Beim Sonntagsessen liest Ihr Schwager die dritte Eilmeldung des Tages vor, legt das Handy neben den Teller und seufzt: „Früher war alles besser.“ Nachgerechnet hat am Tisch niemand. In einer Umfrage von Ipsos für die Stiftung Gapminder wussten 2017 nur 6 Prozent der Deutschen, dass sich die extreme Armut weltweit in 20 Jahren fast halbiert hatte.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenHinter dem Satz steckt selten eine Rechnung, meist eine Erinnerung an die eigene Jugend in der eigenen Stadt, ob in Freiburg, Kiel oder Görlitz. Hier lesen Sie, was Gedächtnisforschung, Statistiken von 1950 bis heute und der Blick auf 8,2 Milliarden Menschen über das Früher verraten und was heute tatsächlich schlechter ist als damals.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Klage über den Verfall ist mindestens 2.700 Jahre alt. Die Psychologen Adam Mastroianni und Daniel Gilbert fanden den Glauben an einen moralischen Niedergang in mindestens 60 Ländern, belegen lässt er sich nicht.
- Das Gedächtnis schönt: Erlebtes wirkt im Rückblick besser, schlechte Gefühle verblassen schneller, und aus den Jahren zwischen 10 und 30 bleiben überdurchschnittlich viele Erinnerungen.
- In Westdeutschland starben 1950 von 1.000 Säuglingen 55,3, 2023 noch 3,2. 1970 kamen 21.332 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, und Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 als Vergewaltigung strafbar.
- Weltweit sank die Kindersterblichkeit von 24,7 Prozent im Jahr 1950 auf 3,7 Prozent im Jahr 2024. Schlechter wurden Klima und Artenvielfalt über Jahrzehnte, Demokratie und Kriegslage gegenüber den 2000er- und 2010er-Jahren.
1 Aus welchem Jahr stammt das angebliche Sokrates-Zitat über die Jugend, die den Luxus liebt? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
2 Wie viele Menschen starben 1970 auf den Straßen im Gebiet des heutigen Deutschlands? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
3 Wie viel Prozent der Deutschen wussten 2017, dass sich die extreme Armut weltweit in 20 Jahren fast halbiert hatte? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
4 Seit wann ist Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland als Vergewaltigung strafbar? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
5 Bis wann soll sich die Ozonschicht über der Antarktis erholt haben? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Seit wann war früher alles besser?

Seit mindestens 2.700 Jahren. Der griechische Dichter Hesiod beschrieb um 700 vor Christus ein goldenes Geschlecht, das ohne Mühe lebte, und klagte über sein eigenes, eisernes Zeitalter, in dem die Jungen ihre alten Eltern verhöhnen.
In „Werke und Tage“ erzählt Hesiod die Menschheitsgeschichte als Abstieg. Auf das goldene folgen ein silbernes, ein ehernes und ein Heldengeschlecht, zuletzt das eiserne, dem er selbst angehört. Lieber, schreibt der Dichter, wäre er früher gestorben oder später geboren. Die Menschen seiner Zeit würden ihre Eltern entehren, sobald diese alt werden, und sie mit bitteren Worten schelten.
Die Klage hat seitdem nur das Personal gewechselt.
Bekannter als Hesiods Verse ist ein angebliches Sokrates-Zitat über die Jugend, die den Luxus liebe, schlechte Manieren habe und die Autorität verachte. Der Spruch hängt in Lehrerzimmern und taucht in fast jeder Debatte über die Generation Z auf.
Von Sokrates stammt der Spruch nicht. Der Rechercheur Garson O’Toole hat auf seiner Seite Quote Investigator nachgezeichnet, dass die Zeilen aus der Doktorarbeit des Cambridge-Studenten Kenneth John Freeman von 1907 stammen.
Freeman fasste darin zusammen, was griechische Autoren der Jugend ihrer Zeit vorwarfen. Spätestens 1922 druckte die Oakland Tribune seinen Satz als Ausspruch des Philosophen. Ein Zitat über den Verfall der Sitten entstand also selbst durch Schlamperei.
Die Illusion vom moralischen Verfall
Wie verbreitet der Glaube an den Niedergang ist, haben die Psychologen Adam Mastroianni und Daniel Gilbert vermessen und 2023 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher werteten Umfragen mit zusammen mehr als 12 Millionen Befragten aus. In mindestens 60 Ländern glauben Menschen, dass die Moral verfällt. In den USA zieht sich der Befund durch 177 Umfragefragen aus den Jahren 1949 bis 2019.
Belegen lässt sich der Verfall nicht. Wie Menschen die Moral ihrer Zeitgenossen beurteilen, hat sich in den Umfragen über die Jahrzehnte nicht verschlechtert. Die beiden Psychologen nennen die Wahrnehmung deshalb verbreitet, dauerhaft und unbegründet.
Urteilen die Befragten über Menschen, die sie gut kennen, oder über Menschen, die vor der Geburt der Befragten lebten, schwächt sich der gefühlte Niedergang ab, verschwindet oder kehrt sich sogar um.
Das Früher, nach dem sich Menschen sehnen, ist also kein bestimmtes Jahrzehnt. Gemeint ist die eigene Vergangenheit, und genau die hat einen eingebauten Weichzeichner.
Menschen in mindestens 60 Ländern sehen die Moral verfallen, aber nur in der eigenen Lebenszeit. Über Bekannte und über Menschen, die vor ihrer Geburt lebten, urteilen dieselben Befragten milder.
Warum verklärt das Gedächtnis die eigene Jugend?

Weil das Gedächtnis drei Fehler zugleich macht. Erlebtes wirkt im Rückblick freundlicher als im Moment selbst, schlechte Gefühle verblassen schneller als gute, und aus den Jahren zwischen 10 und 30 bleiben besonders viele Erinnerungen.
Die rosarote Rückschau
Der Psychologe Terence Mitchell und seine Kollegen befragten 1997 Teilnehmer dreier Reisen: eine Europareise, einen Ausflug über das Thanksgiving-Wochenende und eine dreiwöchige Radtour durch Kalifornien. Vor der Abreise waren die Erwartungen besser als das spätere Erleben. Unterwegs häuften sich die negativen Gedanken. Im Rückblick bewerteten die Teilnehmer dieselbe Reise wieder deutlich besser, als sie sie unterwegs erlebt hatten. Die Forscher nannten das den Rosy View, den rosaroten Blick.
Die Aufwertung setzte schon wenige Tage nach der Rückkehr ein.
Schlechte Gefühle verblassen schneller
Der zweite Mechanismus heißt in der Gedächtnisforschung Fading Affect Bias. Die Psychologen Richard Walker und John Skowronski haben in mehreren Studien gezeigt, dass die Gefühle zu negativen Erlebnissen schneller nachlassen als die zu positiven. Die Erinnerung an die Kündigung bleibt, der Schmerz darüber schwindet. Die Freude über die Hochzeit hält dagegen länger vor.
Über Jahrzehnte entsteht so eine einseitige Sammlung. Das Gedächtnis arbeitet wie ein Archivar, der die Mahnbescheide im Keller abheftet und die Urlaubsfotos rahmt.
