Aus dem Training seines neuen Modells Kimi K3.1 Pro hat Moonshot AI gezielt Daten zu Cyberangriffen entfernt. In einem hauseigenen Test löst das Modell danach 81 Prozent der Aufgaben, in denen es Sicherheitslücken ausnutzen soll, ohne die Bereinigung wären es 90,5 Prozent gewesen. Die Gewichte des Modells mit drei Billionen Parametern will der chinesische Anbieter bis zum 4. November zum Download stellen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenSeit Samstagmorgen läuft K3.1 Pro auf kimi.com und über die API. Im Programmiertest Terminal-Bench 4.0 kommt es laut Moonshot auf 65,7 Prozent, knapp hinter Claude Opus 5.5 mit 66,4 Prozent und vor GPT-6 Astra mit 58,2 Prozent.[1] Mit den Gewichten lässt sich das Modell auf eigenen Servern betreiben, ohne dass Anfragen nach China gehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kimi K3.1 Pro hat drei Billionen Parameter und ein Kontextfenster von einer Million Token.
- Moonshot hat Daten zu Cyberangriffen aus dem Training entfernt, im eigenen Angriffstest sinkt die Quote damit von 90,5 auf 81 Prozent.
- Über die API kostet eine Million Eingabe-Token 2 Dollar, rund 1,79 Euro, ein Drittel weniger als beim Vorgänger.
- Die Gewichte sollen bis zum 4. November erscheinen, Pekings geplante Ausfuhrkontrolle nimmt offene Modelle aus.
Was kann Kimi K3.1 Pro?

Mehr Nachtraining. K3.1 Pro ist eine nachtrainierte Fassung von Kimi K3, das im Juli mit 2,8 Billionen Parametern erschienen war.[3] Moonshot hat vor allem das bestärkende Lernen ausgeweitet und nennt Zuwächse beim Programmieren und bei 3D-Modellen.[1] Alle Werte stammen vom Anbieter, unabhängige Messungen stehen noch aus.
Günstiger als K3. Über die API kostet eine Million Eingabe-Token 2 Dollar, eine Million Ausgabe-Token 10 Dollar, zum EZB-Kurs vom 23. Oktober rund 1,79 und 8,93 Euro.[2][4] Für K3 verlangt Moonshot 3 und 15 Dollar. Die älteren K2-Modelle will der Anbieter bis Ende Dezember abschalten.[2]
Warum entfernt Moonshot Daten zu Cyberangriffen?
Nebenprodukt großer Datenmengen. Je länger Moonshot nachtrainierte, desto zuverlässiger fand das Modell laut Anbieter Schwachstellen und nutzte sie aus.[1] Die Ursache lag in den Daten: Inhalte zu Cyberangriffen steckten im allgemeinen Textbestand des Trainings und in den Übungsaufgaben des bestärkenden Lernens. Für die offene Fassung hat Moonshot sie an beiden Stellen herausgefiltert.
Messbare Wirkung. Im hauseigenen Test xdev-bench-hard muss ein Modell kürzlich veröffentlichte Sicherheitslücken, etwa im Linux-Kernel oder in Node.js, ausnutzen und beliebigen Code ausführen. Ohne Filter löste eine Testfassung 90,5 Prozent der Aufgaben, K3.1 Pro schafft 81 Prozent und damit mehr als der Vorgänger.[1] Moonshot sieht das Modell trotzdem hinter führenden proprietären Modellen, die seit mindestens drei Monaten verfügbar sind.
Auch nach der Bereinigung löst K3.1 Pro 81 Prozent der Angriffsaufgaben. Moonshot senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Vorwürfe aus den USA. Die Angaben erscheinen zehn Tage, nachdem Anthropic Moonshot und Zhipu Destillation vorgeworfen hatte, also das Training eigener Modelle mit Antworten fremder Modelle. Moonshot soll Kimi-Anfragen heimlich an Claude weitergereicht haben. Einen Zusammenhang mit dem Filter stellt das Unternehmen nicht her.
Was bedeutet die Freigabe für Unternehmen in Europa?
Ausfuhr nach Meldung. Mit drei Billionen Parametern liegt K3.1 Pro über der Schwelle von zwei Billionen, ab der Peking die Ausfuhr von Modellgewichten genehmigen lassen will. Offene Veröffentlichungen nimmt der Entwurf aus, nach einer Meldung gilt die Ausfuhr als genehmigt, wie zuletzt bei DeepSeek und MiniMax.
Pflichten in der EU. Nach der KI-Verordnung gilt ein Modell mit mehr als 1025 Rechenoperationen im Training als Modell mit systemischem Risiko.[5] Für solche Modelle entfällt die Erleichterung für Open Source, der Anbieter muss sie unter anderem mit Angriffstests prüfen und für Cybersicherheit sorgen. Den Rechenaufwand für K3.1 Pro nennt Moonshot nicht.
Hardware als Hürde. Schon bei einem Byte je Parameter belegen die Gewichte rund drei Terabyte, mehr als ein Server mit acht aktuellen Nvidia-Beschleunigern fasst. API-Kunden können verlangen, dass Moonshot keine Daten speichert.[1]
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Moonshot AIKimi K3.1 Pro Tech Blog: Advancing Open Intelligence (englisch)
- Moonshot AIModel Inference Pricing Explanation (Preisliste, englisch, Stand 24. Oktober 2026)
- ifanr实测 Kimi K3.1 Pro,国模终于继续卷旗舰 (chinesisch)
- Europäische ZentralbankEuro foreign exchange reference rates: US dollar (Referenzkurs vom 23. Oktober 2026: 1 Euro = 1,1193 Dollar)
- EUR-LexVerordnung (EU) 2024/1689 (Verordnung über künstliche Intelligenz), Art. 51, 53 und 55
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