Meta hat am 15. Oktober die Gewichte von Muse Spark Open freigegeben, einem KI-Modell mit 816 Milliarden Parametern für Programmierung und KI-Agenten. Apple lässt das Modell auf vier vernetzten Mac Studios knapp 37 Token pro Sekunde erzeugen. Große API-Anbieter brauchen allerdings einen eigenen Vertrag mit Meta.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen„Wir glauben, dass die Zukunft allen gehört, und dazu gehört die Freiheit, leistungsfähige Modelle überall zu betreiben, auch zu Hause“, schreibt Meta.[1] Zu Hause heißt hier: zwei Mac Studios mit je 512 Gigabyte Arbeitsspeicher, auf denen Meta das Modell Fehler in einer iPhone-App beheben und Videos schneiden ließ.
Das Wichtigste in Kürze
- Je Token rechnen 42 der 816 Milliarden Parameter mit, die Eingabe darf eine Million Token lang sein.
- Die auf 4 Bit je Gewicht verkleinerte Fassung belegt rund 493 Gigabyte und passt erst auf zwei Mac Studios.
- In Metas eigener Tabelle liegen drei offene Modelle aus China vorn.
- API-Anbieter mit mehr als rund 17 Millionen Euro Jahresumsatz brauchen einen Vertrag mit Meta.
Warum passt ein so großes Modell auf zwei Mac Studios?

In Muse Spark Open stecken 256 Teilnetze, sogenannte Experten. Für jedes Token wählt das Modell acht davon aus, deshalb rechnen nur 42 der 816 Milliarden Parameter mit.[2] Im Speicher liegen müssen trotzdem alle Gewichte.
Apple beziffert den Bedarf der 4-Bit-Fassung auf rund 493 Gigabyte, ohne den Speicher für Zwischenergebnisse.[3] Ein Mac Studio mit M5 Ultra fasst höchstens 512 Gigabyte, Apple verteilt das Modell deshalb auf mehrere Geräte. Das Tempo hängt an der Speicherbandbreite von 1,2 Terabyte pro Sekunde, denn je Token liest das Gerät nur den aktiven Teil. Zwei Mac Studios schaffen in Apples Messung 15,7 Token pro Sekunde, vier Geräte 36,7.
Wie schneidet Muse Spark Open im Vergleich ab?
Meta nennt Muse Spark Open das leistungsfähigste offene Modell aus den USA.[1] Die Einschränkung auf die USA hat einen Grund: Im Intelligence Index von Artificial Analysis, den Meta selbst in seine Tabelle aufnimmt, erreicht das Modell 39 Punkte.[2] GLM 5.3 von Zhipu kommt auf 45, Kimi K3 von Moonshot auf 44, Qwen 3.8 von Alibaba auf 40. Kimi K3 lässt sich bereits bei Amazon Bedrock mieten.
Vorn liegt Metas Modell beim Missbrauchsschutz. Meta hat die offene Fassung eigens nachtrainiert: In Metas eigenem Sicherheitstest wies Muse Spark Open ohne vorgeschaltete Filter 99,2 Prozent der Versuche ab, seine Schutzregeln auszuhebeln, Kimi K3 nur 75,5 Prozent.
Bei seinen großen Modellen kehrt Meta damit zu frei herunterladbaren Gewichten zurück. Im Juli hatte der Konzern für Muse Spark 1.1 erstmals Geld verlangt, das kleine Muse Glimmer erschien im August unter der freien Apache-2.0-Lizenz.
Intelligence Index von Artificial Analysis
Ein frei herunterladbares Modell ersetzt keinen Blick in die Lizenz. Die Umsatzgrenze trifft die großen Cloud-Anbieter, die das Modell europäischen Firmen anbieten könnten.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was müssen Unternehmen bei der Lizenz beachten?
Die Muse Model License erlaubt gebührenfrei, das Modell anzupassen und weiterzugeben.[2] Jedes Produkt auf Basis des Modells muss den Vermerk „Built with Muse Spark Open“ zeigen, in der Oberfläche oder in der Dokumentation. Ein Unternehmen, das Muse Spark Open Dritten per API anbietet und samt Tochterfirmen mehr als rund 17 Millionen Euro im Jahr umsetzt, braucht vorher einen Vertrag mit Meta, in Europa mit der irischen Tochter. Für interne Nutzung und Funktionen im eigenen Produkt gilt die Grenze nicht.
- Erst mieten: Testen Sie das Modell über OpenRouter oder Together AI, bevor Sie Hardware bestellen.
- Vertrauliche Daten: Im lokalen Betrieb auf eigener Hardware verlässt keine Anfrage das Haus.
- Pflichtvermerk: Planen Sie den Hinweis in Oberfläche oder Dokumentation ein.
- Ausschlüsse: Die Nutzungsrichtlinie verbietet militärische Anwendungen und den Einsatz beim Betrieb kritischer Infrastruktur, falls dabei Menschen zu Schaden kommen können.
Was eine fremde Schnittstelle kosten kann, zeigte zuletzt der fast fünfstündige Ausfall bei DeepSeek.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Meta AI ResearchIntroducing Muse Spark Open, The Most Capable US Open-Weight Model to Date
- Meta Superintelligence LabsModellkarte und Muse Model License zu Muse-Spark-Open-816B-A42B auf Hugging Face
- Apple Machine Learning ResearchLocal and Distributed Large LLM Inference with MLX and RDMA on Mac Studio
Mehr Newshunger?
- Muse Spark 1.3: Metas stärkstes KI-Modell verweist OpenAI im Benchmark auf die Plätze
- Muse Code: Meta trainiert seinen Coding-Agenten zusammen mit dem Modell
- GLM-5.3 auf Amazon Bedrock: Zhipu verdient an jedem Aufruf, trotz US-Entity-List
- Apple unterschätzt die KI-Nachfrage nach Mac mini und Mac Studio
- Drei Bugs behoben: So wird Qwen 3.5 122B auf dem Mac Studio alltagstauglich
- Nvidia übernimmt Hugging Face: 11,2 Milliarden Euro für die offene KI-Plattform