Die Jahre zwischen 10 und 30
Der dritte Mechanismus ist der Erinnerungshügel, in der Fachsprache Reminiscence Bump. Fragen Forscher ältere Menschen nach persönlichen Erinnerungen, stammen auffallend viele aus der Zeit zwischen dem 10. und dem 30. Lebensjahr. Der Gedächtnisforscher David Rubin hat den Effekt 1986 erstmals beschrieben, spätere Studien bestätigten ihn immer wieder.
In diese Jahre fallen erste Liebe, erste Wohnung, erster Job und die Musik, die man ein Leben lang mitsingt. Die Gesundheit war gut, die Verantwortung klein. Wer heute 70 ist, verlegt das goldene Zeitalter deshalb in die Siebziger.
Ein heute 40-Jähriger sucht die gute alte Zeit in den Nullerjahren. Das Früher wandert mit jeder Generation weiter, die Sehnsucht bleibt dieselbe.
Ihr Gefühl für die Vergangenheit beruht also auf wenigen, meist jungen und nachträglich geschönten Jahren. Als Maßstab für die Gegenwart taugt dieser Eindruck wenig.
Für heute 70-Jährige liegt das goldene Zeitalter in den Siebzigern, für 40-Jährige in den Nullerjahren. Das Früher wandert mit jeder Generation, und als Maßstab für die Gegenwart taugt das Gefühl deshalb wenig.
Warum klingt die Nachrichtenlage nach Apokalypse?

Weil negative Nachrichten Menschen stärker aufwühlen als gute und weil Fortschritt langsam geschieht. Ein Flugzeugabsturz kommt als Eilmeldung. Dass 2024 weltweit 4,9 Millionen Kinder unter fünf Jahren starben statt 13,0 Millionen wie 1990, meldet keine Redaktion.
Der Politikwissenschaftler Stuart Soroka hat mit Kollegen 1.156 Menschen in 17 Ländern auf sechs Kontinenten Nachrichtenbeiträge der BBC gezeigt und dabei Hautleitwert und Herzschlag gemessen. Negative Beiträge lösten bei den Zuschauern stärkere körperliche Reaktionen aus als positive, in 9 der 17 Länder war der Unterschied statistisch signifikant. Die Studie erschien 2019 in der Fachzeitschrift PNAS der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA.
Dr. Web hat schon ausgewertet, warum die Lage in Deutschland schlechter wirkt, als die Zahlen zeigen, und wie jedes negative Wort in einer Überschrift die Klickrate hebt.
Laut dem Digital News Report 2026 des Reuters Institute meiden 42 Prozent der Befragten in den untersuchten Märkten zumindest manchmal bewusst die Nachrichten, 2017 lag der Anteil bei 29 Prozent. In Deutschland lag der vergleichbare Wert 2025 bei 37 Prozent. Als wichtigsten Grund nannten die Befragten, die Nachrichten meiden, dass die Nachrichten ihre Stimmung verderben.
Das Wissen hinkt der Wirklichkeit hinterher
Für eine Umfrage des Instituts Ipsos MORI im Auftrag der schwedischen Stiftung Gapminder sollten Menschen in zwölf Ländern 2017 einschätzen, wie sich der Anteil der Weltbevölkerung in extremer Armut in den vergangenen 20 Jahren verändert habe.
Richtig wäre gewesen: fast halbiert. In Deutschland wählten nur 6 Prozent diese Antwort, 64 Prozent glaubten, der Anteil habe sich fast verdoppelt.
Noch düsterer fiel eine Erhebung aus dem Jahr 2015 aus, die der Ökonom Max Roser auf der Plattform Our World in Data ausgewertet hat. Nur 4 Prozent der Deutschen glaubten, die Welt werde besser.
Die Angst selbst ist dagegen gar nicht auf Rekordniveau. Der Angstindex der R+V-Versicherung, der Durchschnitt aller abgefragten Sorgen, lag 2026 bei 38 Prozent, nur zwei Punkte über dem Tiefstwert von 2021. 2016 stand der Index bei 52 Prozent.
Die Deutschen fürchten sich heute weniger als 2016. Ob sie die Welt inzwischen freundlicher sehen, hat seit 2017 niemand vergleichbar erhoben.
Negative Nachrichten regen den Körper messbar stärker auf als positive, und Fortschritt kommt zu langsam für eine Schlagzeile. In Deutschland meiden 37 Prozent zumindest manchmal die Nachrichten, die Angst liegt aber deutlich unter dem Wert von 2016.
Was wurde aus den großen Untergangsprognosen?

Die bekanntesten traten nicht ein, oft weil Menschen rechtzeitig das Ruder herumrissen. Die Massenhungersnot der 1970er-Jahre blieb aus, die großen Wälder starben nicht in fünf Jahren, und das Ozonloch schließt sich. Aus Fatalismus ist keine dieser Rettungen entstanden.
1968 erschien das Buch „The Population Bomb“ des Biologen Paul Ehrlich, auf Deutsch „Die Bevölkerungsbombe“. Der erste Satz lautete: „Der Kampf, die ganze Menschheit zu ernähren, ist vorbei“ (übersetzt aus dem Englischen). In den 1970er-Jahren, so die Prognose, würden Hunderte Millionen Menschen verhungern, Indien hielt Ehrlich für praktisch verloren. Spätere Auflagen dehnten den Zeitraum bis in die 1980er-Jahre aus.
Hungersnöte kamen in den Siebzigern tatsächlich vor, nach den Daten von Our World in Data starben in diesem Jahrzehnt 3,8 Millionen Menschen in Hungersnöten. Die Hunderte Millionen Toten blieben aus.
Der Agrarwissenschaftler Norman Borlaug brachte Mitte der 1960er-Jahre ertragreichen Zwergweizen nach Indien und Pakistan, 1970 bekam er dafür den Friedensnobelpreis. Der durchschnittliche Getreideertrag stieg laut den Daten der Welternährungsorganisation FAO weltweit von 1,35 Tonnen je Hektar im Jahr 1961 auf 4,21 Tonnen im Jahr 2024. In Indien wuchs der Ertrag von 0,95 auf 3,63 Tonnen je Hektar.
Der Wald, der nicht starb
Im November 1981 titelte der Spiegel „Der Wald stirbt“. Im Heft zitierte das Magazin den Göttinger Bodenkundler Bernhard Ulrich: „Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten.“ Die Bundesregierung reagierte 1983 mit der Großfeuerungsanlagenverordnung, Kraftwerke mussten ihre Rauchgase entschwefeln.
Laut Umweltbundesamt sanken die Schwefeldioxid-Emissionen in Deutschland von 1990 bis 2024 von 5,5 auf 0,2 Millionen Tonnen, ein Minus von gut 96 Prozent.
2003 erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast das Waldsterben offiziell für beendet.
Gesund ist der Wald deshalb nicht. Nach der Waldzustandserhebung 2025 des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind nur 21 Prozent der untersuchten Bäume ohne Kronenschaden, 35 Prozent zeigen eine deutliche Verlichtung der Krone. Als Ursache nennt das Ministerium die extrem trocken-heißen Sommer 2018 bis 2020, nicht den sauren Regen.
Das Loch, das sich schließt
1987 unterzeichneten die Staaten das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. Fast 99 Prozent der verbotenen ozonschädigenden Stoffe sind inzwischen aus dem Verkehr gezogen, bestätigte die Weltorganisation für Meteorologie 2023. Nach dem damaligen Bericht der Wissenschaftler erholt sich die Ozonschicht bis etwa 2040 weltweit auf die Werte von 1980, über der Arktis bis 2045 und über der Antarktis bis 2066. Das Ozonloch von 2025 gehörte laut WMO zu den kleinsten seit 1992.
Der Lachs, der zurückkam
Der Lachs war 1957 aus dem Rhein verschwunden. Nach dem Chemieunfall beim Basler Konzern Sandoz am 1. November 1986, der ein Fischsterben auf über 400 Kilometern auslöste, beschloss die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins 1987 das Programm „Lachs 2000“.
2015 stiegen am Fischpass Iffezheim 228 Lachse auf, so viele wie nie. Nach diesem Rekord sinken die Rückkehrerzahlen laut der Kommission wieder, unter anderem wegen Fressfeinden wie dem Wels.
| Befürchtung | Wann | Was danach geschah |
|---|---|---|
| Massenhungersnot mit Hunderten Millionen Toten (Paul Ehrlich) | 1968 | Grüne Revolution, der Getreideertrag je Hektar stieg weltweit von 1,35 Tonnen (1961) auf 4,21 Tonnen (2024) |
| Die ersten großen Wälder sterben in fünf Jahren (Bernhard Ulrich im Spiegel) | 1981 | Rauchgasentschwefelung ab 1983, Schwefeldioxid-Emissionen 1990 bis 2024 um gut 96 Prozent gesunken |
| Zerstörung der Ozonschicht | 1980er-Jahre | Montrealer Protokoll 1987, Erholung bis etwa 2040 weltweit und 2066 über der Antarktis erwartet |
| Rhein ohne Lachs | 1957 ausgestorben | Programm „Lachs 2000“, Rekord von 228 Lachsen in Iffezheim 2015, seitdem wieder weniger Rückkehrer |
Aus diesen Geschichten folgt nicht, dass Warner grundsätzlich übertreiben. Die Lehre ist eine andere: Eine Prognose beschreibt, was geschieht, sofern niemand handelt. Verbreitet sich daraus das Gefühl, alles werde sowieso schlimmer, lähmt die Warnung, statt zu wirken.
Die Forscher um Dennis Meadows haben „Die Grenzen des Wachstums“ 1972 im Auftrag des Club of Rome ausdrücklich als Szenarien veröffentlicht, nicht als genaue Vorhersagen.
Der Massenhunger blieb aus, die Wälder starben nicht, und das Ozonloch schließt sich, weil Forscher, Bauern und Gesetzgeber gegensteuerten. Gelöste Probleme machen Platz für neue: Der Wald leidet heute unter Dürre statt unter Schwefel.
In welches deutsche Jahrzehnt würden Sie zurückreisen?

In keines, sobald Sie die Rückfahrkarte vollständig lesen. Jedes Jahrzehnt seit 1950 hatte seine Vorzüge und seinen Preis: mehr tote Säuglinge, mehr Verkehrstote, schlechtere Luft, kürzeres Leben, weniger Rechte für Frauen und Minderheiten.
Angenommen, Sie dürften in ein Jahrzehnt der Bundesrepublik zurückkehren, mit Ihrem heutigen Alter, aber ohne Ihr heutiges Wissen und ohne Ihre heutigen Rechte. Sie bekämen die Wohnung, die Medizin, die Gesetze und die Luft der Zeit. Die folgende Reise zeigt Jahrzehnt für Jahrzehnt, was Sie dort erwarten würde.
Die Fünfziger: Wirtschaftswunder ohne Badewanne
1950 lebten im Westen Deutschlands im Schnitt 4,7 Menschen in einer Wohnung. 78,3 Prozent der Wohnungen hatten weder Bad noch Dusche, und noch 1957 hatte nur gut die Hälfte ein eigenes WC. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts zu 50 Jahren Wohnen in Deutschland.
Auf jeden Mieter kamen 1956/57 im Schnitt 18,4 Quadratmeter, Ende 2025 kamen auf jeden Einwohner, Eigentümer eingerechnet, rechnerisch 49,5 Quadratmeter.
Nach Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung starben 1950 im Westen 55,3 von 1.000 Säuglingen im ersten Lebensjahr, im Osten 72,1. 2023 lag der Wert bei 3,2 im Westen und 2,9 im Osten. Ein neugeborener Junge in der Bundesrepublik konnte um 1950 mit 64,6 Lebensjahren rechnen, ein Mädchen mit 68,5. 2025 lag die Lebenserwartung bei 79,1 Jahren für Männer und 83,6 Jahren für Frauen.
Auch nach dem Gleichberechtigungsgesetz, das 1958 in Kraft trat, durften Ehefrauen laut der Bundeszentrale für politische Bildung nur arbeiten, solange sie ihre Pflichten in Ehe und Familie nicht vernachlässigten.
Die Sechziger: lange Wochen, dicke Luft
Ein Erwerbstätiger kam 1960 im Schnitt auf rund 2.150 Arbeitsstunden im Jahr, zurückgerechnet aus Werten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2025 auf 1.332. Der Vergleich hinkt etwas, weil heute fast 40 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit arbeiten, die Richtung bleibt eindeutig.
Den gesetzlichen Mindesturlaub legte das Bundesurlaubsgesetz 1963 auf 15 Werktage fest, heute schreibt das Gesetz 24 Werktage vor, und Tarifverträge sehen meist 30 Arbeitstage vor.
An Rhein und Ruhr lag die Belastung der Luft mit Schwefeldioxid laut Umweltbundesamt 1964 bei 206 Mikrogramm je Kubikmeter, 2007 bei 8 Mikrogramm. 1968 wurden 67,6 Prozent der westdeutschen Wohnungen noch mit Einzelöfen beheizt, nur 31,4 Prozent hatten eine Sammelheizung.
1961 erkrankten in der Bundesrepublik laut Statistischem Bundesamt 4.667 Menschen an Kinderlähmung, 12,8 Prozent mehr als im Jahr davor.
Die Siebziger: Freiheit auf der Straße, Tod auf der Straße
1970 starben auf den Straßen im Gebiet des heutigen Deutschlands 21.332 Menschen, so viele wie in keinem Jahr davor oder danach. 2025 zählte das Statistische Bundesamt 2.832 Verkehrstote, rund 87 Prozent weniger. Gezählt wird seit 1953, und kein Jahr war auf deutschen Straßen tödlicher als 1970.
Ende 1973 verhängte die Bundesregierung während der Ölkrise an vier Sonntagen ein Fahrverbot und begrenzte das Tempo auf Autobahnen auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Verbraucherpreise stiegen im früheren Bundesgebiet 1973 um 7,1 Prozent, 1974 um 6,9 Prozent. Die meisten Männer rauchten: 1970 griffen 59 Prozent der Männer zur Zigarette, 2025 noch 22,4 Prozent.
