, nach der ein Investor die Mehrheit an einem Klub halten darf, sofern er den Klub seit mehr als 20 Jahren ununterbrochen und erheblich gefördert hat. Aktuell gilt sie für Bayer Leverkusen (Bayer AG) und VfL Wolfsburg (Volkswagen AG). Das Bundeskartellamt hat 2025 Nachbesserungen gefordert.

Freiburger Fußballschule

Freiburger Fußballschule: Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg, eröffnet im September 2001 im Möslestadion. Die Einrichtung war das erste NLZ eines Bundesligaklubs im modernen Sinn und gilt als Blueprint für viele später entstandene Ausbildungsakademien. Bietet Internat für bis zu 16 Spieler.

Jahresüberschuss

Jahresüberschuss: Gewinn eines Unternehmens nach Steuern in einem Geschäftsjahr. Der SC Freiburg erzielte in der Saison 2025/26 einen Jahresüberschuss von 30,5 Millionen Euro, nach 11,8 Millionen Euro im Vorjahr; der FC Bayern München kam 2024/25 auf 27,1 Millionen Euro. Der Überschuss fließt beim SC ins Eigenkapital und erhöht die Reserve.

Lexware

Lexware: Freiburger Softwareunternehmen, gehört seit 1992 zur Haufe Group, Marktführer für Unternehmenssoftware für kleine Unternehmen mit über 600.000 Kunden. Seit 1999 Partner des SC Freiburg, seit der Saison 2026/27 Haupt- und Trikotsponsor. Der Deal wird auf sieben bis acht Millionen Euro pro Saison taxiert.

Trägergesellschaft

Trägergesellschaft: Rechtlich eigenständige Gesellschaft, die den Bau und Betrieb des Europa-Park-Stadions übernommen hat. Die Gesellschaft gehört gemeinsam der Stadt Freiburg und dem SC Freiburg. Der Verein pachtet das Stadion gegen eine jährliche Gebühr, die Bauschulden bleiben in der Bilanz der Trägergesellschaft und nicht beim Verein.

Transferbilanz

Transferbilanz: Saldo aus Transfereinnahmen (Verkauf von Spielern) und Transferausgaben (Kauf von Spielern) innerhalb einer Saison. Der SC Freiburg strebt eine ausgeglichene oder positive Transferbilanz an. Für die Saison 2025/26 weist Transfermarkt einen nahezu ausgeglichenen Saldo der Ablösesummen aus, der Verein verbuchte 24,5 Millionen Euro Transfererlöse.

FAQ: Warum erwirtschaftet der SC Freiburg ohne Scheichs Millionen?

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Häufig gestellte Fragen zum Geschäftsmodell des SC Freiburg, kompakt beantwortet

Wie hoch ist der Umsatz des SC Freiburg?

Der SC Freiburg erzielte in der Saison 2025/26 einen Rekordumsatz von 212,1 Millionen Euro, vor allem dank des Einzugs ins Europa-League-Finale. Im Vorjahr ohne Europapokal lag der Umsatz bei 162,8 Millionen Euro, in der Saison 2023/24 mit Europa League bei 203,1 Millionen Euro.

Wie viel Geld brachte das Europa-League-Finale dem SC Freiburg?

Der Lauf ins Europa-League-Finale brachte dem SC Freiburg in der Saison 2025/26 rund 33 Millionen Euro an UEFA-Prämien, davon 7 Millionen Euro allein für den Finaleinzug. Hinzu kamen Zuschauereinnahmen aus sieben Europapokal-Heimspielen. Das Finale am 20. Mai 2026 in Istanbul verlor Freiburg mit 0:3 gegen Aston Villa.

Wie viele Bankschulden hat der SC Freiburg?

Der SC Freiburg hat keine Bankverbindlichkeiten. Die Bilanz zum 30. Juni 2026 weist null Euro an Bankkrediten aus. Dieses Ergebnis ist in der Bundesliga die Ausnahme, die meisten Profivereine arbeiten mit Fremdkapital in unterschiedlicher Höhe.

Wer ist Hauptsponsor des SC Freiburg?

Seit der Saison 2026/27 ist das Freiburger Softwareunternehmen Lexware Haupt- und Trikotsponsor des SC Freiburg. Das Unternehmen gehört zur Haufe Group und ist bereits seit 1999 Partner des Vereins. Das Paket wird auf sieben bis acht Millionen Euro pro Saison taxiert.

Wie viele Mitglieder hat der SC Freiburg?

Der SC Freiburg hat rund 79.000 Mitglieder (Stand Oktober 2025). Damit liegt der Verein deutlich hinter dem FC Bayern München (432.500 Mitglieder), ist für einen Mittelständler unter den Bundesligaklubs aber überdurchschnittlich gut aufgestellt. Das Mitgliederwachstum ist seit dem Umzug ins Europa-Park-Stadion 2021 stark angestiegen.

Wie viel kostete das Europa-Park-Stadion und wer hat es bezahlt?

Der Bau des Europa-Park-Stadions kostete rund 76,5 Millionen Euro, inklusive Infrastruktur insgesamt rund 131 Millionen Euro. Die Stadt Freiburg steuerte 9,5 Millionen Euro Investitionszuschuss bei, der SC Freiburg 26,45 Millionen Euro Eigenkapital. Die verbleibenden 40,5 Millionen Euro wurden über Fremddarlehen der Trägergesellschaft finanziert. Der SC pachtet das Stadion für 3,8 Millionen Euro pro Jahr.