Erst mit dem Ersten Eherechtsreformgesetz, das am 1. Juli 1977 in Kraft trat, schaffte der Gesetzgeber das Leitbild der Hausfrauenehe ab. Verheiratete Frauen brauchten danach laut der Bundeszentrale für politische Bildung nicht mehr die Einwilligung ihres Mannes, um einer Arbeit nachzugehen.
Säuglingssterblichkeit je 1.000 Lebendgeborene im ersten Lebensjahr. Die Arbeitszeit 1960 ist aus den IAB-Werten für 1975 zurückgerechnet, heute arbeiten fast 40 Prozent in Teilzeit. Die Wohnfläche 1956/57 bezieht sich auf Mietwohnungen im früheren Bundesgebiet.
Die Achtziger: Raketen, Smog und Tschernobyl
Am 12. Dezember 1979 fasste die NATO ihren Doppelbeschluss zur Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Westeuropa. Zwei Jahre später, am 10. Oktober 1981, demonstrierten auf der Bonner Hofgartenwiese rund 300.000 Menschen gegen die Aufrüstung. Im Ruhrgebiet wurde am 18. Januar 1985 erstmals in der Bundesrepublik Smogalarm der höchsten Stufe ausgelöst, in Teilen der Region mussten private Autos stehen bleiben.
1986 explodierte der Reaktor in Tschernobyl. Die Folgen sind in Bayern bis heute messbar: Bei Wildschweinen aus dem Bayerischen Wald fand das Bundesamt für Strahlenschutz in den Jahren 2017 bis 2020 Spitzenwerte von rund 17.000 Becquerel Cäsium-137 je Kilogramm. Der Grenzwert für den Verkauf liegt bei 600 Becquerel.
Im November desselben Jahres vergiftete der Brand bei Sandoz den Rhein, laut dem Umweltministerium Baden-Württemberg starben allein im Oberrhein rund 150.000 Aale.
Die Neunziger: Einheit mit Lücken im Strafrecht
Bis zum 10. Juni 1994 stellte Paragraf 175 des Strafgesetzbuchs sexuelle Handlungen zwischen Männern unter bestimmten Bedingungen unter Strafe. Erst seit dem 4. Juli 1997 ist in Deutschland auch die Vergewaltigung in der Ehe als Vergewaltigung strafbar.
Jeder heute 30-Jährige kam in einem Land zur Welt, in dem ein Ehemann seine Frau vergewaltigen konnte, ohne dafür als Vergewaltiger belangt zu werden.
Die Nullerjahre: fünf Millionen ohne Arbeit
Im Februar 2005 zählte die Bundesagentur für Arbeit 5.216.434 Arbeitslose, eine Quote von 12,6 Prozent. Im September 2026 zählte die Behörde 2.994.420 Arbeitslose. Erst seit November 2000 haben Kinder in Deutschland ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, körperliche Strafen sind seitdem auch in der Familie unzulässig.
| Recht | Gilt seit |
|---|---|
| Ehefrauen entscheiden selbst über ihre Erwerbstätigkeit | 1. Juli 1977 |
| Kein Sonderstrafrecht mehr gegen homosexuelle Männer (Paragraf 175 gestrichen) | 11. Juni 1994 |
| Gesetzlicher Mindesturlaub von 24 Werktagen | 1. Januar 1995 |
| Vergewaltigung in der Ehe ist als Vergewaltigung strafbar | 4. Juli 1997 |
| Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung | November 2000 |
Die Zehnerjahre: das Früher mit den besten Argumenten
Am meisten spricht für die 2010er-Jahre. Damals war Wohneigentum dank niedriger Zinsen leicht zu finanzieren, und die Demokratie stand weltweit nahe ihrem Höchststand. In genau diesem Jahrzehnt begann aber in den USA der messbare Anstieg psychischer Belastungen bei Schülern, und die Kohlendioxid-Konzentration in der Luft stieg weiter.
Selbst gegenüber den 2010ern leben Menschen in Deutschland heute länger: Die Lebenserwartung erreichte laut Statistischem Bundesamt erst 2025 neue Höchstwerte.
Jedes Jahrzehnt der Bundesrepublik hatte seinen Preis, von der Wohnung ohne Bad bis zur Ehe ohne Schutz vor Vergewaltigung. Am ehesten lockt die Zeit der billigen Kredite in den 2010ern, und selbst gegenüber diesem Jahrzehnt leben Menschen in Deutschland heute länger.
Wie sah das Früher jenseits von Freiburg aus?

Für die Mehrheit der Menschheit deutlich schlechter. 1950 lebte gut die Hälfte der Weltbevölkerung in extremer Armut, fast jedes vierte Kind starb vor seinem fünften Geburtstag, die Lebenserwartung lag bei 46 Jahren. Heute liegen die Werte bei rund 10 Prozent, 3,7 Prozent und 73 Jahren.
Die Frage nach dem besseren Früher stellen die meisten aus einem deutschen Wohnzimmer. Auf der Erde leben aber 8,2 Milliarden Menschen, und jeder davon hat eigene Interessen, eine eigene Herkunft und ein eigenes Früher. Ein Jahrzehnt, das für einen Facharbeiter im Breisgau gut lief, kann für eine Bäuerin in Sichuan das schlimmste ihres Lebens gewesen sein.
Wie gut das Früher war, hängt also davon ab, wen man fragt. Eine faire Bilanz zählt alle 8,2 Milliarden mit.
Armut, Hunger, Kindersterblichkeit
Der Wirtschaftshistoriker Michalis Moatsos hat für die OECD berechnet, wie viele Menschen sich seit 1820 die Grundbedürfnisse nicht leisten konnten, also ausreichend Nahrung und eine beheizte Unterkunft. 1950 traf das auf 1,34 Milliarden Menschen zu, gut die Hälfte der damaligen Weltbevölkerung. 2018 traf das noch auf 784 Millionen zu, rund 10 Prozent, obwohl die Menschheit sich in dieser Zeit mehr als verdreifacht hat.
Nach der seit Juni 2025 gültigen Armutsgrenze der Weltbank sank der Anteil extrem Armer von 43,4 Prozent im Jahr 1990 auf 10,9 Prozent im Jahr 2022. In absoluten Zahlen sind das 869 Millionen Menschen, die mit weniger auskommen müssen, als für das Nötigste reicht.
Bei den Hungertoten ist der Rückgang noch steiler. Laut Our World in Data, gestützt auf die World Peace Foundation, starben in den 1960er-Jahren 29,7 Millionen Menschen in Hungersnöten, in den 2010er-Jahren 1,1 Millionen. Für die Hungersnot nach Mao Zedongs „Großem Sprung nach vorn“ ab 1959 hält Our World in Data 36 Millionen Tote für die wahrscheinlichste Schätzung, der Historiker Frank Dikötter kommt auf 45 Millionen. Weil Fachleute die Opfer dieser Jahre so unterschiedlich zählen, weichen die Summen je Jahrzehnt davon ab.
Gebannt ist der Hunger nicht: 2024 litten laut der Welternährungsorganisation FAO 673 Millionen Menschen darunter, 8,2 Prozent der Weltbevölkerung.
Laut der Kindersterblichkeits-Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen (UN IGME) starben 1990 weltweit 13,0 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, 2024 noch 4,9 Millionen. Noch immer sterben damit neun Kinder pro Minute.
Weil binnen weniger Jahrzehnte weit weniger Kinder starben, wuchs die Menschheit nach 1950 schneller als in jeder Epoche davor. Dr. Web hat nachgezeichnet, warum die Weltbevölkerung explodiert ist und warum die Geburtenzahlen erst Jahrzehnte später sanken.
Die Armutsreihe folgt der Methode der Grundbedürfnisse von Michalis Moatsos (OECD), die Anteile sind aus den absoluten Zahlen berechnet. Die Weltbank-Reihe mit ihrer neuen Armutsgrenze zeigt für 2022 einen Anteil von 10,9 Prozent.
Seuchen auf dem Rückzug
Die Pocken töteten im 20. Jahrhundert nach Schätzung des Epidemiologen Donald Henderson rund 300 Millionen Menschen. 1980 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Krankheit für ausgerottet, als bisher einzige Infektionskrankheit beim Menschen. Bei der Kinderlähmung schätzte die WHO für 1988 noch 350.000 Fälle in mehr als 125 Ländern. 2025 meldete die Globale Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung 52 Fälle durch das Wildvirus, alle in Afghanistan und Pakistan.
Auch Aids hat seinen Schrecken nicht verloren, aber seine Wucht. Im Jahr 2004 starben laut UNAIDS 2,1 Millionen Menschen an den Folgen der Krankheit, 2025 rund 570.000, ein Rückgang um 73 Prozent.
Lesen, lernen, Licht
1950 konnten 36 Prozent der Erwachsenen weltweit lesen und schreiben, 2024 nach Daten der UNESCO 87,7 Prozent. Die durchschnittliche Schulzeit der 15- bis 64-Jährigen stieg nach Schätzungen der Ökonomen Robert Barro und Jong-Wha Lee von 3,0 Jahren 1950 auf 8,8 Jahre 2020. Der Anteil der Menschen mit Stromanschluss wuchs laut Weltbank von 78,2 Prozent im Jahr 2000 auf 91,9 Prozent im Jahr 2024. Ohne Strom lebten 2023 trotzdem noch 666 Millionen Menschen.
Für die meisten der 8,2 Milliarden Menschen bedeutete das Früher weniger Essen, weniger Schule und mehr Kindergräber.
Für die Mehrheit der 8,2 Milliarden Menschen war jedes frühere Jahrzehnt ärmer, hungriger und tödlicher. Fertig ist der Fortschritt nicht: 869 Millionen Menschen leben in extremer Armut, 666 Millionen ohne Strom.
Was ist heute wirklich schlechter als früher?

Das Klima, die Artenvielfalt, die Lage der Demokratie und die Kriegslage. In Deutschland kommen teureres Wohneigentum und mehr psychisch belastete Jugendliche hinzu. Klima und Artenvielfalt verschlechtern sich seit den Fünfzigern und Siebzigern, Demokratie und Kriegslage erst gegenüber den 2000er- und 2010er-Jahren.
Kritiker des Fortschrittsoptimismus verweisen zuerst auf das Klima, und die Daten geben ihnen recht. Am Observatorium Mauna Loa auf Hawaii lag der Kohlendioxid-Anteil der Luft 1959 im Jahresmittel bei 315,98 Millionstel (ppm), gemessen vom Forscher Charles David Keeling, 2025 laut der US-Klimabehörde NOAA bei 427,35. Laut der Weltorganisation für Meteorologie WMO war 2024 mit rund 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau das erste Kalenderjahr über der 1,5-Grad-Marke.
Der Living Planet Report 2026 der Umweltstiftung WWF zählt bei 35.803 beobachteten Wildtierpopulationen einen durchschnittlichen Rückgang um 73 Prozent seit 1970. Der WWF stellt selbst klar, dass heute deshalb nicht 73 Prozent weniger Wildtiere leben. Gemessen wird die durchschnittliche Veränderung der Bestände, und dieser Durchschnitt fällt steil.
Auch die Demokratie ist auf dem Rückzug. Nach dem Democracy Report 2026 des schwedischen Instituts V-Dem leben 74 Prozent der Weltbevölkerung in Autokratien, 26 Prozent in Demokratien. Gewichtet nach der Bevölkerung ist das Demokratieniveau weltweit laut V-Dem auf den Stand von 1978 zurückgefallen.
Das Friedensforschungsinstitut Prio in Oslo zählte 2025 weltweit 65 Konflikte mit Beteiligung eines Staates, so viele wie nie seit 1946. Laut dem Uppsala Conflict Data Program starben 2025 rund 244.600 Menschen in organisierter Gewalt, mehr als in jedem Jahr seit dem Völkermord in Ruanda 1994, ausgenommen 2022.
2005 war die Todesrate in Konflikten mit Staatsbeteiligung auf 0,19 je 100.000 Menschen gefallen, von 2022 bis 2025 lag sie laut Our World in Data im Schnitt bei 2,27.
| Bereich | Früher | Heute | Quelle |
|---|---|---|---|
| Kohlendioxid in der Luft | 315,98 ppm (1959) | 427,35 ppm (2025) | NOAA |
| Beobachtete Wildtierbestände | Ausgangswert 1970 | im Schnitt 73 Prozent kleiner (2022) | WWF |
| Demokratie weltweit, nach Bevölkerung gewichtet | Höchststand 2003 | Niveau von 1978 (2025) | V-Dem |
| Kriege und Konflikte mit Staatsbeteiligung | Todesrate 0,19 je 100.000 Menschen (2005) | Todesrate 2,27 im Schnitt 2022 bis 2025, 65 Konflikte (2025) | Our World in Data, Prio |
| Finanzierung eines Einfamilienhauses | 21 Prozent des Nettoeinkommens (Mai 2015) | 36 Prozent (Juni 2026) | IW, Interhyp |
| US-Schüler mit anhaltender Traurigkeit | 30 Prozent (2013) | 40 Prozent (2023) | CDC |
Was in Deutschland schlechter wurde
Ein Einfamilienhaus zu finanzieren kostete laut dem Erschwinglichkeitsindex von Interhyp und dem Institut der deutschen Wirtschaft im Mai 2015 rund 21 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens, im Juni 2026 rund 36 Prozent. Die Reallöhne fielen 2022 laut Statistischem Bundesamt um 4,0 Prozent, der stärkste Rückgang seit Beginn der Reihe 2008, und lagen 2025 nach zwei guten Jahren immer noch knapp unter dem Stand von 2019.
Der Ärger darüber ist berechtigt. Dr. Web hat untersucht, warum ein Gehalt nicht mehr für die Familie reicht und was sich seit den Siebzigern verschoben hat.
Nach der Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf berichteten im Herbst 2025 rund 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von einer geminderten Lebensqualität, etwa 7 Prozentpunkte mehr als vor der Pandemie.
In den USA stieg der Anteil der Schüler an weiterführenden Schulen mit anhaltender Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit laut der Gesundheitsbehörde CDC von 30 Prozent im Jahr 2013 auf 40 Prozent im Jahr 2023.
Laut Einsamkeitsbarometer des Bundesfamilienministeriums waren 2017 genau 7,6 Prozent der Menschen in Deutschland von Einsamkeit belastet, 2021 schon 11,3 Prozent, unter den 18- bis 29-Jährigen 14,1 Prozent.