Wann wurde die Freiburger Fußballschule gegründet?

Die Freiburger Fußballschule wurde im September 2001 im traditionsreichen Möslestadion eröffnet. Der SC Freiburg war damit der erste Bundesligaverein mit einem Nachwuchsleistungszentrum im heutigen Sinn. Die Anfangsinvestition lag bei über 20 Millionen D-Mark, von denen der Verein etwa drei Viertel selbst finanzierte.

Quellen

SC Freiburg | Successful financial year for SC | https://www.scfreiburg.com/en/latest/news/club/2025-26/successful-financial-year-for-sc | besucht am 23.04.2026

SC Freiburg | SC Freiburg erwirtschaftet neuen Rekordumsatz | https://www.scfreiburg.com/aktuell/nachrichten/verein/2026/27/sc-freiburg-erwirtschaftet-neuen-rekordumsatz | besucht am 09.10.2026

Schwarzwälder Bote | Auch dank Europapokal-Finale: SC Freiburg verkündet Rekordumsatz | https://www.schwarzwaelder-bote.de/sport/sc-freiburg/deutlich-ueber-200-millionen-euro-auch-dank-europapokal-finale-sc-freiburg-verkuendet-rekordumsatz-79544255.html | besucht am 09.10.2026

SWR Sport | „Vereinshistorische Spielzeit“: SC Freiburg stößt in neue Sphären vor | https://www.sportschau.de/regional/swr/swr-vereinshistorische-spielzeit-sc-freiburg-stoesst-in-neue-sphaeren-vor-100.html | besucht am 09.10.2026

Sky Sport | Titeltraum des SC Freiburg im Europa-League-Finale gegen Aston Villa geplatzt | https://sport.sky.de/fussball/artikel/freiburger-final-fiasko-in-istanbul/13546382/33895 | besucht am 09.10.2026

ZDF | VfB Stuttgart gegen SC Freiburg, Zusammenfassung DFB-Pokal-Halbfinale 2025/26 | https://www.zdf.de/video/kurzfassungen/fussball-livestreams-highlights-ergebnisse-100/vfb-stuttgart-sc-freiburg-halbfinale-zusammenfassung-saison-2025-26-100 | besucht am 09.10.2026

Bundesliga | Johan Manzambi wechselt zu Aston Villa | https://www.bundesliga.com/de/bundesliga/news/sc-freiburg-johan-manzambi-aston-villa-transfer-38216 | besucht am 09.10.2026

beIN Sports | Villa breaks transfer record for Swiss star | https://www.beinsports.com/en-au/football/premier-league/articles/villa-breaks-transfer-record-for-swiss-star-2026-07-17 | besucht am 09.10.2026

Sport1 | Freiburg erwirtschaftet Millionen-Überschuss | https://www.sport1.de/news/fussball/bundesliga/2025/10/freiburg-erwirtschaftet-millionen-uberschuss | besucht am 23.04.2026

Chilli Freiburg | Wir können ins Risiko gehen | https://www.chilli-freiburg.de/specials/business-im-breisgau/wir-koennen-ins-risiko-gehen-sc-freiburg-gruendet-gremium-und-steht-wirtschaftlich-gut-da/ | besucht am 23.04.2026

Kicker | FC Bayern: Umsatz auf Rekordniveau, Gewinn gesunken | https://www.kicker.de/fc-bayern-umsatz-auf-rekordniveau-gewinn-gesunken-1161816/artikel | besucht am 23.04.2026

FC Bayern München | Jahresabschluss 2024/25 | https://fcbayern.com/binaries/content/assets/downloads/homepage/jhv/2025/jahresabschluss-24-25.pdf | besucht am 23.04.2026

Kicker | Das ist Freiburgs neues Stadion | https://www.kicker.de/36-prozent-stehplaetze-fernwaerme-und-der-blick-auf-den-schwarzwald-das-ist-freiburgs-neues-stadion-874964/artikel | besucht am 23.04.2026

SC Freiburg | Lexware becomes SC Freiburg’s new main sponsor | https://www.scfreiburg.com/en/latest/news/club/2025-26/lexware-becomes-sc-freiburgs-new-main-sponsor/ | besucht am 23.04.2026

Insidebw | Millionen-Deal mit Heimvorteil | https://www.insidebw.de/millionen-deal-mit-heimvorteil-sc-freiburg-holt-lexware-auf-die-brust | besucht am 23.04.2026

Fussballdaten | TV-Gelder-Verteilung 2024/25 | https://www.fussballdaten.de/news/1-bundesliga/bayern-an-der-spitze-kiel-letzter-das-ist-die-tv-gelder-verteilung-2024-25-bfc9ec19/ | besucht am 23.04.2026

Transfermarkt | SC Freiburg Transfers 25/26 | https://www.transfermarkt.us/sc-freiburg/transfers/verein/60 | besucht am 23.04.2026

SBS Legal | Investoren in der Bundesliga: Analyse der Beteiligungsstrukturen | https://www.sbs-legal.de/blog/investoren-in-der-bundesliga-analyse-der-beteiligungsstrukturen | besucht am 23.04.2026

Sportsbusiness | Hertha BSC prüft Rückkauf der Anteile von A-CAP | https://sportsbusiness.de/hertha-bsc-prueft-rueckkauf-der-anteige-von-a-cap/ | besucht am 23.04.2026

Bundeskartellamt | Nachbesserungsbedarf bei 50+1 | https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2025/06_16_2025_50plus1.html | besucht am 23.04.2026

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