Sogar ein Befund zur Sicherheit spricht für die Fünfziger. Nach den Daten des Kriminologen Manuel Eisner erreichte die Tötungsrate in Europa um 1950 mit 0,4 bis 0,6 Opfern je 100.000 Einwohner ihren historischen Tiefstand und stieg danach bis in die frühen Neunziger wieder an. Weltweit sinkt die Rate dagegen: laut Vereinten Nationen von 5,9 Opfern je 100.000 Menschen im Jahr 2015 auf 5,1 im Jahr 2024.
Die Sehnsucht nach den Sechzigern übersieht, dass 1960 weltweit 20 Prozent der Kinder vor ihrem fünften Geburtstag starben.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Warum keine dieser Verschlechterungen ein besseres Jahrzehnt ergibt
Das bessere Früher der Demokratie lag zwischen 2003 und 2012, nicht in den Sechzigern. 1950 lebten nach V-Dem-Daten nur 17,5 Prozent der Menschheit in einer Demokratie, 2025 trotz des Rückschlags 26 Prozent.
Die Todesrate in Konflikten mit Staatsbeteiligung lag laut Our World in Data von 1950 bis 1990 im Schnitt bei 4,30 je 100.000 Menschen, von 2022 bis 2025 bei 2,27. Die heutigen Kriege sind grausam, die Jahrzehnte der Kriege in Korea, Vietnam und Afghanistan forderten je Einwohner aber fast doppelt so viele Tote.
Die Erderwärmung ist eine echte Verschlechterung, und sie stammt aus genau den Jahrzehnten, nach denen sich viele zurücksehnen. Das Kohlendioxid über Mauna Loa stieg von 1959 bis 2025 um 111 Millionstel.
Beim Eigenheim hängt der Befund am Vergleichsjahr: Teurer ist die Finanzierung vor allem gegenüber der Niedrigzinsphase der 2010er-Jahre, einer Ausnahmezeit.
Der härteste Einwand betrifft die psychische Gesundheit der Jugend. Die Verschlechterung ist gemessen und ernst. Abhilfe schaffen Schulen, Familien und Praxen heute, eine Rückkehr in frühere Jahrzehnte hilft dabei nicht. Die Vergleichswerte der Studien stammen aus den Jahren 2013 und 2017, nicht aus einem fernen goldenen Zeitalter.
Demokratie und Kriegslage haben sich gegenüber den 2000er- und 2010er-Jahren verschlechtert, Klima und Artenvielfalt über Jahrzehnte. Ein ganzes Jahrzehnt, das in der Summe besser dastand, ergibt sich daraus nicht, denn die Fünfziger bis Achtziger hatten weniger Demokratie und mehr Kriegstote je Einwohner.
Was folgt daraus für Ihre Entscheidungen?

Richten Sie Entscheidungen an Zeitreihen aus, nicht an Schlagzeilen und Erinnerungen. Ein zu düsteres Lagebild verleitet dazu, zu zaghaft zu investieren und zu vorsichtig Personal einzustellen, während die Konkurrenz mit Daten plant.
Pessimismus wirkt klug, weil er vor Enttäuschung schützt. Als Entscheidungsgrundlage taugt die Schwarzmalerei so wenig wie blinder Optimismus. Ein Unternehmer, der 1981 dem Spiegel geglaubt hätte, hätte kein Sägewerk mehr gekauft. Einen Waldbesitzer, der sich 2003 auf das amtliche Ende des Waldsterbens verlassen hätte, hätten die Dürresommer ab 2018 kalt erwischt.
Vier Gewohnheiten helfen, den Blick zu schärfen:
- Bezugsjahr benennen: Fragen Sie bei jedem „früher“, welches Jahr gemeint ist und mit welchem Wert verglichen wird
- Zeitreihen lesen: Our World in Data, das Statistische Bundesamt und Eurostat zeigen Entwicklungen über Jahrzehnte statt einzelner Wochen
- Weltweit denken: Ihre Kunden und Lieferanten leben in Märkten, deren Früher oft schlechter war als das deutsche
- Warnungen ernst nehmen: Die Beispiele Ozonloch und Rauchgasentschwefelung zeigen, dass rechtzeitige Gegenmaßnahmen das Vorhergesagte abwenden
Auch im eigenen Team zählt die Stimmung. Mitarbeiter, die jeden Morgen mit Untergangsmeldungen in den Tag starten, bringen die gedrückte Laune mit ins Meeting. Als Führungskraft können Sie dagegenhalten, ohne schönzufärben: mit eigenen Kennzahlen, die zeigen, was im Betrieb über die Jahre besser geworden ist, und mit offenen Worten über das, was schlechter wurde.
Nostalgie hat dabei ihren Platz. Erinnerungen an die eigene Jugend stiften Identität, Retro verkauft sich, und manche Tugend von früher lohnt die Wiederentdeckung. Gefährlich wird die Sehnsucht erst, sobald sie zur Diagnose wird. Aus „früher war alles besser“ folgt bequem „heute lässt sich nichts mehr machen“, und genau dieser Schluss ist falsch.
Fortschritt fällt nicht vom Himmel, Menschen haben ihn gegen Hunger, Pocken und Schwefeldioxid erkämpft, Jahrzehnt für Jahrzehnt.
Pessimismus und blinder Optimismus scheitern an derselben Stelle, beide ersetzen Zahlen durch eine Erzählung. Planen Sie mit Zeitreihen und konkreten Bezugsjahren, und behandeln Sie Warnungen als Auftrag statt als Schicksal.
Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Fortschritt, Gedächtnis und Nostalgie

Alphabetisierungsrate
Alphabetisierungsrate bezeichnet den Anteil der Erwachsenen, die einen einfachen Satz über ihren Alltag lesen und schreiben können. Die UNESCO erhebt den Wert weltweit. 1950 lag er bei 36 Prozent, 2024 bei 87,7 Prozent. Gemessen werden Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben, keine höhere Bildung.
Autokratie
Autokratie heißt eine Herrschaftsform, in der Bürger die Regierung nicht in freien und fairen Wahlen bestimmen können. Das Institut V-Dem unterscheidet geschlossene Autokratien ohne echte Wahlen und Wahlautokratien mit manipulierten Wahlen. 2025 lebten nach seinen Daten 74 Prozent der Weltbevölkerung in Autokratien.
Erstes Eherechtsreformgesetz
Erstes Eherechtsreformgesetz heißt die Reform des Ehe- und Familienrechts, die der Bundestag am 8. April 1976 beschloss und die am 1. Juli 1977 in Kraft trat. Die Reform schaffte das Leitbild der Hausfrauenehe ab, verheiratete Frauen entscheiden seitdem selbst über ihre Erwerbstätigkeit. Vorher durften sie nur arbeiten, soweit sie ihre Pflichten in Ehe und Familie nicht vernachlässigten.
Extreme Armut
Extreme Armut misst die Weltbank als Leben unterhalb einer internationalen Armutsgrenze, die seit Juni 2025 neu festgelegt ist und Kaufkraftunterschiede berücksichtigt. 2022 lebten danach 10,9 Prozent der Menschheit in extremer Armut. Die lange Reihe von Michalis Moatsos misst dagegen, wer sich ausreichend Nahrung und eine beheizte Unterkunft nicht leisten kann.
Fading Affect Bias
Fading Affect Bias nennen Psychologen die Neigung des Gedächtnisses, die Gefühle zu negativen Erlebnissen schneller verblassen zu lassen als die zu positiven. Die Erinnerung an ein Ereignis bleibt, der Schmerz darüber lässt nach. Über Jahre entsteht so ein freundlicheres Bild der Vergangenheit, als sie sich damals anfühlte.
Großfeuerungsanlagenverordnung
Großfeuerungsanlagenverordnung heißt die 13. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz von 1983. Die Verordnung zwang große Kraftwerke und Heizwerke, ihre Abgase zu entschwefeln. Laut Umweltbundesamt verbesserte sie die Luft in den 1980er-Jahren im Westen und in den 1990er-Jahren im Osten Deutschlands erheblich.
Grüne Revolution
Grüne Revolution bezeichnet die starke Steigerung der Ernteerträge in Entwicklungsländern ab den 1960er-Jahren durch neue Getreidesorten, Dünger und Bewässerung. Als ihr Vater gilt der Agrarwissenschaftler Norman Borlaug, der dafür 1970 den Friedensnobelpreis bekam. Weltweit hat sich der Getreideertrag je Hektar seit 1961 verdreifacht.
Kindersterblichkeit
Kindersterblichkeit gibt den Anteil der Neugeborenen an, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben. Die Arbeitsgruppe UN IGME der Vereinten Nationen schätzt den Wert jährlich. 1950 lag er weltweit bei 24,7 Prozent, 2024 bei 3,7 Prozent. Säuglingssterblichkeit misst dagegen nur das erste Lebensjahr.
Lebenserwartung bei Geburt
Lebenserwartung bei Geburt beschreibt, wie viele Jahre ein Neugeborenes im Schnitt leben würde, falls die Sterberaten seines Geburtsjahres sein Leben lang gälten. Weil frühe Todesfälle den Durchschnitt stark drücken, sagt der Wert viel über Kindersterblichkeit und Medizin einer Zeit. Weltweit stieg er von 46,4 Jahren 1950 auf 73,3 Jahre 2024.
Living Planet Index
Living Planet Index heißt der Messwert, mit dem die Umweltstiftung WWF und die Zoologische Gesellschaft London die durchschnittliche Entwicklung beobachteter Wildtierbestände verfolgen. Der Report von 2026 wertet 35.803 Populationen aus und zeigt seit 1970 einen Rückgang um durchschnittlich 73 Prozent. Die Zahl der Tiere insgesamt misst der Index nicht.
Montrealer Protokoll
Montrealer Protokoll heißt das internationale Abkommen von 1987, mit dem die Staaten ozonschädigende Stoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe schrittweise verboten haben. Fast 99 Prozent dieser Stoffe sind inzwischen aus dem Verkehr gezogen. Die Ozonschicht soll sich bis etwa 2040 weltweit auf die Werte von 1980 erholen.
Nachrichtenvermeidung
Nachrichtenvermeidung beschreibt das bewusste Ausweichen vor Nachrichten, im Englischen News Avoidance. Das Reuters Institute erhebt den Anteil jedes Jahr im Digital News Report. 2026 gaben 42 Prozent der Befragten an, zumindest manchmal Nachrichten zu meiden, 2017 erst 29 Prozent.
Negativitätsverzerrung
Negativitätsverzerrung bezeichnet die Neigung, negative Informationen stärker zu beachten und zu gewichten als positive. In einer Studie mit 1.156 Teilnehmern aus 17 Ländern reagierten Menschen körperlich stärker auf negative Nachrichtenbeiträge. Redaktionen und Plattformen spüren den Effekt an Klicks und Einschaltquoten.
Reminiscence Bump
Reminiscence Bump, auf Deutsch Erinnerungshügel, heißt der Befund, dass Menschen besonders viele Erinnerungen aus dem Alter zwischen 10 und 30 Jahren abrufen. Der Gedächtnisforscher David Rubin hat den Effekt 1986 beschrieben. Das gefühlte goldene Zeitalter liegt deshalb meist in der eigenen Jugend.
Rosy View
Rosy View, der rosarote Blick, bezeichnet die Neigung, ein Erlebnis im Rückblick besser zu bewerten als während des Erlebens selbst. Der Psychologe Terence Mitchell wies den Effekt 1997 an drei Reisen nach. Schon wenige Tage nach der Rückkehr fiel das Urteil der Teilnehmer deutlich freundlicher aus.
FAQ: „Früher war alles besser“: Für wen eigentlich?

Stammt das Zitat über die Jugend, die den Luxus liebt, wirklich von Sokrates?
Nein. Die Zeilen schrieb der Cambridge-Student Kenneth John Freeman 1907 in seiner Doktorarbeit über die griechische Erziehung, als Zusammenfassung damaliger Vorwürfe. Spätestens 1922 druckte eine US-Zeitung den Satz als Zitat des Philosophen.
Wird die Welt besser oder schlechter?
Bei Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Armut und Bildung wird die Welt seit Jahrzehnten besser. Schlechter werden das Klima, die Artenvielfalt und seit etwa 2012 die Lage der Demokratie, und seit 2022 zählen Friedensforscher mehr Kriege. Beide Befunde gelten gleichzeitig.
In welchem Jahr starben in Deutschland die meisten Menschen im Straßenverkehr?
1970. Im Gebiet des heutigen Deutschlands starben damals 21.332 Menschen im Straßenverkehr, im früheren Bundesgebiet allein 19.193. 2025 zählte das Statistische Bundesamt 2.832 Tote.
Wie viele Menschen leben heute in extremer Armut?
Nach der Armutsgrenze der Weltbank lebten 2022 rund 869 Millionen Menschen in extremer Armut, 10,9 Prozent der Weltbevölkerung. 1990 lag der Anteil noch bei 43,4 Prozent. Die Weltbank hat die Grenze im Juni 2025 neu festgelegt.
Ist Nostalgie schädlich?
In Maßen nicht. Erinnerungen an die eigene Jugend stiften Identität und Zusammenhalt. Schädlich wird Nostalgie, sobald sie als Diagnose dient und aus der Verklärung der Vergangenheit der Schluss folgt, heute lasse sich nichts mehr verbessern.
Was ist aus dem Waldsterben geworden?
Das großflächige Absterben der Wälder durch sauren Regen blieb aus, auch weil Kraftwerke ab 1983 ihre Abgase entschwefeln mussten. 2003 erklärte die Bundesregierung das Waldsterben für beendet. Heute leiden die Wälder vor allem unter Dürre, nur 21 Prozent der Bäume sind ohne Kronenschaden.
Quellen
91 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 16.10.2026
- Project GutenbergHesiod: Works and Days, übersetzt von Hugh G. Evelyn-White
- World History EncyclopediaHesiod
- Quote InvestigatorMisbehaving Children in Ancient Times
- NatureMastroianni, Gilbert: The illusion of moral decline
- Kellogg School of ManagementMitchell u. a.: Temporal Adjustments in the Evaluation of Events: The Rosy View
- Advances in Cognitive PsychologyWalker, Yancu, Skowronski: Trait anxiety and the fading affect bias
- Memory & CognitionJanssen, Rubin, St. Jacques: The temporal distribution of autobiographical memory
- PNASSoroka, Fournier, Nir: Cross-national evidence of a negativity bias in psychophysiological reactions to news
- Reuters InstituteDigital News Report 2026: Executive Summary
- Reuters InstituteDigital News Report 2025
- Ipsos MORIMind the Gap: Misperceptions about the world
- Our World in DataMax Roser: A history of global living conditions
- R+V VersicherungDie Ängste der Deutschen 2026
- Smithsonian MagazineThe Book That Incited a Worldwide Fear of Overpopulation
- Retro ReportThe Population Bomb?
- Nobelprize.orgNorman Borlaug: Facts
- Our World in DataDeaths from famines by region and decade
- Our World in DataCereal yield
- Der SpiegelSäureregen: Da liegt was in der Luft (Heft 47/1981)
- UmweltbundesamtEmissionsminderung bei Großfeuerungsanlagen
- UmweltbundesamtSchwefeldioxid-Emissionen
- Spektrum der WissenschaftWaldsterben: Zu den Akten
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und HeimatWaldzustandserhebung
- Weltorganisation für MeteorologieOzone layer recovery is on track
- Weltorganisation für MeteorologieOzone hole 2025
- UNEP Ozone SecretariatThe Montreal Protocol
- Internationale Kommission zum Schutz des RheinsFachbericht Nr. 304: Evaluierung der Bestandsentwicklung der Lachspopulationen
- Internationale Kommission zum Schutz des RheinsDer Rhein: 30 Jahre nach Sandoz
- Internet ArchiveMeadows u. a.: The Limits to Growth
- Statistisches Bundesamt50 Jahre Wohnen in Deutschland
- Statistisches Bundesamt44,0 Millionen Wohnungen in Deutschland zum Jahresende 2025
- Bundesinstitut für BevölkerungsforschungSäuglingssterblichkeit in West- und Ostdeutschland (1946-2023)
- Human Life-Table DatabaseAllgemeine Sterbetafel 1949/51 für die Bundesrepublik Deutschland
- Statistisches BundesamtLebenserwartung bei Geburt im Jahr 2025 auf neue Höchstwerte gestiegen
- Bundeszentrale für politische Bildung1976: Bundestag reformiert das Ehe- und Familienrecht
- Institut für Arbeitsmarkt- und BerufsforschungArbeitszeit und Arbeitsvolumen in der Bundesrepublik Deutschland 1960-1975 (MittAB 1/1977)
- Institut für Arbeitsmarkt- und BerufsforschungErgebnisse der IAB-Arbeitszeitrechnung für das Jahr 2025
- Wissenschaftliche Dienste des Deutschen BundestagsDer gesetzliche Urlaubsanspruch (WD 6 – 3000 – 039/23)
- WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-StiftungPressemitteilung zum tariflichen Urlaub
- UmweltbundesamtDer Himmel über der Ruhr ist wieder blau
- Statistisches BundesamtNeuerkrankungen an meldepflichtigen Krankheiten 1961 (Fachserie A, Reihe 7)
- Statistisches BundesamtUnfallentwicklung auf deutschen Straßen 2017 (Pressebroschüre)
- Statistisches Bundesamt8 Tote und mehr als 1 000 Verletzte pro Tag bei Verkehrsunfällen im Jahr 2025
- Bundeszentrale für politische BildungVor 40 Jahren: Erster autofreier Sonntag in Deutschland
- Statistisches BundesamtVerbraucherpreisindex: lange Reihen
- Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTabakkonsum und Raucheraufklärung (EMNID, 1976)
- Statistisches BundesamtRauchgewohnheiten nach Altersgruppen: Männer
- Bundeszentrale für politische BildungZwischen Annäherung und Abgrenzung: von Helsinki zum zweiten Kalten Krieg (1975–1989)
- Bundeszentrale für politische Bildung1985: Smog-Alarm in Deutschland
- Bundesamt für StrahlenschutzStrahlenbelastung von Pilzen und Wildbret
- Bundesministerium der JustizGesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen
- Wissenschaftliche Dienste des Deutschen BundestagsVergewaltigung in der Ehe (WD 7-307-07)
- Amt für Statistik Berlin-BrandenburgStatistischer Bericht A VI 7, Arbeitslose Februar 2005
- Bundesagentur für ArbeitEckwerte Arbeitslosigkeit, Zeitreihe Deutschland
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendAktionsleitfaden gewaltfreie Erziehung
- Statistisches BundesamtMieten, Mietbelastung 2018 (Pressemitteilung N 001, 01.10.2019)
- Our World in DataShare of population living in extreme poverty (cost of basic needs)
- Our World in DataShare of population in extreme poverty (World Bank)
- WeltbankJune 2025 Update to Global Poverty Lines
- Our World in DataFamines
- Welternährungsorganisation FAOSOFI 2025: FAO calls for urgent, coordinated and inclusive action to end global hunger
- Vereinte NationenUN News: 673 million people experienced hunger in 2024
- UNICEFLevels and Trends in Child Mortality: Report 2025 (UN IGME)
- Our World in DataChild mortality rate
- Vereinte NationenWorld Population Prospects 2024: Summary of Results
- Our World in DataLife expectancy
- Our World in DataSmallpox is the only human disease to be eradicated
- WeltgesundheitsorganisationSmallpox
- WeltgesundheitsorganisationPoliomyelitis: Fact sheet
- Global Polio Eradication InitiativePolio this week
- UNAIDSGlobal HIV & AIDS statistics: Fact sheet
- Our World in DataLiterate and illiterate world population
- Our World in DataAverage years of schooling
- WeltbankAccess to electricity (% of population)
- WeltbankTracking SDG 7: The Energy Progress Report 2025
- NOAA Global Monitoring LaboratoryMauna Loa CO2 annual mean data
- Weltorganisation für MeteorologieWMO confirms 2024 as warmest year on record at about 1.55°C above pre-industrial level
- WWF DeutschlandLiving Planet Report 2026
- V-Dem InstituteDemocracy Report 2026: Unraveling The Democratic Era?
- Our World in DataPeople living in democracies and autocracies
- Peace Research Institute OsloConflict trends: A global overview, 1946–2025
- Universität UppsalaUCDP: Record number of conflicts between states
- Our World in DataDeath rate in state-based conflicts
- Institut der deutschen WirtschaftInterhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex 2026
- Statistisches BundesamtReallöhne 2022 um 4,0 % gesunken (Pressemitteilung 166, 27.04.2023)
- Statistisches BundesamtReallöhne 2025 (Pressemitteilung 068, Februar 2026)
- Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfCOPSY-Studie: Zukunftsängste belasten Kinder und Jugendliche
- Centers for Disease Control and PreventionYRBS Data Summary & Trends Report 2013–2023
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendEinsamkeitsbarometer 2024
- Vereinte NationenSustainable Development Goals Report 2026: Goal 16
- University of CambridgeManuel Eisner: Long-Term Historical Trends in Violent Crime